So entfernen VSH-Bienen mit Varroamilben befallene Brut

  • Hallo,


    In folgendem Video des US-Forschers Jeffrey Harris ist zu sehen, wie VSH-Bienen (Varroa Sensitive Hygienic) eine befallene Puppe
    a) ausfindig machen
    b) entdeckeln
    c) ausräumen


    Hierzu sei noch gesagt dass VSH-Bienen Zellen ausräumen, in denen sie Milben wahrnehmen, die fortpflanzungsfähig sind, also ein potentielle Gefahr darstellen.


    Es gibt ja verschiedene Möglichkeiten,
    z.B. hat ein Varroa-Weibchen in der Zelle nur einen männlichen Nachkommen gezeugt, eine andere Milbe hat zwar 2-3 Nachkommen, die aber unmöglich noch das Erwachsenenstadium erreichen konnen, bevor die Jungbiene die Brutzelle verlässt. (Demnach also keine Gefahr).


    Jeff weiss noch nicht genau wie es zu erklären ist, aber irgendwie sind in VSH-Völkern die Milben weniger fruchtbar.


    Generell gesehen, legen in nicht-resistenten Völkern 15-25% der weiblichen Milben keine Eier.
    Bei Völkern mit puren VSH-Königinnen steigt die Unfruchtbarkeit der Milben auf 80-100%.
    Möglicherweise fällt die Milbenpopulation in solchen Völkern, weil so wenig Weibchen Eier legen.


    So, jetzt Deckel ab und raus mit dem Kram:


    <strong><a data-cke-saved-href="http://vimeo.com/37560318" href="http://vimeo.com/37560318"><span style="color:#ff0000;">[/B]


    ]LG, Norbert

    "Unmöglich", sagte der Stolz. "Riskant", sagte die Erfahrung. "Sinnlos", sagte die Vernunft. "Probier's doch aus", flüsterte das Herz.

  • Sorry Thomas,
    Habe zwar die Suchfunktion benutzt, aber wohl nicht richtig und/oder nicht unter
    erweitere Suche.
    LG, Norbert

    "Unmöglich", sagte der Stolz. "Riskant", sagte die Erfahrung. "Sinnlos", sagte die Vernunft. "Probier's doch aus", flüsterte das Herz.

  • Gibt es hier im Forum Imker die mit VSH- Bienen arbeiten oder aktiv nach Bienen mit diesen Eigenschaften suchen?


    Hallo Hans,


    stiiiiill und starr liegt der See
    Nobbi hält lieber die Schnauz
    Freue dich, die Info kommt bald!


    (aber nicht von mir)


    Liebe Grüße, Norbert

    "Unmöglich", sagte der Stolz. "Riskant", sagte die Erfahrung. "Sinnlos", sagte die Vernunft. "Probier's doch aus", flüsterte das Herz.

  • Moin Hans ,


    habe dieses Jahr , eine auf Varrotoleranz gezüchtete Königin , in ein Volk eingeweiselt. Mal sehenwas draus wird .
    Bei der Oxuvar - Behandlung vor ein paar Tagen , war das Volk allerdings nicht übermäßig stark .
    Gruß hannes

  • Tolles Video, kannte ich noch nicht!


    Jetzt stelle ich mir aber die Frage, wie dieser "Kreislauf" weiter verläuft? Am Schluß konnte man ja sehr gut erkennen, dass die heraus gezogene Puppe eine Milbe offenbarte, die dann gleich auf eine Biene krabbelte. Nun, wer hat da nun den Kürzeren gezogen? Wenn die Bienen nun sehr viele Puppen opfern, gibt es kaum Nachwuchs. Die Milben steigen aber auf und warten auf die nächste Verdeckelungsphase. Ich weiß nicht, stirbt dann nicht irgendwann der Bien an mangelndem Nachwuchs, oder hat die Milbe in der Zwischenzeit irgendwo eine "Durststrecke" die sie auf Dauer nicht überleben kann? So wie ich das gerade betrachte, müssten die Bienen die Milben abbeißen, sonst wird das ja zu einem Teufelskreislauf?


    Kann mir da jemand mehr darüber sagen, wie das jetzt wirklich läuft?


    Danke,


    lieben Gruß

    Mit freundlichen Grüßen, Lachnide

  • Hallo Lachnide!


    Mit eigenen Erfahrungen hinsichtlich Varroa-Toleranz-Zucht kann ich leider nicht dienen. Aber ein gewisser Josef Koller züchtet in dieser Richtung sehr zielgerichtet und hat schon Erfolge, aber auch viele Rückschläge einstecken müssen.


    Hier auf seiner Homepage berichtet er darüber.


    Ist ganz interessant:


    http://www.josefkoller.de/neu/…rungenderletztenjahre.php


    Kannst gerne auch noch mehr dazu auf dieser Seite erfahren, da sind einige Links zu den ihm bekannten letzten Untersuchungen zum Thema VMR oder VSH.


    Zitat

    ...Bitte das nächste mal Suchfunktion vorher nutzen.
    Grüße
    Thomas


    Hallo Thomas!
    Im übrigen kannte ich den Link bzw. dieses Video auch noch nicht. war wohl in den Tiefen des IF irgendwo abgetaucht. Ich finde es gut, dass dieses Thema wieder angestoßen wurde.


    Danke Norbert, aber so geht es natürlich nicht, dass man sich beleidigt in die Ecke setzt, oder?


    Zitat

    stiiiiill und starr liegt der See
    Nobbi hält lieber die Schnauz
    Freue dich, die Info kommt bald!


    Aber jetzt musst Du schon noch was dazu sagen, oder? :wink:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Hallo Lachnide!
    Das mit dem "Kreislauf" braucht kein Teufelskreislauf zu werden. Wenn man sich vorstellt, dass ein Schwarm ein neues Volk bildet, dann kann folgendes passieren.
    Das Volk hat von Anfang an eine begrenzte Anzahl von Milben. Die Arbeitsbienen öffnen die Zellen, in der sich Muttermilben mit Nachwuchs befinden. Nur diese Zellen öffnen sie. Die Muttermilbe hat zwar Eier gelegt, die Anzahl der Milben hat sich aber nicht vermehrt. In der zwischenzeit hat die Königin sehr viele Eier gelegt,die Anzahl der Bienen im Volk steigt, die Anzahl der Milben ist aber nicht gestiegen. Milbenweibchen, die keine Eier in der verdeckelten Zelle legen, die sich also nicht vermehren, bleiben in der Zelle bis die neue Biene schlüpft. VSH-Bienen öffnen nur die Zellen mit fruchtbaren Milben! Das kann man mit dem Drohnenschneiden des Imkers vergleichen. Die Bienen können das nur besser. Sie öffnen nur die Zellen, die eine Gefahr für die Zukunft des Volkes beinhalten. Wie sie diese Zellen erkennen können, weiß man nicht. Man hat das nur so beobachtet.
    Mit freundlichen Grüßen
    Hans


  • ...konnte man ja sehr gut erkennen, dass die heraus gezogene Puppe eine Milbe offenbarte, die dann gleich auf eine Biene krabbelte. Nun, wer hat da nun den Kürzeren gezogen? Wenn die Bienen nun sehr viele Puppen opfern, gibt es kaum Nachwuchs...


    ...Die Milben steigen aber auf und warten auf die nächste Verdeckelungsphase.


    Hallo,


    Es ist festgestellt worden, dass die Muttermilbe sich sowieso in vielen Fällen aus dem Staub machen kann.
    Was nutzt aber das Warten auf die nächste Verdeckelungsphase, wenn dort wiederum der Rausschmiss alles Fruchtbaren erfolgt.


    VSH hiess früher ja SMR (Suppression of mite reproduction), was deutlich besagt, dass es sich hier um die Eigenschaft handelt, die den Bienen ermöglicht den Milben in ihrer Vermehrungsphase saures zu geben.


