Bienenhaus - Gerstung/Gerstungsbeute

  • Hallo mitnand,


    ich befinde mich gerade auf einer "Reise zu Gerstung" und würde mich über Infos zu folgenden Themen freuen:
    - wo stehen noch alte Bienenhäuser im mitteldt. Raum sprich Sachsen-Anhalt, Thüringen, Sachsen (v.a. solche mit Gerstungsbeuten, wie das in grün, das im Garten des Bienenmuseums Weimar steht .. siehe http://dbm.lvti.de/aussen.html .. auch ohne Bienenkörbe an den Ecken)?
    - wer bewirtschaftet noch solche Bienenhäuser
    - wer imkert noch in Gerstungsbeuten?
    - wo gibt es noch Rähmchen und Honigräume für das hohe Maß Gerstungsbeute?
    - hat jemand Literatur von/über Gerstung "übrig"?


    Ich dank´ schon mal im Voraus für dienliche Hinweise.

    * das Leben besteht aus vielen Konjunktiven

  • Hallo


    einen kompetenteren Mann wie Mirko, ist kaum zu finden. Wegen einem Buch, muß ich die nächsten Tage erst mal nachsehen. Beste Grüße aus Sachsen.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • "Der Bien und seine Zucht" werde ich über Winter abtippen und einstellen. Ist die Bibel der Imkerei. :daumen:

  • Hallo @all,
    schön, zu erfahren, dass sich noch Leute für den alten Gerstung interessieren.


    Bernhard :
    die "Bibel" gibts für "nich so teuer" als Nachdruck bei Ama...n...aber wenn du gerne abtippst...:liebe002:


    - wo stehen noch alte Bienenhäuser im mitteldt. Raum sprich Sachsen-Anhalt, Thüringen, Sachsen (v.a. solche mit Gerstungsbeuten, wie das in grün, das im Garten des Bienenmuseums Weimar steht .. siehe http://dbm.lvti.de/aussen.html .. auch ohne Bienenkörbe an den Ecken)?


    Meines sieht a bisserl anders aus und steht in Kranichfeld (Thüringen)... :)



    - wer bewirtschaftet noch solche Bienenhäuser
    - wer imkert noch in Gerstungsbeuten?


    Ich...
    Allerdings sind meine Beuten heute nirgendwo mehr zu finden. Weder in einem Museum, noch bei einem Imker...
    Sie unterscheiden sich von den bekannten Gerstung Ständerbeuten durch einen Zwischenboden, wie er häufig bei Trogbeuten Verwendung findet, und durch einen deutlich größeren Brutraum, was eine höhere Wabenanzahl ermöglicht.
    Gegen einen früheren Eigenbau spricht der Detailreichtum der Beuten, den man in diesem Ausmaß nicht einmal bei SchweizerKästen vorfindet.


    - wo gibt es noch Rähmchen und Honigräume für das hohe Maß Gerstungsbeute?


    Die Gerstungbeute selbst hat ihr Erfinder wortreich in seinen Büchern beschrieben und zum Nachbau angeregt.
    Da ich nun aber eine Abart der Beute besitze und mir die über die Jahre einzig verbliebenen 5 Stück auf Dauer nicht genügen, habe ich mich dem detailgetreuen Nachbau verschrieben.
    So stehen bereits zwei Nachbauten bienenbesetzt auf meinem Balkon... (auf dem letzten Bild ist im Hintergrund das Bienenhaus zu sehen)


    ...und weitere drei Stück unfertig in meinem Bastelraum.
    Da ich die Rähmchen ebenfalls selbst anfertige, werde ich sie demnächst auch zum Verkauf anbieten.
    Ähnlich werde ich mit den Beuten-Nachbauten und den Honigräumen verfahren. Da hierbei allerdings alles Handarbeit ist, bleibt vermutlich noch über einen längeren Zeitraum jede gefertigte Beute ein Einzelstück.


    Herzliche Grüße
    Mirko

    Lärm- und Hektik-Allergiker und unheilbarer NostalgieImker
    "Ich bin nicht geneigt aus Dingen ein Problem zu machen,
    die ganz offenkundig nicht das Potential dafür besitzen."

  • ...Gotische Schrift entziffern...


    Da geb ich dir unumwunden Recht. Also freue ich mich mal schon auf deine Online-Ausgabe. Wirst du auch die Bilder einbinden können, wie z.B. den Legegang der Königin?
    Beim Nachdruck ist das betreffende Zwei-Seiten-Bild leider zerhäckselt worden. Cést la vie.


    Ach und noch´ne Anmerkung @all:
    Auf den Bildern von meinen Nachbau-Beuten sind noch so kleine Kästchen (links und rechts der Beuten) zu sehen.
    Diese sind ebenfalls Original-Equipment und es gehört je eines zu jeder großen Beute.
    Im Originalbestand hatte ich nur noch ein einziges vollständiges Kästchen. Das andere ist bereits ein originalgetreuer Nachbau.


    Den genauen Verwendungszweck habe ich noch nicht herausfinden können.
    Im Grunde sind es Zwei-Waben-Ablegerkästen im Hochformat mit einer kleinen Besonderheit:
    Die Außenmaße eines solchen Kästchens bilden exakt die Innenmaße einer meiner Beuten ab. Darauf stieß ich durch Zufall.


    Ein Kästchen fasst 2 Rähmchen, hat auf der einen Seite ein Glas-Fenster und auf der anderen Seite ein doppelt bespanntes Drahtgaze-Fenster. Beide sind herausnehmbar. An der Stirnwand befindet sich eine Fluglochrosette (wie beim EWK gebräuchlich) und an der Unterseite befindet sich ein ca 30mm großes, durch ein Holzschieberchen verschließbares Loch. Unter selbiges kann ein zugehöriges Glas-Schälchen gestellt werden, welches zu Fütterungszwecken mit Futterteig gefüllt wird.
    Die je zwei Rähmchen ähneln in den Maßen einem DNM-hoch-Rähmchen, haben aber kurze Ohren und passen somit exakt in ein leeres Gerstung-hoch-Rähmchen. In diesem werden sie bei Bedarf mit zugehörigen Metall-Klammern am Oberträger befestigt.


    Ich nutze diese Kästchen zur Königinzucht als Begattungskästchen und die entstehenden Brutwaben können ohne Umschneiden im neuen Volk Verwendung finden.


    Mit Ausnahme reiner Begattungseinheiten machen Zwei-Waben-Ablegerkästen nicht wirklich Sinn, da sich -einmal begattet- recht schnell Platzmangel bemerkbar macht.
    In Anbetracht der oben beschriebenen Besonderheit bezüglich der Außenmaße könnte ich mir nun vorstellen, dass man je eine Reservekönigin incl. eines kleinen Hofstaates in diesen Kästchen überwintern kann, wenn man winters das hintere Fenster einer Beute durch eben dieses Kästchen ersetzt. Ist allerdings bisher nur eine Vermutung. Vielleicht hat jemand eine andere Idee? Bin jedenfalls offen für Anregungen.


    Herzliche Grüße
    Mirko

    Lärm- und Hektik-Allergiker und unheilbarer NostalgieImker
    "Ich bin nicht geneigt aus Dingen ein Problem zu machen,
    die ganz offenkundig nicht das Potential dafür besitzen."

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Gerstunger () aus folgendem Grund: Rechtschreibung/Grammatik

  • Die Länge der Schutzfrist ist im deutschen Recht in § 64 UrhG geregelt, http://www.gesetze-im-internet…JNR012730965BJNG001401377 . Sie endet grob (http://de.wikipedia.org/wiki/Regelschutzfrist) 70 Jahre nach Tod des Autors.


    Gerstung hat bis 1925 gelebt. http://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_Gerstung - ist also schon mehr als 70 Jahre tot.


    Damit sind seine Werke "gemeinfrei" http://de.wikipedia.org/wiki/G…freiheit_durch_Zeitablauf und können abgetippt und veröffentlicht werden.

  • Hätte man sich an Gerstung gehalten, hätten wir heute keine Varroa. :wink: Schließlich hatte er in die mit Torf gefüllten Seitenwände seiner Beuten fleißigst Ameisensäure geträufelt, damit diese verdunstet und die Bienen gesund halte.


  • Gerstung hat bis 1925 gelebt. http://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_Gerstung - ist also schon mehr als 70 Jahre tot.


    Damit sind seine Werke "gemeinfrei" http://de.wikipedia.org/wiki/G…freiheit_durch_Zeitablauf und können abgetippt und veröffentlicht werden.


    Hallo,


    ach so danke schön, das mag bei Gerstung so sein.


    Ich dachte nur, die Urheberrechte liegen beim Verlag des Buches "Der Bien und seine Zucht" bzw. beim Rechtsnachfolger des Verlages.
    Gruß
    KME

  • Hallo Mirko!


    Großartig, dass es weiter geht mit den Gerstungbeuten bei Dir! Gerade Deine "Sonderexemplare", die bei Dir überlebt haben, werden sicher Liebhaber finden, wenn Du sie als Nachbau anbieten kannst. Das ist sicher nicht die leichteste Übung, solch präzise Nachbauten zu erstellen. Dass die Zwei-Wabenkästchen so genau in das große System passen ist sicherlich kein Zufall. Sie als Begattungskästchen zu verwenden und dann später - vielleicht für die Einweiselung in ein Volk - das gesamte Kästchen in die Beute schieben zu können, ist doch für die damalige Zeit schon ein recht fortschrittlicher Gedanke gewesen.
    Bitte berichte weiter! Auch Deine Erfahrungen im Ablauf des Jahres wären wissenswert.


    Herzliche Grüße
    Bernd

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Denkzeichner () aus folgendem Grund: Satzkorrektur

  • Hätte man sich an Gerstung gehalten, hätten wir heute keine Varroa. :wink: Schließlich hatte er in die mit Torf gefüllten Seitenwände seiner Beuten fleißigst Ameisensäure geträufelt, damit diese verdunstet und die Bienen gesund halte.


    Hätte Bruder Adam mal Gerstung gelesen...
    Dann gäbe es heute keine Buckfast. Denn AS wirkt auch gegen die Innenmilbe.


    Oder war die Isle-of-Whight Krankheit doch nur ein Vorwand?


    Ein Schelm wer Böses....