Ist es möglich mit Honigraum unten und Flugloch oben - also umgekehrt zu imkern ?

  • Liebe Imkerfreunde ! Nun imkere ich schon seit einigen Jahren mit Zanderbeuten und fürchte, daß mein Rücken das ständige Heben der Honigräume zur Weisel-Nachsicht auf Dauer nicht mehr lange durchhält. Daher hätte ich nun eine Frage an die erfahrenen Imker diese Forums, ob es nicht möglich ist, die Völker gleich im Frühling 4 Zargig aufzustellen mit dem Flugloch oben als (also der Boden umgekehrt als oberste Zarge. Bereits im Frühling 4 -zargig, damit die Bienen die Einflughöhe kennen. Dann würde ein Volk von oben beginnend wie folgt aussehen: Deckel, Boden mit Gitter oben, also umgekehrt aufgelegt, Brutraum 1, Brutraum 2, Absperrgitter, dann Honigraum 1 und Honigraum 2. Nach der Theorie, daß die Bienen immer den Honig im Flugloch - fernsten Bereich einlagern könnte das gelingen oder ? Dies hätte den eindeutigen Vorteil, daß zur Durchsicht nur die leichte Zarge des Fluglochs (also der Boden oben) abgenommen werden müßte und die Weiseldurchsicht einfach, schnell und effizient erfolgen könnte. Entweder durch abkippen des oberen Brutraums oder schlimmstenfalls durch Abheben des oberen Brutraums um eben Brutraum 2 durchschauen zu können. Den Honigraum anschauen braucht man schließlich entschieden seltener, so, daß diese Methode - sollte sie denn funktionieren für meinen Rücken ein Gewinn darstellen würde. Alle altgedienten erfahrenen Imker meines Ortsvereins konnten diese Frage nur mit einem Schulterzucken quittieren und meinten, daß dies sicher schon einmal versucht haben wird und sich längst durchgesetzt hätte sollte dies so möglich sein...... Nun was meint Ihr dazu - oder hat es schon einmal jemand ausprobiert ?????

  • Dein Lösungsansatz wurde im Forum bereits diskutiert. Ich hatte mit oberen Fluglöchern in Doppelvölkern das Problem, daß eben doch oberhalb der Brut gelagert wird. Für die Hebeproblematik sind Lagerbeuten und halbe HR der bewährte Weg. Im Winter ist Futter unten für die Bienen nicht erreichbar. Heben und umstapeln mußt Du dennoch.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Du solltest dich erst mal mit dem natürlichen Aufbau eines Bienenvolkes beschäftigen. Grundsätzlich wird der Honig immer über,
    nie unter der Brut eingelagert.
    Und nun zu deinem Rücken. Warum imkerst du nicht als Honigraum mit Halbzargen ? Langstrohträhmchen und Zargen sind Kompatiebel mit Zander und würden das Gewicht um die Hälfte reduzieren.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von derbocholter () aus folgendem Grund: und Zargen

  • Dazu braucht es kein Langstroht. Es gibt mittlerweile Zander 1,5 als großen, ungeteilten Brutraum. Da wird nichts mehr gekippt oder angehoben. Und dazu Halbzaregn und Rähmchen, auch als Zandermaß, sodass Deckel und Böden trotzdem passen. Die überflüssig gewordenen normalen BR nehme ich jetzt nur noch als Leerzarge beim Einfüttern oder Behandeln.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Hallo, es gibt auch die Möglichkeit laut Liebig, den Honigraum zweizuteilen, also jeweils 5 Waben. Dann braucht man immer nur das halbe Gewicht zu heben. Auf keinen Fall halbe Honigräume oder gar einen großen Brutraum. Das ist ja alles hochgradig pfui.
    Bis bald
    Marcus, der nur noch 0,5 Honigräume hat, damit die Frau auch an die Bienen kann

    39 Völker 30x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 2xDadant US und 2x Zander und einmal Warre :O)

  • Zitat

    halbe Honigräume oder gar einen großen Brutraum. Das ist ja alles hochgradig pfui.


    verstehe ich nicht.
    Die Argumente würden mich aber sehr interessieren.


    Halbe Honigräume - sind da die gemeint, die als 2 senkrecht getrennte Räume die Größe einer Zarge ergeben?
    Dann würde ich doch lieber flache Zargen wählen.


    Honig unten - ich denke, die Bienen lassen sich das nicht vorschreiben.
    Wenn's mal klappen sollte (!) ist das sicher keine Garantie.


    Mein Rücken spricht auch mit mir:wink:


    Gruß Doro

  • Auf keinen Fall halbe Honigräume oder gar einen großen Brutraum. Das ist ja alles hochgradig pfui.
    Bis bald
    Marcus, der nur noch 0,5 Honigräume hat, damit die Frau auch an die Bienen kann


    Marcus. Deshalb imkert du auch in Segeberger 1,5 wie ich deinem Profil entnommen habe.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Bis hierher schon einmal ein herzliches Dankeschön an Alle, die sich bemüht haben, mir bei der Frage weiterzuhelfen. Halbhohe Zargen sind natürlich leichter aber statt 40 Honigraumzargen müßte ich dann 80 heben und zur Seite stellen - was ein nicht zu unterschätzender Mehraufwand bedeuten würde - also 50 % leichter bei 100 % mehr Arbeit - da stimmt das Verhältnis nicht ganz. Das im Winter Futter oben sein muß hatte ich berücksichtigt, da ich ja schrieb im Frühling so aufsetzen..... Ich hatte es ebenfalls schon einmal mit einer Art Lagerbeute im Zandermaß versucht (20 Rähmchen hintereinander im Warmbau und dann Absprerrgitter drauf und 20 Rähmchen Honigraum genau darüber - bin aber mit der Völkerführung nicht richtig zurecht gekommen - es hat nur bei einem Volk wirklich funktioniert. Die Anderen machten scheinbar darin was sie wollten: Honig gleich hinter dem Flugloch dann ein Brutbereich dann Pollenbretter und wieder Honig und dann im hinteren 3tel noch ein Brutraum. Da ich auf diese Art mehrere Völker nebeneinander stehen hatte konnte ich die Honigräume schön zur Seite auf dem Deckel der Nachbarn wegkippen und auf der Seite liegenlassen um am Brutraum zu arbeiten.... Der wirklich einzige Vorteil dieser selbstgebauten Beutenbatterie war, daß diese nie gestohlen wird da sie zu unhandlich und schwer ist und somit Standortfest .:wink:Um mir einen weiteren Fehlversuch zu ersparen habe ich ja diesen Tread eröffnet..... mit imkerlichen Gruß Bernd

  • Hallo Doro,
    "Halbe Honigräume - sind da die gemeint, die als 2 senkrecht getrennte Räume die Größe einer Zarge ergeben?"
    genau das ist in dem Buch "Einfach imkern" vom Herrn Liebig beschrieben, es darf ja am Stand nur ein Rähmchenmaß vorkommen.


    Hallo Josef,
    "Marcus. Deshalb imkert du auch in Segeberger 1,5 wie ich deinem Profil entnommen habe."
    Richtig, oder sagen wir mal fast richtig, 4 Völker sind in Holzbeuten, aber auch DN 1,5 mit 0,5 HR. Ich finde das System gut, und meine Antwort oben war eher ironischer Art.


    Edit, ich sehe gerade, einer hat meinem Beitrag auch negativ bewertet:
    "Bin zwar kein Großraumbeutenimker - Aber ein unwissend pauschales "hochgradiges Pfui" hat eigentlich mehr als nur einen roten Bobbel verdient"
    Lieber Bewertender, ich habe NIE auch nur Ansatzweise irgendeine Betriebsweise als Pfui bezeichnet, schon gar keine Betriebsweise, die ich selbst betreibe. Lies dir das Buch "Einfach Imkern" durch, und da weißt du, was alles Pfui ist.
    Bis bald
    Marcus

