kranke Bienen

  • Hallo,


    ich habe vor 9 tagen drei Bienenvölker bekommen und habe am Freitag eine Futterzarge mit je 7l Zuckerwasser aufgesetzt. Bis heute haben die Bienen nichts davon abgenommen. Als ich die Futterzargen wieder abgenommen habe, sah ich mir die Biienen genauer an und habe festgestellt, dass die Flügel der Bienen häufig abstehend, manchmal verkümmert und klein und manchmal einen Teil eines Flügels abstehend haben, sieht dann praktisch aus, als hätten sie drei Flügel. Zudem sind sie meines Erachtens sehr träge.
    Kann es sein, dass die Tracheenmilben- Seuche in meinen Völkern ist?
    Wie soll ich dann vorgehen?


    Gruß Michi

  • Hallo Michi,


    das hört sich nicht gut an aus der Ferne. Ich würde dir dringend raten, einen Sachverständigen Imker zu rate zu ziehen, der sich das vor Ort mal genauer ansieht. Die Zeit zum Handlen wird immer kürzer und die Möglichkeiten weniger. Es sollte mal mit dem Verkäufer, wann und wie er gegen Varroa schon behandelt hat, wenn überhaupt.


    Gruß
    Reiner

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Hallo Michi,
    das hört sich nach einem massiven Varroa Schaden an.
    Ich hoffe, Du hast für die Völker nichts gezahlt.
    Nach deiner Beschreibung der Symptome sind die Völker bereits massiv geschädigt und die Chancen, das Du sie über den Winter bekommst auch bei einer guten Behandlung eingeschränkt.
    Zeige diese Völker sofort einem Sachverständigen, sollte er zu der gleichen Diagnose kommen, gib sie dem Verkäufer zurück und hole Dir Dein Geld wieder.
    Du hast ansonsten für gesunde Völker bezahlt und Krüppel bekommen.
    Die Völker benötigen im besten Falle eine umgehende wirksame Varroa Behandlung. Mit allen Risiken und Nebenwirkungen.
    Im schlimmsten Falle aber nur noch Sterbe Hilfe.
    Das kann nur ein Sachverständiger Imker nach Besichtigung der Völker entscheiden.


    Gruß Hubert

  • also... ich hab für die Völker einiges bezahlt. Ich habe die Varroa im Gemüll auf dem Schieber gezählt und es waren so zwischen 10 und 20 von den letzten neun Tagen, was ja nicht ungewöhnlich viel ist oder? Der Verkäufer sagte mir, dass diese Ableger Kunstschwärme sind und er sie mit Oxalsäure behandelt habe und somit sehr wenig varroa in den Völkern sein müsste. Zudem handelt es sich um einen größeren Imker mit über 50 Vökern, der eig einen guten Ruf hat. Insofern glaub ich nicht, dass es Varroa ist zumal ich außer an den Flügel keine sonstige Mängel an den Bienen entdeckt habe.
    Habe den Verkäufer bisher noch nicht erreicht, aber könnte es sein, dass eine andere Krankheit z.B. die Tracheen-Seuche verantwortlich sein könnte?

  • Das ist höchstwarscheinlich Flügeldevormationsvirus.
    Mach bitte einen Test mit dem Schwammtuch und 40ml AS. Wenn dann viele fallen,500-1000 dann kannst Du nur noch die Brut
    ausschneiden. Der Virus ist mit anderen Methoden nicht bekämpfbar.
    Gruß Peter
    UND TRACHEHNE MILBEN GIBTS EIGENDLICH NICHT MEHR

  • UND TRACHEHNE MILBEN GIBTS EIGENDLICH NICHT MEHR


    Woher hast du denn diesen Unsinn?


    Selbstverständlich ist die Tracheenmilbe ein Thema und zwar weltweit. Bei uns ist sie zwar kein Problem, kommt aber auch vor, (rot: nachträglich ergänzt) vornehmlich in Süddeutschland, in Norddeutschland gibt es sie in der Tat angeblich (noch) nicht.
    Siehe
    http://www.lwg.bayern.de/biene…nkheiten/linkurl_0_20.pdf


    dort auch alles Wesentliche zur Bekämpfung.


    Gruß
    hornet

    Ja, spinn' i oder bien i?

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von hornet () aus folgendem Grund: Um Missverständnisse zu vermeiden, rote Ergänzung eingefügt

  • Hallo Michi,
    eindeutig massiver Varroabefall. Da hilft jetzt nur noch eine Radikalkur wenn du die Völker behalten willst.
    Das heißt meiner Meinung nach : alle verdeckelte Brut entnehmen ( bzw. wenn noch offene Brut auf der Wabe ist ),mit der Entdeckelungsgabel aufritzen und das Volk mit Perizin behandeln (Bekommst du beim Tierarzt). Danach Auffüttern und hoffen das noch genug gesunde Winterbienen erzeugt werden.
    Im November dann die Winterbehandlung mit Oxalsäure (träufeln) durchführen.


    viel Glück wünscht Finvara


    Um es gleich vorwegzunehmen: das zweimalige behandeln mit Oxalsäure im Herbst ( der Winterbienen) ist nicht empfehlenswert. Die Bienen übersäuern, wodurch diese Völker oftmals durch massiven Bienenabgang den Winter nicht überleben.

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.

  • Hallo Hornet,
    hast Du Belege, dass die Tracheenmilbe hier in Süddeutschland wieder ein Problem darstellt?
    Dein Link führt für nur auf eine (allgemeine) Beschreibung der Krankheit.
    Seit die Varroa hier bekämpft wird ist die Tracheenmilbe eigentlich kein Thema mehr.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Hallo Hornet,
    hast Du Belege, dass die Tracheenmilbe hier in Süddeutschland wieder ein Problem darstellt?


    Wieso "Problem"?
    Es ging um "gibt es nicht mehr" - ein Problem sehe ich auch keines.
    Dass sie nicht mehr das große Problem sind, das sie früher offenbar mal waren, steht auch in dem von mir verlinkten PDF drin.
    Habe meinen obigen Beitrag mal eben ergänzt (rot eingefügt), damit es klarer wird.


    Hier haben wir die Tracheenmilbe offenbar latent, zumindest, wenn die typischen Krabbler das sichere Symptom davon sind. Es gibt im ganzen Sommer über immer mal wieder die typischen "Krabbler" im Bereich der Beuten. Bei mir und bei anderen. Nicht in Massen, aber es sind dennoch fast immer einzelne betroffene Bienen zu sehen, wenn man genauer im Umfeld auf den Boden schaut. Die Bienenvölker kommen damit offenbar klar, so gesehen ist das also kein "Problem".


    Gruß
    hornet

  • Finfara, das ist doch nicht Dein Ernst durchaus noch viele Waben Brut zu entdeckeln, raus damit und somit die Infektionsherde beseitigen. Natürlich vorher beproben und den Milbenbestand abschätzen. Ich unterscheid schon zwischen Krabbler und Virusbienen, 10 Virusbienen sind sicher nicht das Problem, aber wenn ich 100 ablesen kann ,dann schon.
    Hornet, ich bin in Sachsen und imkere schon 50 Jahre. Ich kennen keinen akuten Trachenmilbenfall in Sachsen. Gruß Peter

  • Hornet, ich bin in Sachsen und imkere schon 50 Jahre. Ich kennen keinen akuten Trachenmilbenfall in Sachsen. Gruß Peter


    Hallo Peter,
    Sachsen ist ja auch hoch oben im Norden. Es heißt aber immer, die Milbe komme nur bis Süddeutschland vor. Und seit der Varroabhandlung dürften offensichtliche Seuchenausbrüche bei uns wohl nirgends mehr vorkommen, außer, man holt sich ein Volk aus einem der bekannten Seuchengebiete wie den USA.
    Ob man die Tracheenmilbe jetzt wirklich hat oder nicht lässt sich heutzutage also wohl nur unter dem Mikroskop oder durch Laboranalyse sicher feststellen, da der Parasit offenbar nur noch latent vorkommt, weil er ja durch die Varroabehandlung jedes Jahr wieder von neuem mitrasiert wird.


    Gruß
    hornet

  • also... ich hab für die Völker einiges bezahlt. Ich habe die Varroa im Gemüll auf dem Schieber gezählt und es waren so zwischen 10 und 20 von den letzten neun Tagen, was ja nicht ungewöhnlich viel ist oder? Der Verkäufer sagte mir, dass diese Ableger Kunstschwärme sind und er sie mit Oxalsäure behandelt habe und somit sehr wenig varroa in den Völkern sein müsste. Zudem handelt es sich um einen größeren Imker mit über 50 Vökern, der eig einen guten Ruf hat. Insofern glaub ich nicht, dass es Varroa ist zumal ich außer an den Flügel keine sonstige Mängel an den Bienen entdeckt habe.
    Habe den Verkäufer bisher noch nicht erreicht, aber könnte es sein, dass eine andere Krankheit z.B. die Tracheen-Seuche verantwortlich sein könnte?



    Hallo Michi,
    ist doch eigentlich egal, woran Deine Bienen leiden.
    Du hast für gesunde Völker gezahlt und anscheinend kranke Bienen bekommen.
    Lass die Völker umgehend von einem Sachverständigen untersuchen und falls der Deine Beobachtungen bestätigt, versuche, Dein Geld zurück zu bekommen.
    Wenn der Verkäufer so seriös ist, wie Du annimmst, sollte er damit kein Problem haben.
    Warum sollst Du jetzt das Risiko übernehmen, ob die kranken Bienen noch gesunde überwinterungsfähige Völker aufbauen?


    Das Du jetzt keine Milben findest, hat nichts zu sagen.
    Eventuell handelt der Verkäufer ja nach folgenden Geschäftsmodell:
    Von den Wirtschaftsvölkern im Laufe der Saison per Kunstschwarm Ableger bilden.
    Die Altvölker bis nach der Spättracht abarbeiten lassen.
    Dann zu Kunstschwärmen verarbeiten, Oxalsäure Behandlung und verkaufen.
    Altwaben einschmelzen.
    Er hat immer junge Völker auf neuen Wabenbau. Praktisch jedes Jahr eine Kunstschwarm Sanierung.
    Und kein Risiko mit der Sanierung der eventuell durch die Varroa geschädigten Bienen.



    Gruß Hubert

  • Wurden Bienen massiv mit OS behandelt zeigen sich bewegungsunfähige und Krabbler. Die Bienen übersäuern und bewegen sich als hätten sie Muskelkater und Schmerzen bei Bewegungen. Sie wirken unterkühlt. Ihre Lebenszeit ist deutlich verringert. Es ist sinnvoll, auch Hunger auszuschließen und vor allem auch einen Transportschaden. Bienen die knapp verbraust sind, verhalten sich auch ähnlich. Vielleicht kannst Du den Forum Bilder zur Verfügung stellen und im Sinne Deiner Bienen eine Sachverständigen, die Völker ansehen lassen.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder