Neue Beute verzogen - Garantie?

  • Hallo, eine neu gekaufte Dadant-Beute (keine zwei Monate alt und seit einem Monat aufgestellt) hat sich in den letzten Tagen deutlich verzogen. Zwischen Brutraum und Honigzargen hat sich ein gut 5mm breiter Spalt aufgetan. Auch wenn ich noch keine Biene habe durch krabbeln sehen, ist mir das deutlich zu groß! Zwischen den beiden Honigraumzargen ist ebenfalls ein Spalt sichtbar, wenn auch kleiner. Hier sind ein paar Bilder:



    Und hier der kleinere Spalt zwischen den beiden Honigzargen:


    Was meint ihr - ein Garantiefall? Ich habe dem Hersteller heute diese Bilder gemailt und mitgeteilt, dass der Zustand so nicht akzeptabel ist. Anscheinend haben sich die Verzinkungen verdreht, sind aufgequollen, oder wie schätzt ihr das ein?


    Aufgefallen ist mir das ganze übrigens daran, dass der metallene Fluglochschieber praktisch herausgedrückt worden ist und nur noch halb drin war...

  • Für mich sieht das aus, als ob das verwendete Holz bei der Verarbeitung zu nass war.
    Holz arbeitet zwar, aber so ein Verziehen wäre mir zu viel.


    Hast Du Dich an die Angaben des Händlers bezüglich des Streichens gehalten?
    Weber weist da z.B. explizit drauf hin. Der hat allerdings seine Hinweise von vor Jahren komplett geändert.


    Ob Du rechtlich Anspruch auf Nachbesserung oder Ersatz hast, kann ich nicht sagen, aber ein seriöser Händler wird, bei ordnungsgemäßer Ingebrauchnahme, eine Lösung anbieten.


    MfG André

  • Nee, selbstgebaut ist da nix. Eine Anleitung zum Streichen lag der Beute meines Wissens nach nicht bei, deshalb habe ich das übliche Vorgehen gewählt (zwei Mal außen mit "Beutenbraun" von Holtermann übergestrichen und alles ordentlich trocknen lassen). Was für Hinweise sind denn z.B. bei Weber heute aktuell?


    Bei Assheuer, von dem die Beuten sind, waren diese nach einer längeren Lieferpause erst ab Juli wieder erhältlich. Deshalb war mir auch schon der Gedanke gekommen dass das Holz vielleicht nicht hinreichend getrocknet wurde. Hier wurde schon einmal über Assheuer-Beuten diskutiert, und ein Use schriebr: "Die gezapften Eckverbindungen "verbiegen" sich, die HR passten im laufe des Jahres nicht exakt auf den BR." Wohlgemerkt, bei einer nicht gestrichenen Beute.


    Dass sie sich allerdings so stark verbiegen würden dass am Ende eine Biene durchpasst hätte ich nicht gedacht. Kleine Spalten werden ja zugekleistert, aber so groß ist mir doch zu viel. Ich werde mir heute eine Ersatzbeute organisieren und das Volk umlogieren, weil ich Sorge vor Räuberei habe wenn da so ein breiter Schlitz die Sucherbienen geradezu einlädt mal genauer reinzuschnuppern...

  • Mhm also vom Streichen kommt das definitiv nicht, außer Du hast die Beute in der Farbe ein paar Stunden gewässert.
    Sieht sehr nach zu naßem Holz vor der Verarbeitung aus und ist jetzt in der Sonne nachgetrocknet, darum verziehen sich die Zinken, besonders die am Eck außen, da dort das Holz am wenigsten eingespannt ist und noch dazu durch die größere Oberfläche schneller trocknet.


    gruß


    bernhard

  • Danke für die RÜckmeldungen! Nun war ich gerade noch einmal auf dem Dach, um zu schauen ob und was ich tun muss. Die Spalten haben sich weitgehend geschlossen, dafür sind an den Stirnseiten der Zinken Risse zu sehen. Es hatte Anfang der Woche hier in Berlin etwas ausführlicher geregnet, anscheinend hing das Verziehen damit zusammen. Jetzt, wo sie in zwei warmen und Tagen wieder trocken geworden sind, sieht es halbwegs ok aus. Dafür eben (noch) kleine Risse.

  • Hi,
    ich sehe da 1. Zu feucht verarbeitetes Holz
    und 2. Stehende und liegende Jahresringe treffen aufeinander.
    -Mr.BeanE

    Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe. (René Descartes)

  • Hallo NSIM,
    ich besitze ebenfalls eine Zarge von Assheuer.
    Aber die ist das genaue Gegenteil zu den von Dir eingestellten Bildern.
    Die Zarge ist behandelt.
    Die Zinken sind sauber gefräst und nicht zu flach wie bei Dir.
    Das Holz ist Pinie.
    Deine sieht aus als wenn Sie aus Fichte aus dem Baumarkt auf einer Oberfräse von Budget mit keinerlei Ahnung von Holz einfach zusammen gekloppt wurde. (Ungefähr so wie meine ersten Eigenbauversuche)
    Auf Wunsch sende ich gern ein paar Fotos.
    Ich würde den Kontakt zum Hause Assheuer suchen.
    Gruß aus OWL
    Claus

  • ... Was für Hinweise sind denn z.B. bei Weber heute aktuell?...


    "Achtung, Holz arbeitet bei Feuchtigkeit, ein Reisen oder Platzen von unbehandelten Zargen lässt sich auch bei bester Tischlerarbeit nicht vermeiden, wenn ungünstige Einsatzbedingungen auftreten. Nach unseren neuesten Erkenntnissen hilft es Risse im Holz zu minimieren, wenn die Zargen neu von außen einmal dünn mit Pigrol Beutenschutzlasur gestrichen werden. Es hilft auch, neue Zargen im Jahresverlauf nach Möglichkeit nicht vor dem 20 .05 und nicht nach dem 20. 07 zum Ersteinsatz zu bringen. Wer seine Zargen maximal vor Rissen schützten möchte, kann diese von innen dreimal so oft mit Bienenschutzlasur von Pigrol streichen, wie dies von außen erfolgte. Dazu raten wir aber nicht, weil die Bienen mit der Zeit innen eine Propolisschicht auftragen. Leider wirkt diese Propolisschicht aber bei voll besetzen Zargen erst nach etwa einem Jahr ähnlich wie eine Holzschutzlasur. Den zweiten Anstrich nicht vor drei weiteren Einsatzjahren vornehmen. Natürlich belassene, ungestrichene Zargen können stark reißen und platzen, sie halten aber in der Regel auch dann noch über 20 Jahre bei Freiaufstellung." 
    (http://www.imkereibedarf-bienenweber.de unter "Bienenbeuten" > "Dadant Beute für 12 Waben nach Ries" > "Dadant Beute Weymouthskiefer Grundausstattung..."[09.09.2013])


    Davor empfahl Weber, die Beuten für, wenn ich mich recht erinnere, drei Jahre gar nicht zu streichen.


    Das Streichen lediglich der Außenseite kann durchaus ein Verziehen verschlimmern.


    MfG André


  • Das Streichen lediglich der Außenseite kann durchaus ein Verziehen verschlimmern.


    So lese ich Webers Hinweis nicht. Maximaler Schutz sei durch beidseitiges Streichen zu erreichen, Risse könnten minimiert werden wenn die Zargen einmal von außen gestrichen werden. Die stärksten Risse gibt es laut seiner Beschreibung, wenn man gar nicht streicht.

  • Ja, das war auch nicht meine Interpretation von Webers Hinweisen.
    Vielmehr ist das gängige Holzwurmmeinung.


    Ist eine Seite trocken (gestrichen) und die andere zieht Wasser, dann arbeitet das Holz natürlich ungleichmäßig.
    Lässt man beide Seiten unbehandelt, die eine ist aber Beuteninnenseite, die andere Außenseite, dann gibts wieder schnell ungleiche Feuchteverhältnisse im Brett.
    Wenn beide Seiten versiegelt sind, dann vermeidet man am besten ein Verziehen.
    Noch besser wäre natürlich Holz zu verwenden, dass über Jahre im Stapel gelagert ist und welches lange nicht mehr so arbeitet wie das heute oft verarbeitete.

    MfG André