Milchige, trübe Oxalsäure 3,5%

  • Hallo Zusammen
    Heute möchte ich gerne meine Völker mit OS 3,5% Träufelmethode behandeln. Dazu habe ich wie Liebig empfielt 35g OS und 200g Zucker in 1 lt. Wasser gelöst. Doch wird die Lösung nicht glasklar sondern bleibt milchig. Ich habe immer wieder gerührt und auch leicht erwärmt. Heute Morgen hatte ich schon freude, da die Flüssigkeit klar war, doch nach ein bisschen schütteln ist alles wieder leicht trüb, milchig geworden.


    Nun meine Frage an Euch: Kann ich trotzdem die Behandlung machen? Auch wenn die Lösung ein wenig trüb ist?


    Vielen Dank schon im Voraus.
    Thomas

  • Hallo Thomas,
    da werde ich einmal den Reigen der Zuschriften eröffnen,
    Aus der Vergangenheit kann ich berichten ,das die Eintrübung im Normalbereich liegt, Oxalsäure plus Zucker , ergibt nun einmal eine trübe Brühe .
    Leicht anwärmen so um die 35° und vorsichtig in die Wabengassen träufeln, nicht schütten, so viel Bienen wie möglich damit beträufeln.
    Menge beachten, nur einmal behandeln, Völker auf 2 Zargen , max 50 ml. 1 Zarger die hälfte.
    So nun noch das Wichtigste, das selbst Mischen bzw anrühren der Oxalsäure nach Liebig ist in der Zwischenzeit auch schon verboten.
    Es gibt dafür ein Oxuvar, ist eigentlich auch nicht anderes , aber dafür verdienen da wieder einige Leute gut dran.
    Im Allgemeinen ist es über den Imkerverein, oder Über den zuständigen Tierarzt zu bekommen.
    Trotzdem viel Spaß bei der Arbeit.


    Gruß Jürgen

  • So nun noch das Wichtigste, das selbst Mischen bzw anrühren der Oxalsäure nach Liebig ist in der Zwischenzeit auch schon verboten.
    Es gibt dafür ein Oxuvar, ist eigentlich auch nicht anderes , aber dafür verdienen da wieder einige Leute gut dran.
    Im Allgemeinen ist es über den Imkerverein, oder Über den zuständigen Tierarzt zu bekommen.
    Trotzdem viel Spaß bei der Arbeit.


    Gruß Jürgen


    Genau so ist es, alles was man selber günstig machen kann, wird Verboten, wie lange lassen wir und das noch gefallen???

    Nur wir Imker können funktionierende Varroa Abwehr schaffen, sicher nicht die Chemie

  • Hallo Jürgen
    Danke für deine Antwort. Das habe ich nicht gewusst, dass das Selbstmischen verboten ist! Ist das in der Schweiz auch so? Da muss ich mich mal erkundigen. Normalerweise erhalte ich die OS vom Verein gratis. Doch habe ich heuer den Termin verpasst.:-(
    Oxuvar ist relativ teuer. (500ml à sFr. 21.50). Da kam ich eben auf die Idee mit dem Selbstmischen. 1 Kg. kostet mich sFr. 10.--. Das ist gefühlte 100 Mal günstiger.


    Wünsche dir einen schönen Sonntag.
    Gruss Thomas

  • Hallo Thomi,


    die Trübung solltest du vermeiden können, wenn du in 2 Schritten vorgehst. Löse erst die Oxalsäure in Wasser auf. (Das ergibt eine klare Lösung) Und erst kurz bevor du die Bienen damit behandelst löst du in der Oxalsäurelösung den Zucker auf. Beim zweiten Schritt solltest du auf jeden Fall kalt arbeiten, damit Oxalsäure und Zucker nicht miteinander reagieren.


    Gruß
    Ludger

  • Verwende destilliertes Wasser. Beim Mischen von Oxalsāure mit Wasser, werden gelöste Mineralien ausgefällt, und eine Trübung entsteht. Lässt man die Lösung einige Zeit stehen, setzen sich die Trübstoffe am Boden ab, und die Lösung wird klar.

  • Thomi die leichte Trübung ist normal und kein Grund zur Besorgnis. Im übrigen in der Schweiz darfst Du die OS - Lösung selbst anmischen und auch so einsetzen. Lass Dich hier nicht verunsichern ...


    jürgie du bist doch sonst immer so drauf bedacht, dass die Imker hier ihr Daten anpassen und sauber ausfüllen? ist Dir das entgangen dass Thomi in der Schweiz wohnt? -hättest Dir den Tipp dass OS mischen nicht erlaubt ist wirklich sparen können


    Spessartimker : was soll der Einsatz von destiliertem Wasser bringen, ausser dass die angemischte Lösung klar ist? - schwachsinniger Tip ...

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  • Hallo Joachim,
    Entschuldigung, wo Du recht hast, hast Du Recht, das mit der Schweiz habe ich im Eifer wirklich übersehen.
    Außerdem habe ich es auch nicht gewusst, oder müsste ich es ? Frag doch einmal den Thomas der kommt doch aus der Nähe von Basel.
    Nichts für ungut, er hat es auch nicht gewusst.


    Gruß Jürgen

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von jürgie () aus folgendem Grund: Nachtrag

  • Hi,


    nur der Vollständigkeit halber:Oxalsäure bildet mit Calciumionen in Wasser quasi unlösliches Calciumoxalat. Das bedeutet, wenn man Oxalsäure mit Leitungswasser mischt, dann bilden sich feine Calciumoxalatkristalle, und deshalb wirkt die Lösung trüb.


    Beispielrechnung: Berliner Leitungswasser enthält ca. 100-150 mg Calcium pro Liter. Die Molmasse von Calcium ist ca 40 g/mol. 100 mg Calcium müssten also ca. 2,5 mmol (Millimol) Calcium entsprechen. Jedes Calciumion bindet ein Oxalation. Also werden auch über 2,5 mmol Oxalsäure gebunden. Für die Herstellung der Oxalsäurelösung verwendet man soweit ich weiß normalerweise Oxalsäuredihydratpulver (korrigiert mich, falls das nicht stimmt!). Oxalsäuredihydrat hat eine Molmasse von ca. 126 g/mol.. Demnach entsprechen die 2,5 mmol ca. 315 mg Oxalsäuredihydrat.
    Das Calcium im Leitungswasser bindet also soviel Oxalsäure, wie in der gut dreifachen Masse an Oxalsäuredihydrat enthalten ist. Bei 150 mg Calcium pro Liter Leitungswasser wäre das fast ein halbes Gramm!
    Und andere Ionen wie z.B. Magnesium habe ich dabei nichtmal berücksichtigt, allerdings spielen die mengenmäßig eine sehr viel geringere Rolle.


    Nun ja, die Zusammensetzung und Anwendung der Oxalsäurelösung für imkerliche Zwecke ist nicht unbedingt exakt wissenschaftlich begründet. Es wird also nicht so sein, dass alles was von 3,5% abweicht gleich unbrauchbar ist. Und man könnte auch einfach ein halbes Gramm mehr auflösen. Aber andererseits weiß man auch nicht, was die Oxalsäurekristalle mit den Bienen machen. Vielleicht verschleißen die Gelenke damit schneller (ein Prinzip wie es bei Diatomeenerde gegen Schädlinge, z.B. an Hühnern eingesetzt wird)?


    Deshalb sollte man besser entmineralisiertes Wasser nehmen. Entweder fertig gekauft oder z.B. aus einer Umkehrosmoseanlage...


    Viele Grüße,
    Robert

  • ...Deshalb sollte man besser entmineralisiertes Wasser nehmen. Entweder fertig gekauft oder z.B. aus einer Umkehrosmoseanlage...


    Gibt`s kostenlos beim Abtauen vom Tiefkühler.:wink:
    (Nur, weil doch Imker so geizig sind...):roll:

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.