Bekommen wir die Gen-Biene?

  • Hallo allerseits,


    wie bekannt, ist das Genom der Westlichen Honigbiene seit einigen Jahren sequenziert (s. z.B. hier: http://neurophilosophy.wordpre…ybee-genome-is-published/), wenn auch noch nicht vollständig analysiert. Die Entwicklung der Forschung, insbesondere in den USA, deutet darauf hin, dass mit Hilfe der Gentechnologie insbesondere im Hinblick auf die Varroaresistenz gesetzt wird.


    Denkbar wird sein, in die Chromosen der Honigbiene direkt einzugreifen, um dort Sequenzen einzupflanzen, die für eine Varroaresistenz sorgen könnten, z. B. über Verhaltenseigenschaften oder auch die Veranlassung der Bienen, eine für Varroa giftige Hämolymphe zu produzieren. Möglich wird hier sein, Eigenschaften der Cerana direkt zu implementieren, oder aber auch DNA-Bausteine einzusetzen, die das Leben der Varroa schwer macht.


    Auch weitere Eigenschaften können dann direkt über die Ansteuerung der Gene eingefügt werden, beispielsweise die Körpergröße der Bienen, Resistenz auf bestimmte Umweltgifte, absolute Stichfreiheit, etc etc. Auch Artenkreuzungen werden in Zukunft möglich sein, z. B. mit der Cerana.


    Wird die Klonbiene auf uns zu kommen?

    Was haltet ihr von der Gen-Biene? Zukunftsmusik oder doch bald schon Realität?
    Wer hat mehr Infos?


    Gruß
    KME


  • Denkbar wird sein, in die Chromosen der Honigbiene direkt einzugreifen, um dort Sequenzen einzupflanzen, die für eine Varroaresistenz sorgen könnten,


    Welche Sequenzen codieren denn für Varroaresistenz? Da ist noch gar nix bekannt.....


    z. B. über Verhaltenseigenschaften


    Welche Sequenzen codieren denn welche Verhalten? Das ist ein weites, unbekanntes Feld!



    eine für Varroa giftige Hämolymphe zu produzieren.


    Welches Gift sollte man nehmen, damit die Biene nicht auch vergiftet wird?



    Möglich wird hier sein, Eigenschaften der Cerana direkt zu implementieren, oder aber auch DNA-Bausteine einzusetzen, die das Leben der Varroa schwer macht.


    A. mellifera mit A. cerana-Eigenschaften? Wie wird so ein Zwitter leben? Wie wird die Natur dagegen selektieren?



    Auch weitere Eigenschaften können dann direkt über die Ansteuerung der Gene eingefügt werden, beispielsweise die Körpergröße der Bienen, Resistenz auf bestimmte Umweltgifte, absolute Stichfreiheit, etc etc. Auch Artenkreuzungen werden in Zukunft möglich sein, z. B. mit der Cerana.


    Welche Gene codieren denn für die Körpergröße der Biene (man sollte fragen welches Entwicklungsprogramm codiert die Körpergröße der Biene?)
    Eine Honigbiene ohne Stachel? Die Wespen u.a. Tiere freuen sich schon jetzt drauf! Wie lange wird so eine Biene leben, bis sie von der Natur selektiert wurde?
    Resistenz gegen Umweltgifte? Sollte man da nicht gleichzeitig einen giftresistenten Menschen züchten, damit der wenigstens von so einer Biene noch was hat?



    Wird die Klonbiene auf uns zu kommen?


    NEIN. Denn diese Biene ist viel zu teuer! Wer will das bezahlen? Es sind einige Jahrzehnte Forschung nötig, um ansatzweise zu verstehen, wie die Genen die Biene zur Biene machen.....


    PS: Aber träumen darf man schon :wink:

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • was bei mir von einem Vortrag von Prof. Bienefeld (bei ihm würdet ihr bestimmt detaillierte Antworten finden)


    Bienen, die zuerst eine befallene Brutzelle ausräumen werden markiert und von denen werden dann später Drohnen gezogen und von diesen Drohnen werden dann Samen gesammelt. Die Bienen werden als "Beginner" oder "Starter" bezeichnet, da sie die ersten sind, die eine befallene Zelle entdecken.
    Man bildet weisellose Völker mit Jungbienen und diese alte Beginner-Bienen werden in diesen Völkern dann die ersten Drohnenmütterchen. So gelangt man an ihre Gene, da sie viel genauer sind als die Gene ihrer Kö.


    Die Gene von Beginner-Bienen werden mit den Genen von Schwesterbienen verglichen, um die Unterschiede festzustellen. So hofft man an die richtigen Stellen zu kommen.


    Ich sehe dort Hoffnung und sogar große, da das für mich das einzige ist, was einigermaßen logisch klingt. Und besser als die meiste Selektion, die einige Leute versuchen zu betreiben mit wenigen Völkern (unter 100), da hier der Zufall eine große Rolle spielt.


    Zu Genmanipulierte Biene.. hm, weiß ehrlich gesagt nicht, was ich davon halte, aber ich werde es nicht von Anfang an verteufeln. Allein die Forschung in dieser Richtung wird uns hoffentlich viele Erkenntnisse bringen, hoffentlich!


    LG Salsero

    imkere als Hobby seit 2011 mit Dadant

  • Moin , Moin,
    mehr fällt mir dazu nicht ein :


    http://wikis.zum.de/dsb/Deutsch/Zauberlehrling


    Manchmal möchte man verzweifeln, wenn man nahrzu ohnmächtig den Lauf der Dinge sieht.


    Nachdenkliche Grüße
    Gandalf

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Leute !
    Genmanipulierte Kartoffeln sind pfui, aber mit genmanipulierten Bienen
    könnte man ja eventuell leben?
    Habe ich euch da richtig verstanden, vor allen Dingen dich, Salman?

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Ja Nico,
    versuchen werden sie es.
    Herauskommen wird eine Biene, die gegen jedes denkbare PSM immun ist.
    Der nächste logische Schritt muss dann aber sein, den Menschen zu erschaffen, der gegen dieses Zeug ebenfalls immun ist.
    Und schon sind wir wieder -danke Daniel- beim ollen Goethe und beim Zauberlehrling.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-


  • Habe ich euch da richtig verstanden, vor allen Dingen dich, Salman?


    Ja Michael, ich will nicht alles verteufeln, bevor die ersten Ergebnisse raus kommen. Im Gegenteil zu den oberen Beiträgen, denke ich bei einer Genmanipulierung nicht gleich an eine Biene ohne Stachel oder eine Biene mit giftigen Hämolymphe etc. sondern eher an die Erkennung von den Gen-Sequenzen, die z.B. für ein hygienisches Verhalten und Erkennung von befallenen Zellen verantwortlich sind und ob diese Eigenschaft wirklich mit der Aggressivität zu tun hat etc. Ich sehe es als eine Art Selektion oder Kombizucht, was einige Züchter sowie so auf einen sehr schwierigen Weg versuchen zu erreichen.


    Warum soll ich gegen eine Biene sein, die befallen Zellen erkennt und ausräumt, wenn das keine andere Negative Auswirkungen auf die Umwelt hat? Oder seid so sicher, dass jede Genmanipulation verwerflich ist und die Umwelt irgendwie schadet?


    Aber wie gesagt, ich bin weder dafür noch dagegen, ich bin einfach unentschlossen, da ich mich dort nicht sehr auskenne!

    Zitat

    Zu Genmanipulierte Biene.. hm, weiß ehrlich gesagt nicht, was ich davon halte,


    P.S. Prof. Bienefeld hat damals betont, dass es keine Genmanipulation, was sie dort machen, sondern eher eine Untersuchung zu Erkennung von Sequenzen, die zu bestimmten Verhalten verantwortlich sind

    imkere als Hobby seit 2011 mit Dadant

  • Geht es um Varroatoleranz oder PSM-Festigkeit? oder geht es, wie bei der Biene gut möglich, nur um ein Abgreifen von Lizenzgeldern.
    Die machen sich die "nichteinsperrbarkeit" der Biene zunutze. Die eingefügten Gene werden nach ein paar Jahren in nahezu allen Völkern zu finden sein. Was dann passiert, haben wir in Kanada beim Raps gesehen: Du hast meine Gene in deinem Feld, also musst du zahlen. Basta.


    Die Biene eignet sich hervorragend für ein solches Schurkenstück

  • Hi Leute


    "Ach lass sie doch, sie wollen doch nur spielen..." sagte der Vater.
    Und neun Monate später wurde er Großvater.


    Will sagen, was geschieht denn, wenn jemand die varroafeste Biene erfindet?
    Er verkauft seine Idee, und ab dann zahlen wir für jede Königin Lizenzgebühren.
    Und unseren Drohnen wird bei Strafe verboten, fremd zu schnackseln.
    Wenn doch, zahlen wir wieder.
    Und was geschieht, wenn wir -aus Versehen- einen Schwarm resistenter Bienen einfangen?
    Wir haben das doch alles schon erleben müssen. In Indien erhängen sich massenhaft die Reisbauern, weil sie erkennen mussten, dass sie sich mit dem Teufel eingelassen haben, als sie Saatgut eines bestimmten Herstellers benutzten.
    Ihre eigenen, alten Saatgutrassen verfaulen derweil im Keller.
    In Kanada wurden Imker von Saatgutmultis vor den Richter gezerrt, weil ihre Bienen auf die "falschen" Feldern geflogen sind.
    Ich möchte, Salman, niemandem unlautere Absichten unterstellen, aber auch Prof. Bienefeld ist auf Drittmittel angewiesen.:eek:
    Und Du weisst doch: "Wer die Musik bezahlt, bestimmt was gespielt wird."

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • okay, ich gebe zu, ich kenne mich mit solchen Geschichten nicht aus. Das klingt alles furchtbar, was du da erwähnst Michael! Solche Konsequenzen wünsche ich natürlich weder den Imkern noch den Bienen. Ich habe es mir einfacher und humaner vorgestellt und dachte mir, die Bienenforscher, die auch von dem EU-Geld, was für die Imkerei-Forderung bereit gestellt wird, finanziert werden, im Sinne der Imker und der Bienen forschen. :confused:

    imkere als Hobby seit 2011 mit Dadant