Erkenntnisse von Günter Friedmann

  • Bernhard hat hier so ein Interview mit Günter Friedmann (bekannter Demeter Imker) gepostet.
    http://www.demeter-imkerei-fri…ts/ETD_A08-37_S12_v01.pdf
    http://www.demeter-imkerei-fri…ts/ETD_A08-37_S13_v01.pdf
    Ich fand das ja alles ziemlich interessant. Mich würde interessieren, wie ihr die Aussagen so einschätzt. Das Einknäulen der Hornissen und Wespen fand ich bemerkenswert und auch diesen Stabilisierung der Eigenschaften auch bei Standbegattung.
    Ich hatte vor einer Weile mal ein PDF "in der Hand" wo es um den mangelnden Kontakt der Pflegebienen zur Königin geht (wo auch auf Buckfast Bezug genommen wurde). Ich mag das nicht so recht glauben weil das sicherlich auch Buckfastzüchter ggf selbst festgestellt haben.
    Kurzum was haltet ihr von den Aussagen? Auf der einen Seite interessant und auf der anderen Seite frage ich mich "warum ist er der Einzige der es festgestellt hat?".


    Ich möchte in diesem Thread keine Diskussion über Steiner und Anthrophosopie sondern es soll um Imkerei und Bienen gehen

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

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  • Auch wenn ich diesen Artikel schon kannte, habe ich ihn mit einem heftigen inneren Kopfnicken nochmal gelesen. Ja, ja und nochmal ja- gerade was Königinnenzucht/eigene Nachschaffung und Wehrhaftigkeit betrifft. Besonders bemerkenswert finde ich die Aussage zur Stockfestigkeit. Das würde ich gern mal mit eigenen Augen sehen- daß sich die Bienen nach dem Bilden eines Ablegers am selben Stand, aber ohne die Methode Umsetzen auf kurze Distanz am neuen Standort einfliegen. Für mich geht Günter Friedmann in diesen für Bienen und Imkerei so unglücklichen Zeiten genau den richtigen Weg.

    'If you don't have a plan, you become part of somebody else's plan.'
    Terence McKenna

  • Auch wenn ich diesen Artikel schon kannte, habe ich ihn mit einem heftigen inneren Kopfnicken nochmal gelesen. Ja, ja und nochmal ja- gerade was Königinnenzucht/eigene Nachschaffung und Wehrhaftigkeit betrifft. Besonders bemerkenswert finde ich die Aussage zur Stockfestigkeit. Das würde ich gern mal mit eigenen Augen sehen- daß sich die Bienen nach dem Bilden eines Ablegers am selben Stand, aber ohne die Methode Umsetzen auf kurze Distanz am neuen Standort einfliegen. Für mich geht Günter Friedmann in diesen für Bienen und Imkerei so unglücklichen Zeiten genau den richtigen Weg.


    Zonia. Ich halte solche Aussagen für unseriös, denn ohne Zeichnen ( betupfen ) jeder einzelnen Bienen mit Farbe sind keine Beweise zu seinen (Friedmann)Aussagen zu erbringen. Deshalb sind solche Aussagen in meinen Augen Wunschdenken. Das selbe gilt zu seinen Aussagen hinsichtlich der nur jährigen Bienenköniginnen, die bei anderen Imkern, die angeblich jedes Jahr neu eingeweiselt werden müssen.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

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  • Das Einknäulen der Bienen habe ich bei mir am Stand auch einmal gesehen. Ich imkere mit Deckelflugloch. Als ich den Deckel runter genommen habe, flog gleich eine Hornisse rein ins Volk. Nach dem üblichen Mandibel-schnappen nach Bienen, haben sie sie recht schnell eingeknäult und dann nicht mehr verlassen. So ein Huggybear-Erlebnis freut einen dann doch innerlich.


    Herr Friedmann ist der Berufsimker, der mit Demeter hauptberuflich seine Brötchen verdient. Die angefragte Brücke aus dem anderen Thread, die ein User noch gesucht hatte.


    Insgesamt besagen ja viele Autoren und Imker, dass die Spielereien mit künstlicher Aufzucht von Bienen nur den Menschen beruhigen und den Zubehörhandel. Hierzu gibt es sicherlich sehr viele Beiträge zu lokal angepassten Bienen, Königinnenzucht, Rassen, Eigenschaften... etc.


    Interessant zu lesen in den anstehenden Monaten ohne Bienen. Evtl. ist der Kurs von Herrn Friedmann empfehlenswert?

  • Hi,
    schöner Bericht, ist auch nett zu lesen, danke
    Jedoch frage ich mich nur warum es so viele Züchter gibt wenn früher alles gepasst hat.
    Nach dem Bericht könnte man glauben dass zig Jaher Königenzucht umsonst waren.


    Ich kann mich nur zu gut erinnern, dass ich vor ca. 30-40 Jahren nicht in die Nähe von Bienen gehen konnte.
    Honigerträge waren kleiner, die Bienenkisten auch, und die Wiesen haben schön geblüht.
    Dass unsere Bienen anfälliger geworden sind als früher kann gut sein.
    Auf den Bildern sind etliche Stöcke zu sehen, 2er Aufstellung sieht bei mir anders aus, da habe ich auch verschiedene Flugrichtungen.

    Grüßle
    Franky ( Erfinder des Apinaut-Systems )

  • ...Nach dem Bericht könnte man glauben dass zig Jaher Königenzucht umsonst waren.


    Naja, wenn man den Artikel mit Tunnelblick liest, ja.
    Vielleicht hat man nur versäumt, zum richtigen Zeitpunkt die Bremse zu ziehen- wie bei der Züchtung vieler anderer Tiere auch. Wenn ich mir so angucke, was aus Lebewesen geworden ist, die der Mensch so schön 'Nutztiere' nennt, wird mir oftmals schlecht...

    'If you don't have a plan, you become part of somebody else's plan.'
    Terence McKenna

  • Hallo


    ich finde den Bericht sehr gut und zeigt mir das einige Aussagen schon viel früher bekannt waren und ich möchte keine Wertung des Beitrages abgeben.
    Zum Beispiel: In einem meiner Bücher steht das die Bienen den Imker kennen, wenn er jeden Tag am Bienenstand ist. Ich stimme dem 99%ig zu.
    Das Bienen größere Angreifer einknäulen und sie durch Überhitzen töten, ist bekannt und wußte man früher schon, die Bienen machen das auch mit Hummeln so, habe ich selbst gesehen. Das Nachzucht vom eigenen Stand, günstiger ist, (als jedes Jahr neue Königinnen von Sonstwo zu kaufen) und das dadurch die Völker vitaler werden, dem stimme ich 100%ig zu.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo Honey,
    meine Meinung zu dem Bericht von Günther in Bezug auf die Buckfast- Königinnen halte ich für absoluten Blödsinn.
    Auch seine Aussage, die er trifft, dass er Königinnen auf ihre Gestalt hin ausliest halte ich für baren Unsinn.
    So was geht überhaupt gar nicht und ist pures Imkerlatein.
    Eine meiner sanftesten Linien, hat sich eines Hornissennestes entledigt, dass sein Nest zu dicht an das Flugloch dieses Volkes gebaut hat.
    Innerhalb 2-3 Tagen waren ca. 200 Hornissen tot. Also das können nicht nur die Superbienen von Friedmann.
    So manche Aussage mag ja auch stimmen, aber der Rest ist für mich sehr fragwürdig.


    beehead

    give bee`s a chance- all together now- give bee`s a chance

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von beehead () aus folgendem Grund: RS

  • Da wird leider Brauchbares mit esoterischem Humbug gemischt. Dass die Bienen dem Imker Bescheid sagen, wenn sie schwärmen?! Nun ja, ein rational denkender Imker wird das so deuten: Da waren halt Spurbienen unterwegs und von denen flog eine in die Küche. Klar, Sammlerinnen machen das eher nicht.
    Es ist das alte Problem: Empirie ist nichts, wenn sie nicht mit genug Fällen unterlegt ist. Es lassen sich eben nicht genug Völker unter so gleichen Bedingungen halten, dass man zu Detailfragen signifikante Ergebnisse bekommt. Da ist natürgemäß viel Platz für Glaubensfragen.
    Das Einknäulen von Hornissen ist so ungewöhnlich nicht. Ich konnte das gleiche diesen Sommer bei einer Wespe beobachten. Wegen der Hitze gab es eine längere trachtlose Zeit, entsprechend schlecht drauf waren die Bienen. Da stürzen sich halt mehr als sonst auf eine Wespe - schon hat man ein Knäuel. Ob man deswegen agressivere Bienen züchten soll?
    Dass die Landbiene (als regionale Eigenzüchtung) vielen Reinzuchtbienen in nichts nachsteht, wurde schon vielfach berichtet. Den Erfolg bei der Zucht einer varroatoleranten Biene muss Herr Friedmann erst einmal nachweisen.


    Gruß Wolfgang
    (einer der letzten lebenden Anhänger des abendländischen Rationalismus)

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Die Biene hat ihm nicht gesagt, dass sie schwärmen wollen. Die Biene war bei Muttern in der Küche und der Schwarm schon da.


    Herr Friedmann wünscht sich ähnliche Züge der Bienen, beim Abwehren von Hornissen, bei der Varroenabwehr. Er züchtet nicht, daher auch keine Aussagen zum Besitz, oder züchterischen Weg dorthin.


    -Damit hier keiner denkt, es stünde so geschrieben-

  • Auf der Schwarmtraube tanzen Spurbienen. Spurbienen suchen vor und während des Schwarmvorganges ein neues Heim. Eine Schwarmtraube sendet also nicht nur eine Bienen aus, auch wenn eine nur in Muttis Küche suchte. Wir kenne die Biologie und müssen nicht glauben, daß diese Biene jemanden alarmieren wollte, sie einzufangen.


    Vielleicht wollten die Bienen auch klammheimlich weg und diese eine Bienen war der feige Verräter?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hi,
    ---
    Nach dem Bericht könnte man glauben dass zig Jaher Königenzucht umsonst waren.


    Ich kann mich nur zu gut erinnern, dass ich vor ca. 30-40 Jahren nicht in die Nähe von Bienen gehen konnte.----.


    Hallo,


    ja, das könnte man wirklich so glauben, es ist aber anders. Wer will heute mit den Bienen von vor 30-40 Jahren arbeiten müssen? Ich glaube, dies wäre in der heutigen Zeit kaum möglich. Es hat wirklich bei allen Züchtungen einen Zuchtfortschritt in Richtung Sanftmut, Honigertrag und Schwarmträgheit gegeben.


    Gut kann ich mich noch an die Bienen der 1970-er Jahre in Deutschland erinnern: es waren kunterbunte Landbienen aus Mellifera, Carnica und Ligustica, großenteils noch in Hinterladern gehalten, mit einem erheblichen Schwarmtrieb und eine ausgesprochen ausgeprägten Angriffslust.


    Gruß
    KME

  • Moin Henry,


    das weiß man nicht und kann das auch nicht wissen. Eine Spürbiene in der Küche ist aber ein Hinweis auf Schwarm(trieb). Im Schlafzimmer auch. Ich weiß nicht, wie oft ich daraufhin nach den Bienen geguckt habe, und es war nichts. Ich weiß aber noch genau, dass ich eines Tages im Laden dachte, ob wohl die Bienen schwärmen und ich hin muss... Und genau da klingelte das Telefon. Sie schwärmten, und ich musste hin.


    Wenn sich solche Anmutungen bestätigen, erinnern wir die und merken uns das. Davon mal abgesehen, hätte eine Biene, die Bescheid sagt, bei einem Schwarmimker durchaus einen Selektionsvorteil gegenüber einer, die flüchten will...


    Wespen kriegen bei meinen Bienen auch Zunder... Im Frühjahr fand ich eine Wespenkönigin, die dachte, Bienen wären nahrhaft und gut für ihre Brut. Eine Biene hatte sie noch im Tode mit den Beinen ergriffen. Ihre Beute zu zerlegen, hat sie nicht mehr geschafft...


    Ansonsten glaube ich, unvoreingenommen wäret ihr gar nicht so weit auseinander. Vielleicht bei den geistigen Hintergründen, aber im praktischen Umgang mit den Bienen, vielleicht auch im Temperament gar nicht so weit... Der weiß auch recht genau, was er will und kann, was er tut. Und geistige Hintergründe wollte Olli hier nicht diskutieren.


    Da geraten wir bei Zuchtkriterien leicht an den Rand, die sind da auch epigenetisch, könnte man sagen... Zuchtkriterien geht so nicht zu diskutieren.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Ich hab mal ein Interview mit ihm im TV gesehen, da hat er gesagt, das es Schwerstarbeit ist, seinen Honig zu dem von ihm angestrebeten Preis zu verkaufen.
    Von daher ist es nur normal, das er mit der einen oder anderen Aussage versucht, sich abzuheben und Demeter als etwas ganz besonderes darzustellen.


    Es ist EINE Art zu imkern.
    Zugegeben eine Art zu imkern, die den Bienen im Vergleich zum Imkern mit MW und Schwarmverhinderung sicher mehr entgegen kommen dürfte. Aber auch er behandelt gegen Varroa und auch er erntet Honig, auch wenn Demeter vorschreibt, einen gewissen Prozentsatz drin zu lassen.
    Das machen die meisten Imker ohnehin auch.
    Auch Demeter nimmt Schwärme vorweg. Auch wird zugefüttert.


    Demeter ist eine feine Sache, wenn man seinen Honig zu einem höheren Preis verkaufen kann und man die Mehrarbeit mit Schwärmen leisten kann.


    Ich persönlich könnte / möchte beides nicht.


    Was die Vermehrung über SZ angeht, auch das muss man mögen. Hab ich auch schon durch und bin wieder weg davon. Und ich bin sehr froh, das es ZÜCHTER gibt, die sich die Mühe machen, auf Schwarmträgheit zu selektieren, sonst könnte ich so nicht imkern, wie ich das gerne möchte. :wink:


    Ein Mensch, der mit Imkerei nichts am Hut hat, aber was für Umwelt und Natur oder auch nur für sein Gewissen was tun will, der wird eher auf solche Beiträge wie dem von Hr. Friedmann reagieren als auf einen vom Imker 0815, der auch noch "Gift" in die Völker schüttet.