    39 Völker 30x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 2xDadant US und 2x Zander und einmal Warre :O)


  • Marcus. Da hier viele Anfänger mitlesen sind bei solchen Themen Antwort ironischer Art nicht angebracht. Alleine schon aus dem Grund weil du das selbst anwendest. Deshalb auch meine rote Bewertung.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Hallo Josef, Ende Februar riet mir ein erfahrener Imker hier im Forum:
    "Im Frühjahr mit der aufsteigenden Wärme gehen die Bienen in die obere Zarge. Dann Ende Februar Anfang März untere Zarge wegnehmen und sofort neue DN 1,5er Zarge mit Mittelwänden aufsetzen. Wer hat dir gesagt untersetzen? Untersetzen ist grundsätzlich Falsch weil oben besser und schneller gebaut wird . Temperatur sollte um 15° sein. Wenn dann oben kräftig gebrütet wird zwischen Zarge 1 und neuer 1,5er Zarge Absperrgitter einlegen damit die KÖ nur noch oben brütet. Nach 21 Tagen ist alle Brut geschlüpft und die untere Zarge kann entfernt werden. 1,5 er Zarge auf Boden stellen. Absperrgitter auf 1,5er Zarge legen und sofort Honigraum aufsetzen. Bedenke, Honigräume sollten immer ca.14 Tage vor Trachtbeginn gegeben werden, damit die Bienen wissen das da oben noch Platz ist. Wenn der Honigraum dann halb gefüllt ist nächsten oben aufsetzen. Honigräume im Warmbau werden gleichmäßiger vollgetragen. "


    hätte ich das gemacht, hätte ich jetzt keine Bienen mehr, was soll ich deiner Meinung nach mit der Person machen die hier leichtsinnig solche Ratschläge gibt ? Da ist doch mehr als nur eine schlechte Bewertung fällig, oder ?
    Gottseidank wurde ich von Regina usw. an diesem Wahnsinnsplan gehindert. Zur Erinnerung 1.4.2013 lag Schnee.
    Marcus

    39 Völker 30x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 2xDadant US und 2x Zander und einmal Warre :O)

  • Hallo Honigdealer


    Wie Henry schon erwähnt hat, wird dein Vorhaben nicht funktionieren. Bei reichlich Tracht wird das Brutnest nach und nach, bis ans Absperrgitter gedrückt und da die Königin keinen Platz mehr zum Stiften hat, wird das Volk immer schwächer oder es schwärmt sehr zeitig. Einen Versuch wäre es wert, wenn du ohne Absperrgitter arbeiten würdest, du müßtes dann aber auf die Nachschau verzichten und das Risiko eines Schwarms in Kauf nehmen. Die unterste Zarge sollte nur MW oder Anfangsstreifen für Naturbau haben. Günstig wäre ein Sichtfenster in der unteren Zarge, um zu sehen wann die Bienen unten sind. Wohl oder übel bleibt dir trotzdem die Aufgabe, die oberen Zargen zu entfernen wenn sie voll Honig sind.


    Das Bewährte, mit BR unten und HR oben bleibt. Für dich bleibt nur die Möglichkeit leichtere Zargen zu benutzen oder auf HBB oder Trogbeuten umzusteigen.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)


  • hätte ich das gemacht, hätte ich jetzt keine Bienen mehr, was soll ich deiner Meinung nach mit der Person machen die hier leichtsinnig solche Ratschläge gibt ? Da ist doch mehr als nur eine schlechte Bewertung fällig, oder ?
    Gottseidank wurde ich von Regina usw. an diesem Wahnsinnsplan gehindert. Zur Erinnerung 1.4.2013 lag Schnee.
    Marcus


    Hallo Markus. Der Schreiber war ich ! Ich habe nichts davon geschrieben das du am 1.4.13 den Zargenwechsel
    vornehmen sollst und wenn Du richtig gelesen hättest, würdest du auch gelesen haben das Temperaturen um 15°
    dafür vorhanden sein sollten. Also Augen auf beim lesen und Gehirn einschalten ist schon angesagt. Du hast einfach den richtigen Zeitpunkt für die Umstellung verpast denn vor dem Temperatursturz war ausreichend Möglichkeit für den Zargenwechsel vorhanden und von ein wenig Schnee und Frost sind noch keine Bienen gestorben. Es gibt sogar Berufsimker die bei Frost und dicken Schnee OS Behandlungen machen und die Bienen vertragen das sehr gut.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.