Kleinstmögliche Überwinterung

  • Hallo allerseits,


    da ich dieses Jahr erstmals wieder mit Mini-Plus spiele (dies verwende ich jetzt bewusst so) und auch noch ein Begattungsvölkchen "Swi-Bine" stehen habe, meine Frage an die Erfahrenen unter Euch, welche auch schon mal gespielt haben. :wink:


    In welcher kleinstmöglichen Einheit ist es Euch / Dir gelungen, ein Völkchen erfolgreich zu überwintern? Was ist das biologische Minimum? Ich denke hier insbesondere an die Überwinterung von:


    • Mini-Plus auf 1 oder 2 Zargen
    • Begattungsvölkchen ggfs mit Aufsatzzarge
    • 3-Waben-Ableger o. ä.
    • Selbstbau-Sammelbeute für Begattungswäblein
    • Junior-Beute
    • Kleinstkörbe
    • und ähnliches.


    Wer hat Erfahrung über Erfolg oder auch Misserfolg? Ich weiß, es ist eine Spielerei, aber dennoch interessant.
    Danke im Voraus.
    Gruß
    KME

  • Hallo KM,
    ich oute mich mal.
    Es ist mir noch nie gelungn, Einheiten kleiner als 3- Miniplusse zu überwintern. Und auch nur dann, wenn es "gewachsene" Einheiten waren, zusammengewürfelte LEGO-Einheiten habe ich mal versucht und bin grandios gescheitert.
    Und selbst diese kamen immmer arg "zerrupft" aus dem Winter.
    Es gibt Berichte, wonach Kollegen hier aus dem Forum auch kleinere Einheiten überwintert haben wollen.
    Aber die, die ich kenne, stammen aus höheren Lagen und somit aus anderen klimatischen Bedingungen wie wir.
    Ich bin nach wie vor der Meinung, kalte, lange, trockene Winter schaden den Bienen weniger als unsere feuchten, eher mässig kalten Winter.
    Nicht umsonst ist der offene Boden in Nordeuropa erfunden worden und nicht in Tirol.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Michael,


    danke schön, das ist doch auch ein wertvoller Erfahrungsbericht.


    Die kleinsten Einheiten, die mir gelungen sind, waren 5 Waben-Ableger DN und Miniplus auf 3 Zargen. Mit allen anderen Möglichkeiten habe ich leider keine Erfahrung. Mein einziges MP-Volk sitzt derzeit auf 4 Zargen, dies ist aber schon keine kleinstmögliche Einheit mehr.


    Auf weitere Erfahrungsberichte über Erfolg oder Misserfolg bin ich gespannt.
    Gruß
    KME

  • Ich hab drei Jahre lang mit kleinen Kisten experimentiert, die je Zarge 6 Stück halbhohe Zander fassen. Ich hab einzelne, 2, 3 und vier übereinander probiert. Ab drei funkioniert es, darunter ist mir alles gestorben.
    Aber selbst bei 3 und 4 ist es nicht so sicher wie mit einer einzelnen Zarge Zander oder Zander 1,5. Ich denke, das die vielen Unterträger und Oberträger, die überunden werden müssen schon ein Problem sind.


    Aber ich hatte immer das Problem bei den Überlebenden, das bei den höheren Türmen im Frühjahr die obere Zage arg viele verschimmelte Waben hatte, trotz offenen Gitterboden und strengen, trockenen Wintern.


    Ich bin völlig davon weg gekommen, die Vorteile stehen für mich in keinem Verhältnis zum Aufwand.


    Seither lasse ich alles im Standmaß begatten, ein paar Kö auf Reserve im Apidea. Als Reserve ein paar mehr Völker im Standmaß in den Winter genommen. Der Aufwand ist der selbe oder fast weniger als bei den Kleinen und ich bin auf der sicheren Seite.


    Es soll Leute geben, die wollen Apideas als Stapel in Garagen und Kellern überwintert haben.


    Wenns denn wirklich klappen sollte, was ich bezweifle, erschließt sich mir der Sinn nicht. Außer das man sonst nicht recht weis, was man mit seiner Freizeit anstellen soll.:wink:

  • Einzargige Warrévölkchen (8 Waben) überwintern auch ganz gut. Habe ich nun schon mehrfach erfolgreich geschafft. Oben auf die Oberträger zwei-drei Hölzchen nebeneinander legen, darauf ein 2,5 kg-Paket Apifonda. Der Beutel Apifonda wird etwas aufgeschlitzt, der Schlitz sollte 3 cm breit sein und der Schlitz auf die zwei Hölzchen gelegt, so daß die Bienen von unten dran können. Leerzarge drauf und alles dick mit Isolierung (Zeitung z. B.) ausstopfen. Im Winter dann nachlegen, wenn der Beutel aufgebraucht wurde.

