Honigverkauf ohne eigene Bienen

  • Hallo ihr Profis,


    ich möchte mal eine womöglich skurile Frage stellen.... Und um es vorweg zu nehmen: Nicht aus Gründen des Profits, sondern aus Gründen der "Markterschließung" und noch vielmehr aus Spaß an der Freude.
    Aktuell bereite ich den Einstieg mit eigenen Völkern im kommenden Jahr vor. Auch dann wird mit Honig vermutlich noch nicht viel zu tun sein.


    Spricht etwas dagegen bereits jetzt Honig zu kaufen, abzufüllen und sich damit bereits im Voraus eine gewisse Kundenbindung zu schaffen. Es geht auch nicht darum etwas zu verschleiern, sondern eher darum wie ihr darüber denkt!? Was gibts für ethische, moralische KO-Kriterien.... womöglich auch rechtliche Einschränkungen?
    Honigkurs steht übrigens an und wird natürlich auch gemacht :) Ich will einfach starten und auch in der Praxis Honig in die Finger kriegen ;)


    Bin mal gespannt und erwarte in diesem Fall eine vermeintlich "kritische" Diskussion ;)


    Gruß und Danke für Euer Feedback
    Flo

  • Würde ich nicht machen. DEIN Honig von DEINEN Bienen wird unverwechselbar und möglicherweise qualitativ hochwertiger sein, als der, den Du zukaufst. Das würde ich mir im Vorfeld nicht verderben wollen :cool:...

    'If you don't have a plan, you become part of somebody else's plan.'
    Terence McKenna

  • Rechtliche Bedenken gibt es keine. Wenn Du den Honig selbst abfüllst, darf auf dem Glas Dein Name stehen. Das ist halt anders als der Verkauf des eigenen Honigs eine gewerbliche Tätigkeit i.S. der Gewerbeordnung.


    Gruß Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Das ist halt anders als der Verkauf des eigenen Honigs eine gewerbliche Tätigkeit i.S. der Gewerbeordnung.


    Das leutet ja fast die nächste Frage ein. Ich überlege sowieso die Imkerei als Gewerbe anzumelden, damit ich eben auch die Investitionen geltend machen kann. Insofern wäre das für mich kein "Hindernis".

  • Die Imkerei ist aber kein Gewerbe i.S. der Gewerbeordnung. Sie ist deshalb nicht meldepflichtig (d.h. Du brauchst keinen Gewerbeschein, auch nicht für den Verkauf auf Märkten usf.). Für den Betriebsausgabenabzug spielt die Gewerbeanmeldung keine Rolle, den gibt es bei jeder Art steuerlicher Einkünfte.
    Steuerlich müsstest Du ohnehin den Handel mit Honig (gewerbliche Einküfte) und die Imkerei (Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft) getrennt führen (getrennte Gewinnermittlung). Das wäre also ein Mehraufwand.


    Gruß Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Ich überlege sowieso die Imkerei als Gewerbe anzumelden, damit ich eben auch die Investitionen geltend machen kann. Insofern wäre das für mich kein "Hindernis".


    Also das ist großer Quatsch, sorry.


    Auch ohne Angemeldetes Gewerbe kannst du deine Investitionen geltend machen, denn Gewinn ist noch immer Einnahmen-Ausgaben.
    Ob du nun die Einnahmen und Ausgaben als Brutto oder Nettobeträge (jeweils mit oder ohne Mehrwertsteuer) in die Berechnung einfließen lässt ist dabei unerheblich.


    Durch die Gewerbeanmeldung verzichtest du aber auf die Möglichkeit die Buchführung so einfach wie möglich zu machen. Lese dich vor der Anmeldung unbedingt genau ein.


    Stefan

  • Hallo Florian,
    nein das würde ich nicht machen, womöglich schaffst Du dir damit eine Kette ohne Ende.
    Versuche Dich erst einmal mit der Imkerei, es ist nicht nur eine Willenssache, sondern dein Inneres, das Gefühl für den Umgang mit unseren Bienen ist mit entscheidend ob du dann auch deinen Kundenkreis ausreichend beliefern kannst.
    Meine Erfahrung ist, bei zugekauftem Honig muss man sich nicht Wundern, wenn die Frage des Kunden mal lautet, das ist aber nicht ihr Honig gewesen Herr YXZ oder, Unangenehm nicht ?
    Wie es schon gesagt wurde, Du und auch jeder andere Imker produziert mit seinen Bienen eine ganz bestimmte Qualität, die der Kund immer wieder von Dir haben möchte.
    Das ist durch Ankauf aber kaum zu Machen.


    Gruß Jürgen

  • Du nimmst die Antworten meinem Steuerberater vorweg! :wink: Warte eh schon sehnsüchtig auf die Antwort.


    Wenn ich Dich richtig verstanden habe, würde ich also bei der Einkommenssteuer über die Zusatzformulare für Land und Forstwirtschaft einen Verlust deklarieren können ohne einen Betrieb anzumelden!? Oder habe ich das missverstanden?

  • Das leutet ja fast die nächste Frage ein. Ich überlege sowieso die Imkerei als Gewerbe anzumelden, damit ich eben auch die Investitionen geltend machen kann. Insofern wäre das für mich kein "Hindernis".


    Hallo Florian. Das hatten wir hier schon mal. Als Imker brauchst du kein Gewerbe. Das Finanzamt geht erst ab30 Völker von Gewinnerziehlungsabsicht aus und solange du keine Gewinne erziehlst kannst du auch keine Vorsteuer abziehen oder Inwestionen geltend machen.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Du und auch jeder andere Imker produziert mit seinen Bienen eine ganz bestimmte Qualität


    Ich hoffe es wird so sein :) Emotional gesehen gebe ich Euch vollkommen Recht. Da sehe ich die Sache ganz genauso.
    Ohne davon abzulenken, stelle ich mir die Frage ob es "betriebswirtschaftlich" die gleiche Antwort ist. Ich werde/will/kann nicht Unmengen von Honig produzieren.
    Aber auch 50kg sind schon eine gewisse Menge die ich nicht adhoc verkaufen kann.
    Wenn ich jetzt noch dazu "rechne", dass ich gerne eine Verpackung verwenden mag die in der Abnahmemenge eine größere Menge erfordern, wäre es für mich eine gute Sache einfach schonmal anzufangen und nicht nur in der Erzeugung, sondern auch im (ganz unromantisch) Vertrieb Erfahrungen zu sammeln.
    Letztendlich bringt es mir ja nichts, wenn ich 2500 Gläser in die Garage stelle und in 2 Jahren meinen Honig abfülle ;) - Gut... ich kann natürlich auch die Gläser erst in 2 Jahren kaufen. Ich bin aber einfach auch zu neugierig und ungeduldig um 2 Jahre zu warten :oops: - Insofern nehmt es mir hier bitte nicht übel, wenn ich auch ungewöhnliche Wege zur Diskussion stelle und Eure guten Antworten doppelt und dreifach kritisch kommentiere. Es ist nicht böse gemeint, sondern eher so gedacht, dass ich einfach verschiedene Blinkwinkel besser einsehen und verstehen kann.

  • Hallo Florian. Das hatten wir hier schon mal. Als Imker brauchst du kein Gewerbe. Das Finanzamt geht erst ab30 Völker von Gewinnerziehlungsabsicht aus und solange du keine Gewinne erziehlst kannst du auch keine Vorsteuer abziehen oder Inwestionen geltend machen.


    Gruß Josef


    Brauchen nicht. Soweit klar. Die Frage ist aber ob ich dennoch die Anschaffungen - natürlich gerade in den ersten Jahren - in irgendeiner Form positiv steuerlich berücksichtigen kann.

  • Aktuell bereite ich den Einstieg mit eigenen Völkern im kommenden Jahr vor. Flo


    Ohhhhhhhhhhhhmmmm.......Du mußt vieeeel ruhiger werden:wink:
    Lebe mit dem Bien, verstehe Ihn, werde Eins mit Ihm. Um von einem Berg zu springen mußt du erst mal den Berg besteigen. Schleppst Du zuviel Ballast mit, wirst Du den Gipfel nicht erreichen.
    Fange man erst mal an.... Honig lässt sich wunderbar einlagern.Der ist das kleinste Problem.
    Du brauchst Gefühl für Deine Imkerei. Du wirst vom Bien gelenkt bevor Du selbst in der Lage sein wirst den Bien zu lenken.Kein Jahr ist wie das vergangene.
    Wenn Du anfänglich glaubst, Du hast den Bien am Kopf ....dann hast du Ihn am ...A.....:cool:
    Dein beständiger Kundenkreis wächst immer proportional mit Deiner Imkerei. Du must authentisch sein.


    Beste Grüße aus dem Norden
    Gandalf

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)