Umfrage: Wer geht mit Schutz an die Bienen?

  • Hallo !


    Fast immer ohne Schleier ... ohne Handschuhe sowieso ...


    ... bei der Honigernte (zumindest beim Abernten) immer mit !


    Aber egal ... immer auf den Stich gefasst.


    Anzahl der Stiche/Jahr: knapp dreistellig würde ich schätzen ohne gezählt zu haben ...


    GdBK

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Hallo Knecht

    Zitat

    knapp dreistellig würde ich schätzen ohne gezählt zu haben ...


    Es wurde nicht nach deinem Gewicht gefragt! :lol:

    Grüße an alle


    Michael




    -Das größte Geheimnis ist, ein Genie zu sein, aber niemand außer einem selbst weiß es-

    (Mark Twain) Donald Duck

  • der war gut :-)
    ich wollte schon fragen was Ihr für Bienen habt.
    Probiert mal die vom Henry / Michael aus. Seit ich die habe liegen Handschuhe und Schleier nur für Besucher zur Beruhigung da.
    Bienenstiche zählen braucht ihr gar nicht erst anfangen.


    Beste Grüße
    Hartmut

  • Hallo,


    mir geht es ähnlich wie Sabi(e)ne.


    Nachdem ich im Herbst 2011 angefangen habe, mich intensiv mit Bienen zu beschäftigen (ohne Schleier/was auch wunderbar mit unseren friedlichen Bienen geht), bin ich dann in 2012 voll eingestiegen, und mit diversen Stichen belohnt worden. Seih es zuhause, beim Paten oder auf dem Lehrbienenstand, wurden die Reaktionen immer heftiger.
    So das ich im Winter einen Allergietest gemacht habe, mit dem Resultat das ich hochgradig auf Bienengift allergisch bin, auf Wespengift seltsamerweise nicht.
    Seit dem Trage ich halt, als reine Vorsichtsmaßnahme, eine Jacke mit Schleier, und habe mein Notfallpaket dabei.
    Ich habe in diesem Jahr bei der Arbeit an den Bienen (bei mir und bei den 50 Völkern meines Paten) keinen Stich bekommen, ironischerweise habe ich beim Rasenmähen bei meinen Eltern (keine Beuten weit und breit) innerhalb von 14 Tagen zwei Stiche kassiert.


    Also ob man imkert oder nicht, Bienenstiche kann man überall kriegen, deshalb finde ich die Aussage "Imker mit Schleier sind keine gute Lobbyarbeit" absolut unnötig, sorry!


    Schöne Grüße


    Jürgen

  • Ich halte es wie Henry und Michael!


    Bienenzüchten heißt auch Selektion und damit absolute Null-Toleranz gegen Stecher.


    Es gibt keinen Zusammenhang zwischen Honigleistung und Stechverhalten.


    Absolute Sanftmut und hoher Honigertrag schließen sich nicht aus.


    An die Völker gehe ich trotzdem immer mit Schleier!
    Der liegt immer im Auto, weil der halt in die gute Imkerkiste gehört, auch beim Wandern.


    Und Handschuhe trage ich wirklich immer, weil ich es nicht mag, wenn meine Finger klebrig oder schmutzig sind.
    Ich nehme aber so blaue Nitril-Dinger oder so ähnlich, die es letzte Woche bei Norma für 5 oder 6 € in der Großpackung gab.


    Da gehen die Stiche auch durch, falls ich mal aus versehen eine Bienen quetsche.

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Hallo Pisolo,
    Ich bekomme pro Woche ca 3-4 Stiche würd ich sagen. Meistens trage ich einen Schleier. Handschuhe jedoch nie und zwar hauptsächlich wegen des von Henry genannten Argumentes, dass sich die Handschuhfingerspitze gern unter den Rähmchenohren verklemmen und dann beim Rausziehen die Bienen unruhig werden.
    Die verminderte Sicht durch den Schleier stört mich schon. Stifte erkennt man schlechter als ohne und überhaupt ist der freie Blick einfach schöner. Aber die Stiche im Gesicht will ich eher vermeiden. Vielleicht ab nächstem Jahr ohne...
    Oder wenn sie so zahm sind wie Henrys und Michaels!
    Die Stiche habe ich daher meist in den Händen und Armen und den Füßen, da ich meist Sandalen bei den Bienen trage und die ein oder andere Runtergefallene sich zwischen Fuß und Sandale verklemmt.
    Bernhard : 500? Auf einmal? Das ist ja schon heftig! Ich habe gelesen, dass 1300 auf einmal von der Giftmenge bei einem normalen Menschen tödlich seien. Wie ging es dir danach? Haben sie dich so weit verfolgt? Du bist doch sicher stiften gegangen, oder?

    "Er (der Mensch) nennts Vernunft und brauchts allein, um tierischer als jedes Tier zu sein"
    J.W. Goethe


  • Wer sich einem Astronauten nicht unsähnlich seinen Pfleglingen nähert, obwohl hierfür keine Notwendigkeit besteht, macht in meinen Augen keine gute Werbung für seine Bienen. Solch ein Arbeit würde mir keinen Spaß bringen. Ich muss die Bienen gut sehen, fühlen, merken, und ab und zu mal ein Stich ist nicht nur gesund, sondern Natur pur. Jeder Imker muss das auch abkönnen.


    Welcher Hundeführer trägt einen Bissschutz? Und welcher Taubenhalter geht mit Gasmaske in den Taubenstall, um sich vor einer möglichen Vogelgrippe-Infektion zu schützen?


    Jeder darf das doch machen, wie er will.
    Eine solche Haltung finde ich intolerant und fingerzeigend auf Leute, die nun mal mit Schleier und/oder Handschuhen arbeiten wollen - warum auch immer. Es geht auch nicht um Mutproben.


    Die Nachbarn hier wissen, dass meine Bienen friedlich sind, nach mittelfränkischer Frischzellenkur erst ganz entschieden.
    Schon allein deswegen, weil sie öfter einen Kaffee auf der "Bienenbank" vor den Beuten beim Fluglochgucken mit trinken, und die Kids fahren mit´m Rad drumherum, noch nie ist dabei was passiert.
    Trotzdem muß ich mich weder einsauen noch entstellen lassen bei Arbeiten an den Immen, wenn ich`s nicht gebrauchen kann.
    Meist passiert auch was Dummes, wenn man gar nicht damit rechnet.
    Ein Imker muß das ab können, ja. Aber er darf trotzdem versuchen, es zu vermeiden.


    Ich würd nie auf die Idee kommen, los zu reiten ohne Helmschutz, damit bloß keiner denkt, mein Pferd sei ein Durchgänger oder so. Das ist verdrehte Logik.
    Meine Rosen schneide ich auch mit Handschuhen, obwohl so ein Pikser echt voll Natur ist und halb so schlimm :wink:


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • HAllo nochmals,


    um mich bitte nicht misszuverstehen, ich bin nicht grundsätzlich gegen den Schleier. In einer Beziehung halte ich ihn sogar für durchaus sinnvoll:


    Und zwar für Jungimker! Diese müssen sich aus verständlichen Gründen erst an die Bienen gewöhnen, und hier ist der Schleier natürlich nützlich, um Jungimkern die erste "Angst" nehmen zu können.


    Gruß
    KME

  • Zitat

    wieviele Imker gehen in voller Montur, aber OHNE Rauch an ihre Pfleglinge? Sicher nicht wenige. Kein Wunder, dass man sich seine Bienen dann zu Stechern erzieht.


    Definitiv NEIN, nix Stecher, und das ohne Rauch.


    Unsere Bienen kennen uns am Geruch, und können sehr gut differenzieren, was ihre Behandlung angeht.
    Der Mann kann sich seit vielen Jahren abends im Sommer direkt vor die Beuten setzen, die Füße zwischen den Beuten abgelegt, und sein Feierabend-Bier trinken, ohne jeden Stich.
    Und mein letzter Stich war bei windigem Wetter im Garten - da hat es eine Biene in meinen Kragen geweht, und das ist auch schon wieder mehrere Jahre her.
    Bei der Bearbeitung die Bienen haben wir beide schon sehr lange keine Stiche mehr kassiert.


    Das dürfte aber dem im Vergleich mit den Nachbarn sehr bienenfreundliche Umgang geschuldet sein - wir arbeiten ziemlich "zart", statt Rähmchen rauszurupfen und wieder reinzurammen.:roll:, und wir nehmen uns Zeit.
    Es bringt doch nix, einen ganzen Stand aufzuregen, nur weil man es eilig hat.
    Zumal es standweise durchaus reicht, nur jedes zweite oder dritte Volk zu kontrollieren - Stände sind im allgemeinen recht synchron.


    Es geht auch sehr gut ohne Rauch. Und das gibt keine Stecher.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Au, sabi(e)ne,
    das tut aber weh, was du schreibst.


    Ich schätze deine Erfahrung und dein Können
    und freue mich über jeden Tipp von dir.
    Das nur vorneweg.


    Aber dein 2. Absatz könnte so interpretiert werden,
    dass jeder, der schon mal gestochen wurde
    keine Ahnung vom Umgang mit Bienen hat
    und mit Brechstange und Holzhammer
    auf die Beuten losgeht.


    Und wer sich hier zu Stichen bekennt....


    Das wolltest du sicher nicht sagen,
    aber ein unbedarfter Leser oder Anfänger könnte das so verstehen.


    Ich weiß, es steht mir nicht zu
    zu kritisieren.
    Will aber als Anfänger mir auch kein schlechtes Gewissen machen lassen.
    Ich bin übrigens schon gestochen worden.


    Und zum Thema:
    Meistens bin ich zu faul für kurze Sachen etwas überzuziehen.
    Wenn sich etwas größeres abzeichnet dann schon.
    Ich will die Arbeit ja fertig machen.


    Gruß
    Doro

  • Zitat

    Aber dein 2. Absatz könnte so interpretiert werden,
    dass jeder, der schon mal gestochen wurde
    keine Ahnung vom Umgang mit Bienen hat
    und mit Brechstange und Holzhammer
    auf die Beuten losgeht.


    Nein, das habe ich zu 100% NICHT gemeint, aber Fakt ist, daß man sehr viel "zarter/behutsamer" mit den Bienen umgehen kann, als der Standard-Imker es tatsächlich tut.
    Die meisten wollen möglichst schnell "fertigwerden", bevor die Völker wirklich stinkig werden.
    Ich kenne nur sehr wenige, die eben nicht so vorgehen, wie oben beschrieben - Zeit ist anscheinend wichtiger als Präzision.:roll:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo,


    "immer" Schleier-Blouson-Kombi, "immer" Handschuhe. ("Immer" bedeutet jede Arbeit am Volk, die über das Abnehmen des Beutendeckels und Hereinschauen und evtl. das prüfende Ziehen einer Wabe hinausgeht.)


    Ich habe bei sehr vielen handwerklichen und Gartenarbeiten, die mit Schmutz und der Gefahr von Schnitt- oder Stichverletzungen verbunden sind, Handschuhe an, auch wenn Fingerspitzengefühl vonnöten ist. Also handhabe ich das auch bei den Bienen so.


    An- und Ausziehen der Schleier-Blouson-Kombi kostet mich pro Bienenstand ca. 30 Sekunden. Die Zeit habe ich. Zwei, vielleicht drei wesentliche Effekte ergeben sich für mich.
    Erstens: Wachs- und Propolisverschmutzungen, die nicht in der üblichen Wäsche landen sollen, konzentrieren sich auf ein Kleidungsstück.
    Zweitens: nach Beendigung der Arbeit und Ausziehen des Blousons kann ich mir sicher sein, im Auto auf dem Weg zum nächsten Stand nicht von einer Dame unter'm Hemd überrascht zu werden, die eine gewisse Vorglühzeit benötigte ... Auf derlei Landstraßen-Schrecksekunden kann ich verzichten.
    Drittens: ich werde pro Saison ca. 15-25 mal gestochen. (Hose, Blouson oder Handschuhe stellen ja keine unüberwindliche Barriere für einen Bienenstachel dar.) Auch wenn da so gut wie nie etwas anschwillt, kann ich ein unwillkürliches Zusammenzucken nicht sicher ausschließen - und dann entgleitet schon mal eine Wabe den schreckstarren Fingern. Für meinen Fall ist es also so, daß ich mit Schutz wesentlich konzentrierter und damit, wie ich glaube, für die Bienen verträglicher arbeite.
    Hitze- und Sichtprobleme sind kaum vorhanden: die Lage meiner Stände habe ich so gewählt, daß die Beuten ab dem späten Vormittag beschattet sind. Was für die Bienen gut ist, kommt auch dem Imker zupaß - Schweiß oder störende Lichtreflexionen am Schleiernetz werden so minimiert.


    Robert

    Was auch immer geschieht: nie dürft ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken! (E. Kästner)

  • Hallo zusammen,


    ich ( als Anfänger ) hab meißtens den Schleier mit Anzug an, da in Bauchredion die praktischen Taschen sind, wo man ein paar Hilfsmittel reinlegen kann. Handschuhe habe ich meißtens an, wobei ich mich auch 2,3 mal ohne getraut hab :lol:


    Bei den Handschuhen kam es aber auch schon mal vor, dass dort 10 Bienen hängen und stechen. Sticht eine, stechen mehrere :lol: Den Unterschied mit und ohne habe ich auch festgestellt. Man ist ohne definitiv feinfühliger, aber es geht auch mit :)


    grüße