2. Infobrief Uni Hohenheim Oxalsäurebehandlung unter 0 °C

  • Zitat aus dem Infobrief:

    Zitat

    Die Anwendung erfolgt nach Gebrauchsanweisung – jedoch mit einer Abweichung: es ist besser bei tieferen Temperaturen als bei Werten über 0°C zu behandeln, wobei die Oxalsäure aber möglichst handwarm in die Wintertaube geträufelt wird.


    Eigentlich war doch immer die Regel Oxalsäurebehandlung bei ungefähr +6 °C durchzuführen? :Biene:
    Ist das ein Rechtschreibfehler oder hat sich da tatsächlich was neues ergeben?


    Gruß Mimi

  • Hallo Mimi,


    ich weiß nicht, ob tatsächlich offiziell jetzt zu Temperaturen unter 0°C geraten wird. Es deckt sich aber mit meiner eigenen Erfahrung, dass die Völker auch bei Winterbehandlungen unter dem Gefrierpunkt dadurch keinen Schaden nehmen. Ob die Behandlung tatsächlich effektiver ist, als bei 6°C? Ich könnte mir vorstellen, dass sie einfacher zu beträufeln sind, da sie dichter sitzen.
    Auf jeden Fall wird es leichter den richtigen Termin zu erwischen, auch wenn es drei Wochen nach dem ersten Frost (gilt als recht sicher brutfrei) immer noch kalt (also kälter als +5°C) sein sollte.
    Ich habe aus reiner Not, in den letzten Jahren immer bei Schnee behandeln müssen und konnte bisher alle Völker, die ich zur Winterbehandlung noch auf dem Stand hatte, im Frühjahr auch lebendig auswintern.


    Gruß
    Ludger

  • Hallo Mimi,
    die Lehrmeinung war tatsächlich, über 0°C zu behandeln.
    Die Praxis zeigt aber, dass dies nicht nötig ist und die Institute haben das auch so kommuniziert.
    Es wird auch in den Vereinen so gelehrt.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Liebig hat vor 2 Jahren oder so noch gesagt er hat sogar bei minus 16° behandelt, es schadet nix.
    Je kälter es ist, desto enger sitzt die Traube und umso besser trifft man.


    Bei uns im Verein meinen die Experten dann würden zu viele Bienen verklammen und man sollte nur bei Plus-Graden behandeln...

  • Das Verklammen auf der Traube ist kein Problem. Die "tauen" wieder auf.
    Ist wie kalte Hände. Mit warmen fliegst Du auch besser...
    Verklammen beim Flug ist tödlich.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Die Lehrmeinung habe ich so verstanden, dass geträufelte OS desto besser wirkt, je kompakter das Volk in der Wintertraube sitzt. Dann wird das Mittel am besten über den Futteraustauch im Volk verteilt.
    Deshalb wohl eher bei niedigeren Temperaturen behandeln.
    Jetzt wirft das natürlich einige Fragen auf: Wirkt die Winterbehandlung mit OS in Holzbeuten besser als in Styroporbeuten? Die Bienen sitzen definitiv in Holzbeuten kompakter als in Styroporbeuten.
    Benötigt man bei tieferen Temperaturen weniger OS als bei höheren? Sollte ich bei lockerem Sitz mehr OS verwenden? Oder nehme ich einfach besser Milchsäure :-)

  • Liebig hat vor 2 Jahren oder so noch gesagt er hat sogar bei minus 16° behandelt, es schadet nix.
    Je kälter es ist, desto enger sitzt die Traube und umso besser trifft man.


    Bei uns im Verein meinen die Experten dann würden zu viele Bienen verklammen und man sollte nur bei Plus-Graden behandeln...


    @All. Hier Berufsimker bei der OS Behandlung: Publikationen unter Monatshinweise Lange_12_10.pdf (256,6 kB) >>> http://www.apisjovita.de/index.php/de/ueber-uns.html <<<


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Zitat

    Dann wird das Mittel am besten über den Futteraustauch im Volk verteilt.

    Hallo Spessartimker, seither war ich der Meinung, dass man nich weiß wie Oxalsäure funktioniert, nur dass sie funktioniert. Würde sie systemisch wirken, dann könnte auch noch ein Teil der Varroen in der verdeckelten Brut erreicht werden.
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Hallo Remstalimke.


    Du spricht jetzt den Futteraustauch an. Dass sie systemisch wirkt glaube ich fast nicht. Wie könnte dann das Verdampfen so gut wirken. Ich schließe daraus, dass diese Säure die Milbe von außen angreift, also irgendetwas verätzt. Nein, ich habe das eigentlich so vertanden, dass durch den engen Sitz und die ständige "Umwelzung" der Bienenmasse sich das Zeug einfach gleichmäßiger verteilt..
    Wie gesagt, ist nichts belegt. Das ist einfach mein Schluß aus den mir zur verfügung stehnden Quellen.


    Andreas

  • Die Lehrmeinung habe ich so verstanden, dass geträufelte OS desto besser wirkt, je kompakter das Volk in der Wintertraube sitzt. Dann wird das Mittel am besten über den Futteraustauch im Volk verteilt.
    Deshalb wohl eher bei niedigeren Temperaturen behandeln.
    Jetzt wirft das natürlich einige Fragen auf: Wirkt die Winterbehandlung mit OS in Holzbeuten besser als in Styroporbeuten? Die Bienen sitzen definitiv in Holzbeuten kompakter als in Styroporbeuten.
    Benötigt man bei tieferen Temperaturen weniger OS als bei höheren? Sollte ich bei lockerem Sitz mehr OS verwenden? Oder nehme ich einfach besser Milchsäure :-)



    Hallo Spessartimker und alle Winterbehandler!


    Ob bei offenem Gitterboden und Frosttemperaturen die Bienen in einer Styroporbeute wirklich lockerer sitzen, möchte ich bezweifeln.


    Bezüglich der benötigten OS dürfte überhaupt noch nicht das letzte Wort gesprochen sein. Ich persönlich verwende Bienenwohl (ist in Österreich auch zugelassen). Im Bienenwohl sind neben 3,5 % OS zwar noch andere Substanzen enthalten, aber es werden für ein Vollvolk 10 - 12 ml empfohlen. Das stellt doch einen deutlichen Unterschied zu den anderen Empfehlungen dar, meistens zwischen 35 und 50 ml/Vollvolk, oder 5 ml pro besetzter Wabengasse.


    Oftmals werden auch die Empfehlungen zwischen OS-Träufeln und OS-Verdampfen vermischt. Es ist natürlich klar, dass es bei Verdampfen günstiger ist, wenn die Traube lockerer sitzt und die OS somit besser zu den einzelnen Bienen vordringen kann.


    MfG
    Honigmaul