Ein Volk wurde unfreiwillig verstärkt - ist irgendwas zu beachten?

  • Hallo,


    ich bin mir nicht 100% sicher, aber ich glaube, eines meiner Völker hat heute unfreiwillig eine massive Verstärkung bekommen.
    Irgendein verspäteter (Hunger-?/Varroa-?) Schwarm oder die Reste eines von einem fremden Imkers abgekehrten Volkes haben heute morgen eines meiner Völker geentert.


    Jedenfalls war die Beute, und nur diese mit Bienen übersät die alle sterzelten, während bei den anderen Völkern wegen der morgendlichen Kälte nur ganz zaghaft mit dem Flugverkehr begonnen wurde. Auch hängt das Volk nun ganz stark unten durch, was zuvor nicht der Fall war.


    Was außer den von mir bereits vermuteten Gründen könnte hier noch passiert sein?


    Sollte ich angesichts der fortgeschrittenen Jahreszeit auf irgendwas achten, muss ich irgendwas unternehmen?


    Ich werde natürlich weiterhin die Varroen intensiv kontrollieren. Auch das Futter, denn viele neue Bienen verbrauchen vermutlich auch mehr als erwartet vom bereits vorhandenen Futter.


    Aber sonst, gibt es noch irgendwas?
    Oder sollte ich mich einfach nur freuen, dass mein Volk nun so stark in den Winter geht?


    Gruß
    hornet

  • Hallo Hornet


    So was kommt schon mal vor und ich denke es ist ein Grund zum freuen, denn die Bienen hätten den Winter nicht überlebt. Das in einem der beiden Völker keine Königin war scheit mir sehr naheliegend. Wenn jetzt an schönen Tagen bei diesem Volk reger Flugverkehr herrscht, kannst du annehmen das noch Futter vom alten Bienensitz geholt wird, wenn es nicht gerade ein Hungerschwarm ist. Ein kleines Risiko ist die Varroa, aber das wirst du ja in den nächsten Tagen feststellen, aber ich glaube der Überlebenskünstler hat wenig Milben. Ich freu mich mit dir. :-D

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo hornet!


    Einfach abwarten. Varroafall kontrollieren - das machst Du ja. Futter ist genug drin - im Frühjahr (bei Bedarf) Futterwaben reinhängen. Ansonsten so lassen.


    Hatte letztes Jahr (auch Anfang Oktober) so ein Erlebnis. Der Schwarm hatte kaum Varroen im Gepäck. Im Winter dann die Oxalsäure geträufelt.
    Das Volk war im Frühjahr nicht stärker oder schwächer als die anderen Jungvölker.


    Alles regelt die Natur.


    Viele Grüße
    Ruth

  • Kontrolliere mal ganz dezent die andern Völker Deines Standes. Oft stammen die Schwärme aus Völkern direkt daneben.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hi Henry,


    ich checke meine übersichtlichen fünf Völker derzeit mindestens 1x täglich (Varroaschublade inspizieren+säubern, Futterstand) und komme mehrmals täglich daran vorbei. Von daher bin ich sicher, dass hier keines mal eben umgezogen ist - alle sind flugaktiv wie zuvor, nehmen das Futter ab und erscheinen auch sonst unverändert. Bis auf das eine mit der Zuwanderung, die hängen jetzt unten dick durch wie im Sommer während bei den anderenn nur an warmen Nachmittagen unten was zu sehen ist.


    Allerdings habe ich inzwischen einen Verdacht. Wie ich schon vor Wochen hier geschrieben habe, ist im Sommer bei unserem Nachbarn ein fremder Schwarm in die Hausfassade eingezogen. Dort ist momentan auffällig wenig los, aber es fliegen noch Bienen ein und aus, aber deutlich weniger als bei meinen Völkern.


    Möglicherweise sind die Bienen von da, aber warum sollten die sich diesen Umzug antun? Ob die Varroen schon jetzt so massiv sind, dass sie fliehen mussten? Gestern und heute war jedenfalls bei meinem "Gastgebervolk" kein auffälliger Anstieg beim Varroafall zu sehen, 1 bis 2 pro Tag.


    Futtermangel jetzt schon kann ich mir nur schwer vorstellen, da es bei uns seit dem kalten Frühling eigentlich ununterbrochen sehr gute natürliche Futterquellen gab, so dass hier selbst ungefütterte Völker höchstwahrscheinlich den Winter überleben würden. Ich selbst habe nur zur Sicherheit noch ein paar Kilo zugefüttert, eigentlich stimmt das Gewicht schon ohne Fütterung.
    Ob ein wildes Volk bei solchen Verhältnissen trotzdem sogar schon jetzt im Oktober Hunger leiden können kann?


    Gruß
    hornet

    Ja, spinn' i oder bien i?

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  • Ja, Völker verhungern auch jetzt und zwar ab dem Trachtloch nach der Linde, das viele nicht grundlos für ein Trachtende halten. Wer erst im Juli unzieht, bauen muß und erst im August die erste Jungbiene schlüpfen hat geht leider ein.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Ich kann mir auch vorstellen, daß das Loch in der Mauer nicht all zu groß war und zu wenig Wabenbau vorhanden war um eine Winterkugel zu bilden. Oder kann sich jemand vorstellen, das ein Fußball großes Loch in einer Mauer ist, auch wenn sie aus Feldsteinen und Lehm gebaut ist?

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Loch in der Mauer nicht all zu groß war und zu wenig Wabenbau vorhanden


    Hi Drobi,


    gut möglich, dass es denen zu eng war. Denn da ist garantiert kein Loch in der Mauer. Es handelt sich nur um den Zwischenraum zwischen der Ziegelsteinmauer und der davor montierten Wetterschutzschicht aus einem wetterfesten Material, geschätzt also um maximal 10cm.


