Genveränderte Pflanzen

  • Es gibt immer wieder Aufregung zu genveränderten Pflanzen. Man muß sich
    jedoch darüber im Klaren sein, daß es in den jahrmillionen Erdgeschichte immer in Flora un Fauna positive wie negative Genveränderungen gegeben
    hat. Wäre dem nicht so, wären wir Menschen immer noch "blinde Würmer im
    Schachtelhalmwald". Nun ist die Wissenschaft z.Teil in der Lage gezielte
    Gen- Eingriffe vorzunehmen. Wenn es z.B. gegen Krankheiten am Menschen
    zum Einsatz kommt oder Pflanzen so verändert werden, daß die Giftspritzerei
    entfällt, bin ich eingeschränkt dafür. Eingeschränkt deshalb, daß genau ab-
    gewogen werden muß um andere negative Auswirkungen nicht zu fördern.

  • Hallo Miteinander,
    dabei geht es auch um ethische Grenzen - erklär mal einem Buddhisten, das im Mais jetzt Gene von Ratten sind.
    Und das gefürchtete Superunkraut, das dank "ausgebüxter" Gene aus Kulturpflanzen jetzt immun gegen Behandlungsmittel ist, gibt es auch schon.
    Und die Gen-Tech-Pflanzen brauchen auch nicht weniger PSM.
    Wir haben sie schon, die Schöne neue Welt.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Moin Elias,


    kennst Du auch nur eine Kulturpflanzensorte, die gentechnisch verändert wurde und die versprochenen Vorteile tatsächlich bietet? Wo also beispielsweise eine belastbare Praxisstatistik einen Minderverbrauch an Pestiziden ausweist? Nach allem, was ich weiß, ist das Gegenteil der Fall: Die Mengen steigen. Die angepriesenen Vorteile sind für die Bauern oft das Geld nicht wert und aus Ländern der 3. Welt hört und liest man wahre Gruselgeschichten.


    Also etwas mehr Ernst und Sachlichkeit zum Thema, wenn ich bitten darf...


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Moin Elias,


    kennst Du auch nur eine Kulturpflanzensorte, die gentechnisch verändert wurde und die versprochenen Vorteile tatsächlich bietet? ... und aus Ländern der 3. Welt hört und liest man wahre Gruselgeschichten.
    ... Gruß Clas


    Goldener Reis scheint bisher die versprochenen Vorteile zu haben, auch wenn die Anbautests anscheinend noch nicht 100% abgeschlossen sind. Und diese Pflanze wurde vorrangig für Länder der sog. 3. Welt entwickelt. Es geht ja bei GVO nicht immer nur um Herbizidtoleranz oder -eigenproduktion.


    morgendliche Grüße, Robert

  • Moin Robert,


    der Carotinmangel in Asien ist in erster Linie durch die Technik des Reisschälens und -polierens verursacht, im Zusammenwirken mit Mangel an Obst und Gemüse. Ungeschälter Reis verursacht die Probleme, für die der Goldene Reis Lösungen verspricht, gar nicht erst. Ausreichend Obst und Gemüse in der Nahrung kompensiert sie, wenn man denn durchaus den polierten Reis möchte. Ein einfaches Verbot dieser Mühlentechnik würde das Problem ebenfalls lösen. Und wenn ich unten die Abschnitte über Kritik am Projekt durchlese, scheint er erwiesen unproblematisch auch nicht zu sein.


    Das gleiche Muster, die Lösung eines zuvor geschaffenen Problemes, zeigt sich bei der rechtlichen Lage: 70 Patente unterschiedlicher Inhaber auf eine Pflanzensorte sind auch dann siebzig Probleme, wenn sie für die armen Bauern kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Offenbar haben einige aber auch Vorbehalte bezüglich der Rechte. Der Gedanke, dass es sich da um ein strategisches Pilotprojekt handelt, um die Akzeptanz von GVO zu fördern, ist so abwegig nicht. Die propagandistische Begleitung weist jedenfalls recht schrille und, mir scheint, auch schräge Töne auf. So wird die Dauer der Zulassungsprozesse und die geforderte Gründlichkeit bemängelt und in Kontrast gesetzt zur gespendeten Wohltat, wenn es denn eine ist.


    Kurz und klein: Nein. Als positives Beispiel kommt der noch, wahrscheinlich aber überhaupt nicht in Frage.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Ich esse keine Tomaten mehr, denn da sind Gene drin.


    Das war eine ironische Bemerkung, die die Unwissenheit vieler Menschen beschreibt.


    Ich habe schon solche Aussagen gehört. Und auch solche, dass die Leute keinen Salat mehr essen, denn dem wurden Rattenchromosomen eingesetzt, damit andere Tiere ihn nicht mehr annagen. Und das ist unappetitlich, da es von der Ratte stammt.


    Die Verunsicherung ist groß und kann nur durch Wissen ohne Dogmatismus behoben werden.

  • Hallo Miteinander,
    wenn dem mal so einfach wäre: den Reis nicht mehr schälen.
    Es gibt bestimmt zig Gründe, warum dieser in den Anbauländern geschält wird.
    Und dann kommt noch das Hemmnis ins Spiel, diesen ungeschälten Reis zu essen.
    Kennt doch jeder: Kaugummi.
    Eigentlich kein Problem, ist verdaubar - man könnte ihn herunterschlucken.
    Aber: verklebt er nicht den Magen?
    Warum fällt es so schwer, diesen einfach zu schlucken?
    Sicherlich lassen sich noch andere Beispiele in dieser Richtung finden, was essen oder trinken oder beides zusammen betrifft.
    Ist frisches Brot wirklich schlecht verträglich - oder hat Hindenburg die Knappheit von Getreide damit überspielen wollen, weil altes Brot weniger gern gegessen wird?
    Darf man zum Obst nichts trinken?
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Moin Lothar,


    dem ist so einfach. Ungeschälter Reis enhält ausreichend Provitamin A, in der Aleuronschicht, die wegpoliert wird. Ungeschälter Reis ist auch nicht schwer zu essen, er ist nur nicht so reinweiß und braucht etwa eine halbe Stunde Garzeit. Geh mal in einen Bioladen und kauf Dir Vollkornreis und probier es aus.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Moin Lothar,


    dem ist so einfach. Ungeschälter Reis enhält ausreichend Provitamin A, in der Aleuronschicht, die wegpoliert wird. Ungeschälter Reis ist auch nicht schwer zu essen, er ist nur nicht so reinweiß und braucht etwa eine halbe Stunde Garzeit. Geh mal in einen Bioladen und kauf Dir Vollkornreis und probier es aus.


    Gruß Clas


    Na dann erklär mal einigen Milliarden Asiaten, das sie anderen Reis kaufen sollen. Mit einfachem Verbieten der aktuellen Malhtechnik ist es bei der Vielzahl an Ländern, Kulturen und Regierungsstilen auch sicherlich nicht einfach. Und beim Thema Obst & Gemüse als weitere Vit-A-Quelle dachte ich bisher immer klischeehaft, das gerade in Asien sehr viel davon gegessen wird. Aber anscheindend reicht das bisher nicht aus, sonst würde man wohl nicht auf die Idee mit dem Goldenen Reis gekommen sein.


    Ich will den Goldenen Reis nicht verteidigen (dazu habe ich mich zu wenig bis garnicht damit befasst), aber zu sagen, die Leute sollen doch bitteschön einfach ungeschälten Reis essen, ist in meinen Augen auch zu blauäugig, weil das eben an der Realität und den Möglichkeiten der Änderung von Gewohnheiten komplett vorbei geht. Selbst wenn diese Essensmode per Werbung erschaffen wurde, lässt sie sich nicht so einfach wieder aus der Welt bringen.


    Slow Food ist auch toll, keine Frage, aber auch nur in reichen Industrienationen mit runter geregelter Arbeitszeit möglich. In einer chin. Straßengarküche gehts um Durchsatz, sowohl für die Köche/Köchinnen als auch für die Esser: möglichst viel und billiges Essen in möglichst wenig Zeit. Da hat niemand Zeit zum aufwendigen Genußkochen.


    Grüße, Robert, der sich jetzt auch mal gemütlich ans Essen zubereiten macht

  • Moin, moin,


    wenn die Mahl- und Poliertechnik die Ursache von Kosten in Milliardenhöhe ist, die der Müllereikonzern nur externalisiert hat: Was spricht dagegen, ihn da mit heranzuziehen? Das Problem betrifft auch nicht die Leute, die sich ausreichend Gemüse dazu leisten können, sondern die sprichwörtlich von einer kleinen Schale Reis pro Tag lebenden... Das ist auch bei Vollkornreis die Reisvariante der Sieben-Hirsekorn-Ernährung, reicht aber zum Überleben. Mit geschältem und poliertem Reis, auch Reisbruch, der ist billiger, reicht es nicht mehr.


    Die Idee mit dem Carotin im Mehlkörper des Reiskornes ist eine typische Technokratenlösung, mit der Perspektive auf weiteres Gewinnpotential. Ein Bruchteil des Aufwandes in Aufklärung und Beratung gesteckt, hülfe mehr. Es wäre auch nicht eine milde Gabe mit Propaganda gewürzt, sondern ginge in Richtung Erkräftigung zur Selbsthilfe.


    Ich muss übrigens gar keinen Asiaten irgendwas erklären, nur weil ich Carotin im Inneren des Reiskornes für eher tiefer in den Problemsumpf führend halte. Für akute Notfälle gibt es immer noch Vitaminpillen. Aber im Ganzen führt eigentlich nichts sinnvoll an einer von Natur aus vollwertigen Ernährung vorbei. Das ist kein Luxus, das ist ein Anspruch, der sich aus den Menschenrechten herleiten lässt.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Mein Wissenstand ist, dass es in Deutschland verboten ist Genveränderte Pflanzen anzubauen.
    Genveränderte Pflanzen dürfen nur auf versuchsflächen angebaut werden, davon gibt es in Deutschland noch 3.
    http://apps2.bvl.bund.de/stareg_web/showflaechen.do
    Was mich viel mehr beschäftigt sind verunreinigte Maissaaten aus den USA die bei uns angebaut werden, denn so kommt Gentechnik unkontrolliert in den Umlauf.
    Ich würde mich mal freuen zu lesen, dass ein Bauer sein Feld häckseln und als Sondermüll entsorgen müsste, da er mit Genmais vermischtes Saatgut ausgebracht hat.
    Der Imker müsste damals auch seine Ernte vernichten, also gleiches recht für alle.....