Sind wir auch nicht besser?

  • Moin zusammen,
    möchte Euch mal folgende kleine Begebenheit erzählen die mich doch reichlich grübeln läßt.
    Alles fing damit an das ich im Itmagazin von der katastrophalen Lage der Amphibien gelesen habe (in vielen Regionen sind schon über 40Prozent der Tiere an misteriösen Pilzen gestorben). Hab dann durch Zufall Kontakt zu einer Imkerein aus Badenw. bekommen die gefährdete Gelbbauchunken züchtet.
    Diese berichtete mir dann auch das in manchen Landstrichen alle Froschlurche und Molche tot sind. Aktuell bangt sie auch um ihren Zuchtbestand da sie derbe Schiß hat sich den Pilz unbeabsichtigt einzuschleppen (Herkunft der Pilze unbekannt, Übertragungsweg unklar, Ursache nicht nachweißbar, Agrargifte könnten die Ursache sein ist aber bis dato nicht nachgewiesen). Sie hat mir Fotos geschickt da kriegt man echt das kalte Grausen!!! Sieht da aus wie beim Fischsterben im Rhein nur das die ganzen Leichen Frösche sind!
    Da ich eh nicht genug um die Ohren habe hab ich mich dann auch breitschlagen lassen eine Satelitenpopulation ihrer Zucht bei mir einzurichten. Gesagt getan:
    die Unken zogen in ihr neues Heim und dann fingen die Probleme auch schon an:
    Dachte mir ich geh einfach auf eine meiner Koppeln (seit über 10 jahren nicht chemisch gedüngt oder gespritzt) und fang mir einfach ein Glas voll Wiesenplankton.
    Ein Freund machte mich dann nur darauf aufmerksam das das auch ein paar Probleme geben könnte:
    erstens könnten auch Insekten von konventionellen Feldern auf meine Flächen gelangen und dann verfüttert werden (neonic lassen grüßen). und zweitens werden zwar die Flächen nicht behandelt aber die Schafe!
    Ich versuche zwar sowenig Chemie wie möglich einzusetzten:
    Um den Parasitendruck klein zuhalten teile ich den Schafen jede Woche eine neue Portionsweide zu und entwurme nur nach vorheriger Kotuntersuchung aber gerade bei den Lämmern komme ich eigentlich nicht ohne 2 Entwurmungen im jahr hin (bei den Alten reicht meist eine), außerdem kriegen die Schafe direkt nach dem Scheren noch was gegen Mücken draufgekippt.
    Dies ist alles (im Vergleich zu den meisten anderen Schafhaltern) recht wenig aber ohne geht nicht. Sonst käme es zu "Ausfällen" die wohl keiner verantworten könnte.
    Hab jetzt mal auf die Packung geschaut und da steht das eine Beeinträchtigung von Insekten nicht erforscht ist.
    Besteht nun die Gefahr das ich so die Unken vergiften könnte? Und was tu ich da den Insekten und der Umwelt an?
    Dachte bisher ich bin eher einer "der Guten":
    Züchte und erhalte alte Haustierrassen, unsere Tiere erhalten nur Heu in Bioqualität und unsere Hühner fressen nur Biolandfutter (leider doppelt so teuer wie konventionell).
    Tja Moral von der Geschicht:
    nicht nur in der Imkerei gibt es meist nur die Entscheidung zwischen zwei schlechten Wegen.
    Wir (Imker) schimpfen immer über die Landwirte, aber welcher Imker füttert schon Biofutter (die Beschaffungsproblematik mal ausgeklammert).
    Könnt ja mal drüber ne Nacht schlafen...

  • Moin Bienenschäfer,


    was denn genau kippst Du auf die geschorenen Schafe? Und welchen Wirkstoff hat das? Da sind schon üble Wirkstoffe möglich, aber das sollte auf der Packung oder ihrer Beilage stehen.


    Was die Amphibien angeht: möglicherweise auch andere PSM, und da vermutlich auch Hilfsstoffe wie Netz- und Haftmittel. Den Pilz gibt es auch.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • was denn genau kippst Du auf die geschorenen Schafe? Und welchen Wirkstoff hat das?

    Das Produkt ist höchstwahrscheinlich Butox pour on. Der Wirkstoff heißt: Deltamethrin


    Ich stecke mit meinen Schafen in genau der selben Problematik!


    Als Schäfer siehst Du genau was die Schafe nervt, quält oder gar krank macht. Du siehst, daß sie von Zecken und Bremsen regelrecht aufgefressen werden und Du findest an den Ohrgründen der Lämmer manchmal 20 Zecken pro Seite. Also wirst Du - aus Tierliebe - zu einem pour on Antiparasitikum greifen (wie jeder Hundehalte) und den Stall - wo die Mücken, Fliegen und Bremsen sitzen mit ARDAP oder kontaktgiftiger Stallfarbe beschichten. Der Erfolg ist dann zügig sichtbar. Schon nach zwei Tagen haben die Schafe den Stall als mückenfreie Zone in der Abenddämmerung zum Lieblingsplatz gemacht und die Zecken trocknen an den Bißstellen ein. Neue beißen sich nicht mehr fest. Die Bremsenpanik ist aus der Herde. BT-Übertragung wird vermieden.


    Auch bei der inneren Entwurmung ist der Erfolg oder Mißerfolg auch sehr deutlich. Unentwurmte Lämmer entwickeln sich nicht, sind antriebsschwach, blutleer und sterben manchmal sogar von jetzt auf gleich. Was will man tun, wenn ein totes Lamm den Höhepunkt von einigen Schwachen bildet? Man macht es auf und zieht zwei 4m lange Bandwürmer aus dem Dam. Noch ehe der auf dem Kompost von den Amseln zerhackt ist, haben alle Lämmer Cestocur im Schnabel! Und am nächsten Tag cheysen die Nudeln und die Stare fressen sich zum letzen mal daran satt. Dann kriegen die Lämmer alle ein Vitampräparat, um den wurmbedingten Vitaminmangel wieder auszugleichen und 14 Tage später sieht man plötzlich wieder Zunahmen und Aktivität.


    Macht man genau das nicht, siechen, leiden und sterben Lämmer und Schafe. Und sie sterben dann nicht auf Knopfdruck.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo,
    ich glaube, Bernhard war's, der mal einen Beitrag verlinkte, in dem es um eine allgemeine Immunschwächung vieler Lebewesen ging, eine Art globales AIDS in der Tierwelt.
    Finde den Link aber nicht mehr.
    Für meinen Hund habe ich eine Alternative zu den Flohhalsbändern Spot on von Bayer gefunden, nämlich:
    http://www.vet-concept.com/Hund.htm?websale8=vet-concept&ci=001091 Abwehrlotion.
    Funktioniert gut, keine Zecken, keine Flöhe.
    Grüße
    apirita

  • Ist nicht gerade preiswert...


    Ich hatte mir Neemöl zur Emulsion gemischt und auf meine Schafe gesprüht.
    Direkt getroffene Schaflausfliegen streckten sofort alle Beinchen von sich.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Ich hatte mir Neemöl zur Emulsion gemischt und auf meine Schafe gesprüht. Direkt getroffene Schaflausfliegen streckten sofort alle Beinchen von sich.

    Bleiben noch die Parasitenzuflüge von morgen, die Band- und die Magen-Darm-Würmer ...


    Ich habe Neemöl ausprobiert. Außer daß die Schafe stinken, keine halbwegs andauernde Wirkung gegen Zecken, Bremsen und Mücken. Ich denke, das Produkt wird mit einer Zusatztüte Hoffnung verkauft und funktioniert nur, wenn die wirklich dabei ist. Wir haben auch schon Knoblauch verfüttert. Genau das selbe Ergebnis. Die Schafe stinken zwar aber Mücken stechen trotzdem. Abnetzen hilft zwar gegen Fluginsekten, aber die Zecken sammeln die sich ja im Freien auf. Auch Teebaumöl - richtig preiswert - haben wir versucht. Stinkt anders ...

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo


    wenn dieses Jahr bei uns die Störche so gut wie keine Jungen groß gezogen haben, dann lag es auch am Futter. Denn man findet kaum noch einen Frosch und die Kröten sind auch schon weniger geworden. Aber die Möglichkeit besser zu werden sollten wir nutzen. Denn ich bin überzeugt, das wir selbst mehr Gift essen, als unserem Körper gut tut und wo soll das noch hinführen?

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)