Bienen mit Waben "pflücken"

  • Hallo zusammen


    Beim Friedhof in unserer Stadt hat es ein Bienenvolk. Es hängt in etwa 2m Höhe und sieht wirklich stark aus. Schöne Waben. Nun wurde ich gebeten, dieses Volk zu holen. Denke, das wäre sicher auch besser für die Bienen, wenn sie den Winter in einer Beute verbringen können.


    Meine Frage ist nun, wie ich das am besten anstelle? Ich möchte die Waben nicht unbedingt in meine Rähmchen einpassen, da ich nicht wirklich rummantschen will. Dachte mir, ich schneide die Waben ab und hänge sie irgendwie an Leisten, die ich dann in meine Dadantkiste hänge. Klappt das irgendwie? Wie mache ich die Waben an den Leisten an, dass sie auch wirklich halten? Oder soll ich den Draht aus den Rähmchen rausnehmen und die Waben so in die Rähmchen machen? Was mache ich dann mit den Waben, die kleiner sind als die Rähmchen? Würde das halten? Möchte nicht, dass die Waben dann aus den Rähmchen fallen. Soll nicht ein Hobbygebastel werden, wo man sich dann aufregt, dass man überhaupt damit angefangen hat...


    Oder wenn jemand einen anderen Vorschlag hat, gerne.


    Freue mich auf eure Antworten
    David

    "There must be some kind of way out of here," said the joker to the thief. "There's too much confusion, I can't get no relief. Businessmen they drink my wine, plowmen dig my earth. None of them along the line know what any of it is worth." Bob Dylan

  • Hallo David,


    ich hatte mal größere Waben auf ein kleineres Format geschnitten, in einen (DN-)Rahmen gestellt und mit Rähmchendraht umwickelt.
    Ging nur zu Zweit, war ein fürchterliches Gematsche, hat aber letztendlich funktioniert.


    Königin sichern!

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Hi,


    das sind Naturbauwaben, die offen an einem Baum hängen? Wo sind die Bilder?


    Waben irgendwie an Leisten hängen? Ganz ehrlich: ich glaube nicht, dass das praktikabel ist. Ich würde die Waben in gedrahtete Dadanträhmchen einpassen, Ränder halt abschneiden. Und zwei Gummibänder drum.
    Viel Brut wird da ja wohl nicht mehr drin sein, oder?


    Grüße,
    Robert

  • Ich habe mal ein Volk (Schwarm) mit zwei Waben von einem Ast gepflückt.
    - Rechts und Links je ein Leerwabe im Rähmchen drangehalten
    - diverse Schaschlikspieße quer durchgestochen
    - Rähmchen provisorisch mit zwei Leisten verbunden
    - Waben mit Stahldraht vom Ast abgeschnitten
    - alles im Block in eine Zage gehängt, ohne die Leisten
    - mit Leerwaben aufgefüllt
    - nach einem Monat die alten Waben rausgeschmissen


    War im August und hat ein gutes Volk gegeben.

    .. und es gibt doch ein Leben vor dem Tod! (Prediger 3,22)

  • Also ich,
    ich würde ne Beute druntermontieren in der seitlich bereits Rähmchen drin sind, dann die Waben am Baum abschneiden und locker in die Kiste legen, Klappe zu, Affe... . Und nach einem Tag würde ich den Rest der Kiste mit Rähmchen auffüllen und das alte Wabenwerk zum auslutschen in einer Zarge oder einem Plastenapf über der gefüllten Zarge geben.
    Viele Grüße
    Wolfgang, der ungerne mit klebrigen Fingern Wespen und Räuberbienen abwehrt, während er den Rest seiner Kleidung verkleistert. Meine Frau würde mir aufs Dach steigen

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Hallo zusammen


    Danke für eure Antworten. Ich werde es so versuchen, dass ich die Waben oben abschneide und sie in Rähmchen mache und 2x mit Draht umwickle. Nehme 1,25mm Draht, habe keinen Wabendraht.


    Es sieht wunderschön aus, hängt im Friedhof mitten über dem Gehweg. Hat sich nie jemand beklagt. Niemand wollte es abholen, da zu viel Aufwand. Ich freue mich drauf.


    Natürlich gibt es hier von mir auch noch 2 Fotos. Hatte leider nur mein Mobiltelefon zur Hand, sieht genial aus. Gehe jetzt die Bienen holen.


    Die Waben in der Mitte sind bestimmt 40cm breit und an der höchsten Stelle 40cm hoch. Habe sowas noch nie in live gesehen und mir das nicht so gross vorgestellt.


    http://www.fotos-hochladen.net…25092013752bieulo9068.jpg


    http://www.fotos-hochladen.net…2509201375176m4ysg85v.jpg

    "There must be some kind of way out of here," said the joker to the thief. "There's too much confusion, I can't get no relief. Businessmen they drink my wine, plowmen dig my earth. None of them along the line know what any of it is worth." Bob Dylan

  • Hallo David


    Mein Vorschlag wäre, alle Waben in die unterste Zarge legen, das so wenig wie möglich Bienen gequetscht werden und dann eine Zarge mit ausgebauten Waben, möglichst FW und bebrütete Waben darüber. Den nächsten Tag die untere Zarge weg, die Naturwaben abschütteln, die Bienen einlaufen lassen und am Abend das Volk heimholen. Viel Glück.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Darfst Du den Ast vor dem Schwarme absägen?


    Dann wäre das sehr interessant, den in eine Kiste zu hängen und dort vor Ort zu belassen - als Anschauungsmaterial.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Habe gerade die Bilder gesehen, ist ja einmalig fantastisch :daumen:, fall nur nicht von der Leiter.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo,


    genial, das hatte aber nen Ordnungsfimmel das Volk :daumen:


    Offensichtlich sollen sie nun weg, leider ist das Ende September recht spät.


    Ich habe so was noch nie gemacht - aber meine Meinung: Die sind so schön befestigt, es bietet sich echt an, den Ast erst hinter dem Bienensitz passend zu kürzen und dann den Ast mit allem wie es ist abzuschneiden und das Ganze in eine Beute einzupassen,
    reim vom optischen Abschätzen würde das in eine Dadant passen.
    Im Frühjahr müßte man sie umwohnen mittels Aufsetzen eines weiteren BR.


    Oder jetzt sofort vor Ort erst ernten wie oben gesagt, dann in ungedrahtete Dadantwaben einpassen, umwickeln, fixieren. Die Beschreibung von Heese finde ich dazu auch sehr plausibel, Leerwaben an den Rand. Das kann man dann im Frühjahr erweitern und ggf altes entfernen.


    Ich hoffe, Du hast Hilfe dafür! So große Waben mit Füllung am Ast abschneiden.....:eek: die sind schwer!


    Wir erwarten mit Spannung Bericht.


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Falls Du das noch rechtzeitig liest: Nimm einen Kompass mit, wenn Du hast.
    Und berichte über die Wabenrichtung.


    Sehe ich das richtig, dass die genau drei Stück an den Ast geklebt haben?


    Danke & LG



    André

    Der wahre Meister tut nichts, doch er lässt nichts ungetan. (Laotse)

  • Hallo


    Ja, sieht wirklick fantastisch aus. War mit meiner Schwester dort, sie hat mir geholfen.


    Es waren insgesamt 4 Waben. Habe die Waben in Dadanträhmchen gemacht und zweimal mit Draht umwickelt. Hält gut. Was das Gematsche bertifft, es war nicht eine riesen Sauerei, aber die Handschuhe waren völlig verklebt. Das Pflücken der Waben war nicht das grosse Problem, da diese an den Rändern leer waren. Konnte dort gut festhalten und meine Schwester schnitt oben mit dem Messer durch. Danach runter mit der Wabe, mit dem Bienenbesen die Bienen in den Ablegerkasten gewischt und die Wabe zugeschnitten, ins Rähmchen gemacht und rein in den Kasten. Klappte auch gut.


    Habe mir auch überlegt, den Ast abzuschneiden, Die Erlaubnis hätte ich gehabt. Nur habe ich mich in meinen vorigen Posting etwas verschätzt. Bei der mittleren Wabe musste ich unten bestimmt 20cm abschneiden, damit ich diese in ein Rähmchen kriege. Hätte von der Höhe nie in eine Dadantkiste gepasst, so wie es auf den Fotos zu sehen ist. Den Ast hätte ich quer vielleicht knapp reingekriegt. Habe mir auch überlegt, noch einen HR drauf zu machen. Aber mir fiel keine gute Lösung ein, den Ast dann in der Kiste zu fixieren. Und wenn der Ast dann beim Transport in der Kiste ncht richtig hält, wäre es sehr schade gewesen, wenn die Waben die Bienen zerquetschen. Hatte nur 5 Minuten bis zu mir nachhause, wo die Bienen jetzt in einem Ablegerkasten sind. Trotzdem wollte ich kein Risiko eingehen. Also habe ich mich zur Methode entschieden, wie ober beschrieben.


    Es musste heute sein, da morgen das Wetter bei uns unsicher ist. Wer weiss schon, ob es nochmals so schön wie heute wird? Vor dem Abschneiden der Waben habe ich die Bienen wirklich dolle mit Wasser besprüht. Nicht ertränkt, aber etwas mehr als wenn ich diese Methode sonst anwende. Was das Auffliegen betrifft, war es nicht schlimm. Habe die meisten Bienen in der Kiste. Alle kriegt man nie, schätze, es sind noch etwa 200g-300g Bienen, die sich dort tummel. Gehe morgen nochmals vorbei und schlage diese vom Ast in eine Box und schütte diese dann auch noch in den Ablegerkasten. Die Waben waren wirklich voll und zum Teil richtig schwer. Musste sehr behutsam von der Leiter runter, damit ich diese nicht zerquetsche oder knicke.


    Eine hat mich im Gesicht erwischt, als der Schleier sich in einem Ästchen verfing und auf meine Backe zu liegen kam.


    Als die Waben alle in der Kiste waren, habe ich noch zwei Mal die Bienen am Ast abgeschüttelt und in die Kiste geschüttet. Mit jedem Mal flogen sie mehr auf und es ging länger, bis sie sich wieder auf dem Ast niederliessen. Also habe ich es dabei belassen und gehe morgen nochmals.


    Die Aktion war Zeitaufwändig, da ich mir Mühe gab, die Waben sorgfältig zu behandeln. Dauerte bestimmt 1.5h. Aber ich habe mir das Ganze viel schwieriger vorgestellt. Ok, ich kann ja nicht beurteilen, was ich vielleicht alles falsch gemacht habe... Aber es ging wirklich gut, die Bienen in den Ablegerkasten zu bringen. Wer sowas auch mal machen darf: Holt euch auf jeden Fall jemanden, der euch hilft. Musst ja nicht ein Imker sein. Alleine hätte ich das nie hingekriegt.



    Jetzt meine Fragen an die Profis hier:


    Es waren definitiv mehr als 2kg Bienen, aber es hatte auf keiner Wabe Brut. Königin suchen... guter Witz. Jedenfalls war das für mich unmöglich bei dieser Aktion. Wie sollte ich mehrere Lagen Bienen durchsuchen? Da hatte es zum Teil richtige Klumpen in Tennisballgrösse. Meine Völker haben alle Brut in allen Stadien. Das muss aber nicht heissen, dass dort keine Königin dabei ist, richtig? Nur wie soll ich mich da vergewissern? Ich kann die Rähmchen nicht wirklich rausnehmen und drehen, da diese das vielleicht nicht aushalten. Ich möchte es nicht darauf anlegen. Ist es möglich, dass die nun wieder brüten, da sie es jetzt ja sicher wärmer haben?


    Mein Plan ist nun folgender: Ich habe noch einige Futterwaben im Tiefkühler. Ich würde nun gerne eine nach der anderen zuhängen und das Gebastel austauschen. Bei uns hat es viele Füchse, einer hat mir letzten Winter den Gitterboden einer Beute zerstört. Wäre schade, wenn einer am Kasten rüttelt und die Waben dann brechen. Da wären ja voll ausgebaute Futterwaben sicher stabiler.


    Ich habe viele Grashalme und Ästchen vor das Flugloch gelegt. Sie kommen noch durch, aber es es liegt wirklich vieles vor dem Flugloch. Hoffe, dass ich das so richtig gemacht habe und nicht alle zurückfliegen. Würde eine Wabe mit Brut eines anderen Volkes was bringen?


    Ich werde morgen Nachmittag mal reinschauen, dann kann ich abschätzen, wieviele noch da sind. Meine grösste Sorge ist, ob da eine Königin war und wenn ja, ob ich diese erwischt habe. Beim Abschütteln vom Ast ist es unmöglich, dass keine Beine daneben geht.


    Ach ja, was ich sehr traurig fand: Der Gärtner des Friedhofs hat mehrere Personen angefragt, auch bei einem grossen Dachverband. Niemand wollte die Bienen. Die generelle Aussage war: "besser sie überleben den Winter nicht an dem Ast, als dass ich mir kranke Bienen nach hause hole". Wir sind alle verpflichtet, Krankheiten zu melden und die Bienen müssen von einem der wirklich, wirklich wenigen Imker hier im Umkreis sein. Man kennt sich und die Arbeit der anderen, ich habe gar keine Bedenken was Krankehiten betrifft. Klar holt man sich nicht einfach irgendwo von irgendwem Bienen. Aber als Imker habe ich eine Verbindung zu den Tieren und wenn man nur etwas Zeit investiert, kann man oft abklären ob man zugreifen kann oder lieber die Finger davon lässt. Hier wäre der Fall klar gewesen, wenn man sich etwas informiert hätte. Aber es schien niemanden zu interessieren. Traurig.


    Habe ich alles erzählt? Etwas unstrukturiert mein Bericht hier, aber ich bin immernoch ganz aufgeregt :) Sonst fragt einfach.


    Gruss David

    "There must be some kind of way out of here," said the joker to the thief. "There's too much confusion, I can't get no relief. Businessmen they drink my wine, plowmen dig my earth. None of them along the line know what any of it is worth." Bob Dylan