Oxalsäure - Anmischung verboten

  • Guten Morgen, ich lese gerade das aktuelle Bienenjournal 12/2013 - insbesondere die aktuelle Thematik der Oxalsäureanwendung. Hier wird auf einzelne Produkte eingegangen und auch die Oxalsäure selbst angesprochen. Der kurze Absatz 3 gibt aber auf einmal Grund zum nachdenken - ich lese ihn noch einmal - noch einmal - er ist unmissverständlich: "Das eigene Anmischen oxalsäurehältiger Lösungen gehört der Vergangenheit an. Es ist verboten [...]" (Quelle: Bienen Journal 12/2013, S. 16, Geert Staemmler, Imkermeister)


    Gleichzeitig werden im Artikel aber Fotos gezeigt, wie Oxalsäure angemischt und wie reine Oxalsäure bei Online Apotheken bestellt wird. Hab ich da was verpasst, was ist der Unterschied zwischen dem abgewogenen Oxuvar(R) (inkl. dem mitgeliefertem "Wunder"-Zucker) und der reinen Oxalsäure (abgemessen mit genauer Gewichtsangabe) zzgl. Haushaltszucker/Puderzucker?

  • Habe den Artikel noch nicht gelesen, aber ich denke der Autor will klar machen, dass es verboten ist, irgendeine Oxalsäure zu verwenden. Erlaubt ist nur Oxalsäure ad us. vet., da wir Bienen behandeln und dies eine Medizinische Qualität sein muß.


    Der Zucker in dem Oxuvar ist sicherlich kein "Wunder"Zucker.


    Ich finde Oxuvar aber persönlich praktisch, sowohl für kleine als auch dür große Imkereien.

  • Hab ich da was verpasst, was ist der Unterschied zwischen dem abgewogenen Oxuvar(R) (inkl. dem mitgeliefertem "Wunder"-Zucker) und der reinen Oxalsäure (abgemessen mit genauer Gewichtsangabe) zzgl. Haushaltszucker/Puderzucker?


    Hallo,
    das Erste ist ein nach dem Deutsches Arzneibuch (DAB) hergestelltes, zugelassenes Tierarzneimittel, zur Anwendung bei Honigbienen.
    Das Zweite eine nicht zugelassenes Mittel, das dem Geiz, dem Unwissen oder der Ignoranz des Imkers entsprungen ist.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Hallo !



    ... ich lese ihn noch einmal - er ist unmissverständlich: "Das eigene Anmischen oxalsäurehältiger Lösungen gehört der Vergangenheit an. Es ist verboten [...]" (Quelle: Bienen Journal 12/2013, S. 16, Geert Staemmler, Imkermeister)


    Wie immer haben wir das Bienenjournal noch nicht !


    Aber zur Situation wie ich sie kenne:
    Zunächst war die Oxalsäurebeträufelung noch im Versuchstadium, wurde dann rasch zur Empfehlung der Institut:
    Anmischen mittels einer Präzisionswaage zu einer 3,5%igen Lösung, dies hatte dann eine Duldung.


    Nachdem es mit Oxuvar und Oxalsäuredihydrat eine klar dosierbare Lösung von zwei Herstellern
    in der Zulassung gab (&wc=1&skin=WC#__Bundesanzeiger_BGBl__%2F%2F*[%40attr_id%3D%27bgbl106s2287.pdf%27]__1385283068528"]26.10.2006) wurde die "Duldung" für Selbstanmischungen zurückgezogen.
    Auch der Apotheker darf eine Lösung anmischen.


    Schon 2007 in der 2ten Auflage von "Varroa unter Kontrolle" war nurnoch von den Mitteln der beiden obigen Herstellern die Rede.


    Gibt es zugelassene Arzneimittel (und das ist diese Ox-Lösung ja - sie muß u.a. ja auch in das Behandlungsbuch eingetragen werden), dann ist es eben nichts mehr mit "selbstanmischen".


    BTW: die Oxalsäure in den beiden Produkten soll auch reiner sein, als die herkömlich zu Erwerbende
    (99,5 zu 99,8 %, dadurch weniger Eisen und Sulfat)
    Außerdem: laut Zulassung ist das Wunderzuckermittel nur Saccharose: 300,15g



    Gruß
    der Bienen
    Knecht

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Zitat

    Das Zweite eine nicht zugelassenes Mittel, das dem Geiz, dem Unwissen oder der Ignoranz des Imkers entsprungen ist.

    Hallo Eisvogel, so ist das nicht. Jahrzehnte lang war das nicht geregelt oder hat man die Imker mit dem Varroaproblem im Stich gelassen. Auch hier wurde über die zwei Versionen der Oxalsäure diskutiert, ob 3,5% für die technische gilt oder nicht. Dann hat die Schweizer Geschäftstüchtigkeit zugeschlagen und sich ein Monopol geschaffen mit einer astronomischen Verdienstspanne und wer bezahlt es in BW? Der Steuerzahler. Nachtrag: Bei der Ameisensäure ist das Problem sogar sichtbar. Das Chromatografiebild auf dem Fließpapier des Dispensers unterscheidet sich kaum von ad. vet und nicht ad. vet. Auch hier wurde lange toleriert und dann kommerziell verteufelt.
    Gruß
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Hallo Herbert,
    ich rede auch über die Jetztzeit, nach der Zulassung.
    Das Monopol ist seit längerem gebrochen, es gibt auch einen deutschen Hersteller, in Bernburg. Das der in BW nicht zum Zuge kommt und damit der TSK Geld sparen könnte ist eine andere Geschichte.
    Zum Thema Geiz noch eine kleine Episode:
    Imker macht heftig Werbung für die von ihm vertriebene, nicht sehr preiswerte EM (effektive Mikroorganismen). Dafür kauft er im Handel preiswerte OX in der Kilo-Dose. Grund die von der TSK bezuschußte und zugelassene OX ist ihm zu teuer.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Moin miteinander,


    ich komm da einfach nicht mit, dass andauernd der feine Unterschied ignoriert wird,


    was eine Nicht-Zulassung und den Verbot eines Stoffes in einer definierten Fertiglösung angeht


    und die Verwendung des Beriffes "verboten".


    Es gibt nirgends ein explizites Verbot, und dieser Ausdruck zieht sofort immer einen Strafverfolgungsrechtlichen Beigeschmack mit sich.


    Es handelt sich um frei käufliches Mittel mit definierten Konzentrationen, ohne Tierärztliche Verordnung und ohne Rezeptpflichtigkeit wohlgemerkt. Direkt bestellbar. Nur die haben sie Zulassung, die anderen haben sie eben nicht.


    Man muß sich im Klaren sein, dass man nur damit den Nachweis einer korrekten Anwendung erbringen kann.



    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo Marion !



    Es handelt sich um frei käufliches Mittel mit definierten Konzentrationen, ohne Tierärztliche Verordnung und ohne Rezeptpflichtigkeit wohlgemerkt. Direkt bestellbar. Nur die haben sie Zulassung, die anderen haben sie eben nicht.


    Man muß sich im Klaren sein, dass man nur damit den Nachweis einer korrekten Anwendung erbringen kann.



    Leider habe ich Dich nicht richtig verstanden, deshalb möchte ich es konkretisieren:
    Für die nach der Verordnung zugelassene Oxalsäuredihydratlösung* besteht Apothekenpflichtig !
    (siehe 10.8 der Verordnung; ggf. auch beim Tierarzt erhältlich)



    GdBK




    *) zugelassen ist:
    Oxuvar der Fa. Andermatt,
    Oxalsäuredihydrat-Lösung 3,5% (m/V) ad us. vet. der Fa. Serumwerk Bernburg,
    Mischung durch Apotheke entsprechend Verordnung

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Hallo Bienenknecht,


    ich hab jetzt auch etwas Probleme, dem Threadverlauf zu folgen.
    Du meinst sicherlich die Apothekenpflichtigkeit vom Oxuvar. Ich hab ja auch nichts gegenteiliges behauptet.
    Jo, die besteht. Man kann es aber bestellen und kaufen, fertig.


    Aber es gibt keine Rezeptpflichtigkeit: die tierärztliche Verordnung mittels Rezept ist nicht nötig. Das ist was anderes.


    Wenn ein Tier, welcher Art auch immer, auch zur Lebensmittelgewinnung, ein Medikament braucht, dann ist in diesem Falle ein Rezept für die Aoptheke notwendig oder eine Abgabe über die Tierärztliche Hausapotheke, welches die Verordnung voraussetzt.
    Besogt sich jemand schwarz irgendwo Antiviotika und kippt diese ins Volk (hatten wir ja alles schon mal in der Presse), dann ist das eine Straftat nach dem Arzneimittelgesetz.


    Gibt jemand ein Homöopathisches Mittel D-dingenskirchen oder "Bienen"Tee etc. ins Volk, dann sind auch diese Mittel nicht als Arzneimittel zugelassen. Er kann sie aber kaufen und loslegen.


    Ich wollte nur auf diese Formulierung eingehen: Verbot.


    Selbst genau nach Inhaltsstoffen kopierte und angelöste Oxalsäurelösung hat keine Zulassung. Sie ist deshalb aber nicht automatisch verboten.



    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo Marion,
    ich kann da nur schmunzeln. Dieses Jahr war die erste Ausnahme. Seither wurde im Verein auf Drängen des Kreisveterinärs über die Apotheke Ameisensäure ad vet. bestellt. Die "saumäßig" teure Säure wurde dann nach Abzug des Zuschusses zum Preis der technischen Säure verkauft. Und was stand auf dem Kanister - techn. Ameisensäure. Wer war jetzt der, welcher sich nicht an die Verordnung gehalten hat. Der Veterinär, welcher nicht kontrolliert hat was geliefert wurde. Der Apotheker, welcher Bienenseuchenkasse und Imker über den Tisch gezogen hat oder der Imker, welcher besseren Wissens diese Säure verabreicht hat. Dieses Jahr kosteten die Säuren nur einen Bruchteil (Ein Liter Ameisensäure ad. vet. 2 €) Dass der Veterinär die Daumenschrauben angezogen hat sei auch noch erwähnt. Alle auf der Bestellliste bekamen vorerst nichts, bis der Letzte auf der Liste auch seine Völker gemeldet hatte.:lol: Ein kleiner Erfolg, doch der Transport dieser Säuremengen für den Verein ist auch eine Ordnungswidrigkeit oder gar eine Straftat. Kurz und gut, die Imker müssen die Dümmsten im Lande sein und nicht einmal fähig eine 3,5%ige Lösung herzustellen. Jedem anderen Patienten wird zugemutet, dass er seine Tropfen oder Tabletten abzählen kann, ihm traut man auch zu, dass er andere Medikamente nicht homöopathisch bis zur Wirkungslosigkeit verdünnt.


    Gruß
    Herbert

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Das Chromatografiebild auf dem Fließpapier des Dispensers unterscheidet sich kaum von ad. vet und nicht ad. vet.


    ... weil der Unterschied nur im bürokratischen Aufwand, den man betreiben muß, um die Chemiekalie vertreiben zu können, besteht. :wink:

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Hallo


    Aus Erfahrung weis ich, das eine Überdosierung mit OS für die Bienen tödlich sein kann. Das trifft auch für die Verampfung zu.


    Also wir bekommen Oxalsäuredihydratlösung vom Verein umsonst, auch auf Wunsch AS.


    Selbstmischung ist und bleibt ein Risiko, deshalb rate ich keinem dazu.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo,


    ich wollte auch nicht zum Selbstmischen aufrufen.
    Jeder, der das macht, wenn er es denn korrekt macht, vergiftet zwar nicht seine Völker wegen der Zusammensetzung,
    er begeht außerdem keine Straftat,
    jedoch hat er ein Problem, weil in seinem Bestandbuch eben jetzt nun mal kein zugelassenes Mittel nachweisbar ist (!)
    Er hat halt kein Tierarzneimittel benutzt.


    herbert . Das hört sich ja hahnebüchen an
    Aber warum sollte der Transport eine Straftat gewesen sein?


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo Marion,
    ich bin zwar nicht der Remstalimker möchte aber doch zur Erhellung seiner "Straftat beim Transport" der AS beitragen.
    Als dieses Jahres die AS 60 % durch die TSK bezuschußt wurde war der Vertriebsweg: Bestellung über den Verein; Beschaffung durch und Abholung bei der Veterinärbehörde.
    Die Bestellung erfolgte Vereinsweise. Dabei tat sich die Frage auf: Wieviel AS darf der Vereinsbeauftragte in seinem PKW transportieren?
    Stichwort: GEFAHRGUTTRANSPORT.
    Ergebnis der amtlichen Auskunft: 333 l dürfen in einem PKW ohne Gefahrguttransportschein tranportiert werden. Bei einem größeren Verein kommen da schon einige Liter zusammen.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk