Steuerrecht - Honigentnahme zum Werbezweck

  • Ganz unverbindlich kurz gesagt : Wenn du nicht in einem überschaubaren Zeitraum einen Gewinn rechnerisch und real nachweisen kannst und das FA kontrolliert dich, darfst du EkSt. nachzahlen und zwar die, die du durch deine Ausgaben vorher gespart hast. Dein Betrieb wird zur Liebhaberei erklärt, Zinsen könnten auch noch anfallen.

  • Dann zahlt man auf den steuerlich anerkannten Verlust (also vielmehr die daraus folgende Steuererstattung) mit 6 % Zinsen wieder zurück, weil das Finanzamt die steuerliche Anerkennung des Verlustes aberkennt.


    In meinem Fall hätte die Verlustanerkennung eine zusätzliche (!) Einkommensteuererstattung von rund 1000,00 Euro bedeutet. Und dann auch noch hochgerechnet auf die Folgejahre... und dann kommt das dicke Ende. Und "Nein" ich kann auch künftig bis auf Weiteres (es sei denn ich werde berentet oder arbeitslos und muss mir eine andere Möglichkeit, Geld zu verdienen, suchen) keine Gewinnerzielungsabsicht und kein neues Konzept vorlegen. Ergo werden die Steuerbescheide rückabgewickelt und die zuviel erstatteten Steuern werden mit 6 % verzinst. Diesen Zinssatz würde man auf keiner Bank erwirtschaften, hätte man die jeweiligen Erstattungen als Festgeld angelegt.


    Mindestvölkeranzahl hat sich erübrigt! Und "Ja", das Urteil ist schwer verständlich und das Wesentliche versteckt sich dahinter.


    Hätte jemand vielleicht auch eine Antwort auf meine Frage ? ;-)

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  • Den Link kanste glatt vergessen, denn weiss.at ist Österreich und nicht BRD.


    Gruß Josef


    Autsch:oops: Danke und Entschuldigung hatte ich nicht gesehen ... kann leider nicht mehr editieren.


    Dann habe ich noch den hier, wirklich aus Deutschland :http://www.kulschewski.biz/app…enen+Stand+01.08.2013.pdf


    Damit ist klar ich betreibe mein Hobby als Liebhaberei, was auch sonst, und habe als Kleinunternehmer im Sinne der UStG auch einen ausreichenden Freibetrag.

  • Wer will hier behaupten, daß Imker verpflichtete wären, Bücher zu führen?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Wer will hier behaupten, daß Imker verpflichtete wären, Bücher zu führen?


    ....wenn man aber keine führt, kann das Finanzamt schätzen, was in den nicht geführten Büchern drinne gestanden haben könnte..... und das wird für den Steuerknecht i.d.R. sehr teuer .....

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal gefährlich."

  • Noch mal zurück zur Ausgangsfrage:
    Steuerlich gesehen handelt es sich bei der unentgeltlichen Abgabe von Kostproben um keine Entnahme aus dem Betriebsvermögen.
    Einkommensteuerlich gilt: "Entnahmen sind alle Wirtschaftsgüter (Barentnahmen, Waren, Erzeugnisse, Nutzungen und Leistungen), die der Steuerpflichtige dem Betrieb für sich, für seinen Haushalt oder für andere betriebsfremde Zwecke im Laufe des Wirtschaftsjahres entnommen hat. " (§ 4 Abs. 1 EStG)
    Es sind aber keine betriebsfremden Zwecke, sondern Werbeaufwendungen.


    Umsatzsteuerlich gilt das Gleiche: Nur die Entnahme zum privaten Verbrauch usf. ist eine unentgeltliche Wertabgabe (§ 3 Abs. 1b Nr. 2 UStG). Das Problem hat Du aber bei "im Rahmen eines land- und forstwirtschaftlichen Betriebs ausgeführten Umsätzen" ohnehin nicht, weil Du die Umsatzsteuer nicht abführen musst. Zudem wären die Proben "Geschenke von geringem Wert und Warenmuster für Zwecke des Unternehmens", die nach § 3 Abs. 1b Nr. 3 UStG keine steuerbaren Lieferungen darstellen
    Noch mal zur Klarstellung: Die Kleinunternehmerregelung gilt für Imker grundsätzlich nicht (dazu müsste der Verzicht auf die Durchschnittssatzbesteuerung beantragt werden).


    Fazit: Die Abgabe von unentgeltlichen Proben wird gar nicht verbucht. Es gibt dafür auch kaufmännisch keinen Grund, weil ja entsprechende Mindereinnahmen entstehen, die den Gewinn/Überschuss verringern.


    Gruß Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

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  • ....wenn man aber keine führt, kann das Finanzamt schätzen, was in den nicht geführten Büchern drinne gestanden haben könnte...

    Das gilt nur, wenn der Steuerpflichtige zur Führung von Büchern verpflichtet ist. Und genau das sind Imker nicht.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder


  • Mich macht diese Anfrage ebenfalls misstrauisch, weil sie den Anspruch erhebt, kompetent zu sein, aber im Detail dilettantisch ist.


    Siehe Zitat: Mache ich Imkerei als Liebhaberei, bin ich eben kein Unternehmer. Was ist Orza denn nun wirklich?


    Auch die ursprüngliche Anfrage ist in Wirklichkeit überflüssig, siehe letzte Antwort: Mein Werbehonig ist keine Ausgabe, also ist jede Buchung einer solchen überflüssig ... nein, wäre sogar Betrug.


    Ich erinnere mich, dass solche Fragen dieses Jahr, also ganz aktuell, hier schon mal gut ausdiskutiert wurden.

  • Vom Führen von Büchern spricht man handelsrechtlich (und damit auch steuerrechtlich) nur im Fall der Bilanzierung (d.h. Doppelte Buchhaltung). Das müssten Imker nur, wenn ihr Umsatz über 500.000 und ihr Gewinn über 50.000 Euro liegt (§ 141 Abgabenordnung).
    Ansonsten muss der Imker eine Einnahmen-Ausgaben-Rechnung machen (§ 4 Abs. 3 Einkommensteuergesetz). Das muss jeder Imker, der steuerpflichtige Einkünfte hat. Steuerpflicht setzt aber Gewinnerzielungsabsicht voraus. Die ist bei Liebhaberei nicht vorhanden. Im Einzelfall kann das natürlich strittig sein. Hier gibt es bei dem Finanzämtern die (aber nirgendwo veröffentlichte und deshalb dem Ermessen des FA unterliegende) Auffassung, dass eine Gewinnerzielungsabsicht erst ab 30 Völkern vorliegt.


    Gruß Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

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  • Fazit: Die Abgabe von unentgeltlichen Proben wird gar nicht verbucht. Es gibt dafür auch kaufmännisch keinen Grund, weil ja entsprechende Mindereinnahmen entstehen, die den Gewinn/Überschuss verringern.


    Danke, Wolf! Genau das habe ich gemeint. Du hast es noch einmal fachlich versierter ausgedrückt!!!


    Grüße aus Kassel,


    Victor

    «Kasseler Stadthonig» – Ertragreiche und sanftmütige Buckfast-Bienen in 10er-Dadant, rund 30 Völker auf verschiedenen Dächern in der Kasseler Innenstadt.