    Bienen die dank ihrer Genetik diese permanente Störtechnik gegenüber eingenisteten fortpflanzungsfähigen Milben anwenden,
    müssten meiner Meinung nach den Krieg eigentlich bereits gewonnen haben.


    stirbt dann nicht irgendwann der Bien an mangelndem Nachwuchs ?


    Nein, Nachwuchsmangel gibt es bei den Milben.


    Du hast schon recht hier auf weniger positive Begleiterscheinungen des VSH- Verhaltens hinzuweisen.
    Nach dem Motto "Zahlen muss der Sachse" zahlt auch das Bienenvolk seinen Preis, ist doch mit jeder ausgeräumten Puppe ein ehemaliges Ei, die ganze liebe Müh in Fütterung und Pflege der Larve, Verdeckelungsarbeit usw. umsonst gewesen.


    So wie ich das gerade betrachte, müssten die Bienen die Milben abbeißen...


    Ja, wäre auch bei VSH-Bienen wünschenswert.
    Ist aber nicht automatisch so, dass letzere Milben (ver)beissen, wie das bei Alois Wallner (AT) angeblich der Fall ist.
    Und anders rum sind auch milbenverbeissende Bienen nicht unbedingt VSH.


    Gruß, Norbert

    "Unmöglich", sagte der Stolz. "Riskant", sagte die Erfahrung. "Sinnlos", sagte die Vernunft. "Probier's doch aus", flüsterte das Herz.

  • Wow, herzlichen Dank für all die lieben, aufschlußreichen und großen Antworten! :p_flower01:


    Okay, nun verstehe ich das schon deutlich besser.


    Lieber Norbert, du sprichst von "Genetik mit der permanenten Störtechnik". Das kann man sicher (ich denke sehr mühseelig und blutig) in jeder Unterart finden oder? So viele Züchter solcher Bienen wirds ja gar nicht geben oder.


    Auf jeden Fall immer wieder ein sehr interessantes Thema!


    lieben Gruß

    Mit freundlichen Grüßen, Lachnide

  • Hallo Lachnide!


    Eigentlich sollte dieses Thema DAS THEMA heutzutage sein.


    Varroatoleranz wäre einfach Klasse.


    Diese Schei... Viecher von Milben.
    Ne richtige Geißel.


    Aber ich warte immer noch auf die Info über die Imker was der Norbert nicht mehr rausrücken wollte...

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • du sprichst von "Genetik mit der permanenten Störtechnik".


    Hallo,


    Herrje,da hab ich ja ungewollt einen eigenen Begriff erfunden. Patentrecht!...:wink:


    Das kann man sicher (ich denke sehr mühseelig und blutig) in jeder Unterart finden oder?


    JA, das eine oder andere Volk mit zumindest einer gewissen Varroa-Resistenz kann man fast an jedem Bienestand finden, wenn man sich die Mühe macht und Zeit hat, danach zu suchen.


    Von Resistenz spricht man ab 30% VSH-Eigenschaften , entsprechend 2 Allelen.


    Bei guten VSH-Bienen sind 3 Allele, bei optimalen sogar 4 Allele an der genetisch "zuständigen" Stelle nachweisbar.
     

    So viele Züchter solcher Bienen wirds ja gar nicht geben oder.


    Stimmt, unsere amerikanischen Freunde sind da etwas weiter, aber in Belgien/Luxemburg laufen auch Zuchtserien .


    Aber das ist ja immer wie eine Gratwanderung.


    Es gilt eine VSH-Biene zu finden, mit der sich auch gut imkern lässt, d.h. die im Vergleich zum "wie gehabt" auch ankommt.


    Gruß, Norbert

    "Unmöglich", sagte der Stolz. "Riskant", sagte die Erfahrung. "Sinnlos", sagte die Vernunft. "Probier's doch aus", flüsterte das Herz.