Beute im Winter verstellen

  • Ich nehme an, Du meinst das taeglich erfolgende Verruecken?


    nein, ich meinte deine Geschichte mit dem völlig veränderten Fluglochbereich, der die Bienen sofort dazu zwingt, sich erst mal "umzuschauen", was da überhaupt los ist und sich dabei automatisch neu einzufliegen anstatt im Vertrauen auf eine bekannte Umgebung einfach wie gewohnt blind herauszuschießen nur um dann erst bei der Rückkehr festzustellen, dass ja alles anderes geworden ist und man sich gar nicht mehr auskennt.


    @Kai-Michael Engfer:
    Stimmt, ohne Flugverkehr macht das schrittweise Umsetzen keinen Sinn. Tolle Geschichten und schöne Dokumentationen in deinem Blog - danke, solche Berichte liebe ich! :daumen:


    Gruß
    hornet

  • Moin, moin!
    Ich muß meine Beuten noch unbedingt versetzen und wollte es eigentlich heute machen, da bisher kein Flugbetrieb herrschte und wir Temperaturen um den Gefrierpunkt (oder deutlich darunter) hatten.
    Beim rauschauen vorhin haben ich bei gerade dem Volk, was ich um ca. 1m verstellen und um 90° drehen muß, regen Flugbetrieb festgestellt.
    Kann ich trotzdem verstellen? Sollte ich für 1-2 Tage dann das Flugloch zu machen bzw. Zweige reinstecken?
    Ich muß die Beute verstellen, daran komme ich leider nicht drum herum, habe mich letztes Jahr beim erstellen eines Fluglings ein wenig zugebaut.
    Hoffnung auf deutlichen Temperaturabfall mit keinem Flugbetrieb habe ich keine, da wir zwar nachts noch um den Gefrierpunkt, tagsüber aber deutliche Plusgrade kriegen sollen.
    Habt ihr sonst einen Tip?

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Hallo,
    bei einem Meter brauchst du nicht viel Faxen zu machen. Stell die Beute den Meter zur Seite und fertig. Wenn keine andere Beute daneben steht finden sie nach kurzem Suchen den Eingang.
    (Wenn die Beuten zu eng stehen machst du es in kleinen Etappen ( immer Beutenbreite) im März wenn sie wieder regelmäßig fliegen. Alle zwei Tage verrücken, fertig.)
    Nach ein paar Tagen drehst du die Beute zur Seite , und das wars. Die Bienen sind anfangs etwas irritiert, finden sich aber bei einer so kurzen Entfernung schnell wieder zurecht.
    gruß Finvara


    Ps.: Auf keinen Fall Flugloch verschließen !!!! Stell vor das Flugloch einen Ziegelstein od. etwas ähnlich auffälliges. Die Bienen merken sich dieses "Geländemerkmal".

    ... alle sagten das es unmöglich ist, .... bis einer kam der das nicht wußte

  • Ich muß meine Beuten noch unbedingt versetzen
    um ca. 1m verstellen und um 90° drehen muß, regen Flugbetrieb festgestellt.
    Kann ich trotzdem verstellen? Sollte ich für 1-2 Tage dann das Flugloch zu machen bzw. Zweige reinstecken?


    Muss es denn sehr sofort umgestellt werden, oder reicht es, wenn es nur "bald" bzw. bis zum Sommer umgestellt ist?


    Wenn ich es selbst richtig verstanden habe, funktioniert die Methode "Umstellen auf kurze Distanz" (also das mit den Zweigen im Flugloch) nur, wenn Flug- und Sammelbetrieb ist, weil dann mehr oder wenige alle Bienen, die rausfliegen, dies auch innerhalb eines oder zwei Tagen machen. Und dann merken sie eben, dass sich was verändert hat und fliegen sich neu ein.


    Jetzt im Winter dagegen fliegen auch an schöneren Tagen nur wenige Bienen raus, nämlich die, die "es nötig haben" und müssen.
    Und jetzt im Winter haben die Bienen auch ein viel längeres Ortsgedächtnis, es ist hier die Rede von 2 oder 3 oder sogar noch mehr Wochen. Im Sommer dagegen sollen schon drei Tage Dauerregenwetter ohne Flugbetrieb reichen, dass sich die Bienen sowieso neu einfliegen.


    Das bedeutet nach meinem Verständnis: Wenn du nun für ein paar Tage das Flugloch veränderst und die Beute verstellst, wird es nur einem Teil der Flugbienen gelingen, sich den neuen Verhältnissen anzupassen. Und auch das nur, wenn Tage mit mehr oder weniger Flugbetrieb kommen. Die anderen Bienen waren in dieser Zeit aber vielleicht trotzdem gar nicht draußen, merken sich aber noch ein paar Wochen den alten Stand. Fliegen sie dann an schönen Tagen raus, sind sie vielleicht verloren.


    Ein Meter wäre an sich nicht viel, aber gleichzeit Flugloch 90° verdreht ist schon mehr, zumal im Winter, wo längere Suchflüge vielleicht tödlich enden, während sie im Sommer trotzdem zu einem guten Ende, sprich, dem Finden des neuen Eingangs geführt hätten.


    Bienenverluste jetzt im Winter wiegen weit schwerer als im Frühling oder Sommer.
    Meine Empfehlung daher: Kein Risiko eingehen und warten, ob sich nicht doch eine Phase mit 2 oder 3 Wochen ganz ohne Flugbetrieb einstellt und dann radikal ohne weitere Maßnahmen umstellen.
    Wird es Frühling, ohne dass sich so eine Wetterphase eingestellt hätte, die Beute bei Wetter mit täglichem Flugbetrieb entweder mit der Methode "Umsetzen auf kurze Distanz" in einem Rutsch versetzen und drehen. Habe ich selbst aber noch nicht gemacht, kann ich nichts zu sagen.


    Oder althergebracht die Kiste in zwei oder drei Schritten gleichzeitig ein wenig drehen und ein wenig versetzen und jeweils ein bis zwei Tage stehen lassen.
    Das habe ich selbst schon mal so gemacht und das funktioniert ohne erkennbare Verluste und ist bei einer Beute auch kein großer Aufwand. Auf so kleine Veränderungen reagieren die Bienen zwar leicht irritiert, finden dann aber rasch trotzdem den neuen Weg. Nach einer Woche ist das fertig.


    Gruß
    hornet

  • Hi, danke für eure Antworten.
    Werde dementsprechend noch etwas warten und erst in einem Monat umstellen, wenn Flugwetter herrscht.
    Hatte mich auf Februar eingeschossen, weil das oben mal so stand....

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Guten Tag zusammen!


    Leider habe ich im letzten Herbst einen großen Fehler beim Aufstellen von einem Dadant-Zwilling gemacht. Da ich das Volk etwas vor Blicken geschützt haben wollte, habe ich es am Rand eines kleinen Wäldchens aufgestellt und war nicht weitblickend genug zu sehen, dass die Sonne im Frühling überhaupt nicht das Volk erreichen kann. Nun, da die Sonne scheint und die Völker fliegen, habe ich die Gelegenheit verpasst, den Zwilling während der Winterruhe zu verstellen. Meine Sorge ist die Gefahr der Nosema, da in der Beute zwei kleinere Völker stecken (im Spätsommer gebildete Kunstschwärme). Sieht jemand eine Chance, diesen Kasten trotzdem noch in die Sonne zu bringen? Es gibt sonnige Stellen, die hoch mit verdorrten Brennnessel-Trieben stehen. Ich habe daran gedacht, ob diese "wilde" Fluglochumgebung ein erneutes Einfliegen nötig macht, aber habe doch starke Zweifel, ob ich damit alles nur "verschlimmbessere". Jemand hat mir den Rat gegeben, den Kasten für drei Tage in den Keller zu stellen. Auch da bin ich unsicher.
    Ich wäre für Eure Erfahrungen sehr dankbar und auch für eventuelle Ratschläge.


    Herzliche Grüße
    Bernd


    P.S. Der nächste sonnige Platz ist allerdings ca. 10 Meter entfernt und die Flugrichtung wäre gerade entgegengesetzt.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Denkzeichner () aus folgendem Grund: Ergänzung


  • Hallo Bernd. Brennesseln sind Stauden. Sie sind das erste mit was wächst wenn es jetzt wieder wärmer wird und werden genau das tun was du nicht willst. Deinen Kasten beschatten. Drei Tage in den Keller bringt nix weil die Bienen nicht so schnell den Standort vergessen. Hier hilft nur über 3km verstellen und schleunigst die Ableger trennen.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Bernd. Bei den derzeitigen Temperaturen ist ein Bienentransport nicht mehr gefährlich.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Werner Egger () aus folgendem Grund: Keine direkt darüber stehenden Artikel im Ganzen zitieren.

  • Hallo zusammen ,

    ich habe heute 2 Völker in einen neuen Bienenunterstand verstellt .

    Heute hat es 5 -7 ° Grad Plus , kein Wind ,die Bienentraube sitzt locker aber kein Bienenflug ,ab auf die Schubkarre , ganz langsam und vorsichtig fahren und fertig ist der Umzug !!


    Schönen Sonntag,


    Bertram

  • da ich nicht weiß, ob bei diesen Temperaturen von 5-10°C schon geflogen wird, würde ich wie beim Verstellen bei kurzer Distanz mit Gestrüpp oder Fluglochvorsatz mit seitlichem Auslaß ein einfaches Rausstürmen verhindern- und das für die nächsten Wochen!

    Im letzten Jahr hatte ich beim Verstellen der letzten aktiven Beute aus einem Wagen mit Hühnerleiter die Zweige nach einer Woche zu früh entfernt und Wochen später einige hundert Bienen im Wanderwagen tot vorgefunden. Die hatten einen Weg in den Wagen gefunden, aber durch die zu helle Türscheibe nicht wieder raus.

  • Hallo Bertram,

    Du bist im Neuen Jahr ganz schön optimistisch.

    Bei den Temperaturen fliegen sehr wohl die Bienen; Bienenfred!

    Dann noch mit der Schubkarre, ich befürchte kein gutes Ende der Aktion. War es wirklich zwingend notwendig zu dieser Jahreszeit?

    Gruß Eisvogel

    Als ich mich zum imkern entschlossen hatte, fand ich mich ratlos vor diversen modernen Beuten-Systemen.

    Abbé Emil Warre 1948, 12. Auflage Bienenhaltung für alle, Übersetzt von Mandy Fritsche, 2010

  • Hallo ,

    ich hätte die Beuten natürlich auch im Feb. od. März umstellen können , bis dahin hätten sich aber die Bienen auf den alten Stand eingeflogen , das wollte ich nicht .

    Die letzte Zeit wahr kein Bienenflug , da sie um diese Zeit im Schatten stehen und die ganze kommende Woche wird 3 bis 7 ° Grad Plus angesagt , also auch nicht .

    Bei Minus - Grade wenn sie in der Wintertaube sitzen get´s auch nicht , also wahr heute schon

    ein guter Zeitpunkt die 15 m zu verstellen .

    So in 5 - 10 min. war alles erledigt , habe dann am Nachmittag noch ein paar mal im Garten geschaut , aber bei gruseligem Wetter hat sich nicht`s gerührt .

    Wenn jetzt doch ein paar Bienen die nächste Woche meinen sie müssen zurück dann müssen

    sie in die ERB die dort als Nachbarbeute stand .


    Grüe ,


    Bertram

  • Ich kram das Mal wieder aus der Versenkung hervor.


    3 meiner Völker müssen auf ein anderes Grundstück umziehen. Luftlinie sind es nur etwa 200 - 300 Meter.
    Die Ausrichtung der Fluglöcher war bislang nach Süden, dann wird es Osten sein. Bei uns ist es im Schnitt relativ warm, aktuell zwischen 12 und 15 Grad, laut Vorhersage bekommen wir im Oktober aber auch nochmal 20. im Februar kann es durchaus auch schon mal 2 stellig sein.


    Wann wäre denn der beste Zeitpunkt die Völker zu verstellen und mit welcher Methode?


    Danke 😊