Wann ist die Wiese tot?

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    Hallo Clas,
    bei uns in Lippe musst Du aber zwischen Einfriedung eines Grundstückes und der bearbeiteten Ackerfläche den Schwengelabstand einhalten.
    Und zwar auf der Ackerseite, also von der Feldfläche abgezogen.
    Das dient dem Schutz von Zäunen, Hecken usw. und schützt auch den Landwirt vor Schadensansprüchen.
    Das gilt auch bei Gräben und Wegen.
    Aber wo kein Kläger da ist auch kein Richter...
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo,
    ich fotografiere jetzt momentan jeden Tag nur so zur Dokumentation. Neuer Stand: heute mittag kam Gülle auf das abgespritze Feld (Wiese möcht ich nicht mehr dazu sagen). Seine Wiesen darum wurden nicht begüllt.
    Biogasanlagen sind hier noch nicht dominant, heisst aber auch nichts, da ich genau diesem Landwirt mal aus gesundheitlichen Gründen meine Flächen angeboten habe, dann aber einen Rückzieher gemacht habe als er mir erzählte, daß er die alten Obstbäume entfernen und mir Mais bis vor die Haustüre pflanzen will (ich glaub durch diesen Schock hat sich sogar meine Gesundheit wieder gebessert :-)).
    Ich habe ja noch angrenzend an das gespritze Stück einen Wiesenstreifen gut 500m lang noch verpachtet ein Teil auch an diesen. Ich werde ihn bei der nächsten Pachtzahlung aber darauf hinweisen, daß ich diese Spritzung auf dieser Wiese nicht akzeptieren werde.Aber ich muß bei dem höllisch aufpassen, was ich mit dem damals beim Verkausgespräch erlebt habe geht auf keine Kuhhaut und als Nebenerwerbslandwirt braucht man dazu ein sehr dickes Fell. Hoffe nur, daß das mit dem Greening auch in Deutschland klappt, aber so wie die deutscheAgrarlobby sich da schon gegen wehrt, hmm.


    Gruß Georg

  • Wie ich das "Schwengelrecht" kennenlernte:


    Als Städter auf`s Land gezogen.
    Weide eingezäunt. Natürlich auf der Grenze.
    Der Bauer, von dem ich das Land kaufte und dessen Land an meines grenzte, stand - während ich die Pfosten reinhaute - daneben, und wir unterhielten uns.
    Nachdem der letzte Pfosten drin war, meinte er: Sie wissen ja, daß Sie 50cm zurückbleiben müssen...:evil:


    Bei ihm hatten wir auch unsere Milch gekauft. Aus einem separaten Tank. Dort war die Milch von an Mastitis erkrankten Kühen...:evil:


    Gammelheu hat er uns unerfahrene Städter auch angedreht...:evil:


    Heu haben wir auch von ihm machen lassen - aber nur einmal. Kurz vorm Regen kam er...:evil:


    Jetzt ist er alt. Ihm geht es gesundheitlich schlecht.


    Ganz ehrlich: Ich gönne es ihm!

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Es kommt drauf an, wie die Fläche im GAP-Antrag codiert wurde. Wenn eine Fläche mit Gras eingesät wurde, kriegt sie den Status "potentielles Dauergrünland", behält aber ihren Status als Ackerland. Diese Flächen werden im 5. Jahr zu Dauergrünland, es sei denn, sie werden umgebrochen und beackert.
    Da Grünland im Vergleich zu Ackerland zu einem viel geringeren Preis gehandelt und auch verpachtet wird, kommt die automatische Umwandlung von Acker in Dauergrünland einer Zwangsenteignung gleich. Das wird wohl niemand gerne mit sich machen lassen.
    Umbrüche von "echtem" Dauergrünland müssen hier in Niedersachsen beantragt werden, weil wir Umbruchverbot haben. Will man trotzdem umbrechen, muß an anderer Stelle in Niedersachsen wieder Grünland angelegt werden. Im Kreis DH werden Grünlandumbrüche nur noch genehmigt, wenn die neuen GL-Flächen im Kreisgebiet liegen. Umbrüche im Wasserschutzgebiet sogar nur, wenn auch im selben WSG wieder Grünland angelegt wird. Wie andere Kommunen das handhaben, weiß ich leider nicht.


    @ Georg Vielleicht soll auf der totgespritzten Wiese wieder Grünland angelegt werden? Wenn die Grasnarbe schlecht war und Ampfer draufstand, wär das ja ne Möglichkeit. Totspritzen, Gülle drauf und dann erst im Frühjahr Mais drauf wär nicht nur pflanzenbaulich Blödsinn sondern bei der verschärften Düngeverordnung auch kein billiges Vergnügen.


    @ Franzheimer Was würdest Du jemandem antworten, der dich für einen Deppen hält und dich fragt, ob das, was du mit deinen Bienen machst denn noch normal ist?


    Gruß
    Dirk

  • Wir schreiben das Jahr 2019. Alles wie gehabt. Passend zur heutigen Bauerndemo in Berlin hat mein Nachbar die Wiese zum x-ten Mail tot gespritzt. Liebe Kinder wenn ihr das mal später lest. Ich hätte gerne was dagegen gemacht, fühle mich aber wie gelähmt.

  • Ja, mein Freund der Landwirt war in Bonn.

    Bei ihm auf dem Hof stehen neben Kühen, Hühner, Katzen seit Jahren neben dem Güllebunker meine Bienen.

    Trotz drei männlicher Nachlommen geht der Hof in der x ten Generation unter.

    Zu wenig Fläche, zu wenig Einkommen, zu hohe Pachtpreise, zu viel Arbeit, zu wenig Kapital usw.

    Zitat:"Ich kann es meinen Kindern nicht zumuten, Schulden in enormer Höhe zu machen und nicht zu Wissen, was Morgen die Politik daraus macht."


    Wir wollen alle das nicht vorhandene Minimax Prinzip.

    Möglichst wenig für Nahrungsmittel ausgeben, aber das maximale an Menge bekommen, auch für die Umwelt.


    So habe ich inflationsbereinigt weniger Lohn in der Tasche als vor 20 Jahren als Studienbeginner und habe noch zwei "Meistertitel" oben drauf gelegt.


    Mit Familie können wir uns es nicht leisten, noch höhere Preise zu verkraften.

    Also kauft man beispielsweise nicht mehr beim Metzger sondern nur noch Massenware.

    So stellt man sich die Frage, was war zu erst da. Das Huhn oder das Ei.


    Für mich stellt sich eine ganz andere Frage.

    Warum müssen die Reichen immer reicher werden, obwohl jeder 10 in Deutschland sein Lebensunterhalt nicht mehr bestreiten kann.

    Auch mein Landwirt würde liebend gerne weniger arbeiten und die Wiese weniger mähen, wenn er davon leben könnte.

    Stattdessen hat er das einträglichste Geschäft mit der niederländischen Gülle, die er auf seine Felder ausbringt und der staatlich geförderten Photovoltaic Anlage bzw den Windkrafträdern.


    Spätestens hier sind jede Zweifel weg, ob da noch die richtige Politik betrieben wird.


    Man macht sich das Leben zu einfach, wenn man nur auf die Anderen schimpft.


    Morgen sind wir Imker dann die Bad Boys, die die Bienen versklaven.


    :u_idea_bulb02:

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.

  • Mit Familie können wir uns es nicht leisten, noch höhere Preise zu verkraften.

    Also kauft man beispielsweise nicht mehr beim Metzger sondern nur noch Massenware.

    So stellt man sich die Frage, was war zu erst da. Das Huhn oder das Ei.

    Die Frage stellt sich, was man sich alles leisten können muss. Wenn ich mir die Ausgaben für Lebensmittel anschaue, sind die seit Mitte der 90er auf konstant niedrigem Niveau in Deutschland.

    statistik


    Auch mein Landwirt würde liebend gerne weniger arbeiten und die Wiese weniger mähen, wenn er davon leben könnte.

    Stattdessen hat er das einträglichste Geschäft mit der niederländischen Gülle, die er auf seine Felder ausbringt und der staatlich geförderten Photovoltaic Anlage bzw den Windkrafträdern.


    Spätestens hier sind jede Zweifel weg, ob da noch die richtige Politik betrieben wird.

    Die "Politik" haben die Bauern einen grossen Teil selber in der Hand gehabt, siehe Bauernverband. Die Entwicklung ist nicht alleine den Verbrauchern oder der Politik zuzuordnen, hängen alle dick mit drin und ich kann die Krokodilstränen mancher Landwirt echt nicht mehr ab.

    Und ja, es wird auch die Imker treffen, da wir uns immer noch in Klein-Klein Diskussionen um Haltungsformen und Bienenrassen vertüdeln, anstatt, wie Werner Haefeker in seinem Vortrag so richtig gefordert hat, mal alle Zusammen für unsere Belange einzutreten.

  • Die "Politik" haben die Bauern einen grossen Teil selber in der Hand gehabt, siehe Bauernverband. Die Entwicklung ist nicht alleine den Verbrauchern oder der Politik zuzuordnen, hängen alle dick mit drin und ich kann die Krokodilstränen mancher Landwirt echt nicht mehr ab.

    Und ja, es wird auch die Imker treffen, da wir uns immer noch in Klein-Klein Diskussionen um Haltungsformen und Bienenrassen vertüdeln, anstatt, wie Werner Haefeker in seinem Vortrag so richtig gefordert hat, mal alle Zusammen für unsere Belange einzutreten.

    Die Entwicklung ist der Globalisierung (Welthandel) geschuldet.

    Unsere Exporte von Industriegütern werden mit Einfuhren von, meist, Agrargütern, kompensiert. Diese Agrargüter werden, meist aus Niedriglohnländer, zu Welthandelspreisen bei uns auf den Markt geworfen. Was bekommt der Imker in Übersee für seinen Honig bezahlt wenn 500 gr bei uns 1,99 € kosten? Wir Imker haben meist das Glück dass, durch unsere pers. Kontakte, ein mehrfaches des Weltmarktpreises in unserer Tasche landet. Der Getreidepreis des deutschen Bauern hängt am Preis an der Börse in Chicago und wird daher nicht in D gemacht. Z.B. gab es bei Zucker die Zuckermarktordnung welche den europäschen Zucker vor Einfuhren aus dem Weltmarkt schützte. Solange die Zuckermarktordnung galt kostete die To Zucker in D ca 750 €. Jetzt nach beendigung der zuckermarktordnung ist der Zuckerpreis auf ca 350 €/to gesunken. Wir Imker rufen Hurra und der Landwirt hat einen halbierten Erzeugerpreis zu verkraften.

  • ... und alles ist so gewollt (nicht nur von der Politik) und keiner hat (te) was dagegen.

    Es ist z. T. günstiger Getreide in der hofeigenen Heizung zu verbrennen als Hackschnitzel.

    Könnte jetzt wieder anders sein, weil das Holz sehr billig geworden ist.

    Eine andere Seite sind die ausländischen, aber innereuropäischen Investoren, die Großanlagen bauen und in Massen Acker(-Baubetriebe) aufkaufen.

    Auch das ist (bisher) scheinbar gewollt.

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Wir schreiben das Jahr 2019. Alles wie gehabt. Passend zur heutigen Bauerndemo in Berlin hat mein Nachbar die Wiese zum x-ten Mail tot gespritzt. Liebe Kinder wenn ihr das mal später lest. Ich hätte gerne was dagegen gemacht, fühle mich aber wie gelähmt.

    Was hat er denn nun mit dem Stück gemacht? Nur totgespritzt?

    Mit Familie können wir uns es nicht leisten, noch höhere Preise zu verkraften.

    Das finde ich seltsam. Ich erinnere mich, dass vor gut 40 Jahren die Milch dem Bauern 30 Pfennig pro Liter brachte. Heute kämpfen sie um 40 cent.

    HG

    Monika


    Wir sollten immer daran denken: Im wesentlichen sind unsere Bemühungen auf eine vernünftige, fürsorgliche Pflege beschränkt. (Bruder Adam)