Bienen sitzen im strömenden Regen an der Beutenaußenwand

  • Hallo zusammen,


    ich bräuchte mal euren Rat. Gerade rief mich meine Mutter an, in deren Garten meine Bienen stehen und berichtete mir, dass an der Front von einer meiner drei Beuten einen großer Fleck bienen säße und das, obwohl es bei 15° in Strömen regnet (siehe Foto).

    Einige Eckdaten zu dem Volk:


    - Ableger, auf ca. 7-8 Waben sitzend
    - Flugloch mittig eingeengt
    - bis zum 29.08. mit dem Nassenheider behandelt (seitdem keine AS im Volk)
    - seit 9.9. Fütterung abgeschlossen (ca. 15kg drinnen, zu viel?)


    Was könnte sie umtreiben? Fahre jetzt gleich auch hin, um mir das Ganze aus der Nähe anzuschauen. Vielen Dank für eure Hilfe!


    Tobi


    Update 11:00:


    Mittlerweile hat es aufgehört zu regnen und sie scheinen wieder einzuziehen:



    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von Tobbes () aus folgendem Grund: RS

  • Also als ich Montag den Futtereimer weggenommen habe, habe ich mal eine Brutwabe gezogen, weil ich den Verdacht hatte, dass ich sie vielleicht überfüttert haben könnte (einseitig gewogen ergab 15kg und zwei MW am Rand waren nicht ausgebaut). Diese Brutwabe war zu ca. 2/3 mit Futter voll aber es befanden sich darauf auch Rundmaden. Habe dann die MW raus, zwei Leerwaben ans Brutnest gehängt und wieder zugemacht. Mehr habe ich nicht unternommen, um nicht noch mehr zu stören.

  • Also ich habe nun reingeschaut. Es gibt einiges an auslaufender Brut, Milben waren auf der Schublade keine zu sehen und es gibt Stifte und Maden in verschiedenen Stadien. Also soweit hab ich ein ganz gutes Gefühl, außer, dass mir das Volk etwas ungehalten vorkommt. Sie tragen in die Leerwaben etwas Futter ein oder tragen es dorthin vielleicht auch um. Was mir noch aufgefallen ist, dass an den gezogenen Rähmchen Bienenbärte hängen. Das heißt sie scheinen etwas durchzuhängen, so wie es beetic in einem anderen Thread hier auf Fotos gezeigt hat. Auf dem Flugbrett oder der Windel finde ich keine Anzeichen von Räuberei und auch die Bienen im Stock sind alle schön gleichfarbig dunkel, wie es die Nachkommen der Hausherrin auch sein sollten. :) 
    Grüße Tobi

  • Räuberei wäre auch mein erster Gedanke gewesen.


    Was mich an dem Foto etwas irritiert ist die Tatsache, dass bei Regen sich doch einige Bienen an der Kastenaußenseite befinden und diese dann wieder innerhalb kürzester Zeit verschwinden, sobald der Regen nachläßt.


    Wie lange steht das Volk schon an dieser Stelle und hast du so einen ähnlichen Vorgang bei Regen schon mal beobachtet?


    Es könnte vielleicht sein, dass aufgrund eines (Stark?)Regens die daraus resultierenden Trommelgeräusche auf dem Blechdach die Bienen aus der Beute "herausgelockt" hätte.
    Wie geschrieben nur eine Vermutung, aber durchaus denkbar.


    Ich hatte einen Ableger, bei dem immer ein paar Bienen sich vor dem Flugloch tummelten obwohl es wie aus Kübeln goß (wenn auch nicht so viel wie auf den Fotos weiter oben zu sehen).
    Eine auf dem Blechdeckel aufgelegte Steinplatte als "Schalldämpfer" sorgte dafür, dass diese relativ schnell im Kasten wieder verschwanden und auch dort blieben.

  • Hallo Tobbes,
    irgendwie sieht mir das Ganze nach Vorlagern von alten Flugbienen aus.
    Wie warm war es denn?
    Bei uns waren trotz Regens knapp 20°C und die dürften es in Landau und Umgebung doch locker ebenfalls gewesen sein ?
    Hier waren sogar trotz teilweise heftigem Regen an meinem SoWasch einige Flugbienen zugange.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Michael,
    daran musste ich auch gleich denken und wenn es jetzt >25° gehabt hätte, hätte ich mir gar nicht weiter Gedanken drüber gemacht. Aber bei uns hatte es zu diesem Zeitpunkt nur 15°. Jetzt kann es natürlich sein, dass es ihnen trotzdem zu voll war. Den restlichen Tag saßen trotz besseren Wetters keine mezr draußen, aber es kann natürlich sein, dass sie mittlerweile ausgeflogen waren.
    Grüße Tobi

  • Hallo Tobi!
    Von mir auch noch ein zaghafter Erklärungsversuch, bzw. gewagte Theorie :-D
    Die letzten Tage war es von gestern abgesehen sehr kühl. Dein Ableger hat noch viel Brut und braucht noch ordentlich Pollen. Daher möchten sie noch viel sammeln, mehr als die Wirtschaftsvölker, deren Brut schon eingeschränkter ist. Gestern war es wärmer und das Wetter endlich besser. So konnten sie gut Pollen sammeln, aber natürlich nicht genug, vielleicht haben sie auch gestern eine gute Pollenquelle (Senf?) in der Nähe gefunden. Heute nun war es auch relativ warm, eigentlich von der Temperatur recht gutes Flugwetter, und so trieb es die Flugbienen nach draußen (vielleicht zur gleichen Zeit wie gestern, denn die Bienen erinnern sich sehr gut an die Uhrzeit, zu der sie die Quelle fanden) und sie hättten sooo gerne los gewollt, aber der Regen ließ sie nicht. So blieben sie, sich dem Schicksal beugend an der Beutenwand sitzen und auf die richtige Gelegenheit wartend :lol:
    Grüße! Jogi

    "Er (der Mensch) nennts Vernunft und brauchts allein, um tierischer als jedes Tier zu sein"
    J.W. Goethe

  • Hallo,


    könnte es sein, dass die normalerweise bei Flugstop unter den Unterträgern hängend parkenden Flugbienen sich bei Starkregen durch Schlagwasser gestört gefühlt haben und durch das Flugloch in einer Spur sich nach und nach folgend nach einem geschützterem Plätzchen umgesehen haben?
    Dann war`s ihnen zu weit weg und zu viel "draußen" und bei nachlassendem Regen sind alle wieder rein?


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hi Marion,


    sowas ähnliches habe ich mir auch überlegt, als ich im Regen vor der Beute stand. Das (provisorische) Flugbrett ist nämlich auch noch waagrecht angeschraubt und nicht geneigt, was ja Spritzer in die Beute begünstigen dürfte. Ich hatte überlegt, ob vielleicht ein Rinnsal in die Beute gelaufen sein könnte, was sie aufgeschreckt hätte. Allerdings ist zwischen Flugbrett und Beutenboden ein kleiner Spalt, durch den das Wasser hätte abfließen müssen und auf der Schublade unter dem Gitter war auch alles trocken. Aber die Sache mit dem Spritzwasser könnte ich mir angesichts der durchhängenden Damen gut vorstellen.


    Grüße Tobi