Wann kommt Amitraz?

  • Hallo an alle Varroazüchter,


    die meisten von uns einschließlich mir sind in den letzten Jahren wohl umgestiegen auf sogenante "natürliche" Mittel in der Varroabekämpfung. Doch wie wirksam und effektiv sind diese wirklich?


    Unsere NAchbarn im Osten und Süden und Westen setzen seit Jahrzehnten Amitraz-Produkte ein, wohl auch etliche unserer Berufsimker. Amitraz ist ein hoch varrogenes Mittel (über 99% Wirksamkeit) bei gleichzeitiger völliger Bienenunschädlichkeit. Der Wirkstoff Amitraz zerfällt nach der Anwendung innerhalb weniger Tage.


    Beispiel: Apivarol http://biowet.pl/produkty,f-r-bienen,6,1.html in Polen


    Viele unserer Großimker fordern die Zulassung von Amitraz in Deutschland, um einfach und effektiv die Varroa zu behandeln. Daher die Frage ganz neutral in den Raum gestellt:


    Wann kommt Amitraz?


    Gruß
    KME

  • Hallo!


    Der Grund warum viele Großimkereien in Ost Süd und West Amitraz verwenden, ist wohl die einfachste Anwendung und die geringen Kosten bei geringer Bienenschädigung. Bei sachgemäßer Anwendung sind überhaupt keine Rückstände feststellbar.


    Amitraz wirkt sehr gut gegen die Milbe, jedoch bestimmt nicht besser als etwa AS oder OS!
    Was man persönlich von solchen Medikamenten hält ist eine andere Sache. Ich kann (noch) ganz gut dauf verzichten!

  • Moin,
    das Zeug hatten wir schon vor '89. Wir haben das auch benutzt und letztlich hat das auch nicht viel geholfen.
    Ich bin kein Chemiker und weiß daher nicht, was das eigentlich ist, wie das wirkt, und welche Rückstände zu befürchten sind.


    Inzwischen komme ich mit "angepasster" Betriebsweise und Ameisensäure ganz gut zurecht. In den letzten zwei Jahren wenigstens.
    Ich glaub, der Schlüssel liegt sowieso in der Betriebsweise - die Chemie ist nur für den Notfall. Trotzdem hab ich auch dieses Jahr brav verdunstet und mit Schwammtüchern geworfen - viele Milben kamen nicht runter.
    Evtl. hatten die eine schlechte Überwinterung bei uns in Ostbrandenburg. Das Frühjahr kam erst Mitte April.
    Grüße ralf_2

  • Hi,


    mir hat ein älterer Berufsimker mal augenzwinkernd etwas in der Art erzählt: Was tun, wenn die Strategie gegen Varroa nicht aufgeht? - Taktic!
    (Schreibweise habe ich gerade googeln müssen.)


    Ernsthafte Frage: wenn das Zeug wirklich weitgehend bienenunschädlich ist, und wenn der Wirkstoff tatsächlich zerfällt und sich demnach nicht anreichert, warum ist es dann nicht zugelassen? Irgendwelche Nachteile, z.B. gegenüber Perizin, muss es ja auch haben.


    Grüße,
    Robert


  • Ernsthafte Frage: wenn das Zeug wirklich weitgehend bienenunschädlich ist, und wenn der Wirkstoff tatsächlich zerfällt und sich demnach nicht anreichert, warum ist es dann nicht zugelassen? Irgendwelche Nachteile, z.B. gegenüber Perizin, muss es ja auch haben.


    Grüße,
    Robert


    Hallo,


    ja der Grund ist klar:


    Amitraz ist SO billig, dass sich ein deutsches Zulassungsverfahren nicht lohnt. Wer würde Millionen fr die Zulassung investieren, um hinterher kaum etwas daran zu verdienen?
    Gruß
    KME

  • Genau da liegt der Hase begraben.
    Dank unserer tollen EU weit regulierten Zulassungsverfahren kostet eine Zulassung für ein Medikament welches an Lebensmittel liefernden Tieren angewendet wird mal so eben 20 Millionen € und auch mehr.
    Da rechnen die BWL der Pharmaindustrie ganz klar das sie das Geld für die Zulassung nicht reinholen können zumindest nicht mit marktverträglichen Preisen.
    Also werden munter lieber Schweine Geflügel und Rinder Medis entwickelt und zugelassen. Denn die Masse macht's.
    Die par Imker dienen der Firma lediglich als pseudo Bienenfreunde.
    Und genau diese Firma arbeitet meines Wissens an der Zulassung für Amitraz. Da will sich wohl jemand die Weste weiß waschen :)


    Insgesamt ist die ganze veterinärmedizinische Sparte der Pharmaindustrie auch nur ein Bruchteil deren Milliarden Umsätze.
    Das erfolgreichste Medikament der letzten Jahre war Viagra. ........
    Merkt ihr was . .


    Sex sells und Bienen. ... .......
    Die sind halt da


    Grüße
    Simon

    Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die Normalen gebracht haben.
    Georg Bernhard Shaw

  • Und keiner denkt wieder daran, was bei Medikamenten passiert: es wird eine Auslese hinsichtlich einer Toleranz des Wirkstoffes gestartet. Solchen Problemen kann man nur zuvor kommen, wenn das Medikament richtig eingesetzt wird. Schaut man sich das Problem mit den Antibiotika an weiß man wo die Reise hin gehen kann - besonders wenn es falsch eingesetzt wird. Klar Varroa und Bakterien sind nicht vergleichbar gerade auch in Bezug auf die Interation neuer Generationen aber Bayvarol scheint ja schon nicht mehr wirksam zu sein. Sobald sich "Überlebende" vermehren wird es früher oder später kompliziert.
    Das das bei Säuren nicht so ist schiebe ich übermütigerweise mal darauf dass die Säuren nicht endokrin wirken sondern eher physikalisch indem sie etwas zerätzen.

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Das das bei Säuren nicht so ist schiebe ich übermütigerweise mal darauf dass die Säuren nicht endokrin wirken sondern eher physikalisch indem sie etwas zerätzen.


    Es ist eigentlich egal wie etwas wirkt, die wo überleben, egal wie die vermehren sich und schon gehts weiter.....


    Aber das ist bei allen Mitteln und Stoffen so

    Nur wir Imker können funktionierende Varroa Abwehr schaffen, sicher nicht die Chemie

  • Aber das ist bei allen Mitteln und Stoffen so


    Sehe ich anders auch aufgrund dessen, dass es wohl bis jetzt keine nachgewiesenen Resistenzen gibt.

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Das das bei Säuren nicht so ist schiebe ich übermütigerweise mal darauf dass die Säuren nicht endokrin wirken sondern eher physikalisch indem sie etwas zerätzen.


    Und ich schiebe es darauf, dass nur ein kleiner Teil des Behandlungsmilbenfalls auf eine direkte Wirkung der Säure auf die Milbe zurückzuführen ist. Und der überwiegende Rest eine Folge gelangweilter Pflegebienen.

    Der wahre Meister tut nichts, doch er lässt nichts ungetan. (Laotse)

  • Sehe ich anders auch aufgrund dessen, dass es wohl bis jetzt keine nachgewiesenen Resistenzen gibt.


    Und warum muss dann immer höhere Konzentration und die Dosis erhöht werden

    Nur wir Imker können funktionierende Varroa Abwehr schaffen, sicher nicht die Chemie