Überlegungen zur Aufstellung

  • Hallo,


    ich habe mir einen Garten angesehen, in dem ich nächstes Jahr (mit freundlicher Genehmigung für den Preis von ein paar Gläsern Honig) 2 Völker stellen kann. Leider ist der Garten sehr dicht bewirtschaftet. Egal wo ich die Beuten hinstellen würde, sind entweder Beete oder ein Weg in der Nähe.


    Die Aufstellung in der Nähe eines Weges habe ich schon abgehakt. Das laufen immer so dusllige Gestalten durch die Anflugschneise. Bleibt also nur Flugloch zum Beet. Die Eigentümer sind nicht ängstlich, aber ich möchte auch nicht, dass sie beim Unkraut jäten oder gießen gestochen werden? Wie dicht darf Mann/Frau an die Beuten fluglochseitig heran, ohne attakiert zu werden?


    Oder Variante 2: Flugloch gen Westen und die dortige 1m hohe Hecke zum Nachbarn gerichtet. Die Nachbarn wären kein Problem, die sind nur mal zum Rasen mähen in der Nähe. Wie weit muss der Abstand zur Hecke sein, dass die Bienen noch gut starten und landen können. Geht das Flugloch überhaupt nach Westen zu richten?


    Viele Grüße


    Tom

    Auch eine eierlegende Wollmilchsau gibt keinen Honig.

  • Hallo Tom


    Gegen ein Beet richten würde ich nicht. Die Eigentümer sind nicht ängstlich, was aber, wenn sie mehrmals gestochen wurden. Ob sie dann noch Freude daran haben? Würde ich nicht riskieren, ist dann nicht optimal, wenn es heisst, die Bienen müssen weg. Wenn ich vor meinen Beuten stehe, dann sticht mich keine Biene. Aber wenn ich davor Gartenarbeit verrichte, kommt es ab und zu Stichen. Sind meine Bienen, ich kann damit leben. Ob das die Eigentümer auch können?


    Meine Bienen stehen auch in meinem Garten vor einer Hecke. Abstand ca. 1.5m. Ob das optimal ist oder nicht, kann ich nicht sagen. Habe aber bis jetzt nichts festgestellt, was mich dazu bewegen könnte den Abstand zu erweitern.


    Wieso sollte es nicht möglich sein das Flugloch nach Westen zu richten?


    Gruss
    David

    "There must be some kind of way out of here," said the joker to the thief. "There's too much confusion, I can't get no relief. Businessmen they drink my wine, plowmen dig my earth. None of them along the line know what any of it is worth." Bob Dylan

  • Hi Tom,


    man kann sich zwar lange und oft auch dicht vor den Fluglöchern aufhalten, aber früher oder später kommt es dann auf jeden Fall aus den verschiedensten Gründen auch mal zu Attacken. Meist völlig unvermutet und so schnell, dass man keine Chance hat. Und auch, wenn man ganz friedlich da sitzt.


    Aber wenn man so dich vor den Fluglöchern auch noch kräftig herumhantiert, Pflanzen schneidet oder Erde aufwühlt, ist das GANZ schlecht, den diese Gerüche und Bewegungen werden die Bienen unter GARANTIE aufregen. Und schon an nur mittleren Flugtagen gehe ich jede Wette ein, dass auch der unerschrockenste Gärtner sein Beet nicht bearbeiten wird, freiwillig! Und das werden die Leute rasch nervig finden.


    Daher Flugloch unbedingt weg vom Weg, weg von den Beeten.


    Alternativ: 1m vor den Fluglöchern eine senkrechte Wand aufstellen. Muss nicht dick sein, aber so stabil sein, dass sie von selbst auch bei Wind stehen bleibt. Dann werden die Bienen gezwungen sofort aufzusteigen. Das stört die gar nicht weiter. Hält halt nur die Sonne ab.
    Kann eine Wand, eine Hecke, ein Tomatenhaus, eine Sichtschutzblende etc. sein.


    Ansonsten Flugloch gegen die Hecke richten. Westen ist nicht so gut, aber die Hecke schützt ausreichend vor dem Wind. 1m Abstand reicht dicke. Die Bienen werden alle darüber fliegen, aber nicht durch die Hecke, die Nachbarn werden gar nichts von den Bienen mitbekommen. Ist bei mir auch so. Allerdings sollte die Hecke schon etwas höher als nur 1 m sein - geht das? Sonst fliegen die Bienen nämlich darüber und auf der anderen Seite genau in Kopfhöhe weiter über das Nachbargrundstück. Das würde ich auch nicht machen.


    Bei mir ist die Hecke 2,5m hoch und die Nachbarn haben meine Bienen (immerhin zeitweilig 7 Völker) direkt dahinter erst nach 1 Jahr entdeckt, nachdem ich es ihnen erzählt habe. Sie haben sich nur gewundert, warum am Gartenteich heuer sooo viele Bienen trinken :p


    Gruß
    hornet

  • Hallo Tom,


    meine Bienen stehen ca. 1 m vom Zaun (ca. 1,20 m hoch) und 2 m von einer 3 m hohen Hecke entfernt. So kommen sie aus ihrer Beute und schrauben sich gleich in die Höhe. :Biene: Das scheint ihnen nichts auszumachen. Vom davor liegenden Weg merkt man von den Bienen überhaupt nichts.


    Richtung Beet halte ich auch für ungünstig.


    LG, Malle

  • Hallo Tom,


    es könnte einiges schiefgehen, liegt auch ein bisserl an den Wächterinnen und was sie reizt. Womit ich mehr Bedenken habe, ist der Nachbar, der seinen Rasen mäht. Benzingeruch (falls er einen Benzinmäher benutzt) mögen sie garnicht.


    Zur Not würde ich mal den örtlichen NABU fragen, wenn ihr einen habt. Die haben mitunter auch noch einen schönen Standplatz. BUND geht auch gut.

  • Hallo Tom


    grundsätzlich stimme ich den Ausführungen von Hornet zu. Den Abstand zur Hecke würde ich aber auf 2 m erhöhen, weil bei Westwind die Bienen ganz schön durchgeschüttelt werden, es ist für sie besser mit größerem Abstand. Ich weis wovon ich rede, da meine Bienen zum Teil auch steil gegen Süd aufsteigen müssen, die Bienen würden das auch mit einem Abstand von 0,50 m auch noch schaffen. Ich würde die Beuten aber so weit als möglich nach Süden drehen und vielleicht noch eine seitliche Schutzwand anbringen.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo,
    ich würde die Bienen auch vor eine Hecke, einen Zaun o.ä. stellen, aber mindestens 2m Abstand halten. Geht man kürzer ran, fliegen die Bienen gerne auch mal nach hinten weg. Soll heißen, sie kommen aus dem Flugloch (=vorne) schrauben sich etwas hoch und fliegen dann nicht über die Hecke, sondern (zu niedrig) nach hinten. Also gerade dass, was man eigentlich vermeiden wollte. Passiert besonders gerne, wenn es hinten heller ist. Mussten wir bei 2 Ständen erleben. Erst das Abrücken vom Hindernis hat dann den gewünschten Effekt gebracht. Viele Grüße, Brigitta

  • Also nur weil das Flugloch nach Westen zeigt ist doch nicht gesagt, dass die Bienen auch nach Westen wegfliegen. Oder sehe ich da was falsch?


    Bei mir weisen die Fluglöcher nach Osten. Über ein mit Storchenschnabel zugewachsenes Beet in Richtung einer ca. 3m hohen Hecke die etwa 5 Meter entfernt ist. Vorteil ist, dass hinter den Beuten ein gepflasterter Weg ist von dem man gut arbeiten kann und wegen des Storchenschnabels muss (und kann) vor den Beuten nicht gearbeitet werden. Bei Volltracht finde ich es einfach nur ungemütlich mich vor dem Flugloch aufzuhalten. Genau so stelle ich es mir vor auf dem Mittelstreifen einer Autobahn zu sitzen....


    Die Bienen interessieren sich nach meinen Beobachtungen aber kein bischen für die Richtung des Flugloches. Sofort nach verlassen der Beute Richtung West wird ein Wendemanöver eingeleitet und spätestens nach einem Meter vor dem Stock fliegen sie alle Richtung Nord bzw. Nordwest, wo sie offensichtlich ihre Tracht finden bzw. die Wasserholerinnen meinen Gartenteich.


    Nach meinen Erfahrungen hgätte ich daher gedacht, dass man nicht wissen kann in welcher Richtung man Hindernisse zur "Flugsteuerung" der Bienen aufstellen muss, bevor man nicht weiss wo sie ihre Tracht holen. Bei mir sind das ganzjährig nördliche Richtungen. An anderen Standorten wechselt das sicher im Jahresverlauf.


    Bei mir gewinnen die Damen auch sehr schnell an Höhe, denn sie müssen im Norden zuerst übers Haus drüber. Die Läppertarcht auf meinem Grundstück interesssiert sie nicht. Also ist das Grundstück ( in Kopfhöhe) weitgehend bienenfrei ausser einem Meter vor dem Flugloch und der Direktverbindung Flugloch -Gartenteich.


    Ich kenne einen Imker, der 4 Völker auf je eine Europalette stellt. Jedes Flugloch weist in eine andere Himmelsrichtung. Den habe ich auch gefragt, ob die Nord- und/oder Westrichtung sich nicht irgendwie negativ auswirkt. Er hatte da keine schlechten Erfahrungen gemacht. Es geht also....


    Was ich mit viel zu vielen Worten sagen wollte:
    - Flugloch zum Beet würde ich nicht machen, Mensch und Bienen stören sich gegenseitig bei der Arbeit
    - Flugloch nach Westen ist möglich
    - man weiss dann aber immer noch nicht in welche Richtung sie fliegen und muss ggfs. noch mal ein "Hindernis" nachrüsten. Der bereits geäusserten Vermutung, dass 1 m Höhe eher nicht ausreichen wird kann ich mich nur anschließen.


    Gruß
    Holger

    Am Ende wird alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende!