Kaum Befall! Keine zweite AS-Behandlung?

  • Guten Tag,


    ich habe mal eine generelle Frage. In den letzten Jahren haben durch 2 Ameisensäurebehandlungen + 1 Winterbehandlung mit Oxalsäure die Varoa bekämpft! In diesem Jahr haben wir Ende August das erste Mal mit Ameisensäure behandelt mit dem Ergebnis, dass nur sehr wenig gefallen ist! In der Spitze vielleicht 25 Stück (3 Tage nach Behandlung). Zwei/drei Wochen später haben wir wieder Platten untergelegt zur Kontrolle. Hierbei fielen fast wieder keine, im Schnitt vielleicht 3-5 Stück pro Woche. Das kennen wir so nicht! In den letzten Jahren fielen im September immer deutlich mehr und wir haben dann Mitte September ein zweites Mal oder einmal sogar ein drittes Mal behandelt! Jetzt belassen wir es bei einer Behandlung! Was würdet ihr tun?
    Zur Info: Im Sommer haben wir unsere Bienen fleißig neue Waben ausbauen lassen und wir haben systematisch Drohnenwaben ausgeschnitten. Die Ableger haben wir mit Milchsäure behandelt. Und der „Ökoimker“, der sonst seine 2 Völker im Sommer bei uns in der Nähe hatte und meinte nicht gegen Varoa behandeln zu müssen, ist auch nicht mehr da!


    Gruß Stefan

    Imkerei seit 2008 gemeinsam mit meinem Vater (Rentner): Im Jahr 12-15 Wirtschaftvölker - zum Überwintern ca. 30 mit neuen Königinnen

  • Hallo Stefan,


    bei mir zeigt sich das gleiche Bild und ich beschränke mich auf auch auf einmalige AS-Behandlung (Anfang September).


    Grüße von Herrn Rübengrün

    Prüfet Alles und wählet das Beste!


    Erst kommt das Fressen, dann die Moral!

  • Hallo!


    Hierzu gibt es in der Imkerschaft ganz unterschiedliche Meinungen. Es ist mit dem Thema Re-Invasion verknüpft. Ich behandlle meine Völker nicht befallsabhängig, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass Völker im Juni nur geringen Befall gezeigt haben und im September dann doch wegen Varroatose zusammengebrochen sind.


    Gruss vom Sammler

  • Hallo,
    die Frage ist ja auch, sind wirklich keine Varoamilben drin oder räumt da evtl. jemand deinen Einschub auf ? Ich denke da an Ohrenkneifer, Ameisen usw. Hast du schon mal die Puderzucker- oder Auswaschmethode probiert? Wenn wenig Milben gefallen sind, kann auch die Behandlung nicht optimal gelaufen sein.


    Katrin

  • Hallo Stefan


    ich würde auch keine zusätzliche AS Behandlung den Bienen aufzwingen, die OS Träufelung sollte wohl genügen.
    Meine Segeberger haben mir auch verdächtig wenig Milben, ich hatte im August da die AS Schwammtuchmethode angewendet, ohne nennenswerten Milbenfall. Dagegen mein Volk im Holzmagazin 1,5 DNM, hatte sehr viel Milbenfall, ich schätzte da mehr als 2000 Stück, vielleicht sogar das Doppelte. Das Volk ist immer noch als stark einzuschätzen. Das sollte schwärmen, aber hat nicht und ist mein Spitzenvolk im Ertrag. Bei mir wird die OS Träufelung auch die letzte Behandlung sein, wie vergangenes Jahr spätestens Anfang November.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)


  • ... weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass Völker im Juni nur geringen Befall gezeigt haben und im September dann doch wegen Varroatose zusammengebrochen sind.


    das kann aber auch andere Gründe gehabt haben!


    Was verstehst du unter "geringem Befall"?


    Die Bieneninstitute gehen ja inzwischen weg von der Gemüll-Diagnose weil diese nicht "mehr" zuverlässig genug sei!


