Eilmeldung: Glyphosat-Bericht aktuell bei ZDFzoom

  • Hallo zusammen,


    vermutlich werden es gerade nur noch wenige mitbekommen, aber dennoch die Info. Evtl. kann man auch den Link auf die ZDF Mediathek ergänzen.
    Aktuell läuft bei ZDFzoom ein Bericht über den Einsatz von Glyphosat.


    Gruß
    Flo


    Edit: Habe auf Grund der Eile eher die falsche Rubrik genutzt. Vielleicht kann ein Mod. den Thread noch verschieben.

  • Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Ich hab's ein wenig geschaut und bin gerade fassungslos.
    Getreidebauern spritzen Roundup auf erntereifes Getreide, damit dieses gleichmäßig trocknet.
    In der Packungsbeilage steht, dass Stroh aus solch behandelten Getreide NICHT mehr an Schweine verfüttert werden darf.
    Aber das Getreide wird an Menschen "verfüttert".
    Ich muss den Beitrag wirklich nochmal in Ruhe komplett ansehen und kann es jeden nur empfehlen.
    Unsere Politik und die Agrarindustrie macht mich immer öfter sprachlos.

  • Wenn du im Landlive Forum was dazu, resp. dagegen sagstm, werten die dortigen Bauern es als Angriff auf ihre betriebliche Freiheiten, und sie rechnen dir vor wie die Wttbewerbsfähigkeit der deutschen Landwirtschaft leiden würde ohne diese Abreifehilfe.

  • Das mag schon sein luxnigra, aber hier zählt für mich nur der Spruch,
    " Die eigene Freiheit endet da, wo die Freiheit von anderen beginnt"
    Wenn ich als Verbraucher keine Wahlmöglichkeit habe ob ich Lebensmittel kaufe in denen so geerntet Getreide enthalten ist, hat das nichts mehr mit Wettbewerbsfähigkeit etc. zu tun, sondern ist einfach eine Verbraucher Täuschung.
    Landwirte die ohne Schütz mit dem Mittel gearbeitet haben, sind weit häufiger von Krebserkrankungen betroffen wie andere.

  • ...Wenn ich als Verbraucher keine Wahlmöglichkeit habe ob ich Lebensmittel kaufe...


    Lebensmittel sind das Eine. "Trinkwasser" das andere. Die Pestizidbelastungen des Trinkwassers kann sich keiner aussuchen. Wird aber schön unter den Teppich gekehrt.


    Und nicht vergessen: Imker verkaufen ihren Honig auch munter weiter, vor allem Rapshonig, obwohl allen klar ist, daß die unterschiedlichsten Pestizide drin sind. Hier wird dem Verbraucher auch was verheimlicht und das Thema totgeschwiegen.


    Guten Appetit!

  • Seit doch froh, wir sparen uns die Zuzahlung bei Medikamenten... einfach an den Feldrand stellen und eine Dusche nehmen und gut is.
    Was diese Lobby alles auf den Tisch wirft ist echt unfassbar. http://www.agrarheute.com/glyphosat-gegen-krebs
    Jedes Medikament hat Nebenwirkungen, Krebsmedikamente traditionell nicht zu unterschätzende. Missbildungen bei Ferkeln? Womöglich durch Glyphosat ausgelöst? Eine hinnehmbare Nebenwirkung? Davon in diesem Artikel keine Rede.
    Lediglich wird darauf hingewiesen das Kritiker bisher keinen ausreichenden wissenschaftlichen Nachweis erbringen konnten, dass eine Gefährdung vorliegt. Wie denn auch? Kostet viel Geld.
    Wieso muss ich nachweisen das ein Gift mich schädigt und nicht der Anwender? Sobald neue Erkenntnisse vorliegen, seien es auch nur Indizien, muss endlich der Anwender und Hersteller solcher Produkte in die Pflicht genommen werden und erneut Nachweisen das sein Produkt unbedenklich ist! (Wissenschaftlich belegt).


    Viele Landwirte nehmen solche Erkenntnisse leider als Argumentation für ihr Handeln, anstatt mal nüchtern und mit normalen Menschenverstand auf die Sache zu schauen.

  • Am allerunfassbarsten ist doch wohl die mickrige Anzahl an Kontrolleuren, die den Landwirten auf die Finger/in den Boden guckt. Bei der Zahl bleibt mir echt die Spucke weg.
    Erschreckend auch die Aussage von dem auf BIO-Anbau umgeschwenkten Bauern, daß den Landwirten von Anfang an suggeriert wird, es ginge nicht anders. Wer das als Argument anführt, ist entweder gekauft oder naiv.

    'If you don't have a plan, you become part of somebody else's plan.'
    Terence McKenna

  • luxnigra :
    die Landwirte labern immer von Wettbewerbsfähigkeit, ich weiß echt nicht mehr ob ich erst lachen und dann ****en soll oder umgekehrt. Die Landwirte nehmen doch eh nicht am weltweiten Wettbewerb teil da sie einen großen Teil ihres Einkommens über Sozialhilfe (Prämien und Subventionen) erhalten. Die sollten mal wie wir Imker voll mit der Welt in Konkurrenz treten!
    Ich kann es echt nicht mehr hören:
    ständig Gejammer wegen Weltmarkt, zuwenig Prämien, das sie ja eigentlich das ganze Gift auch nicht so wollen und jetzt erdreistet sich die Eu auch noch zuverlangen das auf die Umwelt mehr geachtet werden soll. Wenn der Erhalt der Kulturlandschaft nur aus Biomais und Chemie besteht sollte man vielleicht mal überlegen ob das alles so richtig ist.
    Sorry bin zur Zeit und seit dem Bericht gestern leider etwas angezickt!

  • Es stinkt im wahrsten Sinne zum Himmel!



    In diesem Zusammenhang fällt mir ein Gedicht von Klaus Peter Schreiner aus dem Jahr 1979 ein...


    "Im Märzen der Bauer den Traktor anlässt,
    und spritzet sein Ackerland emsig und fest.
    Kein Räuplein, kein Kräutlein dies Gift überlebt,
    dem Vöglein im Wald gar das Mäglein sich hebt.


    Im Sommer der Bauer die Säcklein entleert,
    und dünget die Früchte, von denen man zehrt.
    Er weiß, wie man dünget, ja aus dem Effeff,
    von Bayer, von Hoechst und von BASF.


    Im Herbst dankt der Bauer der Tiermedizin.
    Die Milch wird nicht sauer vor Penicillin.
    Die Schweine sind fettarm und lang wie noch nie,
    zum Ruhm und zur Ehre der Tierpharmazie.


    Im Winter der Bauer sein Scheckbüchlein nimmt,
    mit Weib und mit Kind den Mercedes erklimmt.
    Er fährt in die Kreisstadt - er ist ja nicht dumm,
    und kauft im Reformhaus - er weiß schon warum."




    ...aus dem Jahr 1979. Da war ich neun... Was hat sich seit dem diesbezgl. verbessert? Ich glaube nicht, das wir auf Politik und Menschenverstand setzen können...


    Einstein sprach: "Es gibt zwei Dinge, die sind unendlich: Das Universum und die Dummheit der Menschen. Wobei ich mir beim Universum nicht sicher bin..."



    Ralf, der langsam seine Hoffnung verliert

    Die vergangenen Tage nicht im Sinne tragen, den kommenden Morgen nicht schon beklagen...

  • Es stinkt im wahrsten Sinne zum Himmel!
    Ralf, der langsam seine Hoffnung verliert


    Ja, bei solchen Berichten werde ich auch fast depressiv. Was soll ich meinen Kindern sagen, welchen dreck wir ihnen hinterlassen?

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Was soll ich meinen Kindern sagen, welchen dreck wir ihnen hinterlassen?


    Das ist auch für mich ein großer Antrieb beim imkern. Wir verpesten den Globus mit "unseren" gepanschten Mittelchen und unsere Körper mit Stress. Ich habe lange einseitig gedacht und im Moment brechen bei mir viele eingerostete "Meinungen".
    So langsam entwickelt sich ein kleines Gefühl der Verzweiflung bei mir, warum man Dinge in Frage stellt die sich lange bewährt haben. "Nur" um diese neuen Dinge für Einzelne zu verbessern, riskieren wir nicht nur das Gleichgewicht auf dem schönen Planeten, sondern auch immer weiter in der Gesellschaft. Meine Schwiegereltern haben Ihre (kleine) Landwirtschaft vor 2 Jahren ruhen lassen. Klein bedeutet in dem Fall ca. 25 Hektar, 30 Rinder, 40 Schweine - für mich als "Verbraucher" dennoch eine gefühlte Menge mit der man eigentlich solide wirtschaften können "sollte". Das Gegenteil ist der Fall. Die Fläche wird nun verpachtet und in Monokultur mit Mais für Biogas genutzt. Alleine diese "Makroaufnahme" zeigt ein Teil unseres Problems. Es muss doch möglich sein hochwertige Lebensmittel herzustellen und regional zu verwerten, zu veredeln... Die Wertschöpfungskette muss nicht immer zwingend über den kompletten Erdball gespannt werden. Ich würde gerne mein IT-Unternehmen "zurückbauen" und auf der anderen Seite einen neuen Weg bestreiten.... hochwertige, regionale Lebensmittel.... laut gedacht: Honig, Käse, Brot & Co - Die Erfolgsaussichten sind mau bis nicht machbar. Schade. Was für eine Ironie ist es, wenn wir Überproduktionen von Milch in Form von Milchpulver nach Afrika karren und dort billiger verkaufen als die Frischmilch des Bauern der vom Verkauf der Milch seine Familie ernährt??? Skuril. Aber... ich werde OT. Von daher höre ich mal lieber auf :)

  • Was mich bei dieser Reportage sehr erschreck hat, ist der Hinweis wie die Grenzwerte in den Lebensmitteln für Glyphosat festgelegt werden:


    Meine bisherige Meinung war, dass geguckt wird, wie viel Getreide isst ein Mensch im Durchschnitt, wie viel Mais und wie viel *was weiß ich*. Dann wird geguckt, dass man mit der täglichen Dosis unter dem als gefährlich eingestuften Wert bleibt. Aber nein, weit gefehlt. Der Grenzwert ist bei den Lebensmitteln, welche am häufigsten gegessen werden am höchsten. Also Leute, bitte, was ist das für ne Logik? Und wenn dann ein höherer Wert, als der Grenzwert im Getreide gefunden wird, wird nicht etwa nachgeforscht, warum das so ist, ob vielleicht ein Bauer Landwirt einen Fehler bei der Dosierung gemacht, sondern es wird einfach der gültige Grenzwert erhöht.


    Das Mittel wurde nicht ohne Grund in ein paar Nachbarländern verboten. Und hier ist der Verbrauch in den Letzten "10????" Jahren an gestiegen.


    Ich kann es nicht glauben, wie hier der Verbraucher verarscht wird....