Honiguntersuchung

  • Habe dieses Jahr mal wieder meinen Honig untersuchen lassen. 3 Proben von meiner Sommerernte habe ich eingeschickt.
    Hier mal ein Bild davon.

    Bei den beiden oberen Gläsern deckten sich meine Vorstellungen mit denen vom Prüfergebnis. Das oberste bekam die Sortenbezeichnung "Sommerblüte mit Linde" und das mittlere Glas die Bezeichnung "Waldhonig". Bei den unteren Gläsern war ich allerdings ein wenig überrascht. Dieser Honig ist meiner Meinung nach nicht nur vom Aussehen und vom Geschmack der Robinie zu zuordnen, sondern stammt von einem Stand, in dem er im Juni nach der Rapsblüte eingetragen wurde. Allerdings war ich zu faul ihn zu ernten und habe ihn erst Ende Juli mit der restlichen Sommerernte rausgeholt. Die Waben waren allerdings schon im Juni voll verdeckelt und der neue Honig ging voll in die nächste Zarge.
    Im Ergebnis wurde Lindenhonig festgestellt, doch die Linde blühte doch viel später.
    Wenn etwas übrig bleibt, bringe ich den mit zum IFT. Mal sehen was ihr dazu sagt.
    Gruß Peter

  • Hi,
    da isses das Problem: Pollen im Honig als Bestimmungsmerkmal Nr.1.
    Hoffentlich tauchen mal Maispollen in einer Probe als Hauptpollen auf, dann ist es Maishonig (breitgrins)!
    Die Mädels werden kurz vorm Verdeckeln noch was reingeschmissen haben was den Test versaut hat.
    Nimms hin! Wobei Robinie eigentlich aussieht wie dickes Wasser, bei dir ist es etwas "zu" gelb.
    Knäcke

  • Robinienhonig enthält sehr wenig Pollen. Schon wenn sehr wenig anderer pollenreicher Honig eingetragen wird, sieht er bei der Pollenanalyse wie ein anderer Honig aus. Die Pollenkonzentration wird bei der Pollenanalyse leider nicht bestimmt, so wie ich das kenne: Die Honigprobe wird in Wasser gelöst und zentrifugiert. Der Bodensatz wird nochmals mit Wasser verdünnt und nochmals zentrifugiert. Anschließend wird ein Tropfen des Bodensatzes auf einen Objektträger gegeben, mit einem Deckgläschen zugedeckt und unter dem Mikroskop begutachtet. Fehlbeurteilungen eines Honigs sind dabei vorprogrammiert. Ich habe schon einmal von einem tiefdunklen Honig gehört, der vom Geschmack her Waldhonig war und bei der Untersuchung als Rapshonig bestimmt wurde. Ursache: Gleiches Prinzip, Waldhonig ist pollenfrei, durch kleine Beimengungen von Rapshonig wird daraus bei dieser Art der Pollenanalyse im nu Rapshonig.


    Gruß Ralph

  • Das ist dann aber ´ne schwache Kür, wenn das Offensichtliche bei der Analyse außer Acht gelassen wird.
    Ein Labor das einen dunklen Honig als "Rapshonig" analysiert, hat seine Zulassung nicht verdient.
    Ein ordentliches Labor sollte die Widersprüche benennen und bemerken, dass eine Sortenbestimmung nicht mgl. ist.

    MfG André

  • Hallo !


    Robinienhonig enthält sehr wenig Pollen. Schon wenn sehr wenig anderer pollenreicher Honig eingetragen wird, sieht er bei der Pollenanalyse wie ein anderer Honig aus. Die Pollenkonzentration wird bei der Pollenanalyse leider nicht bestimmt, so wie ich das kenne: Die Honigprobe wird in Wasser gelöst und zentrifugiert. Der Bodensatz wird nochmals mit Wasser verdünnt und nochmals zentrifugiert. Anschließend wird ein Tropfen des Bodensatzes auf einen Objektträger gegeben, mit einem Deckgläschen zugedeckt und unter dem Mikroskop begutachtet. Fehlbeurteilungen eines Honigs sind dabei vorprogrammiert. Ich habe schon einmal von einem tiefdunklen Honig gehört, der vom Geschmack her Waldhonig war und bei der Untersuchung als Rapshonig bestimmt wurde. Ursache: Gleiches Prinzip, Waldhonig ist pollenfrei, durch kleine Beimengungen von Rapshonig wird daraus bei dieser Art der Pollenanalyse im nu Rapshonig.


    Soweit hast Du den Inhalt der DIN 10760 (Bestimmung der relativen Pollenhäufigkeit) gut wiedergegeben.
    Allerdings ist weiterhin bei einer Sortenanalyse nach DIB (s.u. Nachtrag Honiguntersuchung Merkblatt 3.5) folgendes gegeben:


    unter 4.1:
    Die Angabe der Pollen erfolgt in %. Hierzu müssen mindestens 500 Pollen ausgezählt werden,
    wobei die Gruppe der Nektarlosen anschließend herausgerechnet wird, um die Verteilung der
    Pollen nektarliefernder Pflanzen zu erhalten. Die Zählung erfolgt in 100er Schritten, bis annähernd
    gleichbleibende Werte erzielt werden (in seltenen Fällen ist dies erst bei mehr als 1.000 Pollen
    der Fall – abhängig vom Pollenspektrum des Honigs). Im Befund wird angegeben, wieviel Pollen
    ausgezählt wurden. Die relative Häufigkeit der gezählten Pollen wird im Befund angegeben.


    unter 1.2 (Vollanalyse):
    Zur Beurteilung insgesamt – als Ergänzung zur Pollenanalyse (4.1) ist generell der
    Wert der elektrischen Leitfähigkeit (3.5) und bei manchen Honigen das Zuckerspektrum (3.8) zu ermitteln.


    Die Bestimmung der elektrischen Leitfähigkeit (nach DIN 10753*) ist also - insb. bei den beschriebenen Honigen - obligatorisch.
    >0,8mS/cm = Wald
    ... sollten diese Angaben immer noch keine Klarheit verschaffen, sollten sich über das Zuckspektrum
    verschiedene Herkünfte festmachen lassen, (Waldhonig besteht aus einem breiten Zuckerspektrum und oder
    verhältnismäßig gut zuordenbaren Trisaccharide oder höheren Oligosacchariden.



    Nachtrag:
    Soweit mir bekannt, finden die Honiganalysen in Deutschland nach den Maßstäben des DIB statt.
    Durchgeführt nach den einzelnen DIN Normen.



    Gruß
    der Bienen
    Knecht


    * DIN 10753
    1 Anwendungsbereich
    Diese Norm legt ein Verfahren zur Bestimmung der elektrischen Leitfähigkeit einer Honiglösung fest.
    Die elektrische Leitfähigkeit kann zusätzlich zur botanischen Herkunftsbestimmung eines Honigs dienen,
    insbesondere zur Unterscheidung zwischen Blütenhonig und Honigtauhonig.

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von Bienenknecht () aus folgendem Grund: Nachtrag

  • Schaut mal hier: http://www.laves.niedersachsen.de/portal/live.php?navigation_id=20073&article_id=73177&_psmand=23


    und dann weiter rechts zur PDF 'Leistungsverzeichnis für Honiguntersuchungen ...' und dort lesen.


    Punkt 3.2. Pollenanalyse für 42,00 €. Wer die bestellt, bekommt auch nicht mehr! Unter 4.3.3 steht die Vollanalyse u.a. mit Zucker für 125,00 €. Dann gibt es auch Erkenntnisse zum Thema Waldhonig.


    Wer nicht investiert und einen entsprechenden Untersuchungsauftrag erteilt, kann auch nicht die ganze Wahrheit erfahren.


    Aber evtl. will ja gar nicht jeder Imker genau wissen, was in seinem Honig enthalten ist? Da bleibt dann doch lieber das Geld im eigen Beutel.


    Wolfgang, der Heidjer

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)

  • Not inclusive. Ganz einfach.
    Man will die Honigzusammensetzung und die Qualitätsmerkmale.
    Auch der Vermarktung wegen.
    Neonics machen sich da ganz schlecht....:roll:

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • In Sachen Verbraucherschutz wären aber gerade der Produzent und seine Verbände gefragt.


    Vor der Wahrheit hat man wohl Angst allerorten.

  • Hallo !


    Schaut mal hier: http://www.laves.niedersachsen.de/portal/live.php?navigation_id=20073&article_id=73177&_psmand=23


    und dann weiter rechts zur PDF 'Leistungsverzeichnis für Honiguntersuchungen ...' und dort lesen.


    Punkt 3.2. Pollenanalyse für 42,00 €. Wer die bestellt, bekommt auch nicht mehr! Unter 4.3.3 steht die Vollanalyse u.a. mit Zucker für 125,00 €. Dann gibt es auch Erkenntnisse zum Thema Waldhonig.


    Sorry, vielleicht ist das auch deshalb so - glaube ich aber nicht !


    Leider hat da ja auch jedes Bundesland so seine "Bezuschußungspolitik" und die daraus resulitierende
    Sorten-Analyse ... bei uns (Hessen) sieht die ganz anders aus, die Analyse ist günstiger (inkl. Leitwert)
    als in Celle - aber nur für einen Honig/Jahr.


    Für Peter / the czar ist ja eigentlich Hohen Neudorf regionaltechnisch zuständig (und nicht laves)
    und dort gehört u.a. die elektrische Leitfähigkeit zu jeder Sortenanalyse, auch zu der ganz Günstigen
    (wo das Pollenauszählen nicht dazugehört) wie Du hier nachlesen kannst:
    Preisliste Honiguntersuchung




    Wer nicht investiert und einen entsprechenden Untersuchungsauftrag erteilt, kann auch nicht die ganze Wahrheit erfahren.


    Aber evtl. will ja gar nicht jeder Imker genau wissen, was in seinem Honig enthalten ist? Da bleibt dann doch lieber das Geld im eigen Beutel.


    Wolfgang, der Heidjer


    Sorry, vielleicht ist das auch deshalb so - glaube ich aber auch nicht !
    Auch nicht bei Peter, so wie ich Ihn kennengelernt habe.
    Dann hätte es wohl nur zwei Analysen gegeben, aber dafür Richtige.


    Wolfgang, vielleicht schaust Du Dir den entsprechenden LINK von mir oben einmal an.



    Vielleicht sagt Peter / the czar noch etwas dazu.



    @ Berhard Heuvel

    Untersuchen die auch auf Neonicotinoide? Warum nicht?


    Sorry Bernhard - Thema verfehlt hier geht es um die Honigsortenbestimmung ...


    ... und wenn es soweit kommt, das wir Neonicotionid-Honig als Sorte vorne
    draufschreiben, dann gibt es schon lange keinen Honig und keine Bienen mehr ....


    Gruß
    der Bienen
    Knecht

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Vielleicht sagt Peter / the czar noch etwas dazu.


    Sorte und Wassergehalt waren meine Hauptwünsche. Ich entschied mich dann zur Vollanalyse I.

    Hier mal noch das Ergebnis, welches mich ein wenig überraschte.
    Übrigens war ich auch vom Wassergehalt überrascht. Mir war klar, dass er unter 18 ist, doch 15 ist natürlich der Hammer.

    Peter

  • Hallo BienenKnecht,


    mit dieser Aussage "Aber evtl. will ja gar nicht jeder Imker genau wissen, was in seinem Honig enthalten ist? Da bleibt dann doch lieber das Geld im eigen Beutel." habe ich nicht Peter gemeint! Diese Aussage ist allgemein gehalten, weil mir Imker, die ihren Honig untersuchen lassen als Person noch nicht begegnet sind.


    @ Bernhard
    Lies mal im Link von Celle unter Pkt. 6. Dann wird auch Dir geholfen. Angebote ohne Preisangabe deuten in der Regel ja auf höherpreisige Leistungen hin. Wenn Du etwas erfragt hast, so könntest Du es uns wissen lassen.


    Mir hat man auf Anfrage, wegen der absolut unklaren Trachtlage, die Vollanalyse zu 125,00 € empfohlen. Bei einer Ganzjahresernte von 115 Kg mit elf Völkern ist es geradezu ein Schnäppchen. Die Neugierde muss aber befriedigt werden.


    Wolfgang, der Heidjer

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)

  • Hallo Peter,


    Sorte und Wassergehalt waren meine Hauptwünsche. Ich entschied mich dann zur Vollanalyse I.


    Schade das hier kein Crack zu dem Thema etwas sagt !


    Dereinst habe ich einmal gelernt, bei einer Honiganalyse in eine der Verzeichnisse zu sehen,
    z.B. die Anhänge des Deutschen Lebensmittelbuchs, ob da eine Vorgabe für Sortenhonige
    mit dem harmoniert was die Analyse ergeben hat.


    Da steht dann zu Deiner Vermutung Robinie:


    3.1.1.1
    Akazienblütenhonig (Robinienblütenhonig)
    Akazienblütenhonig, Akazienhonig, Robinienblütenhonig, Robinienhonig ist der Honig aus Nektar von
    Scheinakazie nblüten (Robinia pseudoacacia).


    Organoleptische Merkmale:
    Farbe: klar, wasserhell bis hellgelb
    Geruch: mild, schwach aromatisch
    Geschmack: schwach blumig, mild, schwach aromatisch
    Konsistenz/Struktur: flüssig, ohne Kristallisation
    Mikroskopische und physikalisch-chemische Merkmale:
    Robinienpollen in % mindestens 20 (Robinienpollen sind natürlicherweise unterrepräsentiert.)
    Elektrische Leitfähigkeit in mS/cm höchstens 0,20
    Verhältnis Fructose zu Glucose mindestens 1,55
    Farbe in mm Pfund -Graden höchstens 15
    Sonstiges: in der Regel mit einem geringen natürlichen Enzymgehalt.


    Nach Deiner dankenswerterweise eingestellten Analyse fällt da dieser aber durch,
    da F/G Verhältnis nur 1,2 und die Leitfähigkeit deutlich über 0,2 mS/cm liegt.


    Linde ist sehr weit gefächert und past halt auch in Deine Analyse ....
    ... insb. wenn dann in der Analyse steht 69,9% Lindenpollen,
    da dieser im Normalfall ja auch unterrepräsentiert ist sollte der Fall klar sein.


    Andererseits ist Linde im Geschmack ja doch sehr dominant,
    so das wir schon die Sortenempfehlung hatten: Sommerblüte mit Linde
    bei weniger als 5% Lindenpollen.




    Übrigens war ich auch vom Wassergehalt überrascht. Mir war klar, dass er unter 18 ist, doch 15 ist natürlich der Hammer.


    Zum Wassergehalt:
    Das Phänomen habe ich auch meist, wir messen mit unserem (gut kalibrierten Refraktometer)
    auch meist gut 1% mehr Wassergehalt als die im Labor.



    heidjer
    Danke für die Klarstellung.



    Gruß
    der Bienen
    Knecht

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

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