Wie hieß das "gute fachliche Praxis"

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    Also, das ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Saatgut. Ich deute den Hintergrund mal als Maisstoppeln und würde daher davon ausgehen, dass es sich um Weizensaatgut handelt.
    Es ist offensichtlich auch gebeizt. Welche Beize das ist wird wohl so Spekulation bleiben. Das kann man nichtmal erkennen wenn man das Saatgut in der Hand halten würde. (mit ganz wenigne Ausnahmen)


    Und es ist in der Tat so, daß es dort so nicht hingehört.!! Aber deswegen gleich den Staatsschutz aufs Trapez holen??
    Wenn ihr also öfter an dem Schlag vorbei kommt, ist es denn nicht möglich den Bewirtschafter zu ermitteln und mit ihm persönlich ein Gespräch zu führen? Ich glaube ich kenne keinen Landwirt (und ich kenne einige :-) ) der sich mit Imkern anlegen möchte. Warum auch.
    Oft ist es nicht absichtlich passiert und lässt sich mit einem Gespräch, bei dem beide Seiten ihre Interessen respektvoll vertreten, aus der Welt zu schaffen.
    Ihr könnt sicher sein, dass die Landwirte sehr streng kontrolliert werden und evtl. Vergehen gegen geltendes Recht unmittelbar auf das Portmonnaie schlagen. (Stichwort: CrossComplience)
    Die Landwirte wissen auch wie sensibel das Thema Bienen in der Bevölkerung gesehen wird und werden sich hüten in diesem Bereich auffällig zu werden. Ich denke in diesem hier beschrieben Fall ist einfach Unwissenheit im Spiel oder vielleich auch einfach Gedankenlosigkeit. Ich gehe auch davon aus, dass der Haufen in Kürze eh weggeackert wird.


    Ich hoffe etwas zu Klärung beigetragen zu haben und bin guter Dinge, dass man mit einem klärenden Gespräch so einiges regeln kann.


    LG
    Jan


  • Hallo Bienenknecht,


    ich weiss. Und ich weiss auch, dass Deine Aussage als "Tipp" gekennzeichnet ist. Das ist ja aus meiner sicht auch in Ordnung! Aber mehr kann es eben auch nicht sein nach dem Foto.
    Deswegen muss man jetzt entweder weiter nachforschen oder damit leben,dass man eigentlich nichts genaues weiss.


    ist die persönliche Meinung von
    Holger

    Am Ende wird alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende!

  • Moin,
    wenn ich so lese, wie mit Peter jetzt im Landtreff umgegangen wird..............
    Wer Peter kennt, weiß das er ein freundlicher netter Mensch ist, und immer wieder versucht Frieden zu stiften.
    Aber egal was da auf dem Acker liegt, ich habe am 1 Mai jede Menge Fotos gemacht.
    Nicht ein Feld war richtig sauber und ordentlich ausgesät, überall offen liegende gebeizte Maiskörner.
    Aber nicht um einen Bauern zu schaden, sondern um zu zeigen, das die Technik nicht funktioniert oder gar nicht angewandt wird.
    Und wenn dann mal überprüft wird, kommt sowas dabei heraus :
    https://www.topagrar.com/news/…ruecklaeufig-1271201.html


    Und das haben nicht die Imker recherchiert !!
    Gruß
    Helmut

  • Ja, der Umgang miteinander lässt in vielen Foren sehr zu wünschen übrig. Ich denke viele von den Aussagen würden nicht getätigt werden wenn man dem Gesprächspartner gegenüber sitzt. Das ist leider eine Auswirkung der Anonymität des Internets. Auch denke ich, dass viele von denen, die da runkrakelen auch keine Ahnung von der Materie haben und sich eben hinter ihren Nicks verstecken um alles was sie nicht verstehen schlecht zu reden.


    Beim Thema Pflanzenschutzmittel ist es wohl insgesamt unstrittig, dass es illegale Mittel gibt, leider. Aber es wird in der Tat sehr scharf kontrolliert. Seien es angemeldete Kontrollen auf den Höfen, die sich dann auf die Lagerung und Anwendung der Mittel konzentrieren, oder auch unangemeldete Probenahmen auf den Feldern aus der Spritze selbst oder auch ziehen von Bodenproben um diese im Labor zu untersuchen.


    Der Anteil der auffälligen Proben dürfte aber ausgesprochen gering sein und ist mit Sicherheit weiter rückläufig. In diesem Sinne zeigen die Kontrollen ihre Wirkung.


