Aggressiv = Varroaresistent

  • Hallo Leute


    Ich würde gerne mal eine Diskussion zum Thema:
    Ist unser Bemühen um eine friedliche Biene eventuell der falsche Weg?


    Für mich als Jungimker sieht es so aus als ob resistente Bienen immer auch aggressiv sind.
    (natürlich sind aggressive Bienen nicht automatisch resistent)


    Meinungen und Infos erwünscht.


    Heese

    .. und es gibt doch ein Leben vor dem Tod! (Prediger 3,22)

  • Weniger Bearbeitung = besserer Wärmeerhalt. Nach einigem Hin und Her rechnen bin ich zu dem Ergebnis gekommen, daß Bienen in menschengemachten Kisten tendenziell drei bis vier Mal so viel Heizleistung erbringen müssen, allein aufgrund der Konstruktion der Beuten, als im idealisierten Baumstamm. Und das ohne die ganzen Eingriffe und Umschichtungen in der Beute, die ja auch nochmal Anstrengung kosten.


    Ob diese Anstrengungen ohne Folgen bleiben, wage ich zu bezweifeln.


    Bei mir haben bisher die Stechervölker, und darunter sind schon einige besondere Exemplare gewesen, :Biene:, keine bessere Varroafestigkeit gezeigt.


    Ps: Nach jahrelanger Nichtstunimkerei sehe ich aber ein, daß die völlige Ruhe vor dem Imker keine Lösung per se bringt. Ich habe eher den umgekehrten Eindruck, daß die Hilfe durch den Imker sehr wohl anschlägt und zur Gesundheit des Bien beiträgt. (Wenn die Hilfe zu dem Zeitpunkt und Zustand sinnvoll ist.)

  • Also hat Joh. Thür mit seiner Nestduft-Wärmebindungstheorie gar nicht so schlecht gelegen.
    Das aber der optimale Wärmehaushalt eines Volkes, einen Benachteiligung für die Varroareprodutktion hat, wage ich mal zu behaupten.
    Aus eigener Beobachtung kann ich noch hinzufügen, ab und zu hat jeder mal einen Stecher am Stand. Einen besseren Umgang mit Varroa konnte ich jedoch auch nicht feststellen.

    Grüße, Horst -- Wer nichts macht, kann nie etwas richtig machen. --

  • Ich bin aus folgenden Gründen auf diese Idee gekommen:
    - die Bienen von JOHN KEFUS sollen wenig friedlich sein (hatte ich mal gelesen)
    - die afrikanisierte Honigbiene kommt offensichtlich mit den Milben klar
    - mein Bruder hatte mal ein sehr aggresives Volk ohne nennenswerten Varroatotenfall
    - Imker versuchen schon seit Jahren erfolglos resestente Bienen zu züchten. Eventuell weil sie die Stecher gleich aussortieren?


    Auf jeden Fall steht "Sanftmut" bei allen Zuchtbewertugen recht weit oben (verständlicher Weise ...)


    Erstmal - Danke für die Antworten!


    Gruß von der Förde
    Heese


    p.s. ich Imker immer mit Schleier und Handschuhen ... und ich stehe dazu :cool:

    .. und es gibt doch ein Leben vor dem Tod! (Prediger 3,22)

  • Bei mir haben bisher die Stechervölker, und darunter sind schon einige besondere Exemplare gewesen, keine bessere Varroafestigkeit gezeigt.


    :daumen: ... ist auch meine Erfahrung. Ganze Stecherstände sind bereits in die ewigen Honiggründe eingegangen, weil mancher Imker glaubte, diese Bienen wären besser bei der Abwehr der Plagegeister.
    Aber die Wehrhaftigkeit gegen Bären & andere Honigdiebe ist nicht gleichbedeutend mit Wehrhaftigkeit gegen die Varroa. Leider.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"


  • Hallo,


    da es bei unseren Bienen keine Resistenz gibt, kann es auch den Zusammenhang zur Sanftmut oder Stechlust nicht geben.


    Es gibt jedoch Bienen mit besserem Ausräumverhalten, wie bei der evolutionären A-Linie, wozu die Sicula gehört, siehe Beitrag: http://www.nordbiene.de/untera…ne-l-ape-nera-sicula.html


    Meine Versuche mit der Sicula hier in Kiel jedenfalls waren überraschend; in Kürze dazu ein Bericht von mir hier im Forum.


    Gruß
    KME

  • Hallo das glaube ich nicht.


    Die absolut resistente Cerana ist eine extrem sanfte Biene.


    Das ist natürlich ein Argument!
    Aber
    - sie ist in gleicher Weise "resistent "wie die Afrikanisierte Honigbiene
    - sie gehört zu einer anderen Art


    Gruß von nebenan
    Heese

    .. und es gibt doch ein Leben vor dem Tod! (Prediger 3,22)

  • Liegen nicht neue Erkenntnisse vor, die zeigen, daß die Resistenz der afrikanisierte Bienen nachläßt/zusammenbricht?

  • Ja, ich habe letztens im Netz einen Artikel gelesen, dass ganz aktuell die Varroa in Zentralafrika (Sambia) die Bienenpopoulation bedroht.


    Kann den Artikel auf die Schnelle nicht finden.


    Von daher meine Vermutung: bei der westlichen Honigbiene gibt es keine Resistenz. Sie wird komplett der Varroa zum Opfer fallen.
    Gruß
    KME

  • Es gibt jedoch Bienen mit besserem Ausräumverhalten, wie bei der evolutionären A-Linie,.....


    Hallo Kai Michael,


    ich würde das nicht unbedingt aufs Ausräumverhalten begrenzen, sondern die Fähigkeit allgemein, den Stock sauber zu halten. Sowohl von Gemüll, als auch fremden Bienen, etc.


    Mir ist schon mehrfach aufgefallen, dass meine Bienen sehr genau darauf achten, wer oder was da in den Stock will, seitdem die Fluglöcher wegen Räuberei extrem eingeengt wurden. Da wird jede ankommende Biene von einem etwa zehnköpfigen Empfangskommitee auf Herz und Nieren geprüft, bevor sie wieder in den Stock darf. Das schaut für mich tatsächlich so aus, als würde auch unterhalb des Hinterleibes geschaut, ob da blinde Passagiere anhaften.


    So Sachen wie "Einbetteln" funktionieren bei kleinem Flugloch überhaupt nicht, da werden sämtliche Fremdlinge rigoros bekämpft, was leider auch zu hohen Verlusten bei den eigenen Bienen führen kann, wenn es mal mehr fremde Bienen sind, die in den Stock wollen.


    Einfluglöcher über die gesamte Beutenbreite erfordern eine Vielzahl an Wachbienen, vielleicht zuviel.... Durchaus möglich, dass auch hier ein Ansatzpunkt wäre, das Sauberkeitsverhalten der Bienen zu fördern, wenn man die Fluglöcher eingrenzt und damit das "Bewußtsein" schafft, das niemand reinkommt, der nicht rein soll. Varroas habe ich bei meinen (zu mir freundlichen) Carnica übrigens noch nicht zu Gesicht bekommen.


    Gruß Sven