Anfänger möchte mit Warre beginnen

  • Hallo


    Ich habe ja in euerem Forum schon einiges gelesen, und bin echt froh hier gelandet zu sein. Also ich möchte nächstes Jahr mit dem Imkern nach Warre beginnen. Meine erste selbst gebaute Beute nach Warre hab ich diese Woche fertig gestellt. Das war mein Versuch, jetzt im Winter geht es dann in die "Serienproduktion". Ich besuche im Jänner und Februar die Imkerschule und mache dort meine "Grundausblidung" und möchte dann mit 6 Völkern starten. Mein Ziel fürs erste Jahr ist es auf 12 Völker zu kommen.


    Das mit dem Imkern möchte ich dann in naher Zukunft als eines meiner Haupterwerbstätigkeiten machen neben dem elterlichen Bauernhof. Weiters plane ich 2015 die Ausbildung zum Imkerfacharbeiter zu machen und vielleicht in ein paar Jahren den Imkermeister.


    Bienen haben mich schon seit meiner Kindheit Interesiert und ein wenig habe ich mich ja auch schon eingelesen, sehr viel hier in eurem Forum. Da ich gerade einen kompletten "Umbau" in meinem Berufsleben mache und mir der Zeitpunkt jetzt sehr gut passt mache ich das was ich schon immer machen wollte: Imkerei und Landwirtschaft.


    Ich hoffe ich kann mir da bei euch noch einges Abgucken und auch lernen. (einige euer beiträge waren für mich schon sehr hilfreich)


    Gruß



    Michael


    Ich hoffe euch hier ein wenig meine erlebnisse berichten zu können und das mir der eine oder andere Ratschläge dazu gibt.

  • Hallo Michael,


    woher weißt du, dass du Imkerei machen willst, wenn du scheinbar noch nie mit Bienen gearbeitet hast? Ich finde es aber gut, dass du möglichst schnell auf zweizahlige Völkerzahlen kommen willst. Dann merkst du gleich wie das abgeht. Soll das im Haupt- Zuerwerb dann auch mit Warré ablaufen?


    Viele Grüße aus Oberbayern
    Philipp

  • Hallo
    Das mit dem Imkern möchte ich dann in naher Zukunft als eines meiner Haupterwerbstätigkeiten machen neben dem elterlichen Bauernhof. Weiters plane ich 2015 die Ausbildung zum Imkerfacharbeiter zu machen und vielleicht in ein paar Jahren den Imkermeister.
    Gruß
    Michael


    Michael. Hast du schon jemand gesehen, oder von jemand gehört, der mit Warrebeuten eine Berufsimkerei betreibt ?


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Warum denn nicht, lieber Josef, es ist immerhin die bessere Dadantvariante. :)


    Willkommen Michael, ich beantworte gern alle Fragen zur Warré. Es wird gleich der Versuch losgetreten werden, Dich zu Dadant zu bewegen. Gib' lieber gleich nach. :wink:

  • Warum denn nicht, lieber Josef, es ist immerhin die bessere Dadantvariante. :)


    Hallo Bernhard. Dann erzähl doch mal dem Michael die Anzahl deiner Warre und dann die Anzahl deiner anderen Beuten.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Mein Anfängertipp für Dich, Michael. Kauf oder bau Dir noch mindestens 1x Dadant und 1x Zander und probiere in Deiner ersten Saison alles parallel aus. Was Du danach nicht mehr möchtest, dafür findest Du meist schnell Abnehmer. Nur durch diese Praxis kannst Du die Unterschiede wirklich für Dich herausfinden. Bücher und Forum helfen sehr, aber nicht viel beim praktischen Arbeiten.

  • Hallo Bernhard. Dann erzähl doch mal dem Michael die Anzahl deiner Warre und dann die Anzahl deiner anderen Beuten.


    Oh, die anderen Beutenarten reduziere ich gerade fortlaufend, zu Gunsten der Warré. :daumen:




    Jedenfalls habe ich deutlich mehr Warrébeuten, als andere Beuten. Leider noch viel zu viele verschiedene Beuten. Die letzten Reste versuche ich nächstes Jahr loszuwerden. Standardisieren ist das große Thema. Ich muß nur der Versuchung wiederstehen, alle verfügbaren Beuten mit Bienen zu besetzen. :p


    Ich arbeite allerdings nicht mehr "nach Buch" und bin daher nur noch warréoid.

  • Willkommen Michael,
    wenn sich Warré für Dich richtig anfühlt, dann mach es so, wie Du es geplant hast.


    Ich habe es seinerzeit so gemacht, wie Elias vorschlägt, und es tut mir jetzt noch leid um Zeit, Geld und Energie, die ich für das ganze Rähmchenbeutengemache verschwendet habe.


    Ich kenne übrigens ganz paar Dadant-Anfänger, die zu Warré gewechselt sind. :wink:


    Lieben Gruß
    Mandy

    "Keine Rähmchen - keine Mittelwände - wenig Arbeit." (Émile Warré)

  • [quote='Bruneor','https://neu.imkerforum.de/forum/thread/?postID=391766#post391766']Hallo


    ...Meine erste selbst gebaute Beute nach Warre hab ich diese Woche fertig gestellt. Das war mein Versuch, jetzt im Winter geht es dann in die "Serienproduktion". Ich besuche im Jänner und Februar die Imkerschule und mache dort meine "Grundausblidung" und möchte dann mit 6 Völkern starten. Mein Ziel fürs erste Jahr ist es auf 12 Völker zu kommen.
    ...


    Gruß


    Michael



    Hallo Michael,
    kleiner Rat am Rande. ...belasse es vorerst bei der einen Beute !


    Besorg dir statt weiterer Warrebeuten erst mal die entsprechende Literatur ( für die langen Winterabende ). Und kauf dir dann zwei od. drei moderne Magazinbeuten einer Beutenart wie sie in deiner Gegend verwendet wird. In diesen lernst du erst mal die Grundlagen der Imkerei. Wenn du damit über zwei /drei Jahre erfolgreich die Völker führen und vermehren kannst und ordentliche Ernten einfährst , kannst du immer noch auf Warré umsteigen und damit Berufsimker werden.


    Gruß Finvara


    Ps.: Glaub mir, die 500,00 Euronen für zwei/ drei Magazinbeuten sind lächerlich im Vergleich zu den Investitionen die dich als Berufsimker erwarten.

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.

  • Ob sich Warrébeuten für die Erwerbsimkerei eignen, hier in Deutschland - in Frankreich gibt es sie ja schon bei Erwerbsimkern (300-800 Völker große Betriebe)-, das muß sich erst noch beweisen.


    In den nächsten Jahren werde ich die Erkenntnisse der Betriebsweise einer Dadant, bzw. des angepassten Brutraumes auf die Warrébeute ummünzen, denn die Warré hat den angepassten Brutraum bereits "eingebaut". Ob und wie es hinhaut, kann ich jetzt aber natürlich noch nicht sagen.

  • Oh, die anderen Beutenarten reduziere ich gerade fortlaufend, zu Gunsten der Warré. :daumen: 
    ....


    Ich arbeite allerdings nicht mehr "nach Buch" und bin daher nur noch warréoid.


    Hallo Bernhard,
    Die Beuten sehen interressant aus. Ich nehme an du lehnst deine Betriebsweise an die der modernen Magazinbeutenbetriebsweise an. ( Zumindest bin ICH damals zu dem Schluß gekommen das nur so in Deutschland in Oberträgerbeuten auch regelmäßige und nennenswerte Erträge zu erwirtschaften sind. ... wenn auch in weit geringerer Höhe .)
    ... was bedeutet "warréoid ?
    (Eine kurze Beschreibung deiner jetzigen Betriebsweise würde mich ehrlich interessieren.)


    gruß Finvara
    @ Michael : Versteh mich nicht falsch, ich möchte keinem die Warré ausreden. Ich bin nur seit jeher der Überzeugung das für einen Anfänger erst einmal eine moderne Magazinbeute die beste zum lernen ist. Denn um zu lernen must du anfassen , schauen, in das Volk hineinsehen,... etc. .

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.

  • Ich nehme an du lehnst deine Betriebsweise an die der modernen Magazinbeutenbetriebsweise an.
    ...
    (Eine kurze Beschreibung deiner jetzigen Betriebsweise würde mich ehrlich interessieren.)


    Also eine Betriebsweise ist bei mir noch nicht "fertig" gesetzt. Ich experimentiere mit sehr vielen Varianten zurzeit. Es gibt ja auch sehr viele Wege, das Gleiche zu tun. :wink:


    An anderer Stelle habe ich das ja schon mal erörtert:

    Wenn Du den Gerstung intus hast, stellt sich die Frage nach den Rähmchen nicht mehr so. Im Prinzip ist das Rähmchenmaß mehr oder weniger irrelevant. Es gibt nur ein paar Eigenheiten zu beachten. Je mehr Platz in die Breite auf der Brutwabe vorhanden ist, desto schneller verpollt und verhonigt so eine Brutwabe, da das seitliche Platzangebot (über 30 cm hinausgehend) die Bienen dazu verleitet. Aber wenn man darum weiß, kann man auch mit breiten Waben imkern. Entweder mehr Waben zum Ausgleich geben oder noch enger setzen, um Brut von Wand zu Wand zu haben.


    Hochwaben wären für den Bien besser, sind aber definitiv unpraktisch zum Hantieren. Außerdem neigen sie zu Honigkränzen, was aber nicht verkehrt sein muß. Auch hier kann man mit den Eigenheiten arbeiten. Die "geteilte Hochwabe" in den Maßen der Warré (=Gerstung halbiert) kommt da dem Ideal für Bienen und Imker schon nahe.


    Das ist so die Quintessenz.


    Ich habe bei meinen Versuchen eines gemerkt: die Warré ist konsequent kleiner im Format und dadurch entsteht von der Konstruktion her der Effekt des angepassten Brutraumes. Sprich: Brut von Wand zu Wand. Nur gerade ein Beispiel, das Bild habe ich gerade bei der Hand: (kann andere heraussuchen)



    Und die Warré ist eine Beute, in der gerade kleine Völker ganz besonders gut heranwachsen. Und im Frühjahr sind alle Völker erst mal klein. Deswegen werden sie beim angepassten Brutraum eingeengt. 6 Dadantwaben entsprechen 14 Waben Warré = knapp zwei Zargen. Auf diesen zwei Zargen überwintern die Bienen in einer Warré. Das heißt, der Brutraum ist bereits angepasst, wenn die Bienen in den Winter gehen.


    So gehen sie in den Winter:


    Obere Zarge.


    Untere Zarge.


    Wir man sieht, bauen sie vor dem Winter eine Hochwabe, indem sie Brücken zwischen den Rähmchen bauen.


    Mein Plan für die weitere Entwicklung der Betriebsweise ist, im Frühjahr aus zwei Zargen (16 Waben) insgesamt vier Waben zu entnehmen. Dann kommen zwei übereinander stehende Drohnenrahmen rein, wobei es spezielle Rähmchen sind. Auf der einen Seite wird eine 8 mm dicke Platte angetackert. Das Rähmchen ist dann 17 mm tief. Dann wird eine Drohnenmittelwand eingelegt. Die Wabe hat dann also nur eine Drohnenzelltiefe (15mm), ist also nur einseitig. So ist dieses Rähmchen Drohnenrahmen und Schied in einem, was notwendig ist, um Platz zu sparen.


    Dann wird bei erstem Trachtbeginn nach oben der Honigraum über Absperrgitter freigegeben. Später der Brutraum mit Mittelwänden aufgefüllt. Sind ja nur zwei kleine Waben.


    Ich sehe eben Parellelen zwischen den Ereignissen in einer Warrébeute und in dem angepassten Brutraum - und ich denke, diese Betriebsweise läßt sich 1:1 in der Warré umsetzen. Mit den Vorteilen einheitlicher Rähmchengrößen. Mit dem Vorteil einer handlichen Beute.


    Im Prinzip eine Dadant, nur auf das Nötigste zurechtgeschnitten. Es gibt noch ein paar Feinheiten hier und da anzupassen und zu verbessern. Ich denke aber, ich bin bisher auf einem ganz guten Wege.


    Kann ich gern weiter ausführen und auch berichten, wenn gewünscht.


    Viele Grüße


    Bernhard