Schnellwachsender und nützlicher Schattenspender gesucht

  • Hallo,


    wir möchten im Garten einen Baum pflanzen, da der Garten nach Süden ausgerichtet ist und dort fast den ganzen Tag volle Sonne ist, wenn sie denn scheint, und man sich dann dort nicht aufhalten kann. Er sollte sehr schnell wachsen und natürlich noch einen Nutzen für Bienen und/oder andere Insekten haben und möglichst einheimisch, daher fällt der Bienenbaum weg.
    Wir wollen den Baum schon etwas größer in der Baumschule kaufen. Dort wurde uns vorgeschlagen eine Sommerlinde oder eine Blumenesche bzw Manna-Esche (Fraxinus ornus). Bei der Linde denke ich, daß sie nicht so schnell wächst und bei der Esche weiß ich nicht genau ob sie einen Nutzen für Insekten hat.
    Vielleicht kann uns ja noch jemand einen Tip geben. Ich dachte schon an eine Weide, da sie denke ich am schnellsten wächst, aber wir haben gleich neben der Stelle wo der Baum hin soll ein Weidenpavillon in Arbeit und das wäre etwas viel Weide auf einmal. Desweiteren haben wir noch einen Ahorn und eine Birke gepflanzt. Eine Kastanie würde mir auch gut gefallen, aber da gibt es ja die Miniermotte.
    Die Fläche ist etwa 20m breit und 30 m lang.
    Also für Vorschläge wäre ich dankbar.
    Gruß asp

  • Hi asp,


    Muss es genau ein Baum sein?
    Du sprichst von Insekten - oder meinst du doch nur Bienen?
    Was ist das für ein Boden?
    Wie ist die Wasser-/Grundwasserversorgung?
    Welche Gegend (Klima)?


    Wenn es dir NUR um Insekten allgemein geht und du nicht gerade sehr kühl wohnst, dann wäre eine Eiche der Baum der Wahl. Die Eiche bietet mit Abstand den meisten Insektenarten Wohnung und Nahrung. Und wenn die Eiche guten, tiefgründigen Boden hat, frei steht und immer gut gewässert wird oder Wasseranschluss hat, dann wächst die auch richtig schnell. Und für die Bienen ist sie gut, wenn viele Läuse dort Honigtau produzieren, Eichen neigen zu Lausbefall, was ihnen aber nicht nennenswert schadet.


    Je größer der Baum ist, den du in der Baumschule kaufst, desto länger dauert es, bis er sich so richtig erholt hat und weiter wächst. Daher relativiert sich der Vorsprung dadurch wieder stark. Ausnahme: Er wird sehr aufwändig mit einem Spezialbagger sehr großzügig ausgehoben und eingesetzt.


    Als zweites wäre die Rotbuche zu nennen - sie wird riesig und wächst auch rasch. Besonders dekorativ wäre die "Blutbuche", eine natürlich immer wieder entstehende Mutation der normalen Rotbuche, die aber dunkelviolette, fast schwarze Blätter hat. Allerdings macht die Buche generell und die Blutbuche im Speziellen wirklich SEHR dunkel (Schattbaumart!). Die Eiche als Lichtbaumart würde angenehmeren Halbschatten machen.


    Bei Eiche die Baumschule fragen, ob eher die Stiel- oder eher die Traubeneiche für deine Gegend besser geeignet ist.


    Wenn die Geschwindigkeit im Vordergrund steht, mit der der Garten verschattet werden soll und Weide ausgeschlossen ist, würde ich eine der Pappeln wählen. Da wären Espe (extrem schnell, aber recht schütter im Wuchs), Schwarzpappel (super extrem schnell), Silberpappelvarianten.
    Spitzenreiter im Schnellwuchs wären Pappelklone wie sie für Schnellwuchsplantagen verwendet werden. 10m in 3 Jahren wären dann kein Problem.
    Alles heimische Arten, die doch einer Reihe von Insekten Raum bieten und sogar den Bienen (Propolis!) nützlich sind.
    Balsampappel wäre alternativ und ebenfalls wirklich extrem schnell wachsend, aber die ist nicht heimisch.


    Zusammenfassung:


    Eiche oder Buche wäre am wertvollsten, aber 10 -15 Jahre musst du schon warten, bis sie so groß sind, dass der Schatten großflächiger genutzt werden kann.
    Pappelartige könnten schon nach 2-3 Jahren nennenswert Schatten geben.


    Mein Vorschlag: Pappeln mit etwas Abstand vom der Grundstücksgrenze pflanzen.
    Südlich davon eine oder mehrere Eichen. Alternativ nördlich der Pappeln eine oder mehrere der genannten Buchen.
    Hintergrund: Die Pappeln wachsen rasch und nützen dir schon übernächstes Jahr und danach.
    Die langsame Eiche braucht viel Licht (daher südlich der Pappeln). Wenn Buche, die verträgt Schatten viel besser, daher nördlich der Pappeln.
    Die Pappeln benutzt du sozusagen nur als "Vorwald", in deren Schutz die eigentlichen Baumarten heranwachsen können (die tun das dann nämlich besser als wenn sie völlig frei stehen)


    Nach 10 Jahren Pappeln abrasieren und sich an den mittlerweile gewachsenen Eichen oder Buchen erfreuen.
    Abstandsregeln deiner Gemeinde beachten!


    Weitere Alternativen mit etwas anderen Gesichtspunkten:


    Birnbaum - es gibt schnellwachsende, große (alte!) Arten. Die sind aber extrem selten geworden, da die Leute nur noch die kleinen Pflück-Klone wollen, falls überhaupt. Wäre also eine Art Artenschutzprogramm. Nachteil: Viel Fallobst im Herbst und ob du die überhaupt noch irgendwo bekommen kannst. Vorteil: gute Birnen und tolle Blüte.


    Vogelkirsche - die heimische, natürliche Art wächst RICHTIG schnell, in den ersetn 20 Jahren auch schneller noch als Fichte und wird RICHTIG groß, wird auch als Waldbaum für Holznutzung genutzt. Früchte nicht so prickelnd, dafür aber viel Laub, starke Stämme schon nach wenigen Jahren.


    Esche und Ulme wären nicht schlecht, ich rate aber davon ab, da die seit langem (Ulme) bzw. seit wenigen Jahren (Esche) unter Krankheiten leiden, die sie an den Rand des Aussterbens gebracht haben (Ulme) und noch bringen könnten (Esche).


    Soviel für's erste.
    Es gäbe noch viel, viel mehr, vor allem, wenn es nicht streng einheimische Arten sein müssten. Tulpenbaum, Paulownien (super-duper-schneller Extremwuchs möglich) usw.
    Oder die optisch mehr hermachen, z.B. unglaublich viele tolle Ahornarten vornehmlich aus dem nordamerikanischen Raum - indian summer geht nämlich auch bei uns!
    Oder viele Nussbäume aus der Familie der Walnussgewächse.


    Gruß
    hornet

  • Extrem schnellwachsend und gut für Bienen ist der Götterbaum. Blüht toll im Juli und nichts in ganz Europa wächst schneller!

    "Er (der Mensch) nennts Vernunft und brauchts allein, um tierischer als jedes Tier zu sein"
    J.W. Goethe

  • Ist aber nichts heimisches! Aber irgendetwas muss ja die fehlenden Blüten in unserem Land zur Sommerzeit ersetzen...

    "Er (der Mensch) nennts Vernunft und brauchts allein, um tierischer als jedes Tier zu sein"
    J.W. Goethe

  • Hallo asp,


    leider hast Du Dein Profil nicht ausgefüllt. So musst Du Dich auf den Weg und selbst schlau machen über das bei Euch gültige Nachbarschaftsgesetz. Dies sind Landesgesetze, die u.a. die Pflanzabstände, je nach Höhe des Gewächses, regeln. Bei Deinem nur 20 m breiten Grundstück bleibt für die Anpflanzung von großen Bäumen nur in der Mitte eine kleine Insel übrig. Erst dann brauchst Du Dir über die Auswahl Gedanken zu machen, die dann hoffentlich zu einem für Dich erfreulichen Ergebnis führen und auch keinen (Rechts-) Streit mit den Nachbarn auslösen.


    Wolfgang, der Heidjer

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)

  • Mir ging es ähnlich wie Wolfgang,
    ich versteh nicht, wie bei genannter Fläche und der oben aufgezählten bereits erfolgten Bepflanzung mit Bäumen, die schon vor Halbwüchsigkeit dann gefällt werden müssen, weil sie viel zu groß sind für das Grundstück, noch ein weiterer dorthin passen soll. :confused:


    Nix für Ungut


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • N'Abend


    Wenn es für Bienen nutzen soll, würde ich auch einen Hochstammobstbaum empfehlen. Interessant wäre vielleicht auch eine Edelkastanie, Nektar+Pollen für die Bienen und Esskastanien für euch. Sind sehr lecker.
    Feld- und Bergahorn sind ebenfalls für die Bienen interessant, der Feldahorn wird auch nicht so groß. Andererseits kann man beide bei Bedarf auch mal auf den Stock setzen, die treiben wieder aus.
    Da fällt mir dann ja gleich noch die normale Haselnuss ein, Höhe 5-7m, Breite ebenso bzw. über Schnitt regulierbar.


    Eiche würde ich nicht empfehlen, die wächst total langsam im Vergleich zu anderen Baumarten.


    Grüße, Robert

  • Das ist doch jetzt ein ganz anderes, neues Fass, das ihr da aufmacht. Danach hat er doch gar nicht gefragt.
    Ihr wisst doch gar nicht, wie seine Nachbarschaft beschaffen ist!
    Wo kein Kläger, da kein Richter.
    Und wenn ein paar Jahre rum sind, haben die Nachbarn sowieso Pech gehabt.
    Ob das gut oder schlecht ist, sei dahin gestellt.
    Jedenfalls hat asp schon mal ein paar nützliche Hinweise und kann sich ja ggf. nochmal rühren.


    Gruß
    hornet

  • Ich meinte gar nicht die Nachbarschaft, ich meinte die schon getätigte Bepflanzung und die genannten Maße. :wink:

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Ich meinte gar nicht die Nachbarschaft, ich meinte die schon getätigte Bepflanzung und die genannten Maße. :wink:


    Alles kein Problem, er WILL ja Schatten. Und die Bäume arrangieren sich durchaus. Und je dichter sie stehen, desto eher drängen sie in die gewünschte Höhe. Fällt einer aus, hat er noch die anderen. Ein Platzproblem sehe ich aber nicht vor 20 oder 30 Jahren.


    Kann mich noch an Zeiten erinnern, da hat man 30000 Kiefern auf einen Hektar gesetzt...also alle 30cm einen. Sind prächtige Bäume geworden!


    Also von den Bäumen aus geht das auch noch viel länger gut. Es muss ihm halt klar sein, dass dann in 50 oder 100 Jahren aus Platz- und Konkurrenzgründen nicht mehr alle Bäume da stehen können, sondern etliche vorher ausfallen werden oder entfernt werden müssen.


    Mal ehrlich, wenn ich heute Schatten und tolle Bäume wollte, würde ich auch eher die nächsten Jahre bewerten und weniger die Zukunft in 100 Jahren :p
    Wofür gibt es Enkel, Nachfolger, Aufkäufer? Die wollen auch noch was zu tun haben:wink:


    Gruß
    hornet

  • Das ist doch jetzt ein ganz anderes, neues Fass, das ihr da aufmacht. Danach hat er doch gar nicht gefragt.
    Ihr wisst doch gar nicht, wie seine Nachbarschaft beschaffen ist!
    Wo kein Kläger, da kein Richter.
    Und wenn ein paar Jahre rum sind, haben die Nachbarn sowieso Pech gehabt.
    Gruß
    hornet


    hornet, es tut mir leid, jedoch ist es kein anderes Fass, sondern direkt abhängig.
    Und Deine Aussage ist auch falsch! Ich kann beim Überschreiten einer bestimmten Wuchshöhe jederzeit Klagen. Ersten verliert er dann das Verfahren und darf zahlen und zweitens muss er den Baum auf die dann gegebene Höhe laufend zurückschneiden bzw. sägen.


    Wolfgang, der Heidjer

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)

  • Und Deine Aussage ist auch falsch! Ich kann beim Überschreiten einer bestimmten Wuchshöhe jederzeit Klagen. Ersten verliert er dann das Verfahren und darf zahlen und zweitens muss er den Baum auf die dann gegebene Höhe laufend zurückschneiden bzw. sägen.


    Mal langsam Heidjer mit deinen vorschnellen und absolutistischen Behauptungen!


    Bist du Anwalt oder sonstwie weit überdurchschnittlich rechtskundig im Nachbarschaftsrecht in dem Bundesland, in dem asp sein Grundstück hat?


    Nein?


    Wenn nein, denke ich, solltest du dich genau wie ich bei der Nachbarschaftsjuristerei nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Schon gleich gar nicht ungefragte Ratschläge erteilen, von denen wir als Laien zu wenig verstehen. Asp wird schon wissen was er tut und wenn nicht, hat er doch schon von mir den Hinweis erhalten, dass man sich ggf. auch um die rechtliche Seite der Abstände kümmern sollte. Mehr ist von einem Bienenforum eigentlich nicht zu erwarten, konkret rechtliche Ratschläge würde ich mir bei einem bienenfremden Thema nun wirklich nicht hier holen und lieber auch nicht geben.


    Habe auf die Schnelle hier als Beispiel eine gute Zusammenfassung der Problematik gefunden (Bayern 2004, allzuviel dürfte sich nicht geändert haben):


    18.10.2004
    Nachbarschaftsrecht
    Streit um Bäume, Blätter und Wurzeln


    Nachbarschaftsrecht ist nicht nur für Laien ein Minenfeld und noch dazu in jedem Bundesland anders.


    Nach meinem Verständnis von dem verlinkten Text gelten in Bayern z.B. 2m Abstand OHNE Höhenbegrenzung - bei 20x30m also jede Menge Platz für große Bäume.
    Und es gibt auch sowas wie Verjährung, in Bayern z.B. 5 Jahre. Danach kann auch ein 100m hoher Mammutbaum in aller Ruhe wachsen, selbst wenn sein Stamm weniger als 2 Meter vom Zaun entfernt steht. So nah würde ich aber schon freiwillig nicht gehen, denn womöglich wird der Stamm noch zu meinen Lebzeiten so dick, dass ich nicht mehr zwischen Grenze und Stamm druchlaufen könnte :p :wink:
    Nach der Verjährung ist es dem Nachbarn nur in extremen Ausnahmefällen möglich, etwas gegen die Bäume zu unternehmen.


    Gruß
    hornet

  • Guten Morgen,


    ich schließe mich da an,


    zum Thema bzw. der Eingangsfrage


    Hallo,


    wir möchten im Garten einen Baum pflanzen,......
    Die Fläche ist etwa 20m breit und 30 m lang.

    Markierungen von mir.


    Wir reden hier nicht von einer Aufforstungsmaßnahme mit anschließend notwendiger Auslichtung um astfreie Hochstämme für die Holzwirtschaft und zur Ernte durch die übernächste Generation zu erreichen, es geht um ein Hausgartengrundstück.
    Beschrieben war wie gesagt auch, was schon alles an groß werdenden Bäumen gepflanzt wurde.
    Ich gehe davon aus, diese gepflanzten Bäume sind noch klein und wollte lediglich anmerken, dass man vielleicht mal zum jetzigen Zeitpunkt schon überlegen sollte, was sinnvoll ist und wie das nach 10 Jahren zB aussieht.


    Viele Hausgärten auch kleinster Größe werden mit den völlig falschen "Hausbäumen" bepflanzt. Später werden die zwangsgeschnitten und zwar auch in Art und Weisen, die den Anblick und die Wuchskraft nicht passender oder schöner machen.


    Vielleicht ist das hier ja gar nicht so.
    Also die Einwände überdenken - ansonsten bitte weitere Tipps zur Ausgangfrage oder schließen hier.


    Einen schönen Tag


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper