Buckfast oder nicht Buckfast ..... Die Frage stellt sich mir gerade

  • Moin moin in die Runde,


    ich stehe ja gerade vor meinem Imkeranfang.
    D.h. nächstes Jahr möchte ich mit 1 bis 3 kleinen Ablegern starten.


    Mein Vater hat dieses Jahr mit einem Buckfastvolk angefangen und hat mir dabei die Nase lang gemacht.
    Er hat sein Volk in einer Dadant Beute mitten im Wohngebiet in seinem nicht gerade riesigen Garten stehen.
    Nach seiner Aussage ohne Probleme.
    Er schwärmt davon wie friedlich die Bienen sind.


    Ich möchte die Völker auch bei mir in den Garten stellen.
    Unser Grundstück ist eine ganze Ecke grösser als das von meinem Vater.
    Zum Nachbarn wären ca. 20 bis 30 Meter Abstand. Müsste ja eigentlich ideal sein.


    Nun habe ich mich gestern mit Imkern hier aus dem Kreis unterhalten.
    Sie meinten ich solle mir die Buckfast aus dem Kopf schlagen. Oder ich müsste dann unbedingt dafür sorgen das ich mit Königen die auf einer Belegstelle begattet wurden arbeite. Da hier bei uns nur Carnica unterwegs seien gibt es sonst einen Mix und daraus würden eher agressive Stecher resultieren.


    Ist das wirklich so?
    Es kamen noch andere Sachen gegen Buckfast auf den Tisch. Die ich aber nicht wirklich gewichte.
    Nur friedlich müssten die Bienen schon sein. Stress mit den Nachbarn möchte ich jetzt nicht wirklich haben.


    Gut, ich kann auch immer mit gekauften Königinnen arbeiten.
    Aber die Möglichkeit schnell mal eine Königin nachziehen zu lassen hat halt auch was.


    Gruß
    Markus

    Seit 16.4.2014 aktiver Imkerneuling. :daumen: 8 Völker auf Dadant. :)


  • Erstens du bestimmst nicht mit was für Kö das Volk zusammenarbeiten wird, es kommt immer wieder zu stillen Umweiselung


    Aber keine Angst, das muss sicher nicht Stecher geben, aber Stecher kann es immer wieder geben, dann muss halt eingreifen

    Nur wir Imker können funktionierende Varroa Abwehr schaffen, sicher nicht die Chemie


  • Sie meinten ich solle mir die Buckfast aus dem Kopf schlagen. Oder ich müsste dann unbedingt dafür sorgen das ich mit Königen die auf einer Belegstelle begattet wurden arbeite. Da hier bei uns nur Carnica unterwegs seien gibt es sonst einen Mix und daraus würden eher agressive Stecher resultieren.
    Gut, ich kann auch immer mit gekauften Königinnen arbeiten.
    Aber die Möglichkeit schnell mal eine Königin nachziehen zu lassen hat halt auch was.


    Gruß
    Markus


    Hallo Markus. Erstmal Willkommen im Forum und viel Erfolg mit deinen noch anzuschaffenden Buckfastbienen.
    Deinen Vater kann ich nur zu seiner Wahl gratulieren und mach es Ihm einfach nach.
    Dieses dumme Gerede von Stecherbienen bei Verparungen mit der Carnica hält sich schon seit Jahren und entbehrt jeder Grundlage. Dazu gibt es sogar wissenschaftliche Untersuchungen von deutschen Bieneninstituten
    die diese Behauptungen wiederlegen. >>> http://buckfast-sachsen.de/Buc…20Bericht%20Institute.pdf <<< .
    Ich selbst habe Buckfast mit Verkreuzungen der Carnica in der F4 und kann nur sagen solche friedlichen Bienen hatte ich noch nie und das schon über Jahre.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

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  • Erstens du bestimmst nicht mit was für Kö das Volk zusammenarbeiten wird, es kommt immer wieder zu stillen Umweiselung


    Aber keine Angst, das muss sicher nicht Stecher geben, aber Stecher kann es immer wieder geben, dann muss halt eingreifen


    Hallo edlBeeFit. Grundsätzlich bestimmt der Imker welche KÖ sich in den Völkern befindet. Sonnst ist ja jede Umweiselung für die Katz. Das es in Ausnahmefällen mal zu einer Umweiselung kommt, ist möglich. Solche KÖ brauche der Imker aber nicht in den Völkern zu dulden.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Hallo Markus,
    Du mußt deinen Weg gehen, die anderen Imker betreuen dein zukünftigen Bienen bestimmt nicht.
    Ein Punkt den du evtl. noch klären solltest, ist ob du im Schutzkreis einer Belegstelle liegst. Ansonsten spricht nichts dagegen mit der Biene deiner Wahl zu starten.
    Eine andere Überlegung wäre mit 2 Vollvölkern zu starten, da wird es keinen großen Preisunterschied zu 3 Ablegern geben.
    Der Vorteil wäre, du könntest im selben Jahr noch Honig ernten und aus den Völkern dir selbst 3 Ableger ziehen.
    Zu Thema "Stecher" haben die Kollegen schon alles erklärt.
    Hau rein, neue Imker braucht das Land.

    Grüße, Horst -- Wer nichts macht, kann nie etwas richtig machen. --

  • Hallo Markus,


    fang erstmal mit den Bienen an und lerne den Bien zu verstehen. Alle "Rassen" sprechen da nahezu die gleiche Sprache ;-) Das ist viel wichtiger als die Linie die du im Kasten hast.


    Und das bei euch nur Carnica fliegt ist ein Wunschtraum deiner "Kollegen".


    Gruß
    Reiner

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space


  • Hallo Markus,


    Du solltest dich nicht verunsichern lassen, wie oben schon geschrieben sind dieses "Stecherverpaarungen" nur Panik mache, was auch von Bieneninstituten zweifelsfrei belegt wurde.
    Ich bin zu Buckfast gekommen, weil mich die Entstehung und die Entdeckungen der Kombinationszucht begeistert haben.
    Ich hab dann viel im Internet über Buckfast gelesen, mir dann noch " Meine Betriebsweise " von Bruder Adam gekauft und gelesen, danach stand mein Entschluss fest.
    Ich hab in meinem Landesverband obendrein viele nette Menschen kennengelernt, die gerne Ihre Erfahrungen teilen und sehr offen und liberal in Ihren Ansichten sind, was ja bei Imkern nicht immer so ist.


    Und lass dir von den anderen Imkern nichts einreden, wenn du Buckfast willst, dann hol dir welche, denn es gibt keinen plausibleren Grund sich das Ausreden zu lassen (außer evtl. Der Schutzkreis einer Belegstelle).


    Viele Grüße



    Maxikaner

  • Hallo Markus,


    Carnica ist auch friedlich, schließlich ist geringe Aggressivität ein Selektionsmerkmal. Eine gezüchtete Carnica ist für die Umgebung kein Problem. Was viele als Carnica bezeichnen, ist häufig eine bastardisierte Biene.
    Wenn ich an deiner Stelle wäre, würde ich mich mit den ansässigen Imkern unterhalten, ob sie ein Zuchtprogramm haben. Wenn das der Fall sein sollte, würde ich unbedingt Carnica wählen, aus folgenden Gründen:

    • Königinnen kann man relativ leicht von nachziehenden Imkerkollegen bekommen
    • Zuchtstoff erhält man vor Ort vom Zuchtobmann des Vereins
    • Man erhält Hilfestellungen von erfahreneren Imkern
    • Man erhält bei Standbegattung einigermaßen reine Carnica-Arbeitsbienen


    Wenn man sich dagegen stellt, verdirbt man mit Buckfastdrohnen den Carnica-Imkern die Standbegattung. Daher kann man mit einer unfreundlichen Haltung durch andere Imker rechnen. Es wird dann schwieriger sein, von den örtlichen Imkern Hilfen zu bekommen. Die werden eher froh sein, wenn du scheiterst und die Carnica-Region wieder sauber ist. Hört sich nicht gut an, ist aber auch zu berücksichtigen.


    Gruß Ralph

  • Hallo,
    beide Rassen sind, wenn sie den reingezüchtet sind, sehr gute Bienen!
    Beide Rassen sind, wenn sie vermischt sind, sehr gute Bienen, entsprechen aber dann nicht dem was der Reinzüchter erwartet!
    Nun kommt es: leider denken zu viele Imker sie wären Züchter; oder sie denken, die Züchter wären auf die Reinhaltung ihrer Rasse in der allgemeinen Imkerei angewiesen!
    Sie spannen sich damit selbst vor einen Karren den sie garnicht ziehen können und nicht sollten.
    Die Standbegattung mit der jeweils anderen Rasse bringt meist sehr vitale Völker hervor (ausnahmen gibt es natürlich auch).
    Die bekannten Eigenschaften der jeweiligen Rasse erhalten sich weitestgehend bis in die 4/5 Nachzucht( Nieten gibts immer!), erst dann sollte (muss aber nicht dringend) von einer Reinzuchtkönigin neue Generationen gezogen werden (Larven oder Zellen Beim Züchter besorgen!). Im Falle der folgenden Heterosis gibt es dann wieder Gute Vitale Völker.
    Alle könnten friedlich miteinander Imkern, wenn oben stehendes beherzigt würde!
    Wie schon gesagt, beide Rassen taugen was, und haben auch ihre eigenen Fehler und Vorzüge. Es gibt keine Ideale Biene, auch wenn es immer behauptet wird.
    Wichtig ist das du Imkerst!
    Mach es wie Josef geschrieben hat, oder nimm Carnica, Nachzuchten von deinem besten Volk sind so oder so sehr gut möglich und empfehlenswert.
    Viel mehr Augenmerk sollte auf die Entstehung einer Königin gelegt werden, der meiste Murks entsteht durch schlechte Aufzucht der Jungweisel. Die Schäden die da entstehen, werden dann der anderen Rasse zugeschrieben.
    Die Beutenart ist letzten Endes auch egal, ich bevorzuge zwar 12er Dadant, könnte aber auch meine Buckis problemlos zb. in Zander führen. Kommt halt immer auf das WIE an!
    Ich hoffe es, es gibt nun nicht wieder endlose Diskusionen.


    db

  • Markus ,
    nimm Buckfast, wenn dein Vater schon so gute Erfahrung hat und ev. dazu einen Kontakt.
    Dagegen spricht nur eine ev. vorhandene C- Belegstelle.
    Ist nur meine subjektive Meinung, aber aus meiner Imkerlaufbahn heraus getroffen.
    Die Buckfast zu halten war die beste Entscheidung auf meinem Weg.


    beehead

    give bee`s a chance- all together now- give bee`s a chance

  • Hallo,


    ich stand vor der selben Frage wie du. Bis jetzt habe ich noch keine eigenen Völker, ich habe mir aber 2 Wirtschaftsvölker bestellt.
    Mir wurde hier von den lokalen Imkern zur Carnica geraten, aufgrund der Möglichkeit mal kurzfristig eine Königin zu bekommen.
    Allerdings wollte ich die Wahl der Bienenrasse nicht von anderen Leuten abhängig machen, sondern wollte mir selbst ein Bild verschaffen. Und so habe ich sehr viel über die Vor- und Nachteile der Rassen gelesen (zum Leidwesen meiner Frau). Auch der Vorsitzende des Imkervereins, welchem ich beigetreten bin, hat ca. 50 Carnica Völker welche total sanft sind.
    Aber mich hat die Geschichte von Bruder Adam so sehr begeistert, dass ich (so dämlich das jetzt auch klingen mag) zum Erfolg dieser Rasse beitragen möchte. Als größten Nachteil sehe ich für mich das Problem beim beschaffen einer neuen Königin. Nicht das es mir was aus macht Geld für ne neue zu bezahlen, was aber ist, wenn ich kurzfristig eine neue brauche? Ich habe für mich entschieden, dass ich dann auf Carnica zurück greifen kann und werde.


    Lass du dir von niemandem in diese Entscheidung rein reden und triff sie ganz bewusst und aus eigenen Stücken.


    Was mir aber noch ein Anliegen ist: Bitte kaufe dir keine Bienen, weil dein Vater dir ne lange Nase gemacht hat, sondern weil du es möchtest. Es sind lebendige Tiere und die sollten (meiner Meinung nach) aus Tierliebe und nicht aus Wettkampfeifer gehalten werden.



    Viele Grüße


    Sebastian

  • Vielen Dank für die vielen Rückmeldungen.
    Meine Bedenken sind nun wieder etwas relativiert.
    Stecher möchte ich nicht wirklich haben, möchte mir im Falle eines Falles aber auch kurzfristig eine Königin nachziehen lassen können.


    Ich bin in der Vererbungslehre nicht mehr wirklich fit.
    Die Schulzeit ist einfach zu lange her. Aber ich werde mich darin noch einmal einlesen.


    Eine Carnicabelegstelle ist ca. 50 bis 60 km entfernt.
    Das dürfte also kein Problem sein.


    Irgendwo im etwas weiteren Umkreis gibt es anscheinend 2 Imker die auch mit der Buckfast unterwegs sind.
    Ich werde mir die Kontaktdaten organisieren und mich mit ihnen in Verbindung setzen.
    So käme ich im Notfall vielleicht doch recht einfach und schnell an eine neue Königin.


    Gruß
    Markus

    Seit 16.4.2014 aktiver Imkerneuling. :daumen: 8 Völker auf Dadant. :)

  • Hallo Sebastian,

    ...Carnica...aufgrund der Möglichkeit mal kurzfristig eine Königin zu bekommen. Allerdings wollte ich die Wahl der Bienenrasse nicht von anderen Leuten abhängig machen...


    Sag, wenn du schon die Bienenrasse nicht von anderen abhängig machen willst, warum richtest du dann nicht auch deine Betriebsweise darauf aus, nicht von anderen abhängig zu sein?


    Ich habe, wie du vielleicht weißt, auch Buckfast-Völker.
    Da hier im Umkreis allerdings Carnica verbreitet ist, ich nicht auf´ner Insel lebe und es den hiesigen Drohnen wurscht ist, welche Rasse sich den Drohnenwolken anschließt, führt meine Standbegattung zu nicht unerheblichem Carnica-Einschlag bei meinen Bucki-Königinnen.
    Ich habe also sozusagen "Bastards" am Stand.
    Alle 2-3 Jahre kaufe ich mir dann mal eine Rassequeen, aber nicht, weil ich mal kurzfristig eine brauche, sondern um dann wieder von ihr nachzuziehen; das Buckfast-Blut aufzufrischen.
    Übers Jahr halte ich stets einige Reserve-Königinnen aus eigener Zucht. So bin ich flexibel und brauche eben nicht "...mal kurzfristig eine neue..." von anderen.


    Und warum habe ich nun Buckfast in einer von Carnica dominierten Umgebung?
    Einzig, weil meine ersten 2 Völker eben Buckfastvölker waren.


    Nun wird gar viel gehustet und gepustet, dass Mischlinge die ärgsten Stecher seien und überhaupt nicht handlebar.
    Meine Erfahrung ist da eben gerade anders. Ich bin ein "Zeitlupe-Imker", der Zeitnot, Lärm und Hektik bei den Immen tunlichst unterlässt. Mag sein, dass sich das auf die Immen überträgt... :Biene:


    Herzliche Grüße
    Mirko

    Lärm- und Hektik-Allergiker und unheilbarer NostalgieImker
    "Ich bin nicht geneigt aus Dingen ein Problem zu machen,
    die ganz offenkundig nicht das Potential dafür besitzen."