Varroabehandlung bei starker Tracht schädlich für Bienen?

  • Hallo,


    habe derzeit seit 2 Tagen meine Langzeitbehandlung am Laufen (mit Nassenheider pro).
    Zur Zeit herrscht bei uns aber starke Tracht mit Springkraut, Goldrute, Weißklee, Flockenblumen und anderem.
    Das wird hier erfahrungsgemäß auch noch eine ganze Weile so weitergehen, wenn das Wetter nicht massiv schlechter wird.
    Ich konnte und wollte mit der Behandlung aber nicht mehr länger warten.


    Könnte das für die Bienen und die Winterbrut später nachteilig werden, etwa, weil der jetzt eingetragene Honig übersäuert wird?
    Weil ich habe in Erinnerung, "während Tracht keine Behandlung". Oder ist damit nur gemeint, keine Behandlung, wenn man eine Tracht hat, die man noch für dei Honigernte nutzen will?


    Gruß
    hornet

  • Hallo hornet,


    was bedeutet denn "starke Tracht" in Zahlen? Weißt Du, ob sie tatsächlich nennenswertes Plus einfahren? Ein kräftiger Polleneintrag suggeriert evtl. eine Trachtmenge, die tatsächlich gar nicht eingebracht wird.
    Je nachdem, wieviel Brut sie Pflegen, verbauchen sie außerdem einiges.


    Mit dem ständigen zu lesenden Hinweis "nicht während der Tracht" bezieht man sich auf de Tatsache, dass nach einer Behandlung im gleichen Jahr kein Honig mehr geerntet werden darf.
    Ich bin jetzt keine Langzeitverdunsterin, jedoch bezieht sich eine klare Anweisung auf eine Fütterung. Diese bedeutet meist wensentlich größere Mengen.
    Man soll 2-3 Tage vor der Behandlung und während der Behandlung nicht füttern. Es ändert sich sonst die AS-Konzentration im Verdunstungsraum = Beute.
    Quelle hier
    Ob der Nektarstrom/ die Tracht so einem Zustand nahe kommt, würde ich per Waage ermitteln.


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper


  • Könnte das für die Bienen und die Winterbrut später nachteilig werden, etwa, weil der jetzt eingetragene Honig übersäuert wird?


    Nein.
    Durch die Eindickung des Nektars wird die Luftfeuchte in der Beute höher sein, als ohne Tracht. Das kann eventuell den Behandlungserfolg der Ameisensäure beeinträchtigen.


    .... keine Behandlung, wenn man eine Tracht hat, die man noch für dei Honigernte nutzen will?


    Richtig.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Danke für dei Bestätigung!


    Und ich habe es schon an anderer Stelle in anderem Zusammenhang mal erwähnt: Ich liebe kritisches Nachfragen - es regt zu eigenem Nachdenken an und hilft vor allem Anfängern wie mir, die Problematik besser zu erkennen - danke also! (leider darf ich dich erst bewerten, wenn ich vorher noch ein paar andere bewertet habe...das ist jetzt doof)


    was bedeutet denn "starke Tracht" in Zahlen? Weißt Du, ob sie tatsächlich nennenswertes Plus einfahren? Ein kräftiger Polleneintrag suggeriert evtl. eine Trachtmenge, die tatsächlich gar nicht eingebracht wird.


    Das meinte ich - du hast recht, ich gehe von "starker Tracht" nur deswegen aus, weil ganztags und sogar bei leichtem Regen wie heute morgen derzeit extrem viele schwer beladene Bienen einfliegen. Die meisten davon auch noch dick bepackt mit Pollen. Mehr als im ganzen Frühling und Sommer. Ob auch tatsächlich was "hängen bleibt", weiß ich in der Tat nicht. Jedoch sind die Waben im Zweifel allesamt übervoll mit Honig, ich glaube, wenn davon nicht noch viel bis Oktober verbraucht wird, brauche ich heuer gar nichts einzufüttern. War letztes Jahr schon so.


    Die weiß bestäubten Springkrautbienen dominieren momentan, aber die oben erwähnten anderen Pflanzen im Flugradius werden auch stark von Bienen besucht. Da ich ziemlich sicher bin, auf dieser Fläche des Flugradius die meisten Völker zu stellen, dürfte auch die meisten dieser Bienen von mir sein.


    Ob der Nektarstrom/ die Tracht so einem Zustand nahe kommt, würde ich per Waage ermitteln.


    Das werde ich tun, scheue es nur, weil das mit so einer Kofferwaage bestimmt ziemlich mühsam und ungenau wird.


    Gruß
    hornet