Frage zum Flugkeil bei der Dadantbeute

  • Hallo,


    ich habe mir für den Start 2 Dadant-Beuten Mod. gekauft. Natürlich habe ich schon alles mögliche vorbereitet, Mittelwände eingelötet, den Beutenturm mal aufgebaut, die Beuten mal im Auto versucht zu verstauen, die Einzelteile mal gewogen usw.


    Leider bin ich bis jetzt noch nicht hinter das Geheimnis des Sommerflug- bzw. Winterflugkeils gekommen. Klar ist mir, dass durch das Einschieben des Winterflugkeils der Eingang zur Beute verengt wird. Unklar ist mir allerdings, was das bringen soll. Spart man sich dadurch das anbringen eines Mäusegitters (kann ich mir iwi nicht vorstellen) oder geht es dabei um die bessere Kontrolle (weil enger) des Fluglochs?


    Ich habe hier mal den Flyer der Beute hinterlegt, ich kann auch gerne noch Fotos posten oder die genaue Einengung nochmal nach messen, wenn das hilfreich sein sollte.


    Vielen Dank schonmal vorweg für eure Antworten.



    Gruß


    Sebastian

  • Hi Sebastian,


    wenn die Höhe des Winterflugloches max 6-7mm beträgt, kommt keine Spitzmaus in die Beute -> kein Schutzgitter nötig.


    jedenfalls habe ich meine Winterkeile so gebaut, dass die Öffnung ca 50mm breit und 5mm hoch ist. Bis jetzt noch keine Maus in den Beuten gehabt ;)



    Gruß Stefan

  • Hallo BastiFux,


    du kannst das machen wie der berühmte Dachdecker. Folgende Tips habe ich aber aufgrund meiner eigenen Erfahrungen:


    Bei meinen Beuten waren Keile dabei, die ich allerdings für weniger geeignet halte. Sie ergaben die Möglichkeit,


    1) sie entweder wegzu lassen, dann hatte ich eine ca 48cm breite und 2cm hohe Öffnung. Einfach riesig und bei vollem Betrieb durchaus komplett von den Bienen genutzt.
    2) sie auf "Sommer" zu stellen, dann war die Öffnung nur noch 1/3 von 1) bei einer Höhe von 1,3cm
    3) sie auf "Winter" zu stellen, dann war die Öffnung etwa 15cm breit und 1,3cm hoch


    Nachteil:


    Variante 1): irgendwo habe ich zwar mal gelesen "große Fluglöcher machen große, starke Völker", aber diese Öffnung ist meiner Meinung nach viel zu groß, da die Bienen diese riesige Öffnung niemals verteidigen können
    Variante 2) und 3): Die Sommerstellung genau wie die Winterstellung haben gleich zwei Nachteile bei mir: Erstens, sie sind immer noch zu hoch, dadurch nicht von selbst mäusesicher, außerdem schlecht zu verteidigen weil Bienen auch von oben kommen können. Zweitens, sie sind mittig, was ich für den Sitz des Brutnestes für nachteilig halte, und drittens sie lasen sich auch durch nachträgliches Verstopfen z.B. mit Schaumstoff nicht wirklich verbessern/niedriger machen/einseitiger halten.


    Meine Idealkeile sähen daher so aus:


    -assymmetrisch, also klar auf einer Seite und nicht mittig
    -ca. 1 Bienenhöhe hoch, also etwa 6-8mm


    Davon dann vier Varianten.
    -Ableger und beräuberte Völker 1cm breit
    -Winter 10cm breit
    -Sommer bei Räubergefahr aber noch keiner tatsächlichen Räuberei ca. 20cm
    -Sommer bei starker Tracht 40cm breit


    Warum asymmetrisch?
    Weil der Bienensitz im Herbst fluglochnah ist. Ist das Flugloch mittig, sitzt auch die Traube so. Wenn sie sich im Winter nach hinten frisst, muss sie sich hinten irgendwann für eine Seite entscheiden. Die leeren Waben dazwischen stellen dann eine Barriere da und die vollen Futterwaben auf der anderen Seite sind dann eventzuell nicht mehr erreichbar.
    Ist das Flugloch dagegen "einseitig", kann die Bienentraube später hinten nur in Richtung der noch vollen und zwar aller vollen Futterwaben wandern.
    Außerdem stehen bei mir die Beuten möglichst paarweise - ich kann also entscheiden, ob ich die Fluglöcher möglichst nahe beisammen oder möglichst weit auseinander halte. Was davon besser ist, habe ich noch nicht raus.


    Nahe beieinander bedeutet, die Bienentrauben sitzen sich quasi direkt gegenüber, bilden über zwei Beuten hinweg sozusagen eine große virtuelle Traube, was eventuell den Wärmehaushalt verbessert. Nachteil, der Verflug ist höher, da die Fluglöcher direkt nebeneinander sind.


    Und was die Gitter betrifft: Momentan habe ich Mäusegitter mit 6mm Maschenweite drin.
    Halte ich für nachteilig, obwohl sie erst mal funktionieren.
    Aber die Bienen haben Probleme, den Totenfall rauszuschaffen. Sie schaffen es, aber es ist sehr mühsam und es besteht immer die Gefahr, dass sie verstopfen. Zwar habe ich Bodengitter, doch da ich die Varroaschubladen immer drin lasse, ist das fast wie ein geschlossener Boden.


    Ich werde es nächstes Jahr wie Drops machen und meine eigenen Idealkeile schnitzen und dann im Winter ohne Gitter verwenden.


    Soweit mal meine paar Ideen dazu.


    Gruß
    hornet

    Ja, spinn' i oder bien i?

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  • Hallo, ich habe heute einen Wiegetag der Beuten mit meinem Sohn gemacht. Ich denke das Gewicht der einzelnen Bauteile wird für die Einfütterung sehr wichtig sein, schaden kann es also nicht.


    Dabei habe ich mir in Ruhe mal die Keile angeschaut und durchgemessen.
    Der Sommerkeil erstreckt sich über die komplette Breite und lässt einen Schlitz von 10cm Höhe offen.
    Der Winterkeil erstreckt sich ebenfalls über die komplette Breite und lässt einen Schlitz von 6-7cm offen.


    Die Höhe sollte ja schon mal super passen, jetzt bleibt nur noch die Frage nach der Breite. Ich werde mir einfach einen Winterkeil anfertigen, der wie von dir beschrieben, nur einen kleinen Einflug offen lässt. Was wäre denn eurer Meinung nach eine gute Breite für ein Winterflugloch? Reichen diese 5cm nach eurer Erfahrung? Nicht, dass es zu klein ist und dadurch zu schnell mit Totenfall verstopft.



    Gruß


    Sebastian

  • Der Sommerkeil erstreckt sich über die komplette Breite und lässt einen Schlitz von 10cm Höhe offen. Der Winterkeil erstreckt sich ebenfalls über die komplette Breite und lässt einen Schlitz von 6-7cm offen. ............ Reichen diese 5cm nach eurer Erfahrung?


    du solltest mal deinen Zollstock (Gliedermaßstab) kalibrieren oder ich schick dir mal einen Neuen, der richtig geht:wink:.
    Meine "Keile" sind alle irgendwie unterschiedlich, aber die Ausklinkung immer 7mm (0,7cm) hoch. Breite von 10mm bis 250mm, da kann ich je nach Volksstärke den passenden Keil einsetzen oder weglassen. Aber selbst 10mm sind bei Räuberei schon zu viel, ich werde mir noch welche mit 5mm sägen.

  • Moin,


    irgendwie ist mir grad die Vorstellungskraft abhanden gekommen. Und anhand des Flyers kann ich gar nix Genaueres erkennen, was Fluglochkeil angeht.
    (Ich kauf schon hochqualitativ im Weymouthbereich aber den Preis find ich beachtlich :eek:)


    Winterfunktion sollte das Gitter ersetzen, was nur geht, wenn 7 mm nicht überschritten werden.
    Bei mir sind die Fluglöcher auch einseitig in der Beutenwandnähe, wo die Rähmchen sitzen.
    Im Sommer hab ich da meistens nur gekürzte Keile drin, die ca ein Drittel der gesamen Beute offen lassen bzw hab sie bei Starkvölkern auch ganz auf bei Volltracht.
    Fluglochkeile hab ich einfach in Überzahl mitbestellt und dann zum Variieren andere Öffnungen eingefräst (Dehen der Keile um die Achse wechselt die FLugöffnung).


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Moin,


    irgendwie ist mir grad die Vorstellungskraft abhanden gekommen. Und anhand des Flyers kann ich gar nix Genaueres erkennen, was Fluglochkeil angeht.
    (Ich kauf schon hochqualitativ im Weymouthbereich aber den Preis find ich beachtlich :eek:)



    Hallo Marion,


    ich mache heute Abend mal ein paar Fotos, damit man es sich besser vorstellen kann.
    Die Beuten sind schon nicht gerade günstig, aber das ist auch nicht mein Anspruch an mein Arbeitsmaterial. Ich kaufe immer Material, welches für mich eine angemessene Qualität bietet. Außerdem ist dies mal eine wirkliche Komplettbeute, sprich es ist wirklich alles dabei (und hoffentlich auch auch im ausreichender Anzahl). Das einzige, was noch gefehlt hat, waren die Rähmchen, aber auf der Seite bekommt man gezeigt, welche Rähmchen am besten zu dieser Beute passen (für Anfänger ohne große Ahnung, TOP). Wer weiß schon, auf was er am Anfang achten muss? Oberträgerbreite 28mm, oder doch lieber 25mm? Welche HR-Rähmchen passen in den Rechen? All das wird sehr vereinfacht.


    Aber wir kommen vom Thema ab, es ging um die Flugkeile, diese erstrecken sich bei dieser Beute immer (zumindest die original mitgelieferten) über die komplette Breite der Beute, sie variieren lediglich in der Höhe.
    Der Sommerflugkeil lässt einen Schlitz von:
    45 cm in der Breite
    und
    10 mm in der Höhe für die Bienen offen.


    Und der Winterflugkeil lässt einen Schlitz von:
    45cm in der Breite
    und
    6-7 mm in der Höhe offen.


    Die beiden Keile haben rechts und links eine Feder, welche in eine Nut in dem Beutenboden geschoben wird. Ich finde das System an sich eigentlich klasse, da man keine Nägel oder sonstiges in die Beute hämmern muss (ich denke, dass irritiert die Bewohnerinnen sehr).


    Gruß


    Sebastian



    du solltest mal deinen Zollstock (Gliedermaßstab) kalibrieren oder ich schick dir mal einen Neuen, der richtig geht:wink:.
    Meine "Keile" sind alle irgendwie unterschiedlich, aber die Ausklinkung immer 7mm (0,7cm) hoch. Breite von 10mm bis 250mm, da kann ich je nach Volksstärke den passenden Keil einsetzen oder weglassen. Aber selbst 10mm sind bei Räuberei schon zu viel, ich werde mir noch welche mit 5mm sägen.


    Also, ich muss mich natürlich verbessern: der Schlitz ist 6-7 mm hoch und keine cm. Es war wohl schon ein bisschen spät gestern abend...sorry.
    Die Keile sind mehr oder weniger "frei schwebend" im Beutenboden, sie werden nur rechts und links in einer gesteckten Verbindung gehalten.
    Aber Zollstöcke habe ich mehr wie genug, ich könnte beinahe einen Handel auf machen.


    Gruß


    Sebastian

  • So, hallo nochmal. Ich habe hier nochmal auf die schnelle ein Bild gefunden, wo man es einigermaßen sehen kann:



    Bei den Böden, die mir geliefert wurden, kann man den Keil nach vorne heraus ziehen, er ist rechts und links nur in in eine Nut in den Boden eingeschoben.
    Was bei meinen Keilen auch noch anders ist, dass er durchgängig offen ist, zu sehen auf diesem Bild:



    Erklärung:
    Die roten Striche zeigen die Feder, welche an dem Keil ist, welches in die Nut im Boden geschoben wird.
    Die grünen Striche sollen andeuten, dass der Keil komplett durchgängig ist.


    Ich hoffe, ihr könnt es euch nun vorstellen und mir evtl. nen Tipp geben.


    Gruß


    Sebastian

  • Hallo
    Im "Winterberieb" ersetzt der schmale, kleinere Keil das Mäusegitter.
    Bei mir kam noch nie eine Maus durch. Allerdings hat ein Steinmarder schon einmal so einen Keil rausgekratzt.
    Den "Sommerkeil" kannst Du dir schenken, der ist unnötig.
    Im Sommer bleibt der Flugspalt offen, oder wird -nötigenfalls- mit dem Winterkeil verengt.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Bei meinen DN-Zargen hatte ich immer einen seitlichen Flugschlitz von 5cm Breite, der ab Räubereigefahr auf 2cm Breite verengt wird und über den Winter auch so bleibt.
    Bodengitter natürlich offen und Mäusegitter ab Herbst bis Frühjahr.


    Genauso halte ich es auch bei meinen neuen DN 1.5.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Also die Beute sieht ja richtig gut aus. Der Hartholzboden und die Hartholzverstärkung des BR stellen eine extra Qualität dar.


    Ich habe die Fluglöcher ebenfalls an die Seite verlegt, aus erwähnten Gründen.
    Zur Zeit der verstärkten Räuberei lege ich einen Keil mit 2cm breitem Flugloch ein, ansonsten ist es ca 8 cm breit und nach meinem dafürhalten i.d.R völlig ausreichend. Außerdem kann es besser verteidigt werden. Bei Volltracht kann man die Keile natürlich auch mal ganz rausnehmen.


    Ich kann mir jedoch vorstellen, dass es bein Beer-System wichtig ist, ein breiteres Flugloch zu haben, da ja das Bodengitter zu Brutbeginn abgedeckt wird ...


    MfG André

  • Ich habe mir von meinem Schreinerfreund Leisten machen lassen, und mir eine 20mm breite und 7mm hohe Nut reingesägt/gefräst.
    Das Ergebnis war, das die Verteidigung besser lief (hatte mehrere Wespen um die Beuten) und trotzdem noch die Mädels wie gestern und heute, die toten Geschwister heraus transportieren können.
    Robert