Verständnisfrage Zander<->Dadant

  • Hallo,


    ich möchte kommendes Jahr mit der Imkerei anfangen.
    In diversen Büchern, die in mir zugelegt habe, bin ich auf folgenden Stand bei der Beutenauswahl gekommen.


    -Bienenkiste -> nichts für mich
    - Zander -> von Liebig/Aumeier wärmstens empfohlen, fast fanatisch vertreten
    - Dadant -> wenn obige so gegen Dadant wettern, ist es interessant:) Das Buch von Melanie von Orlow ist da sehr gut geschrieben


    Ich bin mir nicht sicher, mit welchem Maß ich arbeiten soll. Bei mir in der Nähe wird mit Carnica und Zander, sowie DNM gearbeitet. Also kommt als Biene auch erstmal nur die Carnica in Frage.


    Als Vorteile für Zander sehe ich :
    1) Einfache Wabenerneuerung durch Tausch der unteren Zarge. Bei Dadant habe ich es trotz Melanies Buch nicht kapiert.
    2) Schnelle Kontrolle auf Schwarmstimmung durch Kippkontrolle. Bei Dadant muss ich jede einzelne Wabe ziehen, was vielleicht zuverlässiger ist.
    3) Vereinigung von Völkern geht einfach durch Übereinanderstellen der Zargen.


    Vorteile für Dadant:
    1) Nur ein Brutraum, also kein heben oder schleppen. Durch das Shied kann ich soviel Brutplatz einräumen, wie momentan erforderlich ist. Bei Zander muss eine Zarge drauf.
    2) Honigraum ist leichter als Zander. Stimmt es, dass bei Dickwaben der Wassergehalt des Honigs höher ist? Gibt es da irgendwelche belastbaren Untersuchungen?


    Für mich stehen damit beide Systeme gleich auf. Ich würde mich freuen, wenn Ihr mal schaut, ob ich etwas falsch verstanden habe. Auch über Argumente, die noch für das eine oder andere System sprechen würde ich mich freuen.
    Es geht mir hierbei um ein Hobby, nicht um maximale Rendite. Über ein Glas Honig als Geschenk zu Weihnachten freut sich (fast) jeder. Das und der Eigenbedarf, mehr muss nicht sein.


    Viele Grüße


    Tom

    Auch eine eierlegende Wollmilchsau gibt keinen Honig.

  • Hallo Tom,
    zuerst herzlich Willkommen im Forum!


    Ein entscheidender Aspekt für mich wäre, was ist bei mir regional vertreten? Man kann dir dazu sicher noch mehr weiterhelfen, wenn du dein Profil ausfüllst :wink:


    Liebe Grüße


    Simon

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • 2) Schnelle Kontrolle auf Schwarmstimmung durch Kippkontrolle. Bei Dadant muss ich jede einzelne Wabe ziehen, was vielleicht zuverlässiger ist.
    Tom


    Wenn bei Dadant auf den ersten 5-6 Waben keine Zellen sind, kanns du die Kiste wieder verschliessen.
    Kippkontrolle ist einfach in der Theorie.

  • 1) Einfache Wabenerneuerung durch Tausch der unteren Zarge.
    Tom


    Theorie.
    Gerade als Anfänger weiss man nicht was man machen soll, wenn man die Zarge wegnimmt, es sind aber noch Bienen drin, wertvoller Pollen und Futter, möglicherweise noch Brut. Dann fängt das gepidele wieder an, sortiert trotzdem einzelne Waben.

  • Ich verwende Segeberger DNM 1,5. Es kommt eben doch mitunter vor, dass man die Brutzargen heben muss. Da ist das von mir gewählte Beutenkonzept eben doch leichter als Dadant. Außerdem kann man die Großzargen bei DNM auch aus DNM+DNM 0,5 oder 3x DNM 0,5 zusammenstellen, was ich schon oft vorteilhaft anwenden konnte, insbesondere bei der chemiefreien Varroabekämpfung mit Fangwaben. Ebenfalls schätze ich die schnelle Frühjahrsentwicklung von Wirtschaftsvölkern und die eine Sommerbehandlung ersparende Kleinstkunstschwarmbildung in Styroporbeuten.


    Gruß Ralph

  • Ich verwende Segeberger DNM 1,5. Es kommt eben doch mitunter vor, dass man die Brutzargen heben muss. Da ist das von mir gewählte Beutenkonzept eben doch leichter als Dadant.


