Neonicotinoide im Fokus von Politik, Industrie und Forschung

  • Hallo,


    da ich den Link per Suchfunktion hier nicht gefunden habe, dürfte das folgende Dokument hier vermutlich noch gar nicht aufgetaucht sein:


    Es ist eine sehr ausführliche Pressemitteilung des Netzwerk-Forum für Biodiversitätsforschung Deutschland mit dem Titel


    Null-Summen-Spiel auf Zeit

    http://www.biodiversity.de/ind…itaet/4347-neonicotinoide


    Neurobiologe Menzel kommt viel zu Wort und Kritik am Einfluss der Industrie und es geht darum, wie die Sache für die Neonicotinoide nach Ablauf der für zwei Jahren anstehenden Prüfung des Verbots vorhersehbar ausgehen wird, weil die beteiligten Lobbygruppen sie zuvor mit höchst unterschiedlichen Mitteln bearbeiten werden und weil die Dinge so sind wie sie sind.


    Gruß
    hornet

  • Pressemitteilung vom 17 Dezember 2013


    EFSA bewertet möglichen Zusammenhang zwischen zwei Neonikotinoiden und Entwicklungsneurotoxizität


    Zwei Neonikotinoid-Insektizide – Acetamiprid und Imidacloprid – können sich unter Umständen auf das in Entwicklung begriffene menschliche Nervensystem auswirken, so die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Sachverständige der Behörde schlagen vor, einige der Richtwerte für eine annehmbare Exposition gegenüber den beiden Neonikotinoiden zu senken, während weitere Forschungen unternommen werden, um zuverlässigere Daten zur sogenannten Entwicklungsneurotoxizität (developmental neurotoxicity – DNT) zu gewinnen. Das Gremium der EFSA für Pflanzenschutzmittel und ihre Rückstände (PPR-Gremium) fordert eine Festlegung von Kriterien auf EU-Ebene, um die verpflichtende Vorlage von DNT-Studien im Rahmen des Zulassungsverfahrens für Pestizide zu bewirken. Dies könnte die Entwicklung einer umfassenden Prüfstrategie für die Bewertung des DNT-Potentials von Substanzen, einschließlich aller Neonikotinoide, umfassen.


    Die EFSA war von der Europäischen Kommission ersucht worden, ein wissenschaftliches Gutachten zu erstellen und dabei die jüngste Forschungsergebnisse von Kimura-Kuroda[1] sowie vorliegende Daten zum Potential von Acetamiprid und Imidacloprid zu berücksichtigen, das in Entwicklung begriffene menschliche Nervensystem, insbesondere das Hirn, zu schädigen.


    Das PPR-Gremium befand, dass Acetamiprid und Imidacloprid unter Umständen die Entwicklung von Neuronen und Hirnstrukturen, die etwa mit der Lern- und Gedächtnisfunktion in Verbindung stehen, beeinträchtigen können. Das Gremium kam zu dem Schluss, dass einige der aktuellen Richtwerte für eine annehmbare Exposition gegenüber Acetamiprid und Imidacloprid möglicherweise zu hoch sind, um im Hinblick auf Entwicklungsneurotoxizität ausreichend Schutz zu gewährleisten, und daher herabgesetzt werden sollten. Bei diesen sogenannten toxikologischen Referenzwerten handelt es sich um klare Vorgaben bezüglich der Menge einer Substanz, der Verbraucher ohne nennenswertes Gesundheitsrisiko kurz- und langfristig ausgesetzt werden können. Hierzu zählen zum Beispiel die akute Referenzdosis (ARfD), die zulässige Tagesdosis (ADI) und die annehmbare Anwenderexposition (AOEL) (Nähere Informationen dazu, wie diese Referenzwerte konzipiert werden, um den Schutz von Verbrauchern und Anwendern sicherzustellen, finden sich in den Hinweisen für die Redaktion).


    Ausgehend von ihrer Auswertung der vorliegenden Informationen schlägt die EFSA Änderungen der folgenden toxikologischen Referenzwerte für Acetamiprid und Imidacloprid vor:


    Für Acetamiprid sollten der derzeitige ADI-Wert und AOEL-Wert von 0,07 mg/kg Körpergewicht pro Tag und der ARfD-Wert von 0,1 mg/kg Körpergewicht auf 0,025 mg/kg Körpergewicht (pro Tag) gesenkt werden.
    Für Imidacloprid sollten der derzeitige AOEL-Wert und ARfD-Wert von 0,08 mg/kg Körpergewicht pro Tag auf 0,06 mg/kg Körpergewicht pro Tag gesenkt werden. Der derzeitige ADI-Wert für Imidacloprid wird als angemessen erachtet, um Schutz im Hinblick auf mögliche entwicklungsneurotoxische Auswirkungen zu gewährleisten.
    Die EFSA ist sich der eingeschränkten Aussagekraft der vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnisse bewusst und empfiehlt die Durchführung weiterer Forschungsarbeiten zur Gewinnung zuverlässigerer Daten. Dessen ungeachtet war das PPR-Gremium der Meinung, dass die bei der Auswertung der vorliegenden Daten aufgeworfenen Gesundheitsbedenken berechtigt seien. Die EFSA unterstützt daher die Festlegung eindeutiger und konsistenter Kriterien, um die verpflichtende Vorlage von DNT-Studien im Rahmen des Zulassungsverfahrens für Pestizide in der EU zu bewirken. Dies könnte die Entwicklung einer integrierten DNT-Prüfstrategie umfassen, die einem stufenweisen Ansatz folgt. Hierbei würden zunächst Labortests mit Zellen (sogenannte In-vitro-Tests) eingesetzt und, falls die ersten Ergebnisse bezüglich des DNT-Potentials einer Substanz besorgniserregend sind, in einem weiteren Schritt Tierversuche (In-vivo-Tests) mit einbezogen. Das PPR-Gremium empfiehlt, dass im Rahmen einer solchen Prüfstrategie alle Neonikotinoid-Substanzen einer Bewertung unterzogen werden.


    FAQs on developmental neurotoxicity potential of acetamiprid and imidacloprid
    Scientific Opinion on the developmental neurotoxicity potential of acetamiprid and imidacloprid
    Hinweise für die Redaktion:
    Wissenschaftler haben eine Reihe toxikologischer Referenzwerte entwickelt, die als Richtwerte bei der Festlegung annehmbarer Expositionsniveaus gegenüber bestimmten Substanzen in Lebensmitteln dienen. Ausgedrückt werden diese Richtwerte in Bezug auf das Körpergewicht – in der Regel in Milligramm (der Substanz) pro Kilogramm Körpergewicht – und pro Tag, im Fall wiederholter Exposition.


    Die akute Referenzdosis (ARfD) ist die geschätzte Menge einer Substanz, die kurzfristig – üblicherweise im Verlauf eines Tages – ohne nennenswertes Gesundheitsrisiko aufgenommen werden kann.
    Die zulässige Tagesdosis (ADI) ist die Menge einer spezifischen Substanz in Lebensmitteln oder im Trinkwasser, die ein Leben lang ohne nennenswertes Gesundheitsrisiko täglich aufgenommen werden kann.
    Die annehmbare Anwenderexposition (AOEL) ist die maximale Menge eines Wirkstoffs, der „Anwender“ über alle Expositionspfade ausgesetzt sein können, ohne dass es zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen kommt.
    (1) http://www.plosone.org/article…1371/journal.pone.0032432 Kimura-Kuroda J, Komuta Y, Kuroda Y, Hayashi Kawano H. Nicotine-like effects of the neonicotinoid insecticides acetamiprid and imidacloprid on cerebellar neurons from neonatal rats. PloS ONE 2012; 7 (2): e32432. doi: 10.1371/journal.pone.0032432






    Für die, die den link vom Distelbauer nicht anklicken

  • Ich kenne die 1. Version nicht, deshalb habe ich keinen Vergleich.


    Ich habe in 1,5 mal angesehen: Aus Zeitgründen beim 1. Mal nur ausschnittsweise, dann wollte ich den Streifen aber noch ganz und im Zusammenhang sehen.


    Und ja, man muss ihn anschauen, um die Denke der anderen Seite zu kennen. Für mich war es durchweg ein verhöhnen von Aussagen anderer (Wissenschaftler). Den Vogel hat er meiner Meinung nach mit dem Schluss abgeschoßen: Es gibt weniger Insekten, weil es mehr Autos gibt! Oder die Aussage irgendwo in der Mitte: Die Bienen kommen nicht zurück, weil sie den Chip auf dem Rücken nicht mögen. Usw. usw. ...


    Ich hatte mal großen Respekt vor dem Mann, da hatte ich aber noch keinen Ahnung. Er hat bis heute sein Versprechen nicht gehalten, bei mir vorbeizuschauem und sich davon zu überzeugen, dass ich trotz meiner Art Bienen zu halten, Bienen habe, weil, dass darf es gar nicht geben.


    Gruß
    Werner
    der nun was produktives schafft und auf seine Baustelle geht.

    Id schwäza, schaffa!

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  • Pressemitteilung vom 17 Dezember 2013....
    Zwei Neonikotinoid-Insektizide – Acetamiprid und Imidacloprid – können sich unter Umständen auf das in Entwicklung begriffene menschliche Nervensystem auswirken,...........


    Was sagt uns das?


    wenn man AMBOSIUS STACHEL gehört hat?


    und dies mit der 1. Version vergleicht oder gar mit noch älteren Versionen?


    mir verschlägt es immer noch die Sprache, wenn jemand der sich scheinbar für einen Bienenschutz einsetzt, Saatgutbeizen als besten Pflanzenschutz schlechthin darstellt.


    Neonic-Saatgutbeizen sind Pflanzenschutz im VORAUS also mit dem Bestellen vom Saatgut


    mit dem Frühbestellen von Saatgut weiß also der Anwender schon, ob ein Schädling die Schadschwelle erreicht oder nicht?:confused:


    Neonic-Saatgutbeizen sind also eine prima Geschäftsidee


    vergleichbar mit einer Vollkaskoversicherung


    Doch der Spass hört in meinen Augen dann auf, wenn Bienen massiv bedroht werden


    und noch was zu 2008:


    Egal was man jetzt als die wirkliche Ursache aus macht, ist folgendes fest zu halten


    1. das Neonic-Beizmittel ist zu den Bienenvölkern gekommen und hat diese vergiftet. Diesen Vergiftungsweg kennt BAYER schon seit 1994! und die deutsche Bienenforschung seit September 2002! Dieser Vergiftungsweg wurde bis 2008 von der deutschen Zulassungstelle, aber auch von den deutschen Bienenforschern vehement bestritten.


    2. Durch die Tatsache, dass die betroffenen Imker auf die Vergiftungen reagierten, und z.B. die kontaminierten Pollenwaben in einer groß angelegten Sammelaktion verbrannten und auch dadurch, dass viele schwache Völker vereinigt wurden bzw. aus der Todeszone raus gebracht wurden, macht nun der heilige AMBROSIUS (und andere) einen Bumerang und behauptet, dass kein einziges Bienenvolk an den Folgen, dieser größten je dokumentierten Bienenvergiftung aus legaler Anwendung heraus, gestorben sei!


    Was geht in diesen Menschen bloß vor?


    Wohin geht diese Reise am Ende?


    Wohin unser Bienenschutz?


    Frohe Ostern

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von toyotafan () aus folgendem Grund: rächtschriebkähler

  • Zitat

    Der heilige Ambrosius ist der Schutzpatron der Städte Mailand und Bologna, der Krämer, Imker, Wachszieher und Lebkuchenbäcker, der Bienen, Haustiere und des Lernens.

    nach Wikipedia


    Da muss aber in der letzten Zeit etwas gründlich falsch gelaufen sein...


    Werner hat Recht, ich tu es mir noch mal an.

    Tatsachen muss man kennen, bevor man sie verdrehen kann. (Mark Twain)

  • Warum sehe ich nur eine schwarze Fläche? Liegt´s an meinem Compi oder ist der Film heute verschwunden?

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Warum sehe ich nur eine schwarze Fläche? Liegt´s an meinem Compi oder ist der Film heute verschwunden?


    Verschwunden leider nicht. Im Vollbildmodus bei der Tube dauert die Übertragung aber seehhr lange.


    Aber es ist nicht so wichtig. Der Film hat in der zweiten Version in keinem Fall gewonnen. Durch (wahrscheinlich erzwungenes) Weglassen von Warentest-Berichten wird der erste Teil nun komplett unverständlich. Es laufen nur noch die Kommentare von Ambrosius und sein Erklärungsgebrabbel. Die Falschaussagen (z.B. Neonikotinoide werden nicht gespritzt) sind nicht entfernt.
    Ambrosius Stachel beschwert sich (sinngemäß), dass die Medien den Eindruck erwecken, Bieneninstitute und Wissenschaftler wären gekauft. Sie würden von Ihm eingereichte Studien einfach ignorieren.
    Ganz ehrlich: Um diesen Eindruck zu erwecken bedarf es wirklich nicht der Medien, das schaffen einige Wissenschaftler schon selber verdammt gut.
    Verstehen kann ich den Ambrosius-Stachel-Feldzug immer noch nicht. Welche dieser Aussagen oder Handlungen ist zum Wohle der Bienen?

    Cui bono? Wem nützt es?


    -Ach das ist so mühselig und bleibt ein Kampf gegen Windmühlen.


    Und Werner: Nein, der Film ist es nach wie vor nicht wert gesehen zu werden. Es ist eine sehr subjektive, sich teilweise selber wiedersprechende, unproduktive Wortklauberei. Vielleicht passend zu den Leiden des Karfreitags, aber Ostern sollte man sich das nicht antun. Vielleicht sollte man mal versuchen mit einer, dem Heiligen Ambrosius gewidmeten Kerze, um Weisheit zu beten. (wenn er schon der Schutzpatron des Lernens ist) vielleicht hift das ja, wenn sonst nix hilft...

    Tatsachen muss man kennen, bevor man sie verdrehen kann. (Mark Twain)