    Was man hier aber auch sagen muss ist, dass nicht jedes "illegale" Mittel gleichbedeutend mit extra giftig oder extra gefährlich ist. In vielen Fällen handelt es sich hierbei um Patentrechtsverletzungen. D.h. dass der Wirkstoff des gefundenen Mittel sehr wohl zugelassen sein kann, aber eben nicht von diesem oder jenem Inverkehrsbringer. Es gibt Firmen in der Branche, deren Geschäftsinhalt besteht darin, zugelassene Wirkstoffe in eigenen Produkten zu verwenden. Hat dieser Hersteller aber keine Lizenz des Zulassungsinhabers ist das Mittel automatisch illegal. Das ist auch gut so, denn in den fertigen Mitteln ist ja nicht nur der Wirkstoff an sich, sondern auch Hilfsstoffe verschiedener Art. Auch diese können Auswirkungen auf die Wirkung des Mittels haben.
    Hier könnte man noch viel mehr Fakten anführen, aber ich eigentlich von Hause aus schreibfaul ;-)
    Das Thema ist ein heisses Eisen und es ist gut so, dass es nicht abkühlt. Nur so bleiben alle Seiten wach und es führt zu einem verantwortungsvollen Umgang und Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Nur so haben alle Seiten was davon.


    Gruß
    Canis

  • Moin Canis,
    Wo bitteschön wird scharf kontrolliert ?
    Hier auf jeden Fall nicht.
    Wer sollte das auch tun.
    Wie aber soll man sich verhalten wenn der Ausbringer von Pestiziden zu dir sagt :
    Wir können uns gar nicht an die gesetzlichen Bestimmungen halten(zB Ausbringen der Pestizide in die Blüte nach Bienenflug),
    "Unsere Flächen sind viel zu groß und der Lohner sehr teuer, wir müssen auch tagsüber spritzen"
    Das sagt nicht das kleine ,liebe Bäuerlein in der Nachbarschaft, mit dem kann man meistens noch vernünftig reden.
    Erst wurde sich über jeden Kleinen gefreut, der nicht mithalten konnte und verkaufen oder verpachten musste,
    Jetzt springen nach und nach auch die Großen über die Klinge.
    Und die ganz ganz Großen schei..... auf alle Gesetze.
    Ich sag mal......total zerstörte Straßen und Wege, ......Unmengen an Schweinen und Hühnern ohne Landbesitz......Brunnenschließungen wegen hoher Nitratbelastung......
    .....hohe Bodenerosionen, kein Humus mehr.........Getreidereifung und mehr mit Glyphosat..........viele junge kranke Landwirte.......
    Wer haftet denn da für die Folgekosten und wer verdient daran ??
    Der kleine Bio- Bauer vielleicht ?
    der der die "gute fachliche Praxis" auch anwendet ?
    Was sind das für Landwirte, die auf Hinweise darauf,sofort auf schlimmste Art und Weise beleidigend schreiben ?
    Zu WEM halten diese Pöbler ?
    WIE DIE LEMMINGE DEN FELS HERUNTER !
    pastorale Grüße
    vom
    Helmut

  • @ Isselbiene
    Wenn man sich an die Zulassungen, und damit an das geltende Recht, hält ist es eben nicht zwingend notwendig nach Beendigung des Bienefluges, bis 23:00 Uhr zu spritzen.
    Gesteuert wird dieses dann i.d.R. über die Wahl des einzusetzenden Insektizides. Diese haben eine Einstufung der Bienegefährlichkeit. Das geht von B1= bienengefährlich bis B4=nicht bienegefährlich. Was hier zum Tragen kommt ist meistens die Abstufung von B4 zu B2= bienengefährlich, ausgenommen bei Anwendung nach dem täglichen Bienenflug bis 23:00 Uhr.
    Es gibt Tankmischungen bei denen der Einsatz bestimmter Fungizide die Einstufung des Insektizides von B4 auf B2 ändert.
    Nun ist es in Wahl des Landwirtes die Mischung so zu wählen, daß er nur zugelassene Mischungen einsetzt. Es ist möglich, auch ohne große Abstriche in der Wirkung. Es gibt also Mischungen die der Landwirt tagsüber spritzen darf, aber eben auch solche, die er erst nach Beendigung des Bienefluges bis 23:00 Uhr einsetzen muss.
    Macht er das anders, so gebe ich Dir Recht, handelt er gesetzeswidrig. Egal ob groß, oder klein. Deinen Argumenten, dass je größer der Betrieb, desto geringer die gesetzestreue kann ich so nicht folgen. Denn auch die Strafen würden beim Großbetrieb bedeutend höher ausfallen als beim kleinen, weil dies i.d.R. mit einem prozentualen Abzug von der Flächenbeihilfe einher gehen. Das Argument der Lohnkosten ist seitens des Landwirtes imho völlig daneben und ich würde es ihm auch nicht glauben.
    Die Frage der Betriebsgröße ist sicher nicht dem einzelnen Landwirt zuzuschieben, sondern eher eine Auswirkung der falschen Agrarpolitik und der Marktverhältnisse.
    Was die Kontrollen angeht, so kann ich Dir versichern, das sie, zumindest hier in Schleswig-Holstein, statt finden. Und zwar oft! Ich habe genug Kunden bei denen ich das sehe. Kontrollen gibt es in der Landwirtschaft übrigens nicht nur beim Thema Pflanzenschutz, auch im Bereich Futtermittel, Stalleinrichtung, Viehbestand usw. wird kontrolliert. Auch wir im Handel habe des öfteren Besuch vom "Amt" ;-)


    -->total zerstörte Straßen und Wege:
    Ich denke die Straßen sind auch dort in einem schlechten Zustand wo keine oder nur wenig Landwirtschaft statt findet. Es sind nicht nur die Landwirte, sonder auch Speditionen die mit schwerem Gerät unterwegs sind


    -->Unmengen an Schweinen und Hühnern ohne Landbesitz
    Das kann garnicht gehen, weil eben nur eine begrenzte Anzahl GV (Großvieheinheiten) bezogen auf die Fläche gehalten werden darf. Hier also nicht immer jeder Polemik glauben schenken.


    -->Brunnenschließungen wegen hoher Nitratbelastung
    Da kann ich nichts zu sagen, das ist mir hier noch nicht unter gekommen. Fakt ist aber, das eine neue Düngerverordnung die meisten Stickstoffgaben im Herbst sehr stark einschränkt oder gar, je nach Kultur, verbietet. Die höchsten Nitratwerte werden aber, soweit ich informiert bin, im Gemüsebau (speziell Salat) gemessen. (Das will ich aber nicht behaupten, da bin ich nicht so sattelfest informiert)


    -->hohe Bodenerosionen, kein Humus mehr
    Das Thema Erosionen ist sicher gegeben, gerade auch leichteren (sandigen) Flächen. Gefördert wird dieses durch das brach liegen lassen von Flächen, weil auf diesen Sommerfrüchte (Mais, Rüben, Sommergetreide o.ä.) angebaut werden soll. Das gefällt mir auch nicht und ist imho für den Landwirt total unwirtschaftlich. Hier ließe sich leicht Abhilfe durch Zwischenfrüchte schaffen. Das würde sehr viele Vorteile für Flora und Fauna ergeben. (das auszuführen würde hier aber zu weit gehen, kann ich aber bei Bedarf mal machen) Die Entwicklung ist hier aber auch eher positiv zu sehen, denn der Absatz von solchen Zwischenfruchtmischung steigt stetig an.


    -->Getreidereifung und mehr mit Glyphosat
    Ich denke hier wird sich in absehbarer Zeit auch gewaltig was ändern. Für meinen Bereich kann ich sagen, dass max 10-20% der Flächen mit Glyphosat zur Ernteerleichterung behandelt werden. Von den meisten Landwirten wird das Thema sehr kritisch gesehen, weshalb sie überwiegend darauf verzichten, obwohl es wirtschaftlich interessant sein kann.


    -->viele junge kranke Landwirte
    Sorry, aber dazu kann ich wirklich nichts sagen. Aber das auf die Landwirtschaft zu beziehen, entbehrt ja wohl jeder Grundlage.


