Steuerrecht - Honigentnahme zum Werbezweck

  • Entnimmt man Honig zum Eigenbedarf, muss der Netto- und Bruttobetrag zu Anschaffungs- und Herstellungskosten als Einnahme gebucht werden; bei Kleinunternehmerregelung ist der Bruttobetrag als Einnahme zu buchen.


    Entnimmt man Honig zum Werbezweck, z. B. Verkostung oder Probegläser, wie verbucht man dann?


    Soweit ich im Internet dazu Angaben finden konnte, ist die Entnahme zu Werbezwecke nicht mit der Honigprivatentnahme gleich zu setzen, sondern lediglich auf dem umsatzsteuerlichen Bereich reduziert.


    Daraus würden sich dann aber auch gleich die nächsten Fragen ergeben:
    Der Honig wird zu Werbezwecke verwendet. Der Honig ist ja ein Urerzeugnis und wird deshalb nicht als Ausgabe im Wareneinkauf verbucht, im Gegensatz zum Verkaufsgebinde (Glas). Man hat also im Ergebnis einen tatsächlichen Honigverlust, weil man ihn nicht selbst verbraucht oder verkauft hat.


    Kann der verkostete bzw. zum Werbezweck entnommene Honigbestandteil als Ausgabe und ggf. wie gebucht werden?


    Insofern wären beide Varianten interessant:
    - bei Kleinunternehmerregelung
    - bei Verzicht auf Kleinunternehmerregelung


    Würde mich freuen, wenn sich hierauf jemand meldet, der sich in diesem Bereich auskennt.


    Viele Grüße von Orza

  • Hallo Orza. Man sollte sich schon an gewisse Höflichkeitsregeln halten. Die da wären: Vorstellung, Profil ausfüllen,
    Name, Herkunftsort usw. . Nicht einfach Fragen aufwerfen nach dem Motto: Nun macht mal.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • @ Clemens


    Danke für Deine Antwort und für den Link.


    Ich kenne diesen Link auch schon. Leider hat sich aber durch das höchstrichterliche Urteil aus 2011 viel in der steuerlichen Behandlung der kleinen Imkerei geändert. Die Verlinkung ist zwar noch im Internet verfügbar, aber nicht mehr auf dem aktuellen Stand.


    Über Steuerrechtliches habe ich mich schon weitgehend informiert. Bin auch als Kleinunternehmerin steuerlich gemeldet, fällt zudem unter Liebhaberei.


    Dessen ungeachtet: Die Buchhaltung möchte ich von Anbeginn richtig aufsetzen. Die Frage zur Verbuchung der Honigentnahme zum Werbezweck konnte ich leider noch nicht abschließend klären.


    Viele Grüße von Orza

  • @ Clemens


    Na eben leider doch.
    Per Gesetz ist man ab der ersten Bienenhaltung Landwirt (!) und somit interessiert sich grundsätzlich auch die Finanzverwaltung dafür.


    Einkommensteuerlich sind selbstverständlich nur die positiven Einkünfte für die Finanzverwaltung interessant (Gewinnerzielungsabsicht), die über Jahre hinweg bei einer reinen Freizeitimkerei natürlich nicht vorhanden sein können. Und da ich auch in der Zukunft keine Gewinnerzielungsabsicht haben werde, wäre die einkommensteuerliche Verlustanrechnung kurzfristig zwar nett, langfristig aber zu teuer.


    Umsatzsteuerlich ist die Einkunftserzielung ausschlaggebend. Insofern habe ich die Kleinunternehmerregelung gewählt.


    Man ist verpflichtet, die Imkerei steuerlich anzumelden - sagte mir im Übrigen sowohl ein Steuerberater als auch der Finanzbeamte. Schlussendlich kommt nach Prüfung aber eben doch Liebhaberei und Kleinunternehmen zu tragen. Es gibt ja auch nichts zu verbergen, war eben nur viel Wirbel im Wasserglas. Einkommensteuerlich kommt nichts dabei heraus. Umsatzsteuerlich wird eine jährliche Nullmeldung abgegeben. Das steuerliche Thema ist also bei mir durch und kein Problem ;-)

  • Imkerei gehört steuerrechtlich zur landwirtschaftlichen Urproduktion, ja. Aber du bist noch lange kein steuerpflichtiger (Berufs-/Nebenerwerbs-)Landwirt, wenn du ein paar Völker im Garten stehen hast. Du musst dich ab dem ersten Volk beim zuständigen Veterinäramt anmelden, aber nicht beim Finanzamt. Um wie viel Völker geht es denn konkret bei dir?

  • Lieber Clemens,


    ich widerspreche nur ungern und bitte, mich nicht falsch zu verstehen.


    Der BFH-Beschluss vom 14.04.2011 hat u. a. auch mit der Annahme aufgeräumt, dass es bei der Besteuerung auf eine Völkeranzahl ankommen könnte, auch wenn man danach auf Foren etc. gerne noch daran festhalten möchte. Es kommt ganz grundsätzlich nicht (!) auf die Anzahl der Völker an. Imker = Landwirt = Unternehmer = Steuerpflichtiger. Der Imker als Landwirt ohne selbst bewirtschaftete landwirtschaftliche Fläche ist grundsätzlich verpflichtet, die Einnahmen und Ausgaben aus Imkerei steuerlich anzugeben. Aber es gibt eben die Gestaltungsmöglichkeit als Kleinunternehmer und wenn es unter Liebhaberei fällt.


    Glaube mir, ich habe mich umfassend informiert und ich habe mich auf diesem Forum angemeldet, eben um später zu diesem Thema auch etwas mehr beizutragen. Aber vorerst möchte ich es an dieser Stelle vermeiden, eine Nebenbaustelle noch einmal zu bearbeiten, die ich für meinen Teil schon bearbeitet habe. Denn bevor ich dazu Weiteres schreibe, muss ich das Thema erst einmal sauber ausarbeiten, das ist Fleiß- und Winterarbeit und gehört in einen anderen Themenbereich.


    Mir geht es bei meiner obigen Anfrage wirklich nur um die


    Verbuchungsform bei Entnahme eines Urerzeugnisses als Werbemittel.



    Viele freundliche Grüße von Orza

  • Ja Orza,
    ich glaube, wir haben dich alle verstanden.
    Jeder braucht einen Steuerberater seines Vertrauens und einen Rechtsanwalt um sich gegen das Finanzamt durchzusetzen. Eine Liste der beiden besten Rechts- bzw. Steuerberater liegt bestimmt bald bei. Sag mal ehrlich, ist das Los von der Steuerberaterkammer in dieser Woche auf eure Kanzlei gefallen. Habt ihr diese Woche die Aufgabe, möglichst viele Leute so zu verunsichern, dass sie zum Steuerberater rennen? Bei den Rechtsanwälten kenne ich das ja. Immer in den Semesterferien, wenn sie billige Studenten als Hilfskräfte haben, schicken die alle möglichen Unterlassungsklagen raus, nur um anderen Anwälten wieder Kunden zu vermitteln. Als ob jemand im ernst Heinz Rudolf Kunzes neues Album " Respekt " in einer Internettauschbörse zum Runterladen anbieten würde, der Lacher, außer natürlich für die, die den Brief mit dieser haltlosen Anschuldigung und dem beigefügten Überweisungsträger mit mehr als 6oo,- € dran erhalten. Bei den Rechtsverdrehern ist das wohl, so kam es mir zu Ohren, eine regelmäßige Maßnahme der Anwaltskammern zur Förderung der Beschäftigung von Anwälten. Ihr Steuerberater habt wohl daraus gelernt. Ich beobachte das schon einige Zeit hier im Forum. Als ob ein Hobbyimker als erstes erst mal die geerntete Honigmenge auf den Tropfen genau fürs Finanzamt verbucht um dann später aufs kleinste die Eigenentnahme bzw. die verschenkten Gläser abzurechnen. Bald sollten wir unsere Beuten vom Finanzamt verplomben lassen, oder wie?
    Viele Grüße
    Wolfgang, der jetzt sofort wieder seine Tabletten nimmt, iss ja wohl, Finanzamt am Sonntagnachmittag, also wirklich,...Verwünschung, kombiniert mit Kraftausdruck, mit Stroh vermischtes Ausscheidungsprodukt, Verwünschung und nochmal das mit Stroh vermischte Ausscheidungsprodukt

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Also wenn man es nun unbedingt genau nehmen will (mit welcher Motivation auch immer), also sagen wir rein theoretisch, dann stellt natürlich die "Entnahme zum Werbezweck" einen Gewinn reduzierenden Aufwand in Höhe des Verkaufspreises dar.
    Hintergrund: Beim Honig verkosten lassen, entgeht Dir der Gewinn, den Du erzielt hättest, wenn Du die gleiche Menge verkauft hättest.


    Dem Finanzamt muss es gleich sein, ob Du ein Werbeschild für 50 Euro anschaffst oder Honig zu Werbezwecken für 50 Euro verkosten lässt.


    Soweit die Theorie. In der Praxis ist es doch so, niemand führt diese Werbegläser irgendwo auf. Aber dafür kommt auch nicht zum Verkauf gelangter Honig natürlich nicht in die Summe der Erlöse. Der Gewinn ist also geschmälert.


    Grüße,


    vic

    «Kasseler Stadthonig» – Ertragreiche und sanftmütige Buckfast-Bienen in 10er-Dadant, rund 30 Völker auf verschiedenen Dächern in der Kasseler Innenstadt.

  • IV B 57/10


    Das ist das Zeichen.


    Ich habs gelesen aber (natürlich) nicht verstanden.
    Jedenfalls hatte der Betroffene 110 Völker.


    Danke.


    Das ist wohl eine Frage des Mindestwertes, der bei den 30 Völkern anfängt.


    Gefunden habe ich sogar noch Reservevölker bei einem Fachmann, nämlich mit Hilfe von Tante google hier:
    http://www.stb-weiss.at/aktuel…d-und-forstwirte/imkerei/


    Klar kann man auch eine 1-Volk-Imkerei beim Finanzamt anmelden.:lol: Nach 10 Jahren erfährt man dann schmerzvoll was Liebhaberei ist, wenn man die Kosten immer entsprechend steuerlich geltend macht !:eek:


  • Klar kann man auch eine 1-Volk-Imkerei beim Finanzamt anmelden.:lol: Nach 10 Jahren erfährt man dann schmerzvoll was Liebhaberei ist, wenn man die Kosten immer entsprechend steuerlich geltend macht !:eek:


    Weil dann passiert nämlich was genau?

    Am Ende wird alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende!