Behandlung jetzt noch?

  • Hallo zusammen.


    Ich habe ein Volk, zu dem ich aus persönlichen Gründen einige Zeit keinen Zugang hatte - sprich Varroabehandlung Ende August nicht möglich...


    Habe nachdem ich endlich wieder ran gekommen bin gleich eine Windel eingeschoben.


    Behandlungsbedarf besteht, massiver Milbenfall ist es nicht.


    Leider sind die Temperaturen jetzt für AS nicht mehr hoch genug. Was kann ich hier nun tun? Bereits OS träufeln?

  • Hallo !


    Ist die Schadschwelle kleiner 4% - Ermittlung mittels Puderzuckermethode (LLH AB335),
    würde ich persönlich jetzt auf die Brutfreiheit warten und dann Oxuvar oder Qxalsäurdedihydrat träufeln.


    Gruß
    der Bienen
    Knecht

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Ich würde am kommenden Freitag (da soll es am wärmsten werden diese Woche) mit 35ml (zweizargig) AS 85% mit Schwammtuch von unten behandeln. 1x. Dann bis mitte Dezember nichts mehr.
    Grüße

    "Er (der Mensch) nennts Vernunft und brauchts allein, um tierischer als jedes Tier zu sein"
    J.W. Goethe

  • Ich würde am kommenden Freitag (da soll es am wärmsten werden diese Woche) mit 35ml (zweizargig) AS 85% mit Schwammtuch von unten behandeln. 1x. Dann bis mitte Dezember nichts mehr.
    Grüße


    AS 85 % hat keine allgemeine Zulassung! Darf nur der Vet. im Notfall anweisen. Die Institute haben bei ihren Versuchsreihen keine signifikanten Vorteile ermittelt.
    Ob bei allen Imkern in D am kommenden Freitag der wärmste und trockenste Tag ist, kann wohl so pauschal nicht gesagt werden. Das sollte schon jeder für sich entscheiden.
    Und zu spät ist es noch nicht. Was sollten den Spättrachtimker machen? Etwa alle Perizin nehmen? Es ist zwar nicht einfach, jedoch unter Berücksichtigung der eigenen regionalen Gegebenheiten möglich mit AS zu behandeln, bei Bedarf auch mehrfach. Klar liegen dabei Hoffen und Bangen dicht beieinander. Aber wie heißt es doch: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Und auf keinen Fall die Winterbehandlung vergessen.


    Viel Erfolg!
    Wolfgang, der Heidjer

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)

  • Hallo Wolfgang!
    Wenn bis jetzt noch nicht behandelt wurde, aber Behandlungsbedarf besteht und die Temperaturen laut Varroawetter für 60% AS nicht mehr hoch genug sind, ebenso für die Thymolpräparate, dann ist es doch ein Notfall, oder? Behandelst du jetzt deine Heidevölker parallel zur Auffütterung mit 60%? Mit der Temperatur am Freitag hatte ich schon die Region Oderwald gemeint, da es Patrick sonst nicht viel hilft. Und 85%ige AS hilft nur bei guten Behandlungsbedingungen nicht signifikant besser als 60%ige. Es geht schließlich darum, AS gasförmig in die Beute zu bekommen. Ist es warm genug, bekommt man das mit 60%iger genauso hin wie mit 85%iger. Bei niedrigeren Temperaturen ist der Dampfdruck der 60%igen nicht groß genug um die notwendige Menge pro Tag verdunsten zu lassen. Insofern "behandelt" man ohnehin niemals die Bienen mit 60% oder 85% AS. Wer das tut, hat keine Bienen mehr. Behandelt wird mit gasförmiger AS, ca 12g pro Zarge und Tag. Bei MS 15% und OS 3,5% kann man von Behandlung sprechen, da die Bienen damit in Kontakt kommen.
    Bernhard, da hast du schon recht, wird wohl etwas zu feucht sein für eine effektive Behandlung, danach hatte ich nicht geschaut.
    Partick, wenn es sich nur um ein Volk handelt, kannst du auch im Abstand von ein paar Tagen mehrfach mit 15% MS besprühen. Pro Sprühaktion erwischt du damit, je nach Brutlage, ca 10-30% der Varroen.
    Grüße,
    Jogi

    "Er (der Mensch) nennts Vernunft und brauchts allein, um tierischer als jedes Tier zu sein"
    J.W. Goethe

  • Hallo Patrik,
    Ich weiß nicht wie die Wetter- und Temperaturverhältnisse bei euch sind, aber bei uns ist es für eine AS-Behandlung definitiv zu spät. ( zu kalt / zu feucht )
    Darum würde ich jetzt mit Milchsäure od. Perizin behandeln. (Wenn noch in größerem Maße vorhanden, vorher alle verdeckelte Brut mit einer Entdeckelungsgabel aufreißen. Mehr wie ein/ zwei Waben braucht man da nicht zu ziehen !)
    OS sollte im Herbst nicht mehr angewendet werden da die Winterbienen nur eine Behandlung vertragen (Übersäuerung).


    Ich persönlich ziehe allerdings in so einem Fall (Ende Sept./ Anf. Okt.) eine Träufelbehandlung von oben mit Perizin vor, weil eine einmalige Behandlung ausreicht.
    Milchsäure hat den Nachteil das ich wenigstens zweimal Behandeln muß, und bei jeder Behandlung jede Wabe ziehen muß. Also die Beute komplett auseinanderreiße, was ich persönlich um diese Jahreszeit ablehne. Die Bienen haben bereits alles verkittet, und sich Ihren Wintersitz eingerichtet. Mit Perizin halte ich die Störung doch deutlich geringer.


    gruß Finvara

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.

  • Mein Vorschlag; bedampfen mit Oxalsäure Dihydrat.


    -verdampfte Oxalsäurekristalle werden von den Bienen nicht aufgenommen und dringen nicht von außen in die Bienen ein
    -OxalsäureKristalle kommen nur in das Haarkleid der Bienen wo die Milben sitzen.
    -Oxalsäure kommt nicht in die offene Brut.
    -ein reines Bienenpflegemittel
    - sauber verdampfte Oxalsäure wirkt ca. 5 Tage auf die Varroen ein.
    - keine Schäden an Brut und Bienen
    - Verdampfung ist nicht von der Außentemperatur abhängig.
    - geruchsneutral, daher keine Räuberei
    - keine Rückstände an Waben und Beute
    - Bienenpflegemittel sind nicht zulassungspflichtig.


    Erich

  • Hallo !


    Hallo Wolfgang!
    Wenn bis jetzt noch nicht behandelt wurde, aber Behandlungsbedarf besteht und die Temperaturen laut Varroawetter für 60% AS nicht mehr hoch genug sind, ebenso für die Thymolpräparate, dann ist es doch ein Notfall, oder?


    Die Frage ist doch zunächst einmal:


    Besteht überhaupt Behandlungsbedarf ?


    Wenn wir uns bei ein paar Milben auf dem Schieber, jedesmal von den Fest-Drauf-Dauerbehandlern jedemal verrückt machen lassen würden, dann ging es unseren Bienen auch schlecht.


    So werden nur die Völker behandelt bei dennen es auch wirklich Notwenig ist und gut !
    (also in einem "Normalen Jahr" brauchen kein 50% unser Völker eine Sommerbehandlung)


    Nochwas: einen Behandlungsnotstand stellt nicht der Imker fest !



    Mein Vorschlag; bedampfen mit Oxalsäure Dihydrat.


    - Bienenpflegemittel sind nicht zulassungspflichtig.


    Bienenwohl war auch ein Bienenpflegemittel und ist aus den Imkerbedarfshandlungen verschwunden !


    Wir wollen mit Honig ein Lebensmittel erzeugen und sollten uns deshalb an die rechtliches Situation anpassen,
    wir fordern dies von den Landwrten - also erwarte ich es auch von uns Imkern !



    Das ist doch eine Bemerkungwerte Aussage


    Von jemanden der damit Geld scheffeln will,
    ist das lediglich eine Aussage um die "Gesetzeslage" zu umschiffen !



    Gruß
    der Bienen
    Knecht

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.


  • Von jemanden der damit Geld scheffeln will,
    ist das lediglich eine Aussage um die "Gesetzeslage" zu umschiffen !


    ..diese Aussage spricht nicht für Dich.
    Alfranseder verkauft Geräte die AS verdampfen. Ich persönlich halte die Geräte für ausgereift und für gut. Das ist das Eine.
    Die andere Seite ist, ich habe allerdings keine Grund für Alfranseder zu sprechen, da er oft ein nicht nachvollziehbares Geschäftsgebaren hat.
    Aber ihm 'Geld scheffeln' zu unterstellen, dass geht zu weit.


    Zum Thema zurück.
    Ich würde .bienenhilfe empfehlen. Als Test, um festzustellen wie der Befall ist und dann eine Blockbehandlung machen.
    Auch wenn das jetzt hier als Werbung verstanden werden und mir obiger Aussage dann ebenso untergeschoben werden sollte.


    Jonas