Was sind das denn für Preise?

  • Hallo Imker/innen,


    mich stört bei dieser Diskussion eine gewisse Scheinheiligkeit.
    Ich kenne persönlich Imker, die sich über die Preise im Supermarkt - z.B. den Honig aus EU-Länder wie hier im Weck-Glas - aufregen und gleichzeitg beklagen, dass sie heuer ihren Blütenhonig mal wieder zu den allerschlechtesten Bedingungen beim Großhändler verkaufen "mussten".


    Jedes Jahr, bei überdurchschnittlichen Erträgen, wird versucht einen Teil der Ernte schnell wieder los zu bekommen, obwohl wir doch alle über die Haltbarkeit und Volatilität von Erträgen Bescheid wissen. Aus meiner Sicht ist da auch nicht zwischen Hobby- und Berufs-Imker zu unterscheiden. Gerade Berufsimker werden in ertragreichen Jahren auch nach den Regeln des Marktes billiger verkaufen, obwohl gerade sie durch ihre Marktstärke in der Lage wären das Angebot zu drosseln und damit den Preis stabiler zu halten.


    Die Verbraucher sind in den letzten Jahren sehr viel sensibler geworden. Deshalb brauchen wir auch nicht mehr schwerpunktmäßig mit den Tubenhonig in Wettbewerb zu treten. Aus meiner Sicht konkurrieren wir mit den Mengen guter Qualität, die auch von Deutschen Imkern auf den Markt geworfen werden. Ich hoffe, dass es irgendwann auch den dümmsten Imker bewusst wird, dass er vielleicht maßgeblich daran beteiligt war, wenn er sich im Supermarkt über die Preise des von ihm verschleuderten Honigs ärgert.


    viele Grüße
    Gerhard

    Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind sich so sicher und die Klugen zweifeln so sehr.

  • Somit kommt "Tempo" nicht von der Geschwindigkeit, mit der diese Tücher im Falle des dringenden Benötigens zur Hand sind... :u_idea_bulb02:


    Herzliche Grüße
    Mirko


    Wenn du UHU benutzt, gibt´s im Hintergrund auch kein Huhu!!

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Hallo Hardy. Dann kommen wieder Sprüche wie: "Ich bin doch Hobbyimker und brauche nicht davon zu leben".


    Wenn das mal nicht nur eine Ausrede für irgendwelche Mängel (z.B. Honigqualität, Hygienestandarts) oder Unvermögen (Vermarktung) ist. In Wirklichkeit würden viele von diesen Hobbyimkern gerne 1 oder 2 Euro mehr an einem Glas verdienen.

    obwohl wir doch alle über die Haltbarkeit und Volatilität von Erträgen Bescheid wissen.


    Vielleicht ist es gerade nicht so und diese Imker wissen genau über die mangelnde Haltbarkeit ihrer Honige Bescheid. Wir müssen nur mal an einen hohen Wassergehalt denken. Richtige Lagerräume können auch richtig Geld kosten und müssten sich auf den Preis auswirken.
    Gruß Peter

  • Wieso? Honig im DIB Glas hat niemals mehr als 18% Diwasserstoffperoxid Anteil oder sehe ich da was falsch?:confused:

    Niemals! Nur manchmal ist noch zusätzlich Hydrogeniumoxid mit drin, was aber nicht auffällt. Der Wassergehalt jedenfalls stimmt immer! :lol:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Am besten ist, frau kümmert sich um nichts,
    überlässt den Essern und Verschenkern die Werbung und ist bei 5,50 € ausverkauft. :cool:
    Oder fast.
    Das wiederum steigert die Nachfrage nach den allerletzten Resten.


    Nächstes Jahr 6 Euro!

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Zitat

    Honig im DIB Glas hat niemals mehr als 18% Diwasserstoffperoxid Anteil

    Hallo Michael M aus S, dann nehme doch das DIB-Glas und du bist fein heraus.


    Simmerl liegt da schon richtig. Um Spitzenhonig zu verkaufen, welchen hier alle haben, ob DIB-Glas-Neider oder DIB-Glas-Benutzer müsst ihr einen attraktiven Verkaufsort haben. Haustüre oder Wochenmarkt reicht hier nicht. Dann muss die Verpackung attraktiv sein. Billig-Neutral-Geizglas mit dem berühmten Golddeckel, sowie rechts-links gekünsteltem Etikett, das geht schon mal gar nicht. Meine Versuche das zu ändern sind gescheitert. Die Abnahme von Gläsern, welche etwas her machen, geht nur Palettenweise. Der Preis mit Etikett wäre auf einsfünfzig gekommen. Auf dem Markt hätte ich selber stehen müssen bei Sonne, Regen, Schnee und Kälte. Ginge ich über einen Händler wäre das auch nur im gehobenen Handel möglich und der möchte auch seine Handelsspanne. Groß übrig wird da für mich nichts bleiben. Also bleibe ich beim DIB-Glas, lasse mich von den Golddeckelneutralgläslern ob meines geringen Wassergehaltes beneiden und kann mir trotz des Verlustes noch ab und an eine Zigarre leisten.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Billig-Neutral-Geizglas mit dem berühmten Golddeckel, sowie rechts-links gekünsteltem Etikett, das geht schon mal gar nicht.


    Ich versteh nicht ganz, was mit rechts-links gekünsteltem Etikett gemeint ist?


    Finde leider dass das DIB-Label immer so ein bisschen altbacken/ unattraktiv aussieht.

  • Wie viel soll in das Glas rein ?,

    Na glatte 500g. Bei Honig ist das Pfundglas das Normal. Im Eimer ist es das Kilo. Und im Supermarkt ist die Mengenangabe schon der halbe Betrug. Ich sage nur 375-Langnese ... 425-Breitsamer ect.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo in die Runde


    Ein lieber Imkerkollege sagte mir mal er sagte seinen Kunden grundsätzlich er verkaufe kein Honig sondern Bienenpflege und damit Naturschutz. Den Honig bekommt der Kunde oben drauf geschenkt. Außerdem sagte er mir wenn du nicht den höheren Betrag xy verlangst wird ihn dir auch keiner zahlen.
    Schlauer Mann dieser! Er verkauft seinen Honig von 7, 50 € - 16 € und ist jedes Jahr ausverkauft bei ca 60 Völkern.


    Ich habe nachgehakt und geäußert, das meine Kunden mir abtrünnig werden. Er lachte und sagte wenn das jeder denkt ändert es sich nie aber wenn einer anfängt und das die Runde macht wundert mann sich wie das Schule macht.
    Nun ja ich nehme jetzt 6 € im Billig standard neutral Glas. Bis jetzt noch alle treuen Kunden dabei und verständnisvoll.


    Wurde bestimmt schon x mal irgendwo im Forum gepostete aber in diesem Thread noch nicht daher :
    http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=produktionskosten%20honig&source=web&cd=2&cad=rja&ved=0CCsQFjAB&url=http%3A%2F%2Fwww.bienenzuchtverein-sulzbach-rosenberg.de%2Ffileadmin%2Fdaten_40812%2F932_-_Erzeugungskosten_fuer_1_kg_Honig_100930_1_.pdf&ei=qUGiUrSEAoGYyAPaw4DICw&usg=AFQjCNGVaZhp8csixcHNp7odmGKcGmkpQQ&bvm=bv.57752919,d.bGQ


    Grüße
    Simon

    Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die Normalen gebracht haben.
    Georg Bernhard Shaw

  • Stuhlgang!!!
    Gestern auf der Weihnachtsfeier, erzählt mir doch einer das er mit der ganzen Familie über´s Jahr ca 40Kg Waldhonig kauft.
    Für 2,50€-und jetzt der Hammer pro Kilo !!
    Ich hab gleich mal gefragt ober er sich sicher ist, das der Preis stimmt, pro Kilo, und er sagte "klar".
    Ok, ihn als Kunde hab ich 1 Glas mal verkauft, das war´s dann logischerweise.
    Also ran an den Speck und gefragt welcher Vollpfosten denn seinen Honig so VERSCHLEUDERT.
    Ein ferner Verwandter des Schwiegervaters. Wie der denn rauskommt mit seinen Kosten, Varrobehandlung, Einfütterung, Equipment...
    Das sei allen Beteiligten egal, inkl. des Imkers!
    Also ich hab schon im Verein gehört, das 3,80 / Pfund Waldhonig raus geht. Aber 1,25 ?
    ...
    Mir fällt da nix mehr ein
    Robert

  • Moin zusammen!


    Ich kann mich Henry nur anschliessen, es sind absolut überdurchschnittliche Preise zu erzielen, wenn man entsprechendes Marketing betreibt und man ein wenig Kreativität walten lässt.
    Soll nicht heißen Kundenirritation durch z.B. unübliche Gebindegrößen, sondern der besondere Auftritt durch individuelle Etikettengestaltung, saisonale "Leckerchen" (frischer Wabenhonig bspw.), Limited Editions, kreative, klangvolle & ggfs. regionale Namensgebung einzelner Lagenhonige, entsprechend individuelles Auftreten (siehe Glaswahl), umfangreiches, entsprechend verbalisiertes und vermitteltes Fachwissen wie auch ein breites Kreuz des Immkers (im übertragenden Sinne :wink:).


    Schöne Grüße
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!