Brutstoppmethode

  • Im iT-Magazin (Ausgabe 2/2011) wurde die Brutstoppmethode beschrieben.
    Hier gibt's dazu eine Kurzbeschreibung:
    http://www.bienen-sense.ch/201…ode-zur-vorroabekampfung/


    Meine Frage in die Runde: Wer hat damit bereits Erfahrungen gesammelt? Funktioniert das?
    Und wer nutzt dabei eventuell diese "Königinnen-Isolatoren"? Taugen die?

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Ich habe einen Vortrag auf der Apimondia dazu gehoert, da haben sie das Kaefigen der Queen mit verschiedenen Behandlungsmitteln kombiniert (50 Voelker je Experiment meine ich)
    Tatsaechlich war bei Thymol eine verbesserte Wirkung (von 78% auf 95,4%) zu sehen - allerdings gingen beim Kaefigen auch 12% der Koeniginnen verloren.
    Das Kaefigen der Queen fuer 26 Tage und anschliessende OS verdampfen liess 98,5% der Milben fallen (gegenueber 14,2% wenn man die Queen weiter frei legen laesst). Das Traeufeln ohne Queen-Kaefigen war uebrigens effizienter als das Verdampfen (23,6% vs. 14,2%) aber auch das wurde durch das Kaefigen ebenfalls gesteigert (auf 89,4%). Auch Milchsaeure-Behandlung wurde durch das Kaefigen gesteigert (auf 80,1%).
    Interessanterweise brachte das Kaefigen bei AS gar nichts - auch ohne Kaefig bei bestehender Brut 94,5%.


    Generell wurde empfehlen, eher gross zu kaefigen (eben ganze Wabe oder sowas) da dies die Koeniginnenverluste reduziert.


    Ich fand es ganz interessant und biologisch nachvollziehbar aber da auch gezeigt wurde, dass AS alleine eben schon sehr effizient ist ohne dafuer nun Koeniginnen suchen und einsperren zu muessen, werde ich es wohl nicht eingehender testen...aber ev. probiert es ja mal wer hier aus und berichtet?


    Gruesse
    Melanie

  • Es gibt ja eine Reihe von Varianten der Brutunterbrechung. Auch die Teilen-und-Behandeln-Methode nach Liebig ist eine davon.
    Ich würde aber eine Methode vorziehen, die die Völker weniger schwächt - gerade im Spätsommer, wenn die Winterbienen gezogen werden. Da käme also eher Liebig in Frage als das Käfigen der Königin. Ich werden das nächstes Jahr mal ausprobieren, weil ich mit der AS-Behandlung dieses Jahr nicht zufrieden bin.


    Gruß Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Ja, das kommt dem Bannwabenverfahren schon sehr nahe. Hab ich vor mehr als 25 Jahren ausprobiert, damals war allerdings auf nur eine Waben bannen Standard. Funktioniert auch gut, wenn man mit so intensiven Eingriffen arbeiten mag.


    Hab ich länger nicht getan, aber werde im kommenden Jahr mal wieder etwas damit experimentieren. Weil m.E. an einer systematischen Brutpause auf Dauer nix vorbei geht, will man kein Lego-Imker werden.

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter

  • Ich kann das nicht gut heißen, da in dieser Zeit schon die ersten Winterbienen erbrütet werden und ob die Königin, dann nochmal richtig in Brut geht ist auch fraglich. Da ja auch die Jungbienen für die jüngste Brut fehlen, müssen sich erst die älteren Bienen wieder umstellen, um den Futtersaft für die Brut bereiten zu können.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Ich habe in diesem Jahr etwas ähnliches probiert:

    • Königin unten auf Halbzarge DNM mit 4 Leerwaben und 7 Leerrahmen isoliert, alle Brut über das Absperrgitter gegeben.
    • Nach 17 Tagen verdeckelte Brut aus der Halbzarge entnommen
    • Nach 24 Tagen wieder Entnahme der verdeckelten Brut und des gesamten ehemaligen Brutraums, Neuaufbau des Brutraums Freigabe der Königin
    • Nach 34 Tagen Entnahme der verdeckelten Brut auf den Halbwaben


    Der Effekt ist ähnlich: Für 24 Tage wird verhindert, dass im Volk Brut schlüpft. Zusätzlich aber werden über die stufenweise Entnahme der verdeckelten Brut die Varroen entfernt.
    Der Erfolg ist durchwachsen. Von 10 Völkern im Versuch musste eins chemisch nachbehandelt werden, da der natürliche Varroatotenfall von 25/Tag lag und DWV-Bienen zu sehen waren. Die anderen hatten Ende September einen Varroatotenfall zwischen 1/Tag und 15/Tag. Alle Völker sind wohlauf, der derzeitige Varroatotenfall wird gerade ermittelt.
    Die Methode hat noch Optimierungspotenzial - Eine Aufgabe für das nächste Jahr.


    PS:
    Interessant war auch, dass die Gesamtzahl der bei der OS-Blockbehandlung gefallenen Varroen bei dem nachbehandelten Volk bei ca. 900 Milben lag. 900/25 = 36! Die in der Literatur angegebenen Faktoren zwischen 200 und 600 sind hier offensichtlich nicht erreicht! Möglicherweise liegt das daran, dass hier eine AGT-Königin am Werk ist.


    Gruß Ralph

  • Eigentlich, und rein rechnerisch, müsste doch mit der Methode die Schadschwelle weit unterschritten werden.
    Meine Vermutung ist, es schlüpfen keine Jungbienen. Die Alten, verbrauchten müssen 2 oder mehr Brutsätze UND die restlichen Stockarbeiten erledigen. Dabei wird die Brut mangelversorgt, mit dem bekannten Varroavermehrungseffekt.

  • Ich habe in diesem Jahr etwas ähnliches probiert:


    Hallo Ralph, Hallo zusammen,
    ich weis nicht wie bei Euch dieses Jahr die Varroasituation so ist, aber bei mir war im Spätsommer fast kein natürlicher Varroatotenfall außer bei 2 Völkern. Die Sommerbehandlung fand also gar nicht statt! Ich will damit sagen, dass dieses Jahr zumindest bei mir nicht als maßgebend angesehen werden kann.


    Königin einsperren würde ich nicht wollen. Das eine solche Aktion für eine Königin gut ist, kann ich mir nicht vorstellen. Da bin ich schon eher für komplette Brutentnahme vor Ende der Lindenblüte zu haben, evtl. auch noch einmalig eine Bannwabe.

    Grüße aus Leipzig
    Thomas

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  • Hallo
    Ich habe die letzten zwei jahre die Königinen der Wirtschaftsvölker alle gekäfigt für 24 Tage . Lauft prima @für den verlust an Königin an dieser methode ist das die Königin nur reingeschmissen wird .wird die königin mit futterteig verschluss zum ausfressen gegeben gibts kaum probleme
    Lg