    -->Der kleine Bio- Bauer vielleicht ? der der die "gute fachliche Praxis" auch anwendet ?
    Hmm, jetzt wirds interessant. Was lässt dich glauben, das ALLE biologisch wirtschaftenden Landwirte total gesetzestreu sind? Es gibt in beiden Fraktionen, und das sind zum Glück die Allermeisten, Landwirte, die ihren Beruf und die Verantwortung die daraus resultiert ausgesprochen ernst nehmen! Aber es gib auch in beiden Fraktionen Landwirte die sich eher "am Rand" oder auch etwas jenseits davon bewegen. (Ist wohl in allen Berufen dieser Welt so)
    Hinzu kommt, daß auch im biologischen Bereich Sachen eine Zulassung haben die ich lieber nicht im Essen haben möchte. So sei z.B. erwähnt, dass im biologischen Obstbau Kupferpräperate angewandt werden dürfen um bestimmte Krankheiten aus dem Obst zu halten. Das hat auf einigen Flächen schon den Grenzwert für Cu im Boden um über 50-fache des erlaubten nach oben getrieben. Nach dem Motto: Wir machen es ohne Chemie, wir nehmen Schwermetall.....
    Eine weiterführende Diskussion über konventionelle vs. biologischer Landwirtschaft würde hier wohl auch den Rahmen sprengen.


    -->Was sind das für Landwirte, die auf Hinweise darauf,sofort auf schlimmste Art und Weise beleidigend schreiben ?
    Die Frage sollte doch heißen: Was sind das für MENSCHEN,............ denn die Imker gehören doch auch zu Landwirtschaft, oder nicht? ;-)


    --> Zu WEM halten diese Pöbler?
    Die Pöbler haben es vielleicht einfach auch mal satt, ständig defamiert zu werden. Das hat nun mal garnichts mit den Imkern zu tun, denn diese sind überwiegend sehr beliebt in der Landwirtschaft, sondern vielmehr mit der allgemeinen Gesellschaft. Den der überwiegende Teil davon hat längst den Bezug zu Landwirtschaft verloren und sonnt sich im Wohlstand. Milch kommt aus dem Supermarkt, Fleisch vom Schlachter, Brot vom Bäcker...... wofür brauchen wir die Bauern?
    Hier nehme ich gerne das Zitat: Der Reiche hat viele Probleme, der Hungrige nur eines!


    -->WIE DIE LEMMINGE DEN FELS HERUNTER !
    Musst mich nicht anschreien! Vielmehr habe ich das Gefühl, daß Du, ....ach egal............



    Zum Schluß:
    Ich kenne Dich nicht und kenne somit auch deinen fachliche Hintergrund zur Landwirtschaft nicht. Ich will auch deine Meinung nicht kaputt reden. Jeder kann und soll eine haben. Ich wünsche mir nur, daß das eine oder andere mal etwas differenzierter Betrachtet wird. Der Imker sollte im Landwirt keinen Feind sehen, umgedreht genauso. Themen, die die Presse und serviert sind oft nicht richtig, oder nicht umfassend und abschließend recherchiert. Das sollten wir alle aus anderen Bereichen wissen.
    Ich werde auch die Landwirtschaft nicht als komplett unschuldig darstellen, aber sie macht eben auch meistens nur das, was der Verbraucher fordert und bereit ist zu bezahlen. Jeder würde nach einem biologischem Standard produzieren, wenn der Verbraucher das bezahlen würde. Aber genau das will, oder kann er nicht. Die Einkommen sind eben begrenzt und Lebensmittel müssen billig sein. Leider ist der Anteil der Lebensmittelaufwendung am Einkommen gemessen mit ca. 10-12% so niedrig wie nie, wobei die Lebensmittel gleichzeit so sicher wie nie sind. Aber das ist ein gesellschaftliches Problem, welches wir hier nicht lösen, wohl aber diskutieren können.


    OMG, wer soll das alles lesen ;-)


    LG
    Canis

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Canislupus ()

  • Moin Canis,
    gut geschrieben, kann ich alles akzeptieren.
    Ich würde meine Imker ähnlich verteidigen.
    Anschreien wollte ich dich nicht.
    Scheinbar geht es in jedem Bundesland anders zu.
    Aber da es aber auch die berühmten schwarzen Schafe überall gibt,
    muss der Gesetzgeber immer mehr regulieren und verordnen :
    https://www.topagrar.com/news/…ment-handeln-1273094.html
    auch die Kommentare lesen.


    Ich hoffe nur das sich die etwas Vernünftigeren durchsetzen, denn so wird es in der Landwirtschaft nicht mehr lange weitergehen.
    Sei es der Phosphatmangel oder teurer Sprit, es muss schnell gehandelt werden
    Vorschläge gibt es genug.
    Schau dir mal den Bericht " Zukunft pflanzen" an.
    Ich bin mir sicher, das du dich auch in diese Richtung auskennst.
    Gruß
    Helmut

  • Zitat

    =Canislupus;388141die Lebensmittel gleichzeit so sicher wie nie sind.


