Kleinstmögliche Überwinterung

  • Guten Morgen,


    da bin ich dabei. Machst Du ein neues Thema auf? :wink:
    Gruß
    KME


    Hallo KME,


    ich denke die Stimmung ist zu aufgeheizt für so einen Tread.
    Eigentlich müsste man ein Überthema "Tierethik" machen und dann als Untertema die einzelnen Themen, zb Kleinste Überwinterungseinheit, abarbeiten lassen der Völker, Brutscheunen, ... jährlicher Königinnenwechsel, ... BeeBlower ... tötung der Drohnenbrut ... an Themen mangelt es nicht ...


    Sind die Admins dabei?

  • Nein.


    Thematisch passende Diskussionen bilden den Rahmen der Bildung.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Lothar


    habe jetzt 1 Stunde Bücher gewälzt und den passenden Abschnitt für dei Erdmiete, noch nicht gefunden. Man kann sie sich aber so vorstellen wie früher Rüben und Kartoffeln in Mieten eingelagert wurden. Das heißt, es wurde eine 20-30 cm tiefe Grube ausgehoben, die Kisten mit den Königinnen-Ableger wurden auf Holzbalken gestellt, mit Weidenruten überspannt, bzw mit Brettern, dann kam Stroh drüber und dann eine Schicht Erde. Die Kisten waren hautsächlich im halben Standmaß, mit 4 Waben. Ich suche weiter.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Anders herum: Kannst du mir beweisen das es Sojamehl und nicht wie es auf der Packung steht, deutscher Pollen sei?


    Lieber Günther! Ich warte immer noch auf deine Antwort!


    Lieber Drobi! Diese Art von "Erdmiete" ist ja ganz was Neues für mich! Hört sich irgendwie spannend an. Macht das wirklich noch heut zu Tage wer?

    Mit freundlichen Grüßen, Lachnide

  • Diese Art von "Erdmiete" ist ja ganz was Neues für mich! Hört sich irgendwie spannend an. Macht das wirklich noch heut zu Tage wer?


    Ich habe mal irgendwo gelesen, daß das bei Bienenhaltung in Gegenden, wo die Temperaturen im Winter unter -40°C sinken, noch praktiziert wird. z.B. in Russland.

    'If you don't have a plan, you become part of somebody else's plan.'
    Terence McKenna

  • Hallo,
    ich denke die gestellte Frage kann man wie immer nicht generell beantworten.
    Dafür sind zu viele Faktoren masgeblich, ich versuche mal einige aufzuzählen:
    1.) Geografische Lage
    2.) Wetter im Herbst, Winter, Frühjahr
    3.) Vegitation am Bienenstand
    4.) Bienenrasse
    5.) Gesundheitszustand der Bienen (varroa geschädigt, behandlungsmittel geschädigt)
    6.) Beutetyp
    7.) Kleinklima am Stand (Sonne, Wind, Nebel)



    Ich halte dieses Thema durchaus für sinvoll, da ich gerne ein paar Reserveköniginnen im Frühjahr habe.
    Bei mir klappt 2 Zangig Mini Plus Überwintert zu 90% und ich werde es weiterhin tun.
    Weiter runter ist wegen zu vielen Einflussfaktoren ein nur unnötiges Risiko für die Bienen.
    Mini Plus stand dazu in Zanderbeute.
    Komplette Brutentnahme zur Varrorabehandlung.
    Völker werden nur in Notfall geöffnet.

    Grüßle
    Franky ( Erfinder des Apinaut-Systems )

  • Hallo Imkerfreunde


    jetzt habe ich das richtige Buch gefunden"Immenleben-Imkerlust" von F. Gerstung


    Muß kurz meinen Beitrag von unten verbessern, die Kisten wurden ganz in Stroh, ohne Weidenruten oder Brettchen eingepackt.


    Ich zitiere:
    Diese Überwinterung war ein erster Versuch, siehe da! er ist gelungen. Ich hatte von meinem Vater immer gehört, daß seine Vorfahren honigarme und schwache Völker in Getreidehaufen begraben hatten und daß dann selbst ganz schwache Völker gut überwintert wären. Die Ursache ist leicht erklärlich: Im Getreide besteht eine gleichmäßige und immer etwas höhere Temperatur, als die der umgebenden Luft. Das sagt den Bienen zu. Ich habe die gleichmäßige Temperatur, der Erdgruben mir zunutze gemacht, auf die Umhüllung, ob es Getreide, oder Moos, oder Stroh ist, kommt es dabei nicht an. In den Erdgruben ist die Überwinterung deshalb eine so gute, weil die oben aufgelegte Erdschicht wie eine poröse Strohdecke wirkt, welche wohl verbrauchte Luft abziehen, aber keine Wärme entweichen läßt. Ende Zitat.


    Was früher geklappt hat warum soll das heute nicht mehr funktionieren.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Nur wenn da Wasser rein läuft. In der Regel haben diese Mieten eine gleichbleibende und trockene Luftfeuchtigkeit und eine gleichmäßige Temperatur, da schimmelt nichts, so habe ich das in meiner Kindheit erlebt und gesehen. :wink:

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo Miteinander,
    Danke für Eure Mühe.
    Der "Drohn" würde das mit "Bienen in die Gruft schicken" umschreiben.


    Grundsätzlich sollt die Frage erlaubt sein, warum man jetzt noch Begattungsvölker am Stand hat.
    Es gibt die Möglichkeit, diese in einem Freiluftkunstschwarm nach Sklenar zu verwerten; die restliche Brut im Honigraum anderer Völker auslaufen zu lassen.
    Sind wirklich alle Königinnen in den Völkern es wert, um überwintert zu werden?
    Sollten nicht vielmehr diese durch die Königinnen der Begattungsableger ersetzt worden sein?
    Begattungsableger sind m.M. "Saisonartikel", die zu dieser Jahreszeit "außer Mode" sein sollten.
    Sicherlich gibt es bei der ein oder anderen Varriante die Möglichkeit darin ein Völkchen zu überwintern,
    dann sollte man wenn man diese Absicht verfolgt, diese Kästchen auch nutzen; und nicht mit anderen Begattungskästchen, die diese Voraussetzung nicht erfüllen - erfahrungsgemäß - rumhantieren.
    WEnig Probleme machen da Begattungskästchen im Standmaß oder Begattungsableger eingeengt auf wenige Rähmchen im Standmaß in Magazinen oder andere geeignete Beuten.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Lothar


    Kann deinen Ausführungen nur zustimmen, es geht nichts über ein starkes Volk zum Überwintern. Schwächlinge sollten grundsätzlich aufgelöst werden.
    Aber die Möglichkeit kleinste Bieneneinheiten zu überwintern ist doch interessant, denn man hat es ja schon gemacht und ich denke es würde auch heute noch funktionieren.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)


  • Ich möchte nicht, dass mit den Bienen das gleiche geschieht wie mit den anderen Haustieren, Schwein, Rind und Huhn, die sich derart von ihrer Urform entfernt haben, dass es ihr Überleben ausschließlich vom Wohl und Wehe des Menschen abhängig ist. Dahin sind wir aber auf dem besten Wege.
    Der erste Schritt ist bereits getan. Es gibt in Deutschland keine stabile Wildpopulation an Honigbienen mehr. Alle sind in Menschenhand und werden gehätschelt und getätschelt und in Abhängigkeit getrieben. Selektionsdruck ist fast ein böses Wort. Dabei ist es das, was die Arten geformt hat, weshalb sie sind, was sie sind. Der zweite Schritt vollzieht sich grade. Es gibt eine Behandlungspflicht! Mittels Chemikalien aller Art selektionieren wir Bienen, die durch und trotz der Behandlung überleben.
    Aber die Menschen mögen irgendwie diese Abhängigkeiten. Er kümmert sich dann um diese Tiere, die Millionen Jahre den Menschen nicht brauchten, und freut sich, dass er durch die Erfüllung seiner Aufgabe soviele "retten" kann. Hätte niemals jemand gegen die Varroa behandelt, hätten heute alle varroatolerante Völker (nach einer zugegeberermaßen sehr honigarmen Zeit). Kein Parasit rottet seinen (Haupt-)Wirt aus! Die virulentesten Varroen hätten sich selber ausgerottet und einen Selektionsdruck hin zu weniger virulenten Varroen eingeleitet, die eine wie auch immer geartete Populationskontrolle gezeigt hätten. Die Vermenschlichung der Bedürfnisse der Bienen tut ihr Übriges.


