Waldwespen vs. Birke

  • Hallo allerseits,


    wir haben im Garten seit ein paar Wochen interessante Gäste, von denen ein Besucher meinte, es wären Waldwespen (er war sich recht sicher). Jetzt suche ich ein paar verlässliche Infos, was sich jedoch als erstaunlich schwierig herausstellt: zB im Imkerfreund steht, sie stechen nicht - auf der englischen Wikipediaseite wiederrum heißt es, sie können auch gegen Menschen sehr aggresiv sein - ah ha.


    Nun zum eigentlichen "Problem": wir haben eine alte und sehr große Birke (Stammdurchmsser um die 2,5-3m geschätzt), an der sitzen immer 3-6 dieser Tiere und bearbeiten einen Riss in der Rinde. Erst dachte ich, sie holen Harz, aber anscheinend legen sie da ihre Eier rein?! So jedenfalls die Erkenntnis nach der Lektüre im Imkerfreund, dass sie keinen Stachel haben sondern nur einen Legebohrer. In dem Riss, der rasch vergrößert wird (anfangs wenige cm lang, mittlerweile gut 15cm) ist schleimige Susbstanz und die Rinde um den Riss herum verfärbt sich bräunlich.


    Nun fragen wir uns langsam, in wiefern dass dem Baum schaden könnte: mal angenommen da werden Eier und eine Nährlösung injeziert, was machen die Maden dann eines Tages da, die werden sich doch wohl hoffentlich nicht tief in den Baum reinfressen und ihn ernsthaft/nachhaltig beschädigen können, oder?!
    Muß man sich Sorgen um die Gesundheit des Baumes machen?
    Wovon leben die Jungtiere, wann schlüpfen sie und wie kommen sie wieder aus dem Schlitz im Baum raus, sollte der Baum seine Wunde bis dahin wieder geschlossen haben?
    Und wonach suchen sich die adulten Tiere "ihren" Baum aus, ich hoffe sie bebohren nicht nur alte und innerlich schon kranke Bäume (dann wäre ihre Bohr-begeisterung ja evtl. auch ein interessanter Befund für unseren Baum...)?!



    Viele Fragen, hoffe jemand kennt sich mit diesen interessanten Tieren aus, würde mich über ein paar Infos sehr freuen!



    MfG
    Ed.

    "Neunzig Jahre in einer Landschaft und in gesegneten frohstimmigen Stunden wird sie der Greis immer noch sehenswert finden, neugierig durchsuchen und Manches entdecken, als sähe er sie zum ersten Male mit reifem Auge."
    - Alexander v. Warsberg, Odysseeische Landschaften.

  • Hallo
    Das "eigentliche" Problem scheint mir die Birke.
    Ein Stamm mit 2,5 bis 3m Durchmesser hätte einen Umfang von mehr als 9 m und müsste daher als
    Naturwunder gelten. :eek:
    Die Wespen scheinen mir den süssen Saft der Birke abzutragen, der nach einem natürlichen Riß austritt.
    Dass sich rund um den Riß die Borke färbt, ist normal.
    Versorge den Riß im Winter mit Wundverschluß und dann wird es gut sein.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-


  • Ein Stamm mit 2,5 bis 3m Durchmesser hätte einen Umfang von mehr als 9 m und müsste daher als


    War ja klar, dass wieder so was kommt :-D Wollte damit nur sagen, dass die Birke generell sehr groß ist und nicht gleich an nem Kratzer eingehen wird, sofern sie innerlich gesund ist. Sind drei Birken, die bis in ca. 2m Höhe miteinander verwachsen sind. Und dieser untere Tripple-Stamm ist in der Tat verdammt dick ;-)
    BTT! :)

    "Neunzig Jahre in einer Landschaft und in gesegneten frohstimmigen Stunden wird sie der Greis immer noch sehenswert finden, neugierig durchsuchen und Manches entdecken, als sähe er sie zum ersten Male mit reifem Auge."
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  • Wenn es wirklich Waldwespen sind, dann bohren die da nicht, sondern schlürfen den süßen Baumsaft.
    Wenn es Wespen mit Legebohrern sind, dann legen die da Eier rein. Es können Arten sein, die sich dann vom und im Stamm ernähren, es können aber auch Arten sein, die andere Holzbewohner parasitieren. Diese Wespen finden die Maden unter dem Holz (Geräusch, Geruch, Vibrationen beim Holz nagen) und bohren durch das Holz bis zur Made im Holz und legen dann dort Eier. Diese schlüpfen, fressen die Made und später kommt die Parasit-Wespe aus dem Holz und nicht die, die ursprünglich dort gelebt hat.


    Ohne Bild lässt sich nach deiner Beschreibung jedenfalls nichts sagen und da eine Waldwespe überhaupt nicht mit den Legebohrer-Wespen verwechselt werden kann, wäre ein Bild wirklich besser als eine Beschreibung.


    Wenn der Baum einen Riss hat, aus dem schon Saft kommt und der sich stark vergrößert, dann sind bestimmt nicht diese Wespen daran schuld, sondern die kommen nur zusätzlich, weil sie vom Saft angelockt wurden. Ein so großer Baum wird von keiner bei uns lebenden Wespe wirklich ernsthaft geschädigt, schon gleich gar nicht so schnell.
    Dein Baum hat also ein ganz anderes Problem. Ob es ein großes ist, weiß man nicht ohne Bild. Ein so dicker, alter Baum ist jedenfalls so schnell und leicht nicht umzubringen. Ich vermute, er hat einen Sturm- oder Blitzschaden, daher der Riss und jetzt kommt da Saft raus, der Insekten und Wespen anlockt. Birken haben keinen Harz.


    Gruß
    hornet

  • ...


    Danke Jan, dem Äußeren nach würde die Holzwespe ganz gut hinkommen, Schwertwespe eindeutig nicht. Wobei es ja auch zig Holzwespenarten gibt.
    100erte von Eiern, un die Maden bohren 40cm lange Gänge in 2-4 Jahren... :roll: Gehts noch?! Das klingt nicht sehr baumverträglich!!!! Haben wir Grund zur Sorge?


    *edit@hornet*
    Hmm, leider keine Digicam zur Hand. Schaue mir das nachher noch mal genauer an und lese hier weiter mit, mal sehen. Äußerlich sehen sie Hornissen recht ähnlich, sind ziemlich groß, aber farblich wirklich nur in schwarz-gelb, keine orangenen Ringe oä. Zahlenmäßig sind sie eher schwach, kaum je mehr als 6-8 Individuen am Baum.

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    - Alexander v. Warsberg, Odysseeische Landschaften.

  • Bei meinen Eltern im Garten nagen Hornissen gerne an Ästen vom Flieder, dies kann bei deiner Birke auch der Fall sein.
    Wie alt ist die Birke denn? Birken können zwar bis zu 150 Jahre alt werden, aber das ist eher die Ausnahme, normal sterben sie nach spätesten 70 - 80 Jahren ab.


    Gruß Jan

    Dubium sapientiae initium. Zweifel ist der Weisheit Anfang. René Descartes

  • Hornissen nagen am weichen Birkenholz und bauen damit ihr Nest. Nebenbei gibt es auch noch süßen Zuckersaft. Was will man als Hornisse mehr?

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Ein Birkenwäldchen?


    Wie mans nimmt, ein kleiner Hügel an desen Fuß an den verschiedenen Seiten Birken wachsen, immer mehrere zusammen: zwei Dreier und einmal nur zwei zusammen. Alter ist nicht ganz sicher, Haus ist ca. 110 Jahre, also Birken schätzungsweise auch so um die 100.
    Das Sekret in der "Wunde" ist weißlich, Rinde außen rum bräunlich verfärbt. Schmetterlinge mögen das weißliche Zeug auch recht gern, scheint mir ;-)


    Echt ärgerlich dass meine Digicam nicht hier ist. Sehen schon hornissenartig aus, muss nachher noch mal schauen wie die Tallie aussieht, evtl. läßt sich daran was ausschließen - aber die Wald- und Holzwespen haben ja auch wieder zig Unterarten... und richtig genau beobachten konnte ich sie bisher nicht, so zwecks Musterung etc. Vllt nachher noch mal probieren, vorhin war grad niemand am Baum zu sehen.

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  • Ok,


    vielen Dank trotzdem erst mal für die Infos, bin eine ganze Ecke schlauer. Schade dass ich euch keine Bilder machen kann, sind wirklich recht imposante Tiere. Aber meine Kamera ist leider 270km weit weg von mir *g*
    Denke ich habe jetzt einen groben Plan und weiß was ich tun werde, merci beaucoup! :)



    //ed

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