Wann ist die Wiese tot?

  • Hallo,
    bin ja selber Landwirt (sehr klein) und versuche manchmal die Probleme der heutigen Landwirte zu verstehen. Der eine Nachbar spritzt Gülle bis in den Bach und nach jedem Schnitt 2-3 mal, daß da überhaupt noch was wächst.
    Aber aktuell was zu PSM auf einer Wiese des anderen Angrenzers:
    Diese Wiese wird ca. 4 ha groß sein und grenzt an mich und auf der anderen Seite an einen ganz tollen Naturschutzwald.
    Nun hat dieser Landwirt vor ca. 1er Woche eine Flächenspritzung durchgeführt mit jeweils einem Meter ungespritzten Streifen, auch vom Naturschutzgebiet blieb er ein kleines Stück weg. Nun wurde die gesamte Fläche gelb, bis auf die meterstreifen dazwischen. Nun dachte ich halt, na ja kann ja mal passieren. Aber heute, war auf meinem Acker pflügen staunte ich nicht schlecht. Kommt der schon wieder mit der Spritze auf diese Wiese, spritzt nochmal, diesmal auch die restlichen grünen Streifen und bis an den Wald.Ich versteh das nicht.Fragen brauch ich nicht, da ich den konventionellen eh ein Dorn im Auge bin. Dieser Landwirt hat den Meister gemacht, lernt man da sowas?
    Meinen Bienen wirds momentan wohl noch nichts machen, auf der Wiese hat gsd nichts geblüht. Aber was ist nächstes Jahr?
    Was meint ihr, was bezweckt der Landwirt damit?


    LG Georg

  • Hallo Georg,
    was Dein Nachbar damit bezweckt?
    Meiner Meinung:
    Ca. vier Hektar Maisacker.
    Ähnliches Vorgehen habe ich hier auch schon so erlebt.
    Es gab mal Randstreifen zwischen Feld und Wald - Wiesen, meist eine gerade Abschlusslinie bildend und/oder den Kronenbereich der Randbäume aussparend.
    Beides ist jetzt weg.
    Die Wiesen gespritzt und umgepflügt, die Baumkronen "maschinengerecht" zurückgestutzt.
    Die Gier nach Land ist so hoch geworden, das selbstdas Schwengelrecht missachtet wird.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Sehr traurig, daß die Deppen immer mehr werden. Leider muß ich in meiner Region ähnliches feststellen.


    Auf die Frage nach den Gründen und ob das noch normal ist, ab ich dann gehört, daß ich keine Ahnung habe, er Landwirt eh umsonst arbeitet und das Spritzmittel in 2 Woche abgebaut ist ...


    VG

  • Danke für euer Mitgefühl. Das mit dem Maisacker hab ich noch gar nicht überlegt, da das Feld nicht gerade rechteckig ist, aber das heißt ja nichts. Ich vermute eher eine Ampferspritzung dahinter, da diese hier bei dem feuchten Frühjahr recht gut gediehen sind. Allerdings sind diese Ampferpflanzen im moment noch das einzige Grün auf der Wiese. Ich werde erst mal weiter beobachten. Im nächsten Jahr will ich ja mit Bantammais beginnen, nachdem der Versuch dieses Jahr mit nachgebautem Mais in die Hose gegangen ist( auf 200m2 sind vielleicht 6 Pflanzen aufgegangen :oops:). Immer diese Gallier.


    Gruß Georg

  • Moin, moin,


    Umbruchverbote spuken immer irgendwo rum und hören sich gut an... Die gelten für Dauergrünland. Wenn da wirklich nächstes Jahr Mais steht, dann beweise mal, dass da im Laufe der letzten 5 oder 10 Jahre nicht schon mal umgebrochen wurde. Der behauptet dann, dass ja, und Du das Gegenteil und die beiden Aussagen stehen, spärlich abgestützt, gegeneinander. Und Du hast Streit im Dorf. Zur Narbenverbesserung gibt es auch eine Hintertür...


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Hallo Georg


    das Problem kenne ich aus eigener Erfahrung, die Wiese liegt 2 m von meinem Bienenstand entfernt. Ich hatte vor 4 oder 5 Jahren nicht gesehen das der Bauer gespritzt hatte, mir viel nur auf das meine Bienen weniger wurden und dann auch die Wiese gelb wurde. Meine Bienen holen da früh immer die Tautropfen, im Frühjahr hatte ich nur noch 1 Volk am Leben. Die Wiese wurde dann umgeackert und neu eingesät und ist heute eine gute Trachtquelle für meine Bienen. Sollte so eine Spritzung bei mir nochmal durchgeführt werden, ohne das ich Bescheid weiß, gäbe es 100 % ig, ganz schön Ärger.:evil:
    Also Vorsicht an alle, die in der Nähe Bienen haben.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo Holmi,
    Schwengelrecht regelt den Abstand, den man zum Nachbargrundstück bei der Bearbeitung eines Feldes einhalten muss.
    Schwengel ist das Teil, wo ein Pferd am Fuhrwerk festgemacht wird.
    Dannach wird der Abstand zur Grenze festgelegt, etwa ein halber Meter.
    Auf diesem Abstand darf das Pferd dann noch laufen, umgepflügt werden darf aber nicht.
    Ich weiß nicht, ob dies nur ein mündlich überliefertes Gesetz ist und ob es das nur in Lippe (immerhin bis 1947 selbständig gewesen) gilt.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Moin Lothar,


    nö. Bearbeiten darf man bis zur Grenze. Einen die Bearbeitung hindernden Zaun oder eine solche Bepflanzung darf der andere im Bereich des Schwengelrechtes (50 oder 60 cm hinter der Grenze) nicht haben.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • G´moie

    Umbruchverbote spuken immer irgendwo rum und hören sich gut an... Die gelten für Dauergrünland. Wenn da wirklich nächstes Jahr Mais steht, dann beweise mal, dass da im Laufe der letzten 5 oder 10 Jahre nicht schon mal umgebrochen wurde. Der behauptet dann, dass ja, und Du das Gegenteil und die beiden Aussagen stehen, spärlich abgestützt, gegeneinander.


    ....nun ein geschäftstüchtiger Landwirt wird alle Jahre seinen Subventionsantrag inkl. Flächennachweis stellen.
    Beim Flächennachweis hast Du die eindeutige Nutzung der Fläche...auch die der vergangenen Jahre.
    Ob Du den Antrag wahrheitsgemäß ausgefüllt hast, wird wird vom Amt stichprobenweise vor Ort kontrolliert.


    Distelbauer schrieb:

    Ich vermute eher eine Ampferspritzung dahinter,


    Würde dann nicht nur gezielt gegen den Ampfer gespritzt werden?
    Ist wie mit den Disteln:wink:..... das gibbets Spritzmittel, die nur Disteln und nicht das Gras welken lassen.


    Wenn der Landwirt alles tot spritzt, möchte er sicherlich neu einsäen.
    Habt Ihr Biogasanlagen in Eurer Nähe? Vielleicht möchte er energiereiches Gras säen...??


    Also.... (wenn ich Du wäre, was ich fast bin, wegen der vielen Disteln auf meinen Wiesen :wink:)...also, wenn mein Landnachbar so was machen würde, dann würde ich olle Neugier den Typen einfach direkt fragen: "Was machst Du denn da?"


    Herzliche Grüße
    Regina

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)

  • Moin Regina,


    die Antwort kenne ich auch... und weiß, dass 5 Jahre Grünlandnutzung es zu Dauergrünland machen.


    Ich beobachte aber, dass dem Bau einer Faulgasanlage immer wieder Umbrüche zu Mais folgen, nicht ausnahmsweise, sondern regel- und massenhaft, und dass sogar Flächen betroffen sind, von denen Heu zu ernten mitunter nicht möglich war, weil zu nass. Dies geschieht auch, wenn es ein Umbruchverbot gibt. Angesprochen darauf, antworten die dann, es würden wo anders Grünlandflächen neu angelegt. Flächentausch. Wo nun anders genau liegt, habe ich nicht herausfinden können. In Neverland, wahrscheinlich. Ich sah in den letzten Jahren jedenfalls nur Grünlandschwund, und ich sehe nicht, dass außer betroffenen Tönen von Politik oder Verwaltung irgendwas wirksames geschieht. Neuanlagen von Grünland sah ich nicht.


    In Niedersachsen sah ich vor Jahren schon ein umgebrochenes und mit Mais bepflanztes Großseggenried. Carex riparia und C. gracilis. Das galt womöglich gar nicht als Grün- sondern als Unland...


    Ich sehe hier im Tiefland weiter, dass seither die Vorflut tiefer gelegt wird, wo es geht. Melioration. Tiefe Drainage. Tiefumbruch, oder Mauwurfsdrainage zur Zerbröselung von Stauschichten...


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...