  • Moin zusammen,
    meine kleinsten Einheiten sind zur Zeit 3 Zargenminip. Auf 2 Zargen hat zwar auch schon gefunzt aber ist meiner bescheidenen Erfahrung nach absolut nicht bienengerecht. Meine Minis bilde ich nach dem Umweiseln der Ertragsvölker:
    Die Völkchen werden zusammengeschmissen bis sie 3 Zargen reichlich besetzen, danach wird ggf noch eine 4. Zarge mit Mw gegeben und gefüttert. Im Frühjahr kann ich dann recht entspannt die unterste Zarge (mit den dunkelsten Waben) wegnehmen und gleichzeitig eine neue mit Mw oben drauf setzen. So habe ich über das Jahr gesehen nahe 100 Prozent Bauerneuerung. Hab ne Zeit lang auch Reservekö auf 2 Minizargen überwintert aber das ist mir vielzuviel gefummel und gefällt den Bienen auch nicht soganz. Bei 2 Zargen bekommt man auch nicht genug Futter in die Völkchen (oder man muß zu Unzeiten im Frühjahr füttern) und die Bauerneuerung macht sich auch nicht so gut, außerdem quellen die sehr schnell über und hängen dann als Tannenzapfen in den Bäumen.
    Sehe auch nicht wirklich Sinn in so kleinen Einheiten. Die größeren machen weniger Arbeit und kosten weniger Zeit und das wenige Futter mehr macht sich alle mal bezahlt.
    Wie macht ihr denn die Varroabehandlung? Als ich noch mit As die Minis gequält habe hab ich oft kümmerliche 50Prozent ausgewintert. jetzt nahezu 100 Prozent (letzten Winter von 18Stück 17 ausgewintert).
    einen schönen Abend wünscht Euch Thore

  • Hallo an Alle,


    danke schön für die weiteren Rückmeldungen. Ja, es stimmt, macht viel Arbeit, und wenig Sinn, aber es ist doch interessant, die Grenzen des Machbaren auszuloten.


    Besonders interessant finde ich:


    Zitat

    Der Beutel Apifonda wird etwas aufgeschlitzt, der Schlitz sollte 3 cm breit sein und der Schlitz auf die zwei Hölzchen gelegt, so daß die Bienen von unten dran können. Leerzarge drauf und alles dick mit Isolierung (Zeitung z. B.) ausstopfen. Im Winter dann nachlegen, wenn der Beutel aufgebraucht wurde.


    Das ist für mich neu. D. h. hab ich das recht verstanden: die Bienen leben dann im Winter nicht von eingelagertem Futter, sondern direkt von dem Futterteig? Also "fresh out of the box"?


    Gruß
    KME

  • Meine kleinste Einheit war Mini-Plus auf einer Zarge.
    Das Futter ging im Februar zur neige und ich habe permanent festen Honig oben draufgelegt.
    Das Völkchen hat es geschafft, ich würde aber nicht empfehlen sowas zu machen, da man nur mit Futterkontrolle beschäftigt ist. Das Völkchen wuchs auf eine normale Jungvolkgröße, brachte natürlich keinen Honig. Im folgejahr 10 Waben Honig und geschwärmt.

  • Hallo KME!


    Auch ich kann nur von Überwinterung von Reserveköniginnen in Miniplus berichten.


    Kleinste Einheit: 3 Zargen, sonst ist zu wenig Futter oder zuwenig "Bien" drin und es muss gegeigelt werden


    Beste Einheit: 4 oder auch 5 Zargen, da geht genügend Futter und Bien rein und es wird unproblematisch überwintert.


    Kleine Einheiten sind schon mal bei der Futterzehrung nach oben abgerissen und verhungert.
    Kleine Einheiten sind einfach anfällig für Futterabriss.


    Kann auch die Erfahrung vom Michael bestätigen, dass zusammengewürfelte Einheiten eher schlechter überwintern, als gewachsene Einheiten, die sich einen richtigen Wintersitz vorbereiten und diesen dann einrichten. Auch hier schon Futterabriss.


    Behandlung mit Oxalsäure (Winter) und Thymol (Sommer) unproblematisch.


    Aber man muss auf den Totenfall aufpassen, damit das Flugloch nicht verstopft wird.
    Auch hier gab es schon Ausfälle bei mir.


    Daher überwintere ich seit heuer nur im Notfall auf Miniplus selbst, sondern nutze schon seit einigen Jahren ein Stecksystem.


    Das heißt:


    Zwei Rähmchen Miniplus werden zu einer Wabe 2/3-Zander zusammengesteckt. Ja ja, auch Gegeigel, ich weiß, aber ein Riesenvorteil: Diese zusammengesteckten Waben werden mit Boden und Deckel im Standmass zu einem Volk, das zur Umweiselung der Altvölker genutzt wird.


    Quasi wird die Königin im megagroßen Zusetzkäfig untergesetzt und damit zu 100 % angenommen.


    Das sind wirklich schon langjährige Erfahrungen! Keine toten Königinnen dabei. Maximal stille Umweiselungen, falls die Königin im Vollvolk nicht die Leistung bringt. Aber das entscheiden die Mädels selbst!


    Hier mal ein Bild mit fünf zur Überwinterung zusammengestellten Minis von einer Überwachungskamera aus:


    So habe ich das die letzten Jahre immer gemacht.
    Jetzt nicht mehr!


    Und hier noch Bilder von Rähmchen zum Zusammenstecken:


    Seit diesem Jahr also nur noch Überwinterung im Vollvolk.
    Funzt am allerallerbesten.


    Und die untergesetzte Zarge mit Minirähmchen ist im Frühjahr nahezu unbesetzt und kann entfernt werden
    (-> Wabenhygiene)


    Zur Erstellung von Miniplus wird dann einfach wieder früh im Jahr ne Honigzarge mit zusammengesteckten Minirähmchen aufgesetzt und los gehts wieder mit Miniplus für Belegstellenköniginnen und Reserveköniginnen. Da hat man dann gleich Futter (Raps-Frühjahrshonig) und Brut für schlupfreife Weiselzellen.
    Entspannte Erstellung von Begattungseinheiten.
    :u_idea_bulb02:


    Der große "Rest" - also die Hauptmasse der Ableger erstelle ich inzwischen nur noch im Standmaß.


    Apidea klappt auch noch ganz gut für die Begattung, nicht aber für Überwinterung.


    Aber die noch kleineren Einheiten machen nicht richtig Sinn. Weniger zur Begattung, und gar nicht zur Überwinterung nutzen!
    Da ist der Spieltrieb des Imkers zu befriedigen, aber nicht die Bedürfnisse der Bienenköniginnen...
    :daumen:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)


  • Der große "Rest" - also die Hauptmasse der Ableger erstelle ich inzwischen nur noch im Standmaß.


    Apidea klappt auch noch ganz gut für die Begattung, nicht aber für Überwinterung.


    Aber die noch kleineren Einheiten machen nicht richtig Sinn. Weniger zur Begattung, und gar nicht zur Überwinterung nutzen!
    Da ist der Spieltrieb des Imkers zu befriedigen, aber nicht die Bedürfnisse der Bienenköniginnen...
    :daumen:


    Sehe ich genau so. Apideas sind nur dazu da, um noch kurzfristig Reserven zu haben. Länger als ein paar Wochen bleibt bei mir selten eine Kö da drin.

  • Guten abend,


    Mini Plus, geht mit ein wenig Übung auf zwei Zargen im Freien und noch mehr Übung auf einer Zarge im Kühlraum.
    Entscheidend ist aber nicht die reine Größe bzw. Menge, sondern was ja auch schon gesagt worden ist: "Gewachsen" müssen sie sein.


    Gruß
    Horsti

  • Guten Abend,
    ich verwende modifizierte MiniPlus in Dadanthöhe. (285mm hoch). Da funktioniert die Überwinterung in 2 Zargen. Meine kleinste Einheit war aber letztes Jahr Einzargig direkt aufgesetzt auf ein Wirtschaftsvolk. Das Wirtschaftsvolk bekommt die Bienenflucht aufgelegt (statt dem Plastikteil kommt Metallgitter auf das Loch). Darauf wird direkt die MiniPlus Zarge gesetzt. Ein leerer Brutraum wird auf den BR des Wirschaftsvolkes gesetzt und dann der Deckel drauf. (Zarge in Zarge) von außen sieht das ganze wie eine normale Doppelzarge aus. Aber ganz wichtig ist, dass auf die MiniPlus ein luftdurchlässiger Deckel kommt sonst ersaufen die Bienen von der Feuchtigkeit der untern Zarge. Dann noch 2 mal 12mm Löcher seitlich in den Deckel als Flugloch und zum Abziehen der Feuchtigkeit und die Sache funktioniert. Ich habe dann 2 mal 2 MP Futterwaben ausgetauscht. Ich hoffe dass, ich die einzargige Überwinterung einigermaßen verständlich beschrieben habe.