Überwintern auf 3 Zargen?

  • Liebe ImkerkollegInnen,


    gibt es unter Euch welche, die Völker auf drei Zargen überwintern? Ich war dieses Jahr bei zwei sehr starken Völkern nahe dran, es so zu machen, habe mich dann aber noch an die gängige Regel gehalten. Die starken Völker nehmen ja im Herbst doch noch deutlich ab. Ich frage mich aber, ob das nicht auch durch die Einengung beeinflusst wird.
    (Ich arbeite mir 12er DNM-Magazinen).
    Ich würde mich freuen, von Euren Erfahrungen/Einschätzungen zu hören.


    Gruß Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Hallo,
    wenn es sich so ergibt und das Volk stark ist überwintere ich einzelne Völker auf 3 Zargen. Ich habe einfach keine Lust noch Waben umzuhängen um die Bienen einzuengen, dazu noch neue Räuberei auzulösen. Ich denke es schadet nicht. Die unterste oder oberste Zarge wegnehmen kann ich noch im Frühjahr.
    Platz genug für die Überwinterung ist in 2 Zargen.

  • Zitat

    wenn es sich so ergibt und das Volk stark ist überwintere ich einzelne Völker auf 3 Zargen.


    Dito. Gelegentlich ist die 3. Zarge auch ein spät aufgesetzter Ableger. Die unterste Zarge wird im zeitigen Frühjahr entnommen. Es gibt (bei mir) soweit keine Unterschiede im Überwintern zwischen zwei und dreizargigen.


    mfG
    Baudus

    Und wieder ist Frühling / auf alte Torheiten / folgen neue Torheiten (Issa)

  • Hallo Wolfgang


    ich habe das am Anfang meiner Magazinimkerei, einmal mit drei Zargen a10 Waben durchgeführt. Der Grund war, das die Königin über das ASG gekommen war und auch bis in die 3. Zarge Brut hatte. Es funktioniert, aber die meisten Bienen sitzen sowieso in der 2. Zarge und die 1. Zarge wird mehr als Pollenlager und Kletterzarge benutzt. Was mir aufgefallen war, wenn das Brutnest über drei Zargen geht, dann ist es höchstens auf 6 Waben mittig pro Zarge konzentriert. Das Volk sollte aber sehr stark sein. Im Frühjahr die unterste Zarge weg und eine gute Annahme des HR ist garantiert.
    Ich würde das aber nicht mehr machen, weil die Völker oft zu schnell zu klein für drei Zargen sind. (Milbe,PSM, usw).
    Habe auch bei meinen Segebergern 1,5 DNM vergangenes Jahr bei den starken Völkern noch eine Halbzarge drauf gelassen, habe ich dieses Jahr nicht gemacht, da die Bienen im Frühjahr diesen Raum auch aufheizen müssen. Diese Wärme geht dem Brutraum verlustig, so meine Erfahrung.


    Deshalb mein Fazit: so eng und klein wie möglich, vor allem, wenn wieder ein Jahr wie dieses kommt.:wink:

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo Zusammen,
    zu Baudus` Erwähnung des spät aufgesetzten Ablegers, wäre es nicht besser, den drunter zu setzen, damit die Futerwaben oben bleiben? Sonst wären zwei Brutnester durch die mittlere Zarge mit Futterwaben getrennt, und im Frühjahr mag es besser sein, wenn das Futter schon oben ist und sie hineinbrüten können?
    Gruss, Jan

  • Warum es Räuberei auslösen sollte, wenn man einengt, ist mir ein Rätsel.


    Und auch wenn man es um diese Zeit noch nicht glauben mag, die Volkszahl ist in 6 bis 8 Wochen massiv geschrumpft.


    Meiner Erfahrung nach neigen leere Zargen eher dazu das sich dort das Kondenswasser sammelt und sich dort über Winter Schimmel bildet, wenn der Raum nicht besetzt ist.


    Bei sehr starken Völkern lieber Bienen entnehmen und KS machen (jetzt natürlich nicht mehr) und das eine oder andere Reservevolk einwintern.

  • Warum es Räuberei auslösen sollte, wenn man einengt, ist mir ein Rätsel.


    Hallo Günther,
    bei mir ist seit Wochen kaum noch Nektar für die Bienen zu finden. Wenn ich jetzt hingehe und einem 3 Zarger eine Zarge wegnehme und die Waben vor der Beute abstosse oder am besten noch Waben dabei umhänge kommen in kürzester Zeit tausende Bienen.

  • Liebe ImkerkollegInnen,


    gibt es unter Euch welche, die Völker auf drei Zargen überwintern?....
    Gruß Wolfgang


    Hallo Wolfgang,


    Du hättest nichts falsch gemacht, hättest Du dem Volk auch im Winter drei Zargen belassen. Ob es nötig wäre, kann ich hier nicht abschätzen, es hätte aber nicht geschadet.


    Gängig ist tatsächlich eine Überwinterung auf zwei Zargen. Ich würde dies aber nie als festes Schema sehen. Es richtet sich immer danach, wieviel das Volk noch benötigt für Brut, Futter, Pollen, ja und auch Leerbereiche müssen sein. Manchmal ist sogar nur 1 Zarge ausreichend.


    Hinweis: Mein Klotzbeutenvolk überwintert naturgemäß immer auf 100 Litern. Wer sollte das auch einengen können? In der Natur gibt es so etwas nnicht.


    Gruß
    KME

  • Hallo Miteinander,
    das hat Vorteile:
    - die Waben sind über Winter gut aufgehoben, machen dem Imker keine Arbeit.
    - der untere Raum 2trennt" das Volk von Außeneinflüssen, so das z.B. nicht zu früh angefangen wird mit Brüten.
    - der Raumsinn der Bienen kommt nicht zu sehr durcheinander, wenn man im Frühjahr den meist leeren unteren Raum wegnimmt und dafür oben den ersten Honigraum aufsetzt.
    - man stört den von den Bienen gewählten Wintersitz und die Anordnung innerhalb des WAbenbaues für diesen nicht.


    Viele Grüße
    Lothar
    Viele

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.