Wieviele Milben fallen nach AS Kurzbehandlung

  • Moin, moin!
    Ich würde gerne mal von euch wissen, wieviele Milben bei einer Kurzbehandlung (z.B. ST mit AS 60% von oben) fallen. Was ist normal, oder gibt es sowas wie normal hierbei nicht.
    Vielleicht ist meine Frage auch unwichtig, aber als Neuling möchte ich ein Gefühl dafür bekommen.
    Ich bin jetzt mit 2x AS60%-ST-oben durch und bei meinen Völkern ist folgendes an Milben in den 24h der Behandlung gefallen:


    Flugling aus Juli: 30Stk. und 45 Stk.
    Kö-Ableger aus Mai : 170Stk. und 185 Stk.
    Voll-Volk aus 2011: 330Stk. und 440Stk.


    Welche Zahlen habt ihr? Unser Kursleiter meinte, daß alles in Ordnung wäre, wenn nicht gerade 1000 fallen.


    Die beiden Ableger würde ich nicht nochmals behandeln, es sei denn, im September fallen noch zu viele Milben.


    Das Volk aus 2011 wollte ich nächste Woche nochmals behandeln und bei Bedarf im September nochmals.


    Bin für Infos Dankbar!

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Hallo Norddeutscher ;-)


    ich bin zwar auch noch Anfänger, aber Aufgrund meiner Nachfragen bzw. der vielen Beiträge zur Varoa kann ich dir sagen, dass die genaue Anzahl an Milbenfall niemand sagen kann. Wichtig ist, dass rund ne Woche nach der Behandlung deutlich weniger Fallen als vor der Behandlung. Im September sollte somit der natürliche Abfall fast bei 0 liegen. Was während der Behandlung fällt, ist fast egal. Du kannst darauf keine Rückschlüsse ziehen, wie gut die Behandlung gewirkt hat - nur, dass sie gewirkt hat.


    Wenn z. B. bei einem Volk mit 500 Milben die Behandlung zu 50% erfolgreich war, fallen halt 250 Milben, während 250 noch aktiv weiter poppen. Wenn dagegen bei einem sehr schwach befallenen Volk von 40 Milben 38 Fallen, werden auch bei nochmaliger Behandlung nicht mehr fallen. (war übrigens fast ein Zitat von Henry - zumindest aus meinem Gedächtnis).


    Ich hoffe, dass dir das etwas geholfen hat.


    Ach ja, nächste Woche ist übrigens schon September ;-)


    Gruß
    Frank

  • Hallo


    Mein bestes Volk habe ich vor 2,5 Wochen das erste Mal mit Schwammtuch von unten behandelt, so viele Milben habe ich noch nicht gesehen und habe dann im Abstand von 2 Tagen noch 3 Mal das Schwammtuch angewendet. Der richtige Milbenfall fing dann erst ein paar Tage später an, es wurden auch viele Jungbienen entsorgt. Nach der Behandlung habe ich aufgefüttert. Das Volk sitzt sehr stark, in einer Holzbeute 1,5 DNM und hängt voll in den Unterboden durch. Das eigenartige war, das ich nur einmal im Jahr nachgeschaut habe ob alles OK ist, weil das Volk schwärmen sollte, es hat nicht geschwärmt, mir aber eine Rekordernte beschert.
    Gezählt habe ich die Milben nicht, aber ich schätze sie gesamt auf mindestens 2000 Stück.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Habe gestern 1. Schwammtuch-AS gemacht. 12 Völker und Ableger.
    Heute die Windeln nachgesehen > Milben, kaum der Rede wert...
    Kein Ausreißer dabei.


    Klar fallen die noch weiter.
    In einer Woche nochmal den Fall kontrollieren.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.


  • Klar fallen die noch weiter.
    In einer Woche nochmal den Fall kontrollieren.


    Genau! Kontrolle ist das A und O. Die Völker haben für die Jahreszeit noch sehr viel Brut. Die Milben sind da! Nur noch nicht sichtbar...


    LG


    Simon

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • Habe gestern 1. Schwammtuch-AS gemacht. 12 Völker und Ableger.
    Heute die Windeln nachgesehen > Milben, kaum der Rede wert...
    Kein Ausreißer dabei.


    Klar fallen die noch weiter.


    Ich dache, dass die Milben dieses Jahr später dran wären (weil die Völker in der ersten Aprilwoche noch brutlos waren). Natürlicher Totenfall schien mir auch nicht besorgniserregend. Dachte deshalb, es sei vertretbar, erst im August zu behandeln. Es wurde Ende August zur ersten Behandlung, und es stellte sich heraus, dass ich falsch gedacht hatte...:
    In einem von meinen zwei besseren Völkern fielen in einer Woche mit 'Nassenheider Professional' so viele Milben, dass auf der Windel die Wabengassen dunkelbraun waren! Das dürften über 5000 Milben gewesen sein. Die Schäden im Volk waren deutlich sichtbar, ich habe es heute aufgelöst. :oops:


    Das wird mir eine Lehre sein: bei Ertragsvölkern ohne Brutpause entweder bis Ende Juli die erste Behandlung, oder zumindest Auswaschproben machen.


    Grüße,
    Robert

  • Ich dache, dass die Milben dieses Jahr später dran wären (weil die Völker in der ersten Aprilwoche noch brutlos waren). Natürlicher Totenfall schien mir auch nicht besorgniserregend. Dachte deshalb, es sei vertretbar, erst im August zu behandeln. Es wurde Ende August zur ersten Behandlung, und es stellte sich heraus, dass ich falsch gedacht hatte


    Sag ich doch:
    Es ist für die Schädigung der Winterbienen fast völlig egal, wie das Frühjahr war!


    Sag ich doch:
    Der Zählerei des Milbenfalls ist Hokuspokus!


    Sag ich doch:
    Ende August ist reichlich spät - besonders, wenn man nicht dauernd Tracht vortäuscht und zu weiterem Brutansatz reizt.



    OT:
    Was muss die Biene wohl für ein blödes, lebensuntüchtiges Tier (geworden) sein, wenn sie sich - angeblich sinnlos und schädlich - die Waben verhonigt und verpollt und sich dadurch selbst "schiedet"? :roll:

    Der wahre Meister tut nichts, doch er lässt nichts ungetan. (Laotse)


  • OT:
    Was muss die Biene wohl für ein blödes, lebensuntüchtiges Tier (geworden) sein, wenn sie sich - angeblich sinnlos und schädlich - die Waben verhonigt und verpollt und sich dadurch selbst "schiedet"? :roll:


    Könntest du das bitte näher erläutern? Vermutlich meinst du damit, dass Honig im Brutnest und große Pollenbretter entgegen der Imkermeinung ihren Sinn haben, aber ich wüsste gerne mehr dazu.


    semi-OT: Gerade kürzlich beobachtet: ein Volk war vor der Ameisensäurebehandlung schon ziemlich runter mit den Vorräten (ja, ich hätte vorher mehr füttern sollen), aber es waren durchaus noch volle Randwaben und ein klein wenig im Futterkranz da. Deshalb habe ich erstmal die Behandlung durchgezogen, um danach aufzufüttern. Nach der Behandlung erwartete ich weiter geschrumpfte Vorräte, aber es sollte reichen.
    Als ich dann durchsah stellte ich zunächst fest, dass die Ameisensäure zu einem kompletten Brutstop geführt hatte: keine Stifte, keine Larven mehr. Vermutlich hätte ich einen kleineren Docht im Nassenheider Prof. wählen sollen.


    Was mich aber mehr wundert, und wofür ich gerne eine Erklärung hätte: die (dunkleren) Brutbereiche auf den Waben enthielten z.T. flächendeckend frischen Nektar (woher auch immer), die ehemaligen Futterkränze dagegen waren trocken. Wieso haben die Bienen bevorzugt Futter in die bebrüteten Zellen getragen und die unbebrüteten (aber früher schonmal gefüllten) Zellen trocken gelassen?
    Jetzt liegt vorerst ein Beutel mit fünf Kilo Sirup auf den Oberträgern, ich hoffe, dass die Bienen bis zum Winter noch die Kurve kriegen.


  • Was mich aber mehr wundert, und wofür ich gerne eine Erklärung hätte: die (dunkleren) Brutbereiche auf den Waben enthielten z.T. flächendeckend frischen Nektar (woher auch immer), die ehemaligen Futterkränze dagegen waren trocken. Wieso haben die Bienen bevorzugt Futter in die bebrüteten Zellen getragen und die unbebrüteten (aber früher schonmal gefüllten) Zellen trocken gelassen?


    Ich kann das gleiche Bestätigen. Ne Antwort wäre schön.


    Gruß
    Frank


  • Als ich dann durchsah stellte ich zunächst fest, dass die Ameisensäure zu einem kompletten Brutstop geführt hatte: keine Stifte, keine Larven mehr. Vermutlich hätte ich einen kleineren Docht im Nassenheider Prof. wählen sollen.


    .


    Wer sagt dir, dass es die AS war? Ich hab das gleiche Bild ganz OHNE Behandlung....

  • OT:
    Was muss die Biene wohl für ein blödes, lebensuntüchtiges Tier (geworden) sein, wenn sie sich - angeblich sinnlos und schädlich - die Waben verhonigt und verpollt und sich dadurch selbst "schiedet"? :roll:



    Die Biene wird so gezüchtet:
    Ich hab mal ein Artikel gelesen, (den ich nicht mehr wiederfinde) wo ein Bieneninstitut eine Reihe Völker 10 Jahre lanf Frühjahrsreizgefüttert hat, die andere Reihe nicht. Ergebnis nach 10 Jahren: Keine Unterschiede im Ertrag, ABER alle Frühjahrsgereitzten Völker starben, wenn man ihnen keine Frühjahrsreizung mehr verabreichte.


    überlegt euch mal was das heisst, wenn man das auf den Herbst überträgt....

  • Hallo luxnigra.


    Zitat

    Die Biene wird so gezüchtet:
    Ich hab mal ein Artikel gelesen, (den ich nicht mehr wiederfinde) wo ein Bieneninstitut eine Reihe Völker 10 Jahre lanf Frühjahrsreizgefüttert hat, die andere Reihe nicht. Ergebnis nach 10 Jahren: Keine Unterschiede im Ertrag, ABER alle Frühjahrsgereitzten Völker starben, wenn man ihnen keine Frühjahrsreizung mehr verabreichte.


    überlegt euch mal was das heisst, wenn man das auf den Herbst überträgt....


    Ich denke mal, dass das gar nichts aussagt über unsere derzeitige Situation im Herbst.


    Für mich stellt sich das folgendermaßen dar:


    Das Volk von Re-Mark hatte bei Behandlungsbeginn schon zu wenig Futter. Doch wohl nur noch in den Futterkränzen und in den Randwaben. Weil es mit der AS-Behandlung und dem Hunger aus der Brut ging, hat das Volk sich daraufhin das restliche Futter mit Wasser von außen aufgelöst und damit verflüssigt. Dann in die Bereiche getragen worauf das Notprogramm bei Hunger lief: Dunkle Bereiche des ehemaligen Brutnests. Sieht dann aus wie frisch eingetragener Nektar.


    Damit geht das Volk nur ein seit Jahrmillionen bewährtes Programm durch:
    Es trägt den Futtervorrat in die Nähe des Bienensitzes und versucht die bevorstehende Notsituation zu meistern. Es stellt sich damit z.B. auf weiteren möglichen Hunger bei Trachtlosigkeit oder Überwinterung ein?


    Das wären meine Überlegungen dazu.


    Einfach nur eine Frage noch an Dich luxnigra: Hast Du ausreichende Pollenversorgung von außen sicher an den betreffenden Standorten? Das wäre auch eine der Möglichkeiten?


    Wohl wissend, dass auch PSM solche Verhaltensänderungen hervorruft. Ich möchte diese auch gar nicht leugnen!
    Ganz bewusst nicht! Ist wirklich alles möglich inzwischen...
    Und solltest Du einen begründeten Verdacht haben, dass es an PSM liegen könnte, dann würde ich an Deiner Stelle alle Hebel in Bewegung setzen und diese Waben untersuchen lassen. Zur Not auf eigene Kosten.
    Ständiges Stochern und lamentieren hilft uns da allen nicht weiter!
    Da müssen wir zur Tat schreiten.



    Zitat

    OT:
    Was muss die Biene wohl für ein blödes, lebensuntüchtiges Tier (geworden) sein, wenn sie sich - angeblich sinnlos und schädlich - die Waben verhonigt und verpollt und sich dadurch selbst "schiedet"?


    Und zum Thema Pollen- und Futterbretter von Megachiropter:


    Derzeit ist es sehr sinnvoll, wenn die Völker Pollen- und Futterbretter haben. Gut wenn diese sich "schieden". Der konservierte Pollen wird gerne im Frühjahr genommen, um das Volk für die Frühtracht erstarken zu lassen. Diese "Schied"-Pollenbretter werden ganz bewusst unter dem Winterfutter vom mitdenkenden Imker belassen. Auch das Futter wird zum Heizen gebraucht.


    Zuviel Futter entnehme ich z.B. im Frühjahr, damit da kein Futter in den Honig kommt und das Brutnest sich ausbreiten kann.


    Zuviel Pollen entnehme ich auch im Frühjahr und während der Schwarmzeit, weil das Volk eben nicht schwärmen soll (zumindest bei meiner Betriebsweise). Und es kommt in aller Regel im Frühjahr und Sommer genügend Pollen von außen rein!


    Die entnommenen Pollen-/Futterwaben kann man den Ablegern zur Entwicklung geben oder - wenn der Pollen nicht vergammelt ist - den Völkern wieder im Herbst zurückgeben zur Einfütterung.


    Ich sammle aber vorzugsweise nur Pollenwaben aus Trachten, die erfahrungsgemäß nicht oder nur sehr wenig aus intensiv landwirtschaftlich genutzter Umgebung stammen. (Gefahr von PSM-Verunreinigung!)


    Beispiel: Edelkastanienpollen ist dabei zu bevorzugen, Rapspollen nehme ich prinzipiell nicht, oder nur unwissentlich mit geringem Restanteil.


    Zitat

    Das wird mir eine Lehre sein: bei Ertragsvölkern ohne Brutpause entweder bis Ende Juli die erste Behandlung, oder zumindest Auswaschproben machen.


    Und für die sehr starke Varroabelastung des Volkes von Re-Mark mit den 5000 Milben würde ich überlegen, ob vielleicht das Volk bei der letzten Winterbehandlung noch in Brut war und daher diese Behandlung gegen die Varroamilbe nicht erfolgreich war? Auch hatte das Volk einen sehr guten Ertrag? Dann hatte es auch sehr viel gebrütet, weil es eine große Anzahl an Individuen hatte. Gerade bei solchen Völkern ist es unerläßlich, sich Gedanken über eine TBE zum Ende der Tracht zu machen. Z.B. Anfang/Mitte Juli. Das Volk hätte zwar weiterhin eine hohe Milbenbelastung, aber die meisten Varroamilben wären weggenommen durch den von Dir selbst angesprochenen "Brutstopp".


    Ein Brutstopp ist inzwischen die beste Methode zur Varrobehandlung in jedweder Form.


    Zitat

    ...Welche Zahlen habt ihr? Unser Kursleiter meinte, daß alles in Ordnung wäre, wenn nicht gerade 1000 fallen...


    Robert ich denke, dass Dein Kursleiter im Grunde schon Recht hat. Wobei ich persönlich die Grenze von 1000 im Juli als gerade noch machbar für das Überleben dieses Volkes ansehen würde. Im August als zu hoch und jetzt im September als ein Killerkriterium für das Volk nehmen würde. Bei 1000 Milben hilft derzeit nur noch ein auflösen und Kunstschwarmbildung.


    Alles unter dem Gesichtspunkt, dass da ein "Volk" für die Frühtracht im kommenden Frühjahr entsteht, muss man dann sagen, dass der September-KS dann wohl frühestens erst zur Sommertracht fit sein kann. Wenn er es überhaupt (noch) schafft den Winter! Lieber schon ein anderes Volk verstärken, wenn die Varroamilben vorher "weg" gemacht wurden...

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Hallo,


    :confused:der Schiedkommentar war wohl ironisch gemeint, und die Antwort sollte konform sein, wurde sie aber nicht ? Sonst wird irgendwie kein Schuh draus für mich. (Aus der "Studie" auch nicht, da wären die Bedingungen und Einzelheiten jetzt wirklich mal lesenswert)


    Luffi hat`s ja oben deutlich beschrieben, ich denke, dazu ist nichts "gezüchtet" worden. Das steckt schon sehr lange im Programm, und da waren größere Kräfte am walten als menschliche Vorlieben.


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper