Dadant ohne Absperrgitter

  • Hallo zusammen,
    ich habe seit diesem Jahr die ersten Langstroth-Beuten (2/3) auf Dadant umgestellt (10 W, passt genau unter die LS 2/3, die als HR fungieren), da mich der ungeteilte Brutraum sehr anspricht. Das Absperrgitter möchte ich aber nicht so gerne einsetzen, habe es in der Flachzargen-Betriebsweise nie gebraucht.


    Mich würde interessieren, ob und wie das Imkern mit Dadant ohne Absperrgitter gelingen kann. Vielleicht gibt es Erfahrungsberichte vom einen oder anderen?


    Anmerkung: Ich bin nicht an der Maximierung der Honigausbeute interessiert, meine Bienen dürfen 20 kg Honig für den Winter behalten. Daher ist es erstmal nicht problematisch, wenn die Kö hochbrütet. Mich interessiert vor allem das Management im Sommer, wenn es um das Einengen geht. Wie verfahre ich, um einen ordentlichen Wintersitz zu gestalten?


    Viele Grüße
    Jean

  • Ganz einfach. Bei Dadant und einengen ist ein Absperrrgitter zwingend notwendig.


    @ Jean. Du kannst den Brutraum auch komplett geben, ohne einengen wenn nicht die Maximierung der Honigausbeute angestrebt wird. Einengen dient nur der Maximierung der Honigausbeute. Zum Wintersitz Brutraum mit allen Rähmchen vollmachen.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Ganz einfach. Bei Dadant und einengen ist ein Absperrrgitter zwingend notwendig.

    Nope! Ist es nicht.
    Es wer sich für das Thema interessiert sollte sich mal bei den Demeter Imkern umhören. Da ist meines Wissens in den Richtlinien vorgeschrieben, dass kein ASG verwendet werden darf und dass man einen ungeteilten Brutraum haben muss.

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Was spricht denn gegen das Absperrgitter? Ist das in Deinen Augen Bienenquälerei oder woher rührt die Frage?


    Gruß,


    vic

    «Kasseler Stadthonig» – Ertragreiche und sanftmütige Buckfast-Bienen in 10er-Dadant, rund 30 Völker auf verschiedenen Dächern in der Kasseler Innenstadt.

  • Hallo Jean


    Imkern mit 10er Dadant ohne ASG ist möglich - v.a. wenn man nicht an Honigmaximierung interessiert ist und keine Probleme hat, wenn in den Flachzargen auch mal Brut ist.
    Ich imkere im Nordwesten Rondônias (Brasilien) - Standart sind hier eigentlich LS-Beuten. An der 10er Dadant ist klasse, daß es für die etwas brutschwächeren afrikanisierten Bienen ein ausreichender BR ist und zudem immer ein Honigkranz auf den Rähmchen bleibt. Nur sehr wenige Königinnen gehen zum Brüten in den HR. Aber wenn dort mal Brut war, gehen sie auch immer wieder dort hin. Das stört etwas beim Arbeiten mit Bienenflucht - dann sind die HR nicht bienenfrei. Allerdings sind die dort verbleibenden Bienen vorwiegend Jungbienen und stechen nciht so wild, also auch verkraftbar.
    Wenn man so "laissez faire" imkert, bedeutet das aber auch, nicht einzuengen (weil man ja auch keine ERtragsmaximierung will). Erneuerung im BR erreiche ich durch Entnahme von 2 BW / Saison (zur Ablegerbildung im August) und Entnahme von alten Leerwaben am Ende der Regenzeit (März), wenn das Volk die kleinste Größe hat. Es kommen aber gleich wieder Mittelwände oder Anfangsstreifen in die Kiste - sie wird wieder voll. Auf 2-3 Randwaben ist fast immer Honig. Es sei denn, man setzt eine Wabe mit viel Drohnenbau nach außen - dann wird das Brutnest niedriger und breiter. Manchmal scheint es dann, als hätten sie die LS-Norm verinnerlicht - da hören sie bei 20cm Wabenhöhe mit Brut auf und haben dann oben Futter.
    Rückblickend auf meine Imkerei in D denke ich, daß es auch dort ähnlich gehen kann. Wenn unten voll ist, man im März alte Randwaben tauscht und im Mai nochmal Brutwaben für Ableger rausholt und MW gibt, muß man später eigentlich nicht mehr im BR rumstöbern. Dann muß man nur noch eine gute Varroabekämpfung im Sommer machen...
    Andere Konzepte, die im Sommer eingreifen (Totale Brutentnahme etc.) geben dann ja die Möglichkeit, daß das Volk sich ganz frisch einrichtet vorm Winter. Aber darüber wurde ja schon genug im Forum geschrieben.


    Viele Grüße,
    Borschard

  • Natürlich kann man ohne ASG in Dadant imkern, ich habs probiert. Anfangs hat es auch sehr gut ausgesehen, wenn die Völker dann aber richtig stark werden, dann gehen sie unweigerlich rauf.


    Mit Schied geht das noch schneller, denn dann nutzen sie den Platz so wie sie wollen und nicht so wie der Imker es möchte. Aber auch mit allen Waben drin werden immer einige Waben im HR mit Brut gefüllt, zumindest bei Carnica ist das so.


    Der Sinn von Dadant, nämlich nur Brut auf wenigen Waben zu haben, geht damit verloren. Auch wie schon gesagt, kann ich keine Bienenfluchten mehr verwenden oder nur mit sehr viel höherem Aufwand.


    Wenn ich ohne ASG arbeiten möchte, dann würde ich wieder mit 2 BR arbeiten und selbst da ist nicht sicher, das sie nicht auf die 3. gehen.


    Ich persönlich verstehe nicht, warum das ASG so oft als "schädlich" für den Bien angesehen wird. Wer so denkt, sollte gleich so konsequent sein und auf NB und da am besten gleich auf Stabilbau setzen. Denn auch MW, Kontrollen, Varroabehandlung und Honigernte sind gegen die Natur.

  • Wer so denkt, sollte gleich so konsequent sein und auf NB ...


    Ich weiß nicht ob du Don Kuchenmeister auf Youtube kennst (Nutzer fineshooter) ... der meint das durch ein Absperrgitter der "Honeyflow" behindert wird und nutzt deswegen auch keine. Ich weiß nicht ob er damit recht hat ... was ich mir allerdings gerade bei Dadant nicht vorstellen kann weil unten, wenn man alles richtig macht :cool:, eigentlich kaum Honig ist - wo sollte der Honig sonst hin wenn nicht in die HR und wenn da ein ASG dazwischen ist wird dadurch auch nichts verändert.

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  • Danke für eure Antworten.
    Auf das Absperrgitter möchte ich gerne verzichten, weil es ein künstliches Element ist.


    @ Günther: Das bedeutet nicht, dass ich deshalb nur noch ausgehöhlte Baumstämme als Beuten nutze, die niemals geöffnet werden. Sagen wir, ich suche einen Kompromiss, der näher an den natürlichen Bedürfnissen der Bienen liegt als das generell der Fall ist - wo eher die menschlichen Bedürfnisse im Vordergrund stehen.
    Ich besitze auch Einraumbeuten von Mellifera sowie Warré-Beuten, damit experimentiere ich ebenfalls. Dass meine Völker auf Naturbau leben, ist für mich seit 2 Jahren selbstverständlich. Varroamilben entferne ich über (vorweggenommene) Schwärme, das klappte dieses Jahr gut, keine AS notwendig. Nur für die vermilbten Muttervölker muss ich mir noch was Alternatives überlegen, will es nächtes Jahr mit Fangwaben-Verfahren probieren.


    Die Problematik ist, dass ich auch mal gerne die Völker in den Raps stellen möchte, was mit Warré und ERB schwieriger ist. Die will ich nur am Platz belassen. Außerdem selektiere ich auf Varroatoleranz und habe gar arge Schwierigkeiten, das im Stabilbau umzusetzen - Königin finden ist ein Unding.


    Daher meine Idee, ohne ASG mit Dadant zu imkern. Ist niemand hier Demeter-Imker? Leider kenne ich keinen, den ich fragen könnte.
    Ich nehme erstmal die Idee auf, den BR nicht einzuengen. Im Grunde kristallisieren sich bei mir 2 Fragen heraus:


    1) Was tun, wenn ohne ASG der BR halb verwaist - vielleicht ziehen sie bei Läppertracht hoch?
    2) Wenn sie im Juli noch oben brüten - wie krieg ich sie runter, und die HR abgeräumt, ohne die Brut zu vernichten?


    Gruß
    Jean

  • Hallo Jean,
    "echte" Dadantbetriebsweise hat in den Honigräumen Dickwaben, die werden eher nicht bebrütet.
    Daher sehe ich da wenig Probleme.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Zitat

    Die Problematik ist, dass ich auch mal gerne die Völker in den Raps stellen möchte, was mit Warré und ERB schwieriger ist. Die will ich nur am Platz belassen. Außerdem selektiere ich auf Varroatoleranz und habe gar arge Schwierigkeiten, das im Stabilbau umzusetzen - Königin finden ist ein Unding.


    Daher meine Idee, ohne ASG mit Dadant zu imkern. Ist niemand hier Demeter-Imker? Leider kenne ich keinen, den ich fragen könnte.
    Ich nehme erstmal die Idee auf, den BR nicht einzuengen. Im Grunde kristallisieren sich bei mir 2 Fragen heraus:


    Dadant mit Stabilbau - geht gar nicht, weil Dadant zwingend ASG voraussetzt, um den Honig oben im HR zu haben, und das Schied halt auch nur im Mobilbau funktioniert.
    Eierlegende Wollmilchsau gibt es halt nicht.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Jean,
    "echte" Dadantbetriebsweise hat in den Honigräumen Dickwaben, die werden eher nicht bebrütet.
    Daher sehe ich da wenig Probleme.
    Viele Grüße
    Lothar


    Hallo Lothar. Außer das die Dickwaben nicht sofort Dickwaben sind und bis sie dann Dickwaben sind schon bebrütet sind.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • @ Sabi(e)ne:
    Hä?,
    will er doch auch nicht.


    Er will in Dadant weder Stabilbau noch Ertragsorientiert imkern. - Hat er jedenfalls so gepostet.


    @ Lothar:
    Ich hab die Erfahrung gemacht, dass auch Dickwaben nicht vor Brut im HR schützen.


    MfG André