Dieselabgase stören Orientierung nach Duft


  • Findet die Biene wirklich über die Blütenfarbe?


    Joa zumindest auf die ferne. Bienen haben meines Wissens ohnehin eine Farbsicht, die in Richtung UV verschoben ist sodass besonders gut Blüten gesehen werden, die UV Licht reflektieren.
    Habe ich irgendwo mal im Zusammenhang mitm Tautz gelesen.

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • das habe ich auch schon gelesen, lange bevor ich Tautz kannte.
    (was eigentlich nichts aussagt).
    Bienen sehen Blüten anders, können UV sehen, rot nicht.
    Es gibt da auch sehr informative Fotos.
    Ich dachte aber, gerade die Farbe wirkt erst bei kurzer Distanz
    und der Geruch auf weitere Distanzen.
    Jetzt mal abgesehen von der sonstigen Orientierung über Sonne, Tanzen etc.


    Ich kann aber auch ganz falsch liegen.


    Danke für die Antwort.
    Gruß Doro

  • Wahrscheinlich wird die Stadtimkerei im heutigen Ausmaß noch nicht lang genug betrieben, um da eine verlässliche Aussage zu treffen.


    Was wäre denn ein für Dich verlässlicher Referenzzeitraum?


    Grüße,


    vic

    «Kasseler Stadthonig» – Ertragreiche und sanftmütige Buckfast-Bienen in 10er-Dadant, rund 30 Völker auf verschiedenen Dächern in der Kasseler Innenstadt.

  • Mind. 10 Jahre. Ja, ich weiß, es gab auch 2003 schon Imkerei in der Stadt. Aber ich sagte ja: nicht in dem Ausmaß. Heute ist es ja quasi "schick". Lass uns mal in 10 Jahren schauen, wieviel Stadtimker es dann noch gibt und wieviele vitale Völker.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Mind. 10 Jahre. Ja, ich weiß, es gab auch 2003 schon Imkerei in der Stadt. Aber ich sagte ja: nicht in dem Ausmaß. Heute ist es ja quasi "schick".


    Einverstanden. Zehn Jahre. Ein strenger wissenschaftlicher Maßstab.
    Und wie ist es mit dem Ausmaß? Was ist da Deiner Meinung nach repräsentatives Maß?


    Was das "schick" und trendige anbelangt: Vermutlich hast Du Recht. Aber das ist ja wieder rückläufig, nachdem die Hipsters mitgekriegt haben, dass es bei Imkerei um intensive und auch körperlich anstrengende Arbeit handelt... Spreu und Weizen sage ich nur!

    «Kasseler Stadthonig» – Ertragreiche und sanftmütige Buckfast-Bienen in 10er-Dadant, rund 30 Völker auf verschiedenen Dächern in der Kasseler Innenstadt.

  • Hast du wenigstens nen Sonnenschutz über deinen Bienen im Sommer?
    Auf nem Flachdach gebraten zu werden, ist den Bienen mit Sicherheit nicht nützlich.
    Abgesehen davon, daß voll beladene Bienen normal knapp über der Vegetation fliegen, und nicht erst in große Höhen aufsteigen.
    Dazu der Windzug - und der ist in Städten durchaus heftig = Bienen haben auf Hochhäusern kein tolles Habitat.
    Hast du auf deinem Dach wenigstens noch ne Bienentränke?

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Ich habe auch Stadtbienen fällt mir gerade ein :) Meine stehen in einer stadtnahen Gartenkolonie. Sabine so eng und dramatisch würde ich das glaube ich nicht sehen. Ich meine wenn man sieht, was in der Stadt alles wächst sind die ganzen Unwegsamkeiten eher marginal abträglich für die Bienen.
    Ob nun die Abgase stören kann ich nicht wirklich beurteilen. Das werden die Jahre zeigen.

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    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Hallo Sabine,


    Deine Vorbehalte gegenüber der Bienenhaltung in der Stadt, bzw. auf einem Dach sind unüberhörbar. Hoffe Du stützt Dich dabei auf eigene, leider negative Erfahrungen und nicht auf polemisches Nachgeplapper von "Alten Imker-Hasen", die nun angesichts des Phänomens "Stadtimkerei" beipflichten müssen, dass ihre Bienen meist an gespritzten Monokulturen stehen, und daher motiviert sind Gegenargumente zu konstruieren...


    Ich für meinen Teil kann sagen: Ich habe mein Projekt der städtischen Bienenhaltung auf einem Dach zuvor mit drei unterschiedlichen, viele Jahre erfahrenen Imkern aus dem Verein besprochen. Für sie sprach nichts dagegen. Im Gegenteil, meinten sie: Die direkte Nähe zum Kasseler Hauptfriedhof sei ideal. Und so hat es sich bewahrheitet: Keine Winterverluste (nach ordentlicher Varroa-Behandlung), starke Völker im Frühjahr und 68 Kg Honig Ernte pro Wirtschaftsvolk, letztes Jahr waren es "nur" 55 Kg.


    Ich weiß also nicht, wie man behaupten kann, dass es den Bienen dort nicht gut geht. Woran wird das fest gemacht?


    Aber bitte klärt mich auf, denn vielleicht vermag ich beim Blick in die Kiste das gebotene Bild nicht zu deuten.


    Die Argumentation mal näher beleuchtet:


    Diesel sorgt für Orientierungslosigkeit: Wie kann das sein, wenn die Beute voll mit Honig und Bienen ist? Ich denk, die finden nicht zurück!


    Starke Winde hindern beim Anflug: Wie kann das sein, wenn die Beute voll mit Honig und Bienen ist? Ich denke, die können nicht landen!


    Direkter Sonnenstand: Natürlich sind meine Kisten weiß gestrichen und haben eine ordentliche (4cm) Dämmplatte unter dem Blechdeckel. Wie könnte man eine Beeinträchtigung feststellen? Evt. dass sie im Sommer alle samt vorm Flugloch hängen? Tun sie aber nicht. Abgesehen davon: Auf den Dächern in unseren Breiten wird es nicht heißer als in Südeuropa auf dem Boden oder im nahen und fernen Osten, wo auch Bienen in der Sonne gehalten werden.


    Honigqualität leide? Also mein Honig ist im letzten Jahr mit 15,3% Wassergehalt vom Hessischen Imkerverband mit Gold ausgezeichnet worden.


    Eine "Bienentränke" finden sie in den unzähligen Gärten, am Friedhof (Luftlinie 20m), etc.


    Fazit: Einem Menschen würden wir aus Gastfreundschaft einen Sonnenschirm und ein Glas Wasser bieten. Aber ist die Vermenschlichung der Bienen für deren Haltung und Wohlergehen zweckdienlich?


    Hier zu passend und damit abschließend ein satirischer Beitrag: https://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=QNqMDcmdhBo


    Beste Grüße,


    Victor

    «Kasseler Stadthonig» – Ertragreiche und sanftmütige Buckfast-Bienen in 10er-Dadant, rund 30 Völker auf verschiedenen Dächern in der Kasseler Innenstadt.

  • Hallo Victor,
    ich habe es nicht ausprobiert und ich habe nichts gegen Stadtimkerei. Ich habe lediglich gesagt, dass ich mir Beeinträchtgungen durch Abgase vorstellen kann. Das wird man aber erst langfristig feststellen können. Und bei Stadt denke ich an die Millionenmetropolen.
    Und meine Völker stehen, wenn auch auf dem Land, nicht an Monokulturen. Nicht alles was Land ist, ist auch Monokultur.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Liebe Holmi-Sabine,
    Du musst Dich nicht rechtfertigen.
    Mir deucht Vic aus Kassel meint nicht deinereine ,sondern Sabi(e)ne.
    Ihm ist wohl bei der Anrede das (e) verloren gegangen.:wink:


    @ Sabi(e)ne....Kassel ist eigentlich ein nur ein größeres Dorf in Nordhessen.:cool:
    Da gibt es keine Wolkenkratzer, ....von daher sind Deine Ängste bezügl. Sonnen"stich" und Wassermangel unbegründet.


    Sonnige Grüße
    Regina

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)

  • Moin Victor,


    eigentlich hatte ich die Sabi(e)ne auch gebeten, nicht so zu grobsen... irgendwie sehen manche norddeutsche Imkerinnen offenbar Bienen durch Sonnenschein bedroht. Ein Volk auf Waben kann eigentlich immer kühlen, ein Schwarm ohne eventuell nicht. Die Dämmplatte oben habe ich auf allen Holzkisten unter dem Blechdeckel. Ich halte so ein Dach für einen guten Standort und probiere gerade selber eines aus.


    -


    Die Desorientierung durch Stickoxide ist sowieso ubiquitär. Sie betrifft aber nicht das Heimfinden, sondern das Wiederfinden oder -erkennen der Blüten, weil manche Geruchsstoffe empfindlicher sind, als andere. Theoretisch.


    Praktisch riecht m. E. für die dann eben Raps anders, die beiden empfindlichen Komponenten fehlen halt... Das tut dann aber jeglicher Raps, der in diese Luft hinein duftet, also aller Raps, den es, für diese Bienen, gibt. Also suchen die in der Praxis genau das, was so riecht, wie Raps mit ohne die. Den finden sie auch.


    Der Versuch zeigt, dass sie, mit Originalrapsduft trainiert, den komponentenreduzierten Duft nicht für Raps halten. Also den Rüssel nicht strecken. Ja, und? Relevanter wäre der numgekehrte Versuch: Was passiert, wenn Bienen einen Mischgeruch mit 2 unter den Umweltbedingungen unbeständigen Komponenten anfliegen und deren Konzentration tritt überproportional steigend hinzu? Man trainiert also auf das reduzierte Gemisch und guckt, was sie dann zum vollen Duft sagen....


    Unter dem Strich halte ich zwar nicht Dieselabgase für unschädlich, andere Stickoxidquellen auch nicht, aber das Design gibt es nicht her, das mit der Desorientierung durch Neonics zu verrühren. Desorientierung ist nicht Desorientierung. Ich warte nur, dass irgendwer das in die Neonicdebatte einführt...


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Liebe Holmi-Sabine,
    Du musst Dich nicht rechtfertigen.
    Mir deucht Vic aus Kassel meint nicht deinereine ,sondern Sabi(e)ne.
    Ihm ist wohl bei der Anrede das (e) verloren gegangen.:wink:


    Danke, Regina! Hast völlig Recht ;-) auch damit, dass Kassel ein Dorf ist. Merkt man immer wieder, wenn man mal mitbekommt, wer hier wen kennt ;-)


    und @Clas: Danke Dir auch für die indirekte Beipflichtung. Jedoch bin ich bei Geruchsversuchen an Bienen raus. Nicht, dass es mir nach Tierversuchen riecht, sondern, weil ich davon nichts verstehe und es mich nicht so sehr interessiert ;-) Nichts für ungut!




    Liebe Grüße,


    vic

    «Kasseler Stadthonig» – Ertragreiche und sanftmütige Buckfast-Bienen in 10er-Dadant, rund 30 Völker auf verschiedenen Dächern in der Kasseler Innenstadt.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von vic_kassel () aus folgendem Grund: Ergänzung

  • Betrifft es die Bienen, betrifft es alle Blütenbesucher.
    und darüber hinaus?
    Als Mensch sich mehr in die Geruchswelt der Bienen einzufühlen, ist nicht einfach.
    Wie lange bleiben diese Stoffe des Diesels eigentlich in der Luft und wohin verschwinden sie dann?
    Elk