    LG
    Canis


    Wat für n Quatsch, mit Verlaub. Du plapperst das nach, was der Bauernverband dir vorgibt.


    Es wird einfach nicht konntrolliert. Die besagte Lebensmittelsicherheit bezieht sich einzig und alleine auf die Bakterienbelastung und grobe Vergiftungen. Das wird kontrolliert und auch eingehalten.
    Für alles andere gibt es keine gesetzlichen Vorgaben. Wer soll da was kontrollieren? Das Getreide ist belastet mit Glyphosat. Der Rapshonig mit Boscalid. Die meisten in Plaste eingepackten Lebensmittel bekomme Phtalate ab. Das sind 3 Dinge wo ICH weiss. Es gibt bestimmt unzählige andere.
    Ich habe Gerüchte gehört, nachdem man hier aufgehört hat das Trinkwasser nach bestimmten Pestiziden zu untersuchen. Weil es sonst nicht mehr verkehrsfähig wäre. Bei Nachfragen wird man ausgelacht oder man bekommt böse Blicke. Nenn mir ein unabhängiges Labor, dann lasse ich es selbst untersuchen. Du wirst keines finden. Schon bei den einfachsten Bienenvergiftungen winken sämtliche Labors ab. Warum wohl? Hat alles System!

  • Moin canislupus,


    ich vergesse jetzt mal die chemische Wirkung der Spritzungen und blende alle Gift-Faktoren einfach aus. Übrig bleibt dann lediglich das Ausbringen eines Sprühnebels. Wegen mir das Ausbringen eines Sprühnebels aus reinstem klarem Wasser. Es gabt - ich glaube in Halle an der Uni - eine interessante Beobachtung: Dort hatte man Spritzmittel testen wollen auf Bienenverträglichkeit und hatte in der Gegenprobe klares Wasser verspritzt. Und zwar mit modernen Feinstverneblern, wie sie in jeder Agrarzeitung in großen Lettern beworben werden. Die erzeugen Tröpfen die so klein sind, daß sie wie Nebel kaum noch sinken und sich so auch von unten an die Pflanzen kleben. Das Ergebnis war erstaunlich. Auch die Bienen die nur mit klarem Wasser hochdruckbenebelt wurden hatten eine so hohe Sterblichkeit, daß das Testverfahren insgesamt statistisch nicht mehr signifikant war. So ich mich richtig entsinne starben über 80% der mit Wasser oder Wasser-Testsubstanz benebelten Bienen binnen 24h. Als Ursache vermutet man die Tracheengängigkeit so kleiner Tropfen und die "Kondensation" in den Tracheen.


    Wo canislupus hast Du je eine gesetzliche Regelung gefunden, die das rein physikalische, hydromechanischen Töten von Nichtzielorganismen erfaßt?


    Wissen Spritzenfahrer überhaupt um die Microtropfen-Problematik? Wissen Kleeernter davon, daß sie Bienen vermähen? (Und Schmetterlinge, Fliegen, Käfer) Ahnen Lucernehächsler wieviel Hummeln ihnen zum Opfer fallen? Und besteht ein Rechtfertigungsdruck der Kolateralschädeninkaufnehmer etwa zu unrecht?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo. Nachdem die Reaktion im Landreff hier bei vielen auf Unverständnis gestoßen ist (daran sind sicher auch meine Kommentare nicht ganz unschuldig), möchte ich hier mal Stellung beziehen:


    Zum Thema selbst:


    Das Liegenlassen eines Haufens gebeizten Saatguts in der Größenordnung, wie es die Bildern des Threaderstellers vermitteln, ist sicherlich keine gute fachliche Praxis. Dies ist eigentlich für jeden Landwirt klar, und wird in den LT-Kommentaren auch nirgends in Abrede gestellt.
    Ich würde, wie wohl die überwältigende Mehrheit der Landwirt, nicht auf die Idee kommen, einen geschätzten halben Zentner gebeiztes Saatgut liegen zu lassen. Schwarze Schafe gibt es aber leider in jeder Branche.


    Ideal wäre natürlich, wenn der Threadersteller den Dialog mit dem Landwirt suchen würde. Man muss ja nicht immer gleich das große Fass aufmachen. Selbsverständlich gibt es auch, insbesondere wenn ein solcher Dialog nicht fruchten sollte, die schon beschriebenen Wege über öffentliche Institutionen.


    Zu den Bildern von the czar:


    Solchen Kleinmengen wie auf seinen Bildern zu sehen, sind sicherlich nicht schön anzusehen. Aber es gibt nun mal einen Unterschied zwischen "guter fachlicher Theorie" und "guter fachlicher Praxis". Offenliegendes Saatgut lässt sich eben nicht zu 100,00% vermeiden.
    Ein derartiger Vorfall ist mir heuer selbst passiert: Saatgutsack umgefallen - rund ein Kilogramm ausgeschüttet - das Saatgut wieder aufgelesen - Ergebnis sah dann ungefähr wie auf diesem Bild von the czar aus. Die Pinzette hatte ich nämlich nicht dabei, um auch die letzten Körnchen zwischen den Grashalmen herauszupulen. Nicht schön, aber leider unvermeidbar, wenn man bemüht ist, innerhalb weniger Tage mehrere Tonnen Saatgut in die Erde zu bringen.
    Und insbesondere wenn the czar im LT auch noch nachbearbeitete Bilder wie dieses einstellt, hat das etwas Oberlehrerhaftes, worauf sicherlich nicht nur ich allergisch reagiere.


    Zum LT-Thread:


    Der Initiator des LT-Threads, Herr Brandt, ist im LT kein unbeschriebenes Blatt. Wer in einem landwirtschaftlichen Forum die Theorie vertritt, dass alle chemischen Pflanzenschutzmittel zu verbieten sind, hat dort schonmal einen schweren Stand. Wenn er dazu noch unhaltbare Theorien als Alterntive vertritt (insbesondere die, dass in allen Belangen mit Löschkalk eine vergleichbare Wirkung zu erzielen sei), aber sich auf keine ernsthafte Diskussion darüber einlässt, wird er eben irgendwann nicht mehr ernst genommen und seine Beiträge werden schnell ins Lächerliche gezogen.
    Im übrigen scheint Herr Brandt ja auch im Imkerforum durchaus umstritten zu sein und wurde hier offensichtlich schon 2005 verbannt. Warum eigentlich?


    Gerade dieses "Aushängeschild der Imkerzunft" wird vorgeschickt. Und stellt dann zwei Bilder ein, die viel Interpretationsspielraum zulassen, ohne jegliche Hintergründe zu schildern. Aber gepaart mit dem Halbsatz "Ich würde auf mit Landor CT gebeizte Triticale tippen,". Eine solche Aussage würde sich kein Fachmann zutrauen, selbst wenn er das Saatgut in die Hand nähme. Und dann kommt gleich hinterher ein Auszug aus dem Sicherheitsdatenblatt. Da haben wir wieder das Oberlehrerhafte.
    Ich denke, dass auch ein Nichtlandwirt erkennen kann, dass dies von vielen Landwirten als Provokation aufgefasst wird.


    Wenn ein normaler Imker angefragt, die Situation geschildert, und eine normale Frage der Form "was haltet ihr Landwirte davon" gestellt hätte, dann hätte er sicherlich auch eine normale Antwort bekommen.



    Ich hoffe, diese Sicht der Dinge ist für den einen oder anderen nachvollziehbar und hilft, einige Wogen zu glätten. Für alle anderen: Feuer Frei! :wink:

  • Moin Harald,
    der Herr Brandt ist seit längerer Zeit mein Freund.
    Ich wusste, das er im Landtreff schreibt, deshalb habe ich ihn gebeten dort das Bild einzustellen.
    Das hat mit diesem Imkerforum überhaupt nichts zu tun.
    sicherlich hätte der Zarenpeter das etwas gekonnter eingestellt, aber an ihn habe ich leider nicht gedacht.
    Auch Ruben, der das Bild gemacht hat, ist ein hochanständiger Junge.
    Wir besprechen bundesweit unsere Erkenntnisse und Erfahrungen.
    niemand hat vor einen Bauern oder Landwirt zu schädigen.
    Mit unserem Wissen und Demos geht es ganz allein gegen die Hersteller dieser Pestizide.
    Und,
    hier versteckt sich niemand hinter einem Nicknamen,
    Wir kennen uns fast ohne Ausnahme persönlich.
    Möglicherweise ist dieses Forum auch deshalb so friedlich.


    Freundschaft
    Gruß
    Helmut

  • ...allein gegen die Hersteller dieser Pestizide..


    Ich finde die zulassenden Behörden, die uns ja eigentlich schützen sollen - aber von der Politik aus nicht dürfen? -, sollten auch aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt werden.