Überwintern eines kleinen Ablegers

  • Hallo,


    ich habe noch einen kleinen Ableger ca. 4 Wabengassen. Brut ist vorhanden die Königin legt gut.
    Da ich bei keinem anderen Volk die Königin wegnehmen will, möchte ich versuchen diesen
    zu Überwintern. Was habt ihr für Erfahrungen mit Überwintern kleiner Ableger gemacht?
    Habt ihr Tips für mich?


    Danke.


    Viele Grüße


    Ralf

  • Hallo,


    ca. 4 Wabengassen ist ralativ. Wenn ich Bienen auf 4 Dadantwaben hätte und noch Futterwaben zuhängen könnte, dann würde ich sagen, das es gehen KÖNNTE, ich hätte aber Bauchschmerzen. Ich in meiner Situation würde keinen solchen Ableger überwintern, da ich genug Völker habe.


    Sehr wenig Bienen, die jetzt noch weniger werden. Die Wintertraube wird winzig.


    ca. 4 Waben DNM würde ich sagen, bringt nichts.


    Allgemein gesagt, egal welches Maß, es wird lange dauern bis das Häufchen nächstes Jahr (wenn es dieses überhaupt erlebt) in die Gänge kommen wird.



    Ich persönlich überwintere nur noch starke Völker, alles andere ist vergebliche Liebesmüh. Aber ich schließe aus Deinem (nicht ausgefülltem) Profil, das Du anfänger bist. Als ich angefangen habe, wollte ich es auch nicht glauben und hab alles aufgepäppelt.
    Selbst Völker von anderen Imkern, die diese auflösen wollten, hab ich übernommen und überwintert. Zumindest hatte ich das versucht...

  • Hallo Ralf


    erstmal willkommen im Forum und beste Grüße aus Sachsen.
    Ich überwintere einen 4 Wabenableger im HR einer HBB, wichtig für mich ist die Ersatzkönigin. Das gleiche funktioniert auch mit einem dünnen Zwichenboden auf einem Magazin. Der Leerraum sollte meiner Meinung nach mit wärmedämmenden Füllstoff ausgefüllt werden. (Styropur oder ähnliches).
    Da nicht zu erkennen ist mit was du imkerst, ist es schlecht zu raten, wenn genügend Jungbienen vorhanden sind sollte die Überwinterung gelingen, da das Völkchen ja von unten beheizt wird.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hab ich schon gemacht (letzten Winter) und hat auch geklappt. Ich hab Zanderbeuten aus Holz, Gitterboden nach unten offen. Ich vermute, dass es sicherlich auch an der Menge Futter liegt, das die Bienen eingelagert haben. Es muss einfach genug sein, dann klappts auch. Eventuell haben wir noch einen schönen September oder auch noch Oktober und dann können die ja auch noch zulegen! Mein kleines Völkchen wog am 5. September(einzargig mit leerer Futterzargeaus Holz drauf) 25 kg. Zieh mal Leergewicht und Bienen mit Wachs großzügig mit 12kg ab, kommst Du auf 13 kg Futter, die da drin waren. Und es hat geklappt! Hatten noch nicht mal alles verbraucht im Frühjahr. Und welchlangen Winter hatten wir! Ja, so war das... Viel Glück! Schäfchen

  • Vielen Dank für Eure Tips.
    Ich habe die in einer Seegeberger. den nichtausgefüllten Raum werde ich mit Steropor ausfüllen und hoffen, das es funktioniert.
    Selbst wenn das Volk klein überlebt so wird es halt nächstes Jahr etwas dauern hauptsache sie Überleben.


    Futtermäßig siehts nicht schlecht aus und ich füttere momentan noch Sirup zu.

  • Ausfüllen brauchste nich. Das ist nicht nötig. Die Bienen heizen nur ihren "Bienenkörper", den Bien. Guck mal: Obwohl es im letzten Winter bei uns streckenweise saukalt war (-17 Grad!) und obwohl der Winter so lange anhielt, haben sie's bei meinen offenen Gitterböden auch hinbekommen. Das juckt die gar nicht! Wichtig ist der Brennstoffvorrat und ziehen soll es in der Beute auch nicht. Dann geht alles seinen Gang. Gefüttert habe ich übrigens Apiinvert. LG Schäfchen

  • Nicht alle Zargen sitzen richtig aufeinander. Ist eben Holz. Der Wärmeverlust ist bei großen Ritzen zwischen den Zargen logischerweise enorm und für die Bienen nicht förderlich. Also mal genau hinsehen! Ich hab eine Zarge weggehauen, hatte keinen Sinn. Hatte sich verzogen. Bei Holtermann sind manche Zargen aus Fichte, die sind nicht nur schwerer, sondern auch anfälliger auf Feuchtigkeit.

  • Ausfüllen brauchste nich. Das ist nicht nötig. Die Bienen heizen nur ihren "Bienenkörper", den Bien.


    Das Häufchen Elend hat keinen Körper. Und da ergibt Ausstopfen sehr wohl einen Sinn.

  • Zitat

    Schäfchen
    Nicht alle Zargen sitzen richtig aufeinander. Ist eben Holz. Der Wärmeverlust ist bei großen Ritzen zwischen den Zargen logischerweise enorm und für die Bienen nicht förderlich. Also mal genau hinsehen! Ich hab eine Zarge weggehauen, hatte keinen Sinn. Hatte sich verzogen. Bei Holtermann sind manche Zargen aus Fichte, die sind nicht nur schwerer, sondern auch anfälliger auf Feuchtigkeit.


    Diese Erfahrung kann ich nicht teilen - wenn man das Holz lange genug trocknen läßt, anständig verarbeitet (= gute Werkzeuge) und anständig streicht (bei mir Leinöl/giftfreie Pigmente), dann gibt es keine Ritzen. Und meine sind Fi/Ta-Leimholz,und ein paar in Esche, Eiche, Buche, und Lärche (ich hab 8W-Zargen). Wir bauen jetzt seit 10 Jahren selbst, inkl. aller Sonderteile wie Futterzargen, und es macht Spaß, und alles paßt auf alles.


    Aber Megachiropter hat recht - offene Gitterböden sind Mist.
    Das Rennen zwischen Varroen und Bienen kann nur durch Wärmehaltigkeit von den Bienen gewonnen werden - jede Stunde weniger Verdeckelungszeit ist wichtig.


    Nachtrag: Bernhard hat auch recht - so ein kleiner Ableger braucht jede Möglichkeit zur Wärmespeicherung - leerer Raum speichert fast nix, ausgebaute und bebrütete Waben dafür ne ganze Menge - Schaumbad-Effekt.
    Mit viel Schaum wird das Wasser langsamer kalt, als ohne Schaum.
    Für die Bienen ist die Wabenstruktur der "Schaum".

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Miteinander,
    die beste Methode, zugfrei zu überwintern:
    lasst die Bienen ordentlich kitten.
    Und reißt die Beuten zu dieser Zeit nicht öfter als nötig auseinander.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Sabine,
    Gitterböden sind kein Mist und helfen gegen Varroa:
    Eher aus der Brut im Herbst und später in die Brut im Frühjahr sind zwei Generationen Varroen weniger.
    Zwei Verdoppelungen weniger der Varroenanzahl im Volk.
    Richtig, kürzere Verdeckelungszeiten wären eine gute Hilfe gegen Varroen, aber das klappt nur mechanisch oder besser durch Gen-Bereicherung, sprich Einkreuzen entsprechender Herkünfte.
    Aber wir geraten jetzt OT...
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Ich habe auch gegeigelt mit so einem Häufchen. 5 Waben Langstroth flach, bei Frost hab ich 2 mal Futterwaben zugehängt an die Traube in Pampelmusengröße. Dann im Schneehaufen eingegraben auf der Nordseite des Bienenhauses, Lebte im Februar noch , auch den Marz und April ohne Krankheit überstanden und hat im Verlauf noch reichlich Honig gebracht. Ich hab es als Wunder gesehen, gegen alle Lehrbucherfahrungen. Jetzt ein Toppvolk mit Zuchtaussicht.
    Ja Henry es war richtige (Erfolgs) Geigelei.
    Gruß Peter