Entfernung zum Ablegerstand

  • Hallo Zusammen,


    man liest überall, dass beim Versetzen von Völkern oder bei der Ablegerbildung mindestens drei Kilometer Abstand zum Stand eingehalten werden sollten. Wer kann aus praktischer Erfahrung berichten wie genau man es mit dieser Entfernungsangabe nehmen muss? Hintergrund der Frage ist: ich hätte die Möglichkeit, einen Zweitstand für Ablegerbildung usw. in 2.5 Km Entfernung zu meinem bisherigen Stand zu nutzen. Muss ich damit rechnen, dass nur ein geringer Teil der Bienen zum alten Standort zurückkehrt oder bleiben meinem Ableger im schlimmsten Fall nur die Ammenbienen? Auf Kellerhaft möchte ich möglichst verzichten.


    danke für Eure Anregungen!


    Michael

  • Man kann Ableger auch am gleichen Stand bilden. Es fliegen dann halt die Flugbienen ab.
    Deswegen sehe ich bei der Entfernung kein Problem. Es wird nur ein geringer Teil der Flugbienen zurückfliegen. Zur Sicherheit kannst Du ja ein paar mehr Jungbienen in den Ableger fegen.


    Gruß Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Hallo, die Gefahr ist halt, dass die abgeflogenen Flugbienen im Muttervolk von der ergiebigen Trachtquelle in der Nachbarschaft berichten......
    Bis bald
    Marcus

    39 Völker 30x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 2xDadant US und 2x Zander und einmal Warre :O)

  • die Gefahr ist halt, dass die abgeflogenen Flugbienen im Muttervolk von der ergiebigen Trachtquelle in der Nachbarschaft berichten......

    Danke für den Tipp Marcus. Sehen das andere auch so? Ist die Chance real, dass ich Räuberei über eine Entfernung von 2,5 Km auslöse? Wer hat es in der Praxis erlebt?


    Grüße,
    Michael

  • Hallo Michael,
    meine Erfahrung ist, dass die Geografie zwischen den beiden Standorten auch eine deutliche Rolle spielt.
    Ist die Landschaft eine hügelige und deutlich strukturierte mit Wald, Freiland und bebautem Gebiet ist die Entfernung (Luftlinie) anders zu bewerten als auf dem flachen Land. Wenn ich mir Deinen Wohnort und das Umland ansehe könnten die 2,5 km deutlich zu knapp sein.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Auch die Räuberei wäre am gleichen Stand nicht anders. Hier muss halt das Flugloch kleingehalten werden. Außerdem werden Ableger zur Haupttrachtzeit gebildet, wo Räuberei nicht so sehr ein Problem ist.
    Ich bilde Ableger grundsätzlich am Stand und hatte damit bisher nie ein Problem. Warum sollte es dann in 2,5 km Entfernung Probleme geben?


    Gruß Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • @ Eisvogel: Das ist eine interessante Beobachtung. Als Stadtimker habe ich da wohl schlechte Karten.


    Wolfgang : So habe ich es bislang auch gemacht. Ich würde aber auch gerne mehr mit Kunstschwärmen arbeiten, die ich bei der Honigernte erstelle. Das ging bislang nur über den Umweg "Kellerhaft". Wenn Du Recht hast, würde sich der Aufwand eines Zweitstandes nicht lohnen. Wozu das aufwändige Beutenverstellen, wenn Bienenverlust und Räubereigefahr die Gleichen sind wie am selben Stand!


    viele Grüße,
    Michael

  • Die Kellerhaft ist ja erforderlich, damit der Schwarm nicht wieder auszieht. Bei Brutablegern besteht die Gefahr nicht. Die jungen Bienen bleiben bei der Brut, nur die Flugbienen fliegen zurück ins Muttervolk.


    Gruß Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Hallo Michael


    bei der Ablegerbildung sollten unbedingt alle Waben mindesten 10 Minuten auf den Wabenbock, dann sind die Flugbienen abgeflogen. Dann erst sollte man die Waben zur Ablegerbildung verwenden oder dann erst die Waben abkehren, zum KS. Wie schon unten beschrieben ist dann kein 2. Stand nötig. Ein Problem gibt es nur wenn zu viele Flugbienen wie schon erwähnt wurde in den Ableger kommen. Da ist wieder die Mittagszeit die Beste zur Ablegerbildung, weil dann die meisten Flugbienen unterwegs sind.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo Michael


    bei der Ablegerbildung sollten unbedingt alle Waben mindesten 10 Minuten auf den Wabenbock, dann sind die Flugbienen abgeflogen. Dann erst sollte man die Waben zur Ablegerbildung verwenden oder dann erst die Waben abkehren, zum KS. Wie schon unten beschrieben ist dann kein 2. Stand nötig.


    Ganz genau so ist es, es wird in der Regel viel zu schnell und hektisch gearbeitet, das ja nichts abfliegt, dabei ist genau das wichtig was Reinhard da schreibt

    Nur wir Imker können funktionierende Varroa Abwehr schaffen, sicher nicht die Chemie

  • Ich habe 2 Stände, die etwa die von dir beschriebene Entfernung haben. Früher musste ich die Ableger auch an einem Stand bilden. Ging auch aber man muss schon einiges an Bienen vorhalten, die dann zu ihren Völkern zurückfliegen.
    Da ich die Ableger im Mai oder Juni relativ schwach bilde (1-2 Waben) ist es schon ein Vorteil, sie an den anderen Standort zu bringen. Es gibt zumindest gefühlt keinen Rückflug.
    Ich bilde die Ableger so schwach, weil die bei mir alle erst mal Naturwabenbau machen müssen. Der enthält bei schwach gebildeten Ablegern eben kaum Drohnenbau.
    Für mich ist der 2. Standort bei der Ablegerbildung daher ein großer Vorteil.
    Gruß
    Wolfgang

    Selber denken ist durch nichts zu ersetzen.