    ?
    Was mich zwar etwas verwundert aber OK!


    Jetzt soll es die Puderzuckerdiagnose sein die zuverlässigen Milbenbefall attestiert!


    OK


    Aber das mit


    ..... Es ist mit dem Thema Re-Invasion verknüpft...


    ist wohl das größte, was Bieneninstitute inzwischen verzapfen!


    ich erklär´s auch warum


    Die Vermehrung der Varroa ist unmittelbar mit der Verdeckelungszeit gekoppelt!


    pro halben Tag länger kommt ein Vermehrungsfähiges Varroaweibchen mehr aus einer befallenen Zelle!


    Diese große Sommerhitzen (=kürzere Verdeckelungszeit) hat dazu geführt, dass es in ganz Europa z.Z. einen deutlich geringeren Varroabefall gibt als sonst!
    Im Umkehrschluß sind Kaltwettereinbrüche Gift für die Milben.
    Was in den Jahren zuvor immer wieder mehr oder weniger schlimm der Fall war.
    Es hängt also das Ganze mit der Bruttemperatur zusammen!
    und die wird aber von diversen PSM (nicht nur Neonics) extrem negativ Beeinflußt!
    Die scheinbare Re-Invasion kommt also eher von innen vom eigenen Volk aus!


    Das erklären auch folgende Beobachtung


    Es war mal währen der Edelkastanientracht extrem kalt und das nicht nur für 3 Tage sondern bald ne ganze Woche oder gar mehr!. Als man wieder an den Völkern arbeiten konnte sah man die Milben überall! Kurz vor Beginn der Kastanienblüte war der natürliche Milbenfall auf Grund der Gemülldiagnose und aber auch dem Entdeckelungsgabeltest nach kein Grund zur Panik!


    Wie soll da also eine Re-Invasion statt gefunden haben? Wenn die Völker überhaupt keinen Flugbetrieb hatten?


    Das war wohl auch der Grund, warum die Gemüll-Diagnose nun nicht mehr ihre Gültigkeit haben soll laut den Bieneninstituten!


    Es bringt also alles Varroabekämpfen nichts, wenn wir unsere Bienen den PSM aussetzen!


    Wir bekämpfen also nur die Symthome, nicht die wirkliche Ursache, welche die Völker zusammenbrechen lassen!

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Hallo Toyota!


    Im großen und ganzen eine sehr plausible Erklärung.


    Eine Anmerkung:
    A bisserle Reinvasion gibt es aber scho, weil sonst wäre die Varroamilbe nicht so verbreitet, oder?

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • aber das kann unmöglich zu einem Völkerzusammenbruch führen


    und für ganze Bienenstände (mehr als 16 Völker) schon zweimal nicht!


    nicht innerhalb so kurzer Zeit!


    Es spricht auch noch ein weiterer Punkt gegen diese Re-Invasionsthema


    Als die Varroa noch nicht überall hier bei uns war sind auch nicht ganze Bienenstände zusammen gebrochen!


    Auch die Verbreitung war nicht so "rasend"


    Alles Belege, dass die Re-Invasion nie und nimmer so mörderisch sein kann!


    PSM da gegen können in einer bestimmten Gegend gleichzeitig mehrere Völker ja ganze Bienenstände auslöschen!


    Das beste und unleugbare Beispiel war ja 2008!


    Grüßle

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

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  • Die Bieneninstitute gehen ja inzwischen weg von der Gemüll-Diagnose weil diese nicht "mehr" zuverlässig genug sei


    Das ging aber schnell!:cool:
    Wer braucht dann noch Gitterböden?!:u_idea_bulb02:


    Bleiben noch die wärmevergeudenden Zargen und die Betriebsweisen - dann geht's an des Pudels Kern...

    Der wahre Meister tut nichts, doch er lässt nichts ungetan. (Laotse)

  • Wer braucht dann noch Gitterböden?!:u_idea_bulb02:

    damit die Milben von den Bienen weg fallen und nicht mehr zurück können!


    aber auch da gibt es inzwischen was besseres: http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=31256&highlight=happy+keeper


    Bleiben noch die wärmevergeudenden Zargen und die Betriebsweisen - dann geht's an des Pudels Kern...


    Nur noch Deckel auf und gleich wieder zu?


    oder gar nicht erst aufmachen?


    so wie bei der Korb-Imkerei?


    zu Zeiten vor den Neonics war das alles Problemlos und die Völker sind gediehen, gewachsen und hatten keine Überwinterungsprobleme, wenn zuvor egal mit was behandelt wurde!


    und heute scheint es kaum noch Lösungen zur Varroabekämpfung zu geben. Ableger verrecken schon im Herbst!


    ?


    große Ausnahme 2013?


    ?


    Das Jahr als die Varroa plötzlich verschwand?


    ?


    Ich bleib dabei


    Es ist eine Kombination von Verhaltensstörungen der Bienen bei der Kontrolle der Bruttemperatur und dem Einfluss durch die Neonics und andern PSM


    Fungizide nicht vergessen


    praktisch alle B4 Mittelchen


    und natürlich auch so manches Varroazid


    Grüßle

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von toyotafan () aus folgendem Grund: eu mol Grüßle longt ;-)

  • Hallo Toyotafan,


    ich kann Dir da nicht ganz folgen, vielleicht bin ich ja auch einfach zu blöd, aber...



    Diese große Sommerhitzen (=kürzere Verdeckelungszeit) hat dazu geführt, dass es in ganz Europa z.Z. einen deutlich geringeren Varroabefall gibt als sonst!
    Im Umkehrschluß sind Kaltwettereinbrüche Gift für die Milben.


    Hast Du Dich da nicht vertan? Müßte der Umkehrschluss nicht lauten:"Kaltwettereinbrüche sind ein Paradies für Milben"?:confused:


    Es war mal währen der Edelkastanientracht extrem kalt und das nicht nur für 3 Tage sondern bald ne ganze Woche oder gar mehr!. Als man wieder an den Völkern arbeiten konnte sah man die Milben überall! Kurz vor Beginn der Kastanienblüte war der natürliche Milbenfall auf Grund der Gemülldiagnose und aber auch dem Entdeckelungsgabeltest nach kein Grund zur Panik!


    Wie soll da also eine Re-Invasion statt gefunden haben? Wenn die Völker überhaupt keinen Flugbetrieb hatten?


    Das war wohl auch der Grund, warum die Gemüll-Diagnose nun nicht mehr ihre Gültigkeit haben soll laut den Bieneninstituten!


    Das das ein Argument gegen die Re-Invasionstheorie ist kann ich bedingt nachvollziehen (eigentlich läßt sich daraus nur der Schluß ziehen, daß Kälteperioden das Milbenwachstum fördern), was ich aber nicht nachvollziehen kann, warum aus diesem Grund die Gemülldiagnosen nicht mehr empfohlen werden.
    Also... es ist eine Woche kalt, die Verdeckelungszeit ist rel. hoch, es kommen mehr Milben aus den geschlüpften Zellen und demnach sind mehr Milben da als vor der Kältewoche. Du hast vor dieser Kälteperiode Milben auf der Windel gezählt,... auch danach? Falls nicht, verstehe ich Deine Argumentation nämlich nicht.


    Kannst Du das und mich aufklären?


    Liebe Grüße von Herrn Rübengrün

    Prüfet Alles und wählet das Beste!


    Erst kommt das Fressen, dann die Moral!

  • Hallo Toyotafan,


    ich kann Dir da nicht ganz folgen, vielleicht bin ich ja auch einfach zu blöd, aber...


    ne ne bist du nicht....


    eher ich!



    Hast Du Dich da nicht vertan? Müßte der Umkehrschluss nicht lauten:"Kaltwettereinbrüche sind ein Paradies für Milben"?:confused:


    ja so hab ich es eigentlich gemeint aber wohl falsch rüber gebracht!


    Also Kaltwetterperioden sind Gift für die Völker!




    Das das ein Argument gegen die Re-Invasionstheorie ist kann ich bedingt nachvollziehen (eigentlich läßt sich daraus nur der Schluß ziehen, daß Kälteperioden das Milbenwachstum fördern),


    Ja genau!



    was ich aber nicht nachvollziehen kann, warum aus diesem Grund die Gemülldiagnosen nicht mehr empfohlen werden.
    Also... es ist eine Woche kalt, die Verdeckelungszeit ist rel. hoch, es kommen mehr Milben aus den geschlüpften Zellen und demnach sind mehr Milben da als vor der Kältewoche.


    mehr Vermehrungsfähige Milben!


    Drin ist ein wesentlicher Unterschied!


    und wenn zuvor die Bienen mit einem B4 Mittel Kontakt hatten war schon vorher eine deutliche Erhöhung der VERMEHRUNGSFÄHIGEN Varroen gegeben!



    Du hast vor dieser Kälteperiode Milben auf der Windel gezählt,... auch danach?


    waren sie zu sehen! Auf den Bienen in den Brutzellen überall!


    auch auf den Windeln


    Falls nicht, verstehe ich Deine Argumentation nämlich nicht.


    Also noch mal: viele Imker (und Bienenwissenschaftler) interpretieren den plötzlichen Milben-Schub (quasi aus den Nichts) als eine Folge von Re-Invasion, weil sie davon ausgehen, dass wenn wenig Milben auf den Unterlagen waren (vielleicht sogar zuvor eine Behandlung statt gefunden hat, welche einen großen Milben-Fall ergab), dass es dann etwas mit Re-invasion zu tun hat.



    Kannst Du das und mich aufklären?


    Also bei mir waren das 72 Völker in der Kastanie! Verteilt auf 5 Standorte


    Allle hatten diesen ennormen Milbendruck!


    Entdeckelungsgabeltest und Gemülldiagnosse ab 10. Juni alle 9 Tage gemacht!


    Die Werte ergaben keinen Anlass sich Sorgen zu machen!


    Max. 3 Milben pro Tag und das auch nur bei einzelnen Völkern!


    Die meisten bei 0,5 Milben pro Tag!


    und dann nach dem schlechten Wetter erneut Endeckelungsgabeltest!


    und Milben ohne Ende


    6-9 Stück pro Zelle!


    Reicht das als Erklärung?


    Der zu erwartende Völkerzusammenbruch wäre dann Anfang September gewesen!


    Ich hab eingegriffen und reagiert!


    Die Völker sind jedoch nicht alle durch gekommen!


    Rate mal welche es nicht geschafft haben!


    Aber ich bin ja kein Bienenwissenschaftler!


    ich bin nur ein ganz gewöhnlicher Imker wie viele andere auch


    Mag sein dass ich das Fehl-interpretiere und die Re Invasion doch viel größer ist als wir alle glauben!


    Dann frag ich m ich aber wieviele Völker müssen da schon am 17.6. zusammengebrochen sein, dass meine 72 sich derart anstecken konnten!


    Das müßten dann mindestens die Hälfte gewesen sein!


    und so viele Völker gibt es um mich rum dort nicht!


    Oder es sind viele versteckt in unzugeänglichen Waldwegen von denen weder der Förster noch der Jäger was wissen.


    Grüßle

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!


  • Hallo Toyotafan,


    wie lief denn damals (wohl um 1980) die Verbreitung der Varroamilbe ab? Irgendwann war Sie da und verteilte sich fortan in sämtlichen Imkereien und richtete dort sofort Totalschäden an, sofern nicht behandelt wurde?


    Theoretisch reichen 2 eingeschleppte Milben aus, um spätestens im Folgejahr für Totalverluste zu sorgen. War das damals so? Wäre schön, wenn hier einige langjährige Imker mal über Ihre damaligen Erfahrungen berichten könnten.


    Besten Dank!


    Viele Grüße
    Sven