    Hallo Joachim,


    damit dürftest Du (in Bezug auf die Bienen) völlig recht haben. Ich kann Dir dasselbe Problem aus der Rassegflügelzucht bestätigen. Es betrifft eigentlich nur etwa 20 % der Rassegeflügelzüchter, die (aus welchem Grund auch immer) mit nahezu jedem Keim zu kämpfen haben und bei denen aus genau diesem Grund mit allen verfügbaren Mitteln geimpft und behandelt wird. Trotzdem tauchen jedes Jahr neue Keime auf und es kommt trotzdem zu Problemen, auch zu solchen Erscheinungen wie Unfruchtbarkeit. Die Anzahl der Problemzüchter wäre an sich nicht so dramatisch, leider lassen sich mind. weitere 60 % von der Panik vor allen möglichen Keimen anstecken und impfen ebenfalls. Das führt letztendlich dazu, dass Sie irgendwann zwangsläufig Tiere in die Zucht nehmen, die ohne Impfung bereits mehrfach im Jungtieralter verstorben wären und holen sich damit ebenfalls die Pest in die Zucht und sind deshalb ständig auf der Suche nach "frischem Blut". Ja und dann gibt es da noch die kleine Minderheit wie meinereiner, die außer der gesetzlichen Pflichtimpfung (Geflügelpest) nicht behandelt. Mag sein, dass bei mir nicht jedes Küken groß wird, dafür landen solche Tiere nicht in der Zucht, da gehören sie nämlich nicht hin und man könnte es durchaus als Tierquälerei bezeichnen, wenn man Tiere vermehrt, die von Natur aus nicht lebensfähig sind, weil Sie z.B. eine angeborene Immunschwäche besitzen.


    Es gibt nunmal im Zusammenhang mit der Tierzucht den ein oder anderen sauren Apfeln, in den man beißen muss, weil es sonst noch bitterer enden kann. Da sollte man lieber einen auf Landschaftsgärtner machen, wenn man sich mit so etwas nicht auseinandersetzen kann.


    Und in Anbetracht der sehr zuverlässigen Wetterkapriolen in den letzten Jahren erachte ich es als durchaus sinnvoll, eigene Erfahrungen zu machen, was geht und was nicht geht.


    Dass jetzt noch Begattungsvölkchen am Stand sind Drobi und Lothar , kann auch ganz einfach mit dem Wetter zusammenhängen. Hier bei mir war aufgrund des langen Winters vor Anfang Juli nicht an vernünftig begattete Kö´s heran zu kommen. Dafür gabs mitte Sepember dann schon wieder die ersten Nachtfröste. Wer weiß denn schon, obs im nächsten Jahr nicht erst im September wieder begattete Kö´s zu kaufen gibt? Heutzutage sollte man doch etwas sorgsamer planen und die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten ausschöpfen. Ich sehe da ehrlich gesagt keine Notwendigkeit, eine gute legende aber spät geschlüpfte Kö nur deshalb abzudrücken, weil sie aufgrund der Kälte noch nicht genügend Bienen um sich versammeln konnte. Wenn ich so ein Tier mit welchen Mitteln auch immer ins Frühjahr retten kann, um sie dann z.B. in einen Ableger zu setzen, bei dem es Probleme mit der Begattung der Kö gibt (das wäre ja nicht das erste mal), dann ist doch alles perfekt.


    Beste Grüße
    Sven

  • Ich lese grad wieder Joel Salatin, und er schreibt, daß sein Sohn beim Aufbau der Kaninchenzucht 6 Jahre lang massive (Ü50%) Verluste hatte (durch nicht impfen), aber es seitdem in den letzten 23 Jahren keine Verluste durch Viren/Seuchen gab.
    Und in seiner Betriebweise sitzen die Kaninchen nicht nur im Stall, sondern über Hühnern auf Tiefstreu, die jede Fliegenlarve sofort wegputzen.
    Er hat noch viel mehr Beispiele dieser Synergie-Effekte - da muß sich doch auch was für Bienen finden lassen....:confused:
    Gegen den Kleinen Beutenkäfer wären Hühner, wie in Australien praktiziert, schon deutlich besser als die Fläche vor den Beuten zu betonieren.
    Was gibt es noch an Lösungsmöglichkeiten für tierische Probleme?

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • ...Gegen den Kleinen Beutenkäfer wären Hühner, wie in Australien praktiziert, schon deutlich besser als die Fläche vor den Beuten zu betonieren.


    Vor dem kleinen Beutenkäfer ist mir nicht bange.
    Den kann man doch sehr einfach erwischen, ohne Betonarbeiten:


    Vor die Beute einen Auffangkasten mit senkrechten Wänden anbringen, sowas wie einen Blumenkasten.
    Ein Loch in den Boden bohren, einen kleinen Sack mit Erde drunter binden.


    Beutenkäfer krabbelt raus, findet Loch im Boden, krabbelt in den Erdsack...

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.