    ABER:
    Da dieser Schwarm mindestens der dritte in den letzten 10 Jahren ist, den ich dort einziehen habe sehen, scheint die Stelle sehr attraktiv zu sein.
    Der erste Schwarm vor ein paar Jahren hat auch überwintert, ist dann aber im Laufe des Frühlings verschwunden. Der zweite hat den Winter nicht überlebt. Und der von heuer scheint nun schon im Herbst ausgezogen zu sein.
    Potenziell scheint dieser Hohlraum also trotzdem für eine Überwinterung geeignet zu sein. Da ich es nicht mehr so genau weiß wann der erste Schwarm drin war, könnte es aber natürlich sein, dass die erfolgreiche Überwinterung nur durch Glück geklappt hat, weil es im super milden Rekordwinter 2006/2007 war.


    Gruß
    hornet

  • Hallo Miteinander,
    der hier nicht mehr schreibende "Drohn" würde jetzt was von Verbindungen zwischen Schwarm und Muttervolk schreiben.
    Meine Vermutung: der Drohn hat recht, das sind die Bienen vom Schwarm, die jetzt weisellos und/oder ohne genügende Futtervorräte zum Muttervolk zurückfliegen.
    Achte mal darauf, wohin die wenigen noch vorhandenen Flugbienen des "Hausfassadenvolkes" fliegen.
    Besteht da nicht eine Verbindung zwischen den beiden Völkern?
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Hornet,


    hast Du keinen erhöhten Totenfall vor und in der Beute vorgefunden? So leicht kommt man als Biene normalerweise nicht in eine fremde besetzte Beute. Die Bienen erkennen sich wohl hauptsächlich am Geruch, es kann höchstens sein, dass sie tatsächlich weisellos waren bzw. geworden sind und nicht nach fremder Kö gerochen haben.


    Viele Grüße
    Sven

  • S. #9,
    Thema auch schon mal hier im IF.
    das geht dann recht reibungslos, man kennt sich schließlich, und auch sonst:
    Friedliche Verstärkung killen und das SEK hochfahren, warum?

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • das sind die Bienen vom Schwarm, die jetzt weisellos und/oder ohne genügende Futtervorräte zum Muttervolk zurückfliegen.
    Achte mal darauf, wohin die wenigen noch vorhandenen Flugbienen des "Hausfassadenvolkes" fliegen.
    Besteht da nicht eine Verbindung zwischen den beiden Völkern?


    Hallo Lothar,


    werde ich machen, habe sowieso ein Auge auf die Fassadenbienen. Heute war allerdings fast gar nix mehr los im Gegensatz zu meinen Völkern, was den Verdacht erhärtet, dass die tatächlich bei mir eingezogen sind. Das zeitliche Zusammenfallen zwischen Ruhe dort und doppelt so vielen Bienen bei mir ist doch zu genau um nur reiner Zufall zu sein.
    Der Schwarm, der im Juni in die Fassade einzog, stammt allerdings nicht aus dem Volk, das jetzt die Gäste aufgenommen hat. Er stammt überhaupt nicht von meinen Völkern, zu dem Zeitpunkt war bei mir Ruhe.


    Oder meinst du es andersherum, nämlich dass meine neuen "Gäste" auch jetzt noch immer wieder mal bei "ihrer alten" Fassade vorbeischauen werden?


    Gruß
    hornet

  • hast Du keinen erhöhten Totenfall vor und in der Beute vorgefunden?


    nein, erstaunlicherweise diesmal gar nicht. Nicht mehr als die wenigen, die bis vor kurzem immer wieder mal den Kämpfen mit den Wespen zum Opfer gefallen sind.
    Es wundert mich auch, weil meine Erfahrungen mit einem abgekehrten, drohnenbrütigen Volk im Sommer auch ganz anders waren, da gab es Tausende Tote.


    Vielleicht weil die Umzügler die letzten Futterreste zusammengekratzt haben und daher mit vollem Honigmagen gerne eingelassen wurden, was damals beim Abkehren der drohnenbrütigen Bienen laut Lothar wohl irgendwie nicht geklappt hat?


    Gruß
    hornet

  • Hi Drobi,
    ABER:
    Da dieser Schwarm mindestens der dritte in den letzten 10 Jahren ist, den ich dort einziehen habe sehen, scheint die Stelle sehr attraktiv zu sein.
    Der erste Schwarm vor ein paar Jahren hat auch überwintert, ist dann aber im Laufe des Frühlings verschwunden. Der zweite hat den Winter nicht überlebt. Und der von heuer scheint nun schon im Herbst ausgezogen zu sein.
    Potenziell scheint dieser Hohlraum also trotzdem für eine Überwinterung geeignet zu sein. Da ich es nicht mehr so genau weiß wann der erste Schwarm drin war, könnte es aber natürlich sein, dass die erfolgreiche Überwinterung nur durch Glück geklappt hat, weil es im super milden Rekordwinter 2006/2007 war.


    Hallo hornet,
    wir haben beim NABU in Konstanz 3 bis 4 Fledermauskästen, die jedes Jahr von Schwärmen neu besiedelt wurden. Die Größe war aber nicht genug und die Völker sind IMMER um diese Zeit verhungert. Einfach weil sie nicht genug Futter einlagern konnten. Einmal bezogene Kasten scheinen sehr attraktiv zu sein. Ein Imkerfreund hat leere Beuten in der Nähe aufgehängt, doch die kleinen ungeeigneten Fledermauskasten waren attraktiver, da sie wahrscheinlich besser rochen! Wir haben die Kasten nur sauber abgekratzt, wir hätten sie ordentlicher gewaschen, um den "Duft" zu beseitigen.
    LG Salsero

    imkere als Hobby seit 2011 mit Dadant