Neuer Imker in Karlsruhe - viele viele kleine Fragen, ... :-)

  • Hola IF,
    Seit Mai habe ich eigene Bienen auf dem Acker, ... die beste Entscheidung 2013
    Folgende Fragen sind momentan akut bei mir, evtl. kann ich von Euch Profis Tipps bekommen?
    1.) Mein kleines Ablegervolk (Königin heißt Alexa :wink: ) ist einzargig, aber alle Zargen recht voll, das habe ich nun aufgefüttert, 1xAS mit Liebig-Dispensor gemacht. Überall Futter in den Rahmen, auch in der Mitte, und deshalb nun das Brutnest etwas auseinandergezogen, rechts und links des Mittelrahmens einen ausgeschleuderten Leerrahmen reingemacht in der Hoffnung, daß die Königin (Alexa) da noch viele Eier reinlegt. Aus der Zarge habe ich rechts und links einen Honigrahmen entnommen und in die obere (Futter-)Zarge reingestellt, wo noch der Futtersirup-Eimer drin steht.
    Fragen:
    Habe ich da viel falsch gemacht?
    Worauf sollte ich achten?
    Wovon soll ich es abhängig machen, wann ich die Futterzarge oben wegnehme?
    2.) Macht es jetzt noch Sinn Phacaelia zu sähen? Bringts das für die Bienen? Der Bauer rings um mich rum hat nur Mais angebaut, und jetzt noch Senf, den krautet er im Spätjahr dann wieder drunter, das nennt er dann 3-Felder-Wirtschaft, ...
    3.) Im Acker stehen noch Dutzende von Sonnenblumen, an die gehen die Bienen aber irgendwie gar nicht so dran, woran kann das liegen? Mein Wohnhaus ist ca. 1-2km weg von dem Acker, und hier im Garten stehen Hunderte von Sonnenblumen, und hier sind vielevieleviele Bienen, obwohll ja sehr viel weiter weg von den Beuten, ... ? Versteht das einer von Euch? In den Sonnenblumen übernachten als auch Bienen, mir scheints, als ob die irgendwie betrunken wären vor lauter Pollen, jedenfalls kommen sie nicht mehr recht vom Platz.
    4.) Was ist eine Wespenfalle und wie funktioniert die? Während der 1. Varoabehandlung im August hatte ich Sonnenblumenöl auf die Windel gemacht, dort sind jeden Tag so 15-20 Wespen drin ertrunken, echt komisch. Ist dieses Jahr ein Wespenjahr?
    5.) Hat jmd von Euch Erfahrungen gemacht mit 'Effizienten Mikroorganismen'? Ist das empfehlenswert, um die Beuten damit zu besprühen?
    6.) Macht es Sinn, daß ich jetzt bei der schönen Witterung bei meinen beiden großen Völkern (Königinnen Cleopatra :wink: und Daniela :wink:) VB mit Dispensor mache, beim kleinen aber nicht (mangels 3. Dispensor)? Oder sollte ich zuerst einen 3. Dispensor kaufen und das kleine unbedingt mit behandeln?
    7.) Sollte ich VB unbedingt gleichzeitig mit dem Nachbarimker machen?
    Viele Grüße

  • Hallo und Herzlich Willkommen :-)


    1.) Da würde ich jetzt nichts mehr rumpfuschen. Die Bienen verbrauchen noch Futter und dann hat deine Alexa (glaube ich gib meine Königinnen auch nen Namen :-D ) wieder Platz. Sollte die ausgeschleuderten HW noch nicht bestiftet sein, dann tue sie wieder raus. Die AS Behandlung war ok.


    2.) Für Phacelia ist für dieses Jahr zu spät. Aber vielleicht kann der Bauer das nächste Jahr ab Juni/Juli ein Feld für Phacelia sähen. Die Bienen fahre da voll drauf ab.


    Ja, deine Bienen können denn Senf solange abernten, bis der Bauer kommt :-(
    Danach kommt für deine Bienen nichts mehr, glaube ich mal.


    3.) Die Sonnenblumen wurden durch Hybridzüchtung den Bedürfnissen der industriellen Ölgewinnung angepasst. Leider war da ein Nebeneffekt dabei, dass die neuen Sorten kaum noch Nektar spendeten. Nun weißt du warum kaum Biene in den Sonnenblumenfelder sind.


    4.) Benutze mal die Suchfunktion, dann weißt du was eine Wespenfalle ist. Wespen sind neugierige Tiere, und da ist die neugier manchmal tödlich. Ist nicht selten, das ab und zu Wespen ertrinken. Regional ist 2013 ein Wespenjahr, bei mir zum Glück nicht, die Wespen sitzen alle noch am Fallobst.


    5.) Alte leere Beute, kann man zu desinfizieren mit Natronlauge reinigen oder mit dem Gasbrenner abflammen. Neue Beute braucht man nur außen streichen, die Innenwände werden von den Bienen mit Propolis tapeziert :)


    6.) Ich finde, das es kein Zweck mehr hat, jetzt noch AZ mit Disensor zu behandeln. Da es Nachts schon ziemlich frisch wird. Wenn der Milbenfall nicht zu hoch ist, dann warte bis die Bienen aus der Brut sind und behandle dann mit Oxuvar.



    Schau dich um oder benutze (wie geschrieben) die Suchfunktion. Dann weiß man danach schon mehr.


    Alles Gute dir und deine Bienen :daumen:


    Gruß Markus

  • Hallo Markus,
    danke für Deine Infos, ist ja stark, so viele Antworten, ... :daumen:
    1.) Was ist der Grund, daß Du empfiehlst, die ausgeschleuderten Rähmchen wieder rauszumachen?
    2.) Guter Tip mit der Phacaelia, bringt mich auf eine gute Idee...
    Der Senf fängt demnäx an zu blühen.
    3.) Kann man irgendwie an Sonnenblumensamen ohne diesen Nebeneffekt kaufen? Wo? Haben die einen speziellen Namen?
    4.) OK, mache ich. Die Wespen in meinem Acker bedröhnen sich gerade am Fallobst, ... unglaublich, wie viele das sind... muß ich einsammeln, ...
    5.) Und hast Du noch nie was brauchbares gehört von Effizienten Mikroorganismen?
    6.) OXUVAR, das ist dann irgendwas mit Oxalsäure, das kommt dann im Endjahr, ... OK
    Viele Grüße
    Rainer


  • Hallo Rainer.
    1.) Rähmchen im Brutnestbereich sollten immer schon zum Einwintern wenigstens einmal bebrütet gewesen sein. Ob die KÖ jetzt noch die Schleuderwaben bestiftet ist zweifelhaft. Die Bienen überwintern einfach bessser auf schon mal bebrütet Waben, weil unbebrütete an dieser Stelle zu kalt sind, und als Schied wirken können.
    5.) Lass einfach das besprühen der Bienenkästen mit solchen Mist ( Effizienten Mikroorganismen ) sein. Die Bienen
    leiden so schon genug von dem ganzen gespritze in der Landwirtschaft.
    6.) Öxalsäure wird im Dezember bei Brutfreiheit geträufelt.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • 5.) Sogenannte EMs in Silage oder Gülle klingt einleuchtend. Es ist sicherlich von Fachleuten auch zu erklären, was diese dort machen.
    Mir stellt sich hier aber die Frage (vielleicht aus Unwissenheit?), was sollen die EM´s denn bei den Bienen bewirken. Klar, ne Verbesserung. Aber welche, und wodurch. Sollen Krankheitserreger bekämpft werden? Welches Em kann das? Soll die Gesundheit der Bienen gestärkt werden? Welches Em kann denn dieses?
    Die verschiedenen EMs, die verdauungsfördernd bei uns wirken, mögen auf den Bien andere Auswirkungen haben; oder gar keine. Mir selber fehlt es hier an Wissen.
    Allerdings werde ich nicht wahllos irgendwelche Dinge in meine Bienenkisten schütten, von denen ich in keinster Weise weiß, wie sie sich auswirken.
    Vielleicht ist auch festzustellen, dass sich ja schon EM im Bienenvolk befinden und wir brauchen zusätzlich gar keine mehr zuzugeben? (Wie sonst machen die Bienen den Pollen haltbar?).
    Aber einfach zu glauben, EMs helfen in vielen Bereichen, also schütte ich sie auch ins Bienenvolk, und dass ohne Ziel und Wissen, welche konkreten (!) Auswirkungen dies hat, lehne ich ab.
    Öfters wir ein EM-Imker in der Werbung für EM angeführt. Ich kenne DEN Imker persönlich, bzw. stand ihm beim Aufbau seiner Imkerei mit Rat und Tat zur Verfügung. Schon damals meinte er seine Völker mit EM-Behandlungen (und Siebensternaufstellung) gegen Varroa stärken zu können. Vergeblich. Es war traurig, was von seinen Völkern übrig blieb.
    Also spar dir das Geld.

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  • Hi cuatro-romanos,


    Ich imkere seit 3 Jahren und habe noch keine Wespenfallen gebraucht. Wenn die Zeit kommt, dass die Wespen um die Beuten schwirren, weiss ich, dass ich die Fluglöcher jetzt verkleinern muss. (dann nur noch 2-4 Bienenbreiten) und mit dem Zuckerwasser muss man eh vorsichtig sein und nicht rumkleckern. (Räubereigefahr)


    Stefan

  • Hi,
    @ Josef: danke für die Info. Zu 1.) Ok, das hört sich plausibel an, ... also nochmal öffnen, nachschauen, ob Stifte drin sind, und dann? Wenn welche drin sind? Die Rahmen drinlassen? Oder unbedingt rausnehmen?
    2.) [auch an bienenreiner] Jepp, so ähnlich habe ich mir das auch gedacht. Ich kenne jemanden, der mir das empfohlen hat und mit seinen Völkern sehr gut zurecht kommt. Er meinte, daß er im Winter die Leerzargen nach dem Saubermachen (Styroporbeuten) einsprüht und gute Erfahrungen gemacht hat. Ich habe meine Beuten nach dem Ausflammen auch damit eingesprüht, und keine Nachteile daraus erkennen können, :roll: ... klar, auch keine sichtbaren Vorteile, ... außer daß sich die Bienen recht gut vermehrt haben.
    Stefan : so habe ich das auch gemacht. Vor 3 Wochen ist mir bei der geöffneten Beute auch eine Hornisse dahergeschwebt gekommen und hat sich, fast wie in Zeitlupe, im Sinkflug eine Biene gegriffen und hoch damit in den nächsten Baum.
    Wofür ist eigentlich dann bei der Liebig-Beute die Möglichkeit, in der Mitte einen schmalen abgerundeten Schlitz zu machen? Auch gegen Wespen? oder gegen Mäuse? Oder einfach zum nach Gefühl verkleinern?
    Dann noch eine weitere Frage: Kennt jemand den Film:
    http://www.youtube.com/watch?v=lONm_OulDOM
    [hoffentlich verstoße ich mit dem link nicht gegen eine der Regeln hier?]
    Dort erzählt ein Imker, der auf Mallorca imkert, daß er die Rähmchen so einsetzt, daß die bei der Durchsicht sichtbaren Wabenrückseiten ein stehendes 'Y' ergeben. Das stehende 'Y' setzt er von der Mitte des Stocks aus betrachtet so, daß das 'Y' nach außen zeigt.
    Weiss jemand hiervon? Das wäre auch beschrieben im Buch 'Die Grundlagen der Bienenzucht' von Josef Lüftenegger.
    Hat jemand dieses Buch?
    Viele Grüße
    Rainer


  • Was daran natürlich sein soll, konnte in der Praxis noch nicht bewiesen werden (ausser auf Teneriffa), aber wenn man dran glaubt ...


    vg
    Reiner

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  • Hallo an alle,


    und willkommen im Forum Rainer.


    Auf Bildern von Naturvölkern bzw. Schwärmen, die eben ihre Nester ohne menschliches Zutun gebaut haben, sieht man, dass die mittleren Waben mit dem Y auf dem Kopf zueinander stehen. Alle weiteren Waben werden so an diese beiden Waben angebaut, dass das Y (richtig herum) immer nach außen steht. Zumindest war es so auf den Bildern, die ich mir angesehen habe.


    Wenn man durch eine Mittelwand oder Wabe sieht, erkennt man das Y ganz deutlich.


    Ich habe meine Waben so angeordnet. Ob es den Bienen hilft, kann ich nicht sagen. Aber wenn sie es anscheinend in der Natur so machen, kann ich mir doch auch die Mühe machen und die Waben einmal so anordnen und gut ist.


    LG Olivia


    PS: Korbimker und alle die mit Naturbau arbeiten, müssten doch beantworten können, ob die Bienen ihre Waben so anordnen.

    Wiedereinsteigerin nach 20 Jahren. :Biene:

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Catbee () aus folgendem Grund: PS


  • PS: Korbimker und alle die mit Naturbau arbeiten, müssten doch beantworten können, ob die Bienen ihre Waben so anordnen.

    Genau. Deswegen sage ich ja, das es in der Praxis nicht bewiesen ist. Meine Naturbauvölker richten die Ypse in alle Richtungen aus, wie sie es gerade brauchen. Von daher sage ich, dass das Houseling nicht mit einer "naturgemäßen" Anordnung zu tun hat. Veränderugen an den Völkern konnte ich nicht feststellen.
    Ausräumen tun meine Völker auch bei 5,1mm Zellgröße und normalem Wabenabstand ohne Houseln.


    vg
    Reiner

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  • Meine Naturbauvölker richten die Ypse in alle Richtungen aus, wie sie es gerade brauchen. Von daher sage ich, dass das Houseling nicht mit einer "naturgemäßen" Anordnung zu tun hat. Veränderugen an den Völkern konnte ich nicht feststellen.
    Ausräumen tun meine Völker auch bei 5,1mm Zellgröße und normalem Wabenabstand ohne Houseln.


    :daumen: genau das beobachte ich auch.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Hallo,


    war jetzt gerade noch mal im Keller. Ich habe nur eine Zarge mit Naturbau (halbe Honigzarge) und die ist so angeordnet mit allen Y´s nach außen. Werde das weiter beobachten ... :wink:


    LG Olivia

    Wiedereinsteigerin nach 20 Jahren. :Biene:

  • Aus zehn Jahren Stabilbau in allen möglichen Beuten habe ich noch niemals ansatzweise so etwas wie ein Houselpositioning im Wabenbau gesehen. Das ist ein Irrglaube, nix weiter.


    Wäre das signifikant wichtig für die Bienen, würden sie selbst viel mehr darauf achten. Das tun sie aber nicht.

  • Wenn man das Y um 15° dreht, wird ein liegendes Y daraus. Wenn man es um 7,5° dreht ist nicht entscheidbar, ob es steht oder liegt. Oft entsteht kein Y. Alle diese Varianten finten sich oft auf einer Wabe. Das ganze ist Kaffeesatzleserei.


    Gruß Ralph