    Gruß Ralph


    Hallo Ralph. Du solltest schon bei der Warheit bleiben. Dadant und Segeberger DNM 1,5 unterscheiden sich nur wenig in der Wabengröße. Deshalb unterscheidet sich das Beutengewicht auch nur unwesentlich von Dadant.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.


  • Hallo Tom.
    Zur Kippkontrolle. Kippkontrolle ist nur Propaganda, denn Kippkontrollen sind nicht sicher, weil man nicht die Wabenschenkel einsehen kann. Es bleibt also nur das ziehen der Rähmchen um eine sichere Kontrolle zu haben.
    Zu Dadant. Bei Dadant werden nur die hälfte der Rähmchen die sich in der Zarge befinden nachgesehen. Findet man keine Weiselzellen kann die Zarge wieder geschlossen werden. Auch wird bei Dadant von totaler Brutentnahme bis zu Einzelrähmchen tausch alles mögliche praktiziert. Und wer zwingt dich Dickwaben im Honigraum zu nehmen. Das machen nur wenige Dadantimker, denn das hebt die Vorteile des angepaßten Honigraums (leicht) wieder auf.


    Hier mal was zum lesen >>> http://www.imkerei-gerdes.de <<<


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Du wirst mit so einem Vergleich der Vor- und Nachteile nicht all zu weit kommen weil beide Wabenmaße bzw Prinzipien (geteilter vs ungeteilter Brutraum) ihre Vor- und Nachteile haben die sich gegenseitig wieder aufwiegen.
    Es gibt auch Berufsimker die mit geteiltem sowie auch mit ungeteiltem Brutraum arbeiten.
    Ich habe auch mit ungeteiltem Brutraum angefangen und es hat mir keiner gezeigt wie es geht - ich habe nur Fragen stellen können. Es dauert unter Umständen ein paar Jahre länger bis alles halbwegs klappt (siehe Schiedthread von mir ... jetzt habe ich es aber endlich kapiert ;) ). Wenn du dir das zutraust und keine Eile hast Honig zu bekommen kannst du auch durchaus anfangen, ohne das es dir jemand zeigt (einen Fragen können solltest du aber immer). Wenn du keine Lust darauf hast und es auf dem "schnellen Weg" möchtest stell dir die Kisten hin die dein Pate hat bzw der Imker der dir unter die Arme greift und mit Rat und Tat zur Seite steht.
    Da bekommst du dann Ableger und im Idealfall hilft er dir die nächsten Jahre.
    Auf http://blog.apis-mellifera.de/?page_id=455 hast du vom Reiner Schwarz eine Broschüre wo du den Ablauf übers Jahr mit Großraumbeuten nachlesen kannst. Ansonsten gibts hier im Imkerforum auch einige sehr interessante Threads.

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Wenn du dir das zutraust und keine Eile hast Honig zu bekommen kannst du auch durchaus anfangen, ohne das es dir jemand zeigt (einen Fragen können solltest du aber immer). Wenn du keine Lust darauf hast und es auf dem "schnellen Weg" möchtest stell dir die Kisten hin die dein Pate hat bzw der Imker der dir unter die Arme greift und mit Rat und Tat zur Seite steht.
    Da bekommst du dann Ableger und im Idealfall hilft er dir die nächsten Jahre.
    Auf http://blog.apis-mellifera.de/?page_id=455 hast du vom Reiner Schwarz eine Broschüre wo du den Ablauf übers Jahr mit Großraumbeuten nachlesen kannst. Ansonsten gibts hier im Imkerforum auch einige sehr interessante Threads.


    Die Broschüre habe ich, sehr informativ. Ich gehöre zu dem Menschen, die lieber eigene Erfahrungen machen, als ungeprüft Meinungen zu übernehmen. Natürlich gibt es Dinge, die ich einfach übernehme. Dann hat mich aber der Grund dafür überzeugt und kein : "Das hat schon mein Urgroßvater so gemacht".
    Viele Dinge sind trotz unterschiedlichen Beutesysteme gleich. Da finde ich immer jemand im Verein, und sicher auch im Forum, der weiterhilft. Ausserdem wohnst Du nicht allzuweit weg... :lol:

    Auch eine eierlegende Wollmilchsau gibt keinen Honig.