Belegstellenschutzgesetz Sachsen

  • Moin,


    in Sachsen bemüht sich der LVSI um einen Schutz der Belegstellen. Bislang gibt es da nur einen Anstandsschutz nicht aber ein verbindliches Belegstellengesetz. Ein solches hat der Verband erarbeiten lassen und mit denen anderer Bundesländer abgeglichen. Erstaunlicherweise unterläuft der Landesverband Sächsicher Buckfastimker dieses Vorhaben seit es im Landtag und mit Abgeordneten vorbesprochen ist und wendet sich dagegen. Ich kann allerdings nicht erkennen, aus welchen Gründen man sich gegen den Schutz von Zuchteinrichtungen wie Belegstellen aussprechen kann. Die Belegstellen sollen doch - wie in anderen Bundesländern auch - nicht für bestimmte Rassen gesperrt oder reserviert sein. Es gibt doch sicher auch Buckfastbeslegstellen mit geregeltem Schutz ind Deutschland.


    Wie seht Ihr das? Fehelt mir nur der Überblick? Was kann man gegen Belegstellenschutz haben?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Zitat

    nicht für bestimmte Rassen gesperrt oder reserviert sein.


    Hmm....
    davon ging ich eigentlich aus?


    Wie will man sonst sicher stellen, dass eine z.B. Carnica nicht auf einen orangefarbenen Drohn trifft?


    Ich weiß zwar nicht Bescheid, aber vielleicht geht das anderen ebenso
    und sie befürchten, ihre bevorzugte Biene aufgeben zu müssen.


    Vielleicht hilft dann Info?
    (würde mich auch interessieren, wie das ohne Sperrung gehen soll)


    Gruß Doro
    und ich bin nicht gegen Belegstellen

  • Außerhalb Bayerns kann Ichs dir leider nicht sagen, in Bayern gibt es eine einzigste Buckfastbelegstelle und die ist nicht offiziell anerkannt bzw. Geschützt. Dem Gegenüber stehen 23 anerkannte Carnica Belegstellen http://www.lwg.bayern.de/bienen/info/zucht/28937/
    Ich bin zu kurz Mitglied im LV Bayrischer Buckfastimker um hier genaue Aussagen machen zu können was in der Vergangenheit war.
    Vom Gefühl her würde ich sagen, das Buckfastbelegstellen einigen ein Dorn im Auge sind, ist aber wie gesagt nur ein Gefühl (wobei die blanken Zahlen auch für sich sprechen)

  • Doro,


    das Gesetz ist in seinem Entwurf völlig neutral. Und natürlich muß eine Belegstelle für andere Drohnen gesperrt bzw. nicht erreichbar sein. Das ist ja der Witz. Auch funktioniert der Belegstellenschutz nur, wenn der Radius ohnehin rasse- oder linienrein oder bienenfrei ist. Dafür tun die Belegstellen ja was. Sie weiseln die Völker im Radius um (oder fackeln sie ab :cool:) und klären die Wanderer auf. Gegen den Mißbrauch der eigenen Drohnenvölker durch angewanderte Begattungseinheiten können sie ohnehin nichts tun. Dann hätten sie wenigstens eine handhabe gegen eingewanderte Drohnen.


    Ich weiß auch, daß ein Belegstellengesetz kaum vollziehbar ist. Warum aber bekämpft man es dann?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Henry,
    du meinst, eine Belegstelle (A) wird nur dort eingerichtet,
    wo es sowieso nur Bienen der Rasse (A) gibt? oder fast nur?


    Dann fehlt ev. wirklich Info.
    Außerdem - eine Umweiselung mit einer guten KÖ - vll. sogar kostengünstig -
    das könnte sogar ein Argument dafür sein.
    Jetzt mal abgesehen davon, dass jeder Imker die besten Kös hat.


    Aber sonst weiß ich auch nicht....
    "fackeln sie ab" - das könnten sie befürchten .


    PS:
    ach so, jetzt hat es erst geklingelt bei mir...
    du meinst mit "völlig neutral" -
    wenn es für Carnicas gilt, dann hätten auch die Buckfastler die Sicherheit des geschützten Gebietes
    rund um ihre Belegstelle - also nicht "für bestimmte Rassen gesperrt"
    sondern für jeweils bestimmte Rassen.


    Sehe ich ein - Fazit: Ich weiß keine Antwort, außer Info fehlt.
    Der Mensch lehnt ja alles ab, was er nicht begriffen hat.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Doro E () aus folgendem Grund: PS

  • Moin,


    in Sachsen bemüht sich der LVSI um einen Schutz der Belegstellen. Bislang gibt es da nur einen Anstandsschutz nicht aber ein verbindliches Belegstellengesetz. Ein solches hat der Verband erarbeiten lassen und mit denen anderer Bundesländer abgeglichen. Erstaunlicherweise unterläuft der Landesverband Sächsicher Buckfastimker dieses Vorhaben seit es im Landtag und mit Abgeordneten vorbesprochen ist und wendet sich dagegen.


    Hallo Henry. Ein Belegstellenschutz kann nur für die jeweilige Rasse gelten die dort zur Aufstellung kommt. Im Schutzgürtel der Belegstelle dürfen dann keine anderen Bienen als die auf der Belegstelle aufgestellten gehalten werden. Das verstößt gegen die Verfassungsmäßigen Grundrechte der freien Entfaltung. Ferner müssen alle im Schutzgürtel der Belegstelle befindlichen Imker mit der Einrichtung dieser Belegstelle einverstanden sein. Die Bemühungen für die Belegstelle sind erst voran gebracht worden nachdem dort der Landesverband der Buckfastimker gegründet worden ist. Somit kann ein einzelner Imker der nicht mit der Umweiselung seiner Bienen auf die Belegstellenlinie einverstanden ist, das ganze Projekt zu Fall bringen und das ist gut so. In Deutschland gibt es schon genügend Belegstellen. Bei 7,5 oder 10km Schutzgürtel sind das X qkm wo dann den Imkern vorgeschrieben wird welche Bienen sie zu halten haben. Für alle die es nicht wissen... Zucht geht nur über künstliche Besamung oder Inselbelegstelle, alles andere ist nicht sicher, weil Drohnen bis zu 30km wandern und völliger Blödsinn.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

    Dieser Beitrag wurde bereits 3 Mal editiert, zuletzt von derbocholter () aus folgendem Grund: Die Bemühungen.............

  • Das verstößt gegen die Verfassungsmäßigen Grundrechte der freien Entfaltung.

    Aber Bißchen dünne ist die Luft da oben schon ... :roll:

    In Deutschland gibt es schon genügend Belegstellen.

    In Sachsen - mangels Schutz - nicht eine.

    wo dann den Imkern vorgeschrieben wird welche Bienen sie zu halten haben. ... kann ein einzelner Imker das ganze Projekt zu Fall bringen

    Ja wie nun? Da könnte man doch glatt dem einen Imker Die Rasse vorschreiben, oder doch nicht?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Aber Bißchen dünne ist die Luft da oben schon ... :roll:In Sachsen - mangels Schutz - nicht eine.Ja wie nun? Da könnte man doch glatt dem einen Imker Die Rasse vorschreiben, oder doch nicht?


    Hallo Henry. Falsch! Es darf keine Belegstelle eingerichtet werden, wenn nicht alle dort ansässigen Imker vorher Ihr schriftliches Einverständnis durch Unterschrift erklärt haben.

    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • ....In Sachsen - mangels Schutz - nicht eine.Ja wie nun?


    Hallo Henry,


    also ich hab in diesem Jahr Königinnen von einer sächsischen Belegstelle bezogen. Wenn ich mich recht erinnere heißt die Königstuhl und liegt irgendwo im Werdauer Wald.


    Oder ist das in Deinen Augen keine Belegstelle, weil die Anforderungen nicht erfüllt sind?


    Meiner Meinung nach muß man es ja nicht übertreiben. 5 km Umkreis reichen auch, dann ist auch die Ortswahl nicht so schwierig.
    Wenn eine Drohne von außerhalb die 5 km unter den heutigen Umweltbedingungen schafft, dann hat sie es auch verdient sich fortzupflanzen :)


    Gruß Sven


    edit: falsch erinnert... die Belegstelle heißt Fürstenstuhl und ist die Belegstelle 06 im LVSI

  • Es darf keine Belegstelle eingerichtet werden, [B]wenn nicht alle dort ansässigen Imker vorher Ihr schriftliches Einverständnis durch Unterschrift erklärt haben.

    Also gilt doch auch der Umkehrschluß. Also wo ist noch das Problem? Im Umkreis von "Seiferts Kirschberg Trebsen" hätte ich die Einverständnisse.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Oder ist das in Deinen Augen keine Belegstelle, weil die Anforderungen nicht erfüllt sind?

    Ich hab da grad ma rumteliofoniert, weil's doch Bißchen hochkocht: Die Belegstellen haben fast alle ab Mitte Juli einen deutlich spürbaren Fremddrohnendruck und folglich Begattungsfehler. Ein wesentlicher Grund sind die Wanderbewegungen zur Linde.


    Genau genommen, haben wir Standbegattungen mit erhöhter "Soll"-Drohnendichte.


    ... und nebenbei wird immer vergessen, was Belegstellen ansonsten so leisten als Bildungs- und Begegnungstätte.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo !!


    Ein Belegstellenschutz kann nur für die Rasse gelten die dort zur Aufstellung kommt.


    Das ist schon allgemein klar oder ?


    Im Schutzgürtel der Belegstelle dürfen dann keine anderen Bienen als die auf der Belegstelle aufgestellten gehalten werden.


    Ja, sonst wäre die Belegstelle ja auch ziemlich witzlos ...



    Ferner müssen alle im Schutzgürtel der Belegstelle befindlichen Imker mit der Einrichtung dieser Belegstelle einverstanden sein.


    Mit ein Grund warum die Imker im Umkreis von drei km immer ganz gut versorgt werden mit entsprechendem Königinnenmaterial der Belegstelle.



    Somit kann ein einzelner Imker der nicht mit der Umweiselung seiner Bienen auf die Belegstellenlinie einverstanden ist, das ganze Projekt zu Fall bringen und das ist gut so.


    Persönlich finde ich das nicht ganz so gut ... vorallem wenn diese Bienenhalter voll auf Konfrontation aus sind
    und offensiv alles tun das keine "geschütze" Belegstelle in Betrieb gehen kann.
    Ein "offizeller" Dunkle-Bienenhalter, hat seiner Stand hier nach bekanntwerden eines geplanten "Schutzes" einer Belegstelle extra dichter daran gelegt.



    In Hessen hats 12 anerkannte Belegstellen, davon ist eine nach der Hessischen Belegstellenverordnung geschützt.
    Die Schutzgrenze für Belegstellen in Hessen ist 7km, das sind für die eine Geschützte rund 154qkm bei einer hessischen Gesamtfläche von rund 21.115qkm .... also rund 0,7% der Landesfläche die in diesem Fall für die Carnica "reserviert"ausgelegt ist